Hugo Wolf

Wolf, Hugo

Komponist (1860-1903). Eigenh. Brief mit U. O. O. 17.06.1892. 1 S. auf Doppelblatt. 8vo.
4.200 € (942016/BN942016)

An einen Hrn. Sauer, wohl der Pianist und Komponist Emil von Sauer: "Seien Sie mir nicht böse, daß ich meine Zusage wieder zurücknehme. Dringende Geschäfte, die morgen erledigt sein wollen, berauben mich des Vergnügens Ihnen den so lange schon geplanten Besuch zu machen. Vertrösten wir uns auf den Herbst […]".

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Wolf, Hugo

Komponist (1860-1903). Eigenh. Brief mit U. Oberdöbling (Wien). 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert.
4.500 € (90110/BN59561)

An den befreundeten Pianisten, Komponisten und Zahnarzt Heinrich Potpeschnigg über eine ausfallende Zusammenkunft und Ärger mit dem Notenkopisten: "Sie dürfen der Versicherung trauen, dass ich mit einiger Sehnsucht schon dem morgenden Tage entgegensah, der mir wieder das seltene Vergnügen bringen sollte im intimsten Kreise liebenswürdigster Menschen der bösen Welt außen zu vergessen, um im Raube einiger flüchtiger Stunden das Leben mit vollem Behagen zu geniessen, als Ihre erschreckende Hiobspost die schönsten Gespinnste [sic] meiner Phantasie mit einem zu nichte machte u.

mich von meinem gemüthlichen Schaukelpferd der Zukunftsträume recht unsanft auf den harten Erdboden der Wirklichkeit warf. Welcher böse Geist musste wieder sein düsteres Panier aufpflanzen an einer Stätte wo, ging es mit Rechtem zu, stets nur der 'Freude Flagge' zu wehen hätte? Das Schicksal scheint mit Ihnen eine schlechte Tragödie spielen zu wollen, da es Leiden über Sie verhängt, die offenbar in keinem Verhältniss zur Schuld stehen können. Hoffentlich jedoch bleibt es Ihnen erspart die Suppe so heiss essen zu müssen, als sie Ihnen gekocht wird. Das wünsche ich von ganzem Herzen. Theilen Sie mir doch baldigst mit wie es mit dem Befinden Ihrer lieben Frau steht, deren Leidensstationen ich mit dem innigsten Antheil folge, und die, so Gott will, baldigst und für alle Zeiten überwunden sein mögen. Sobald Sie mir die Erlaubniss ertheilen werden persönlich in Ihrem Hause erscheinen zu dürfen will ich mich unverzüglich bei Ihnen einfinden. [...] N.B.: die Brandstätter'sche Angelegenheit dürfte in Bälde zur beidseitigen Zufriedenheit erledigt werden. Spanische und Keller'sche sind noch immer nicht erschienen, doch wurde mir von letzteren 5 Hefte zugeschickt, leider mit ziemlich vielen und sehr sehr bösartigen Fehlern behaftet […]". - Hugo Wolfs "Spanisches Liederbuch" nach Paul Heyse und Emanuel Geibel, eine Sammlung von 44 Liedern für Singstimme und Klavier, sollte noch im selben Jahr erscheinen. Obgleich von Wolf nicht als Zyklus gedacht, wurden die 10 geistlichen und 34 weltlichen Lieder doch als solche zusammengefaßt und aufgeteilt in männliche und weibliche Stimme; die maßstabsetzende Aufnahme ist jene der Deutschen Grammophon mit Elisabeth Schwarzkopf und Dietrich Fischer-Dieskau (Klavier Gerald Moore) a. d. J. 1966/67. Wolfs "Alte Weisen. Sechs Gedichte von Gottfried Keller für eine Frauenstimme und Klavier" sollten bald nach diesem Brief bei Heckel in Mannheim erscheinen. - Aus dem Besitz bzw. Nachlass von Dietrich Fischer-Dieskau..

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Wolf, Hugo

E. Brief mit U. („Dein Wölfing“) und zwei e. Notenzeilen.
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Hugo Wolf (1860–1903), Komponist. E. Brief mit U. („Dein Wölfing“) und zwei e. Notenzeilen. Wien, 11. März 1897. 2½ SS. auf Doppelblatt. 8°. – An seinen Freund Heinrich Potpeschnigg („Mein lieber Enrico!“), der ihm eine Abschrift des „Corregidor“ auf eigene Kosten hatte herstellen lassen: „[...] Samstag, an meinem Geburtstag, versammle ich eine kleine Gesellschaft bei mir, darunter auch der geistvolle Schriftsteller Dr. Haberlandt, einer meiner neuesten u. zugleich glühendsten Anhänger [sich] befinden wird. Ich werde ihnen den Corregidor vortragen [...] Schade, daß Du dabei fehlst [...] Anbei eine heitere Besprechung meines ehemaligen Freundes Schönaich, der sich grün u. blau über mich ärgert. Schick mir diese Recension aus der Reichswehr sofort wieder zurück. Die Sängerin, welche letzthin im Wagnerverein Lieder von mir vortrug, habe ich nicht gehört [...] In punkto Vorspiel des 3. Aktes hast Du wohl daran gethan, die Fagotte bis zum letzten c in der angegebenen Weise mitgehn zu lassen. Ich habe es nicht anders gemeint. Hingegen habe ich gestern noch eine Änderung im Vorspiel angebracht, die sehr leicht nachzutragen ist. Im 13. Takt von der neuen Bearbeitung ab, wo die 4 Hörner auf f einsetzen, sollen die Fagotte nebst den Violoncellen das Corregidormotiv bringen, u[nd] z[war] [folgen die zwei Notenzeilen mit je zwei Takten] Bitte, trage diese Änderung sowohl in den beiden Partituren, als in den Stimmen ein. Maresch hat vieles in der Copie zum 4. Akt falsch geschrieben. Ich warte noch immer auf das Eintreffen der neuen Lieder, um Dir dann Alles auf einmal zukommen zu lassen. Daß Dir der Amphytrion so gut gefällt, freut mich höchlichst. Die Motivirung der donjuanlichen Gelüste des alten göttlichen Sünders ist freilich für uns Moderne eine etwas mißliche Sache [...] Die Biographie Nietzsches bekommst Du von mir zugeschickt, sobald ich mit der Lectüre zu Ende bin [...]“. – Abgedruckt in: Hugo Wolf: Briefe an Heinrich Potpeschnigg. Stuttgart, Deutsche Verlagsgesellschaft, 1923, Nr. 184.