Nikolai von Wilm

Wilm, Nikolai von

Musiker (1834–1911). Eigenh. Brief mit U. („N.v.Wilm“). Wiesbaden. 2½ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
120 € (14088)

An ein Fräulein: „Mit bestem Danke für Ihre lieben Zeilen [...] sende ich Ihrem Wunsche gemäß Ihnen gleichzeitig mit dem Vorliegen einige [...] Musikalien. Freilich muß ich bitten, mit ihnen fürlieb zu nehmen, da von den gangbareren u. beliebteren mir der eigene Vorrath ausgegangen. Vielleicht finden Sie doch in den Suiten eine oder die andere Nummer, die Ihnen zusagt. In weiterer Beantwortung Ihrer freundliche Zeilen bemerke ich, daß ich mit meiner Frau erst seit 1878 in Wiesbaden lebe.

Nach der Ruhestätte Ihres seligen Vaters nach dem alten Friedhofe werde ich bei nächstem dortigem Besuche forschen. Von unseren gemeinsamen Studiengenossen lebte bis vor kurzem in meiner nächsten Nähe noch Hr. Martin Koenig [...] als pensioni[e]rter Professor in Frankfurt a/M. Am 28./III. ist auch er dahingegangen. In Cassel lebte ferner noch die verwittwete [!] Frau Altmüller, die ich auch vor mehreren Jahren dort besuchte. In Dresden weilen ferner noch unter den Lebenden die [Hrn.] Baumfelder, Draeseke, Zottmann. Ein Landsmann von mir, J[ulius] O[tto] Grimm, ist auch unlängst von der Erde geschieden [...]“. – Nach dem Besuch des Leipziger Konservatoriums wieder in seine Heimatstadt Riga zurückkehrend, wurde Nikolai von Wilm dort zweiter Kapellmeister am Stadttheater. Auf Empfehlung Adolf Henselts ging er 1858 nach St. Petersburg, wo er von 1860 bis zu seiner Pensionierung 1875 am kaiserlichen Nikolai-Institut Theorie und Klavier unterrichtete. „Nach der Emeritierung übersiedelte er 1875 nach Deutschland und widmete sich seit 1878 in Wiesbaden kompositorischen Arbeiten, zu denen unter dem Einfluß der deutschen Spätromantik Kammermusik und Lieder gehören“ (DBE). – Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf; im Mittelfalz etwas gebräunt, sonst wohlerhalten; ohne die erwähnten „Musikalien“..

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