Marie Wieck

Wieck, Marie

Sängerin und Pianistin (1832-1916). 3 eigenh. Briefe mit U. Stockholm und Dresden. Zusammen (4+4+3¾ =) 11¾ SS. auf 6 Bll. 8vo.
1.800 € (84792/BN55303)

An einen namentlich nicht genannten Herren: "Ich bin wieder nach Stockholm zurückgekehrt, nach meinem Trauerfall. Hatte auch soeben eine Concerttournee in Stockholm gespielt. Es giebt hier auch viel schwedische Nationalmusik. Der Aufsatz in der Stuttgarter Zeitung von Ihnen ist wohl noch nicht erschienen? Es wäre mir sehr interessant ihn zu lesen. Es sollte wohl eine Schumann Nummer sein? Bitte, senden Sie mir ihn doch! Unsere Biographie haben Sie wohl gelesen. Behalten Sie dieselbe nur. Ich bleibe noch lange hier und kehre erst im Herbst zurück nach Dresden, wo noch zu neue schmerzliche Erinnerungen sind.

[...] Kennen Sie Verleger Laurencic in Leipzig. Er hat eine Internationale Verlags- und Kunst Anstalt und giebt enorm Bücher heraus für billige Preise. Jetzt auch über Geschichte der Gewandhaus Concerte etc. Vielleicht erscheint bei ihm eine neue Biographie über uns, hoffentlich ohne Druckfehler. Er wollte sie von Reissmann machen lassen. Den scheint er gut zu kennen [...]" (Stockholm, 16. V. 1894; harmonisierte Umschrift). - Der erwähnte "Trauerfall" und die "schmerzlichen Erinnerungen" beziehen sich auf den Tod ihrer jüngsten Schwester Cäcilie. Anders als angekündigt, kam Marie "nun doch erst" im Jänner 1895 nach Deutschland zurück "und bin erst seit 4 Wochen in Dresden, nachdem ich in Hamburg, Berlin und Leipzig sehr lange mich aufhielt" (Dresden, April 1895). Die geplante neue Biographie aus der Feder des Musikschriftstellers August Reißmann, der 1865 "Robert Schumann. Sein Leben und seine Werke" veröffentlicht hatte, sollte nie in der Internationalen Verlags- und Kunstanstalt erscheinen: "Herr Laurencic, den ich in Leipzig endlich besuchen wollte, hat mit seinem, allerdings sehr nützlichen Unternehmen 'Universal Bibliothek [für Musiklitteratur]' sofort bankrott gemacht, natürlich hat er ohne Überlegung gehandelt, und war verschwunden [...]" (ebd.). Einige Jahre später sollte Julius Laurencic allerdings wieder auftauchen und mit ihm auch einige Bücher, für deren Herausgeberschaft er verantwortlich zeichnet, darunter 1897/98 "Die österreichischen Kronländer zur Zeit des fünfzigährigen Regierungs-Jubiläums seiner k. u. k. apostol. Majestät Franz Joseph I.". - Der Brief aus Dresden von April 1895 mit kleineren Randläsuren, sonst sehr gut erhalten..

jetzt kaufen