Franz Werfel

Schriftsteller, 1890-1945

Franz Viktor Werfel war ein österreichischer Schriftsteller jüdisch-deutschböhmischer Herkunft. Er ging aufgrund der nationalsozialistischen Herrschaft ins Exil und wurde 1941 US-amerikanischer Staatsbürger. Werfel war ein Wortführer des lyrischen Expressionismus. In den 1920er und 1930er Jahren waren seine Bücher Bestseller. Mit seinem Roman „Verdi. Roman der Oper“ (1924) wurde Werfel zu einem Protagonisten der Verdi-Renaissance in Deutschland. Besonders bekannt wurden sein zweibändiger historischer Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ 1933/47 und „Das Lied von Bernadette“ aus dem Jahr 1941. Sein letzter Roman „Stern der Ungeborenen“ von 1945 offenbart Werfels Dante-Rezeption.

Quelle: Wikipedia

Werfel, Franz

Schriftsteller (1890-1945). Eigenhändiges Gedichtmanuskript mit gedr. Einband „Franz Werfel | Vier Gedichte“. ohne Ort und Jahr. 4to. (283 : 225 mm). 7 pp. auf 7 Blättern, jew. auf der Vorderseite beschrieben, verstärkte Lagen, auf Schutzblättern, moderne Halbpergament-Bindung, vergoldete Beschriftung auf dem oberen Deckel (’Franz Werfel / Vier Gedichte’), kleiner Riss auf dem vord.
15.000 € (92941)

Seltenes Gedichtmanuskript das vier Gedichte aus der 20 Gedichte umfassenden Sammlung „Ein Totenpsalter“ umfasst. Das hier vorliegende Manuskript enthält Abweichungen vom gedruckten Text ,Mann und Selbstmörderin’, ,Litanei von den Zimmern der Verstorbenen’, ,Kleines verlassenes Kurtheater im Herbst’ und ,Elegie an einen Jugendgenossen’ [später dann: „Elegie an einen Jugendgefährten“]. Mit einigen eigenhändigen Korrekturen und Änderungen in rosafarbener Tinte und Bleistift. Beispielhaft sei hier aus „Litanei von den Zimmern der Verstorbenen“ zitiert: Ich öffne ein ältliches Buch, Da zerbrechen die Zeilen und knicken. Rot funkelt des Zierglases Fluch, Und die Uhr hetzt mit stichelndem Ticken.“ Bedeutendes und sauber ausgearbeitetes Manuskript, mit schwarzer Tinte verfasst, mit eigenhändigen Überschriften, die mit rosafarbenen Kreiderändern versehen sind.

Die Korrekturen wurde höchstwahrscheinlich von Werfel ausgeführt. Ein nahezu vollständiges Manuskript von „Schlafen und Erwachen“, das aus der Zeit der Veröffentlichung stammt, befindet sich in den Mahler-Werfel-Papieren im Kislak Center for Special Collections an der University of Pennsylvania. Ein Durchschlag (Kohlepapier) des Typoskripts von ,Ein Totenpsalter’ ist in der Sammlung von Werfels Unterlagen in der Abteilung für Spezialsammlungen der UCLA Library verzeichnet. Von großer Seltenheit..

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Werfel, Franz

Schriftsteller (1890-1945). Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D. 1 S. 4to.
750 € (31922/BN21454)

An den Schauspieler und Regisseur Herbert Waniek (1897-1949): "Ich höre mit Vergnügen, daß Sie Leiter der 'jungen Bühne' sind. Ich gratuliere Ihnen zu dieser schönen Aufgabe. Zugleich will ich Ihnen sagen, daß ich das Drama Liebleins 'Der Niemand' für eines der besten neueren Theaterstücke halte und ich empfehle es Ihnen hiemit wärmstens für eine Aufführung [...]". - Herbet Waniek war u. a. am Landschaftlichen Theater in Linz, dann an der Neuen Wiener Bühne und am Deutschen Volkstheater in Wien tätig.

Hernach war Waniek Schauspieler und Regisseur unter Max Reinhardt am Theater in der Josefstadt, ging als Oberregisseur an das Zürcher Schauspielhaus und übernahm später die Leitung des Schauspielhauses in Essen. 1933 wurde er Regisseur am Wiener Burgtheater und zeichnete bis zu seinem Tod für 66 Inszenierungen verantwortlich. - Das erwähnte Drama stammt aus der Feder des Schriftstellers Walter Lieblein (geb. 1890), aufgeführt 1926 bei einer literarischen Matinee im Theater in der Josefstadt im Rahmen des Zyklus "Theater des Neuen"..

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Werfel, Franz

Schriftsteller (1890-1945). "Der Reim". Eigenhändiges Sonett ohne U. O. O. 1 S. Gr.-4to.
1.500 € (33043/BN27789)

"Der Reim ist heilig. Denn durch ihn erfahren | Wir tiefe Zwieheit, die sich will entsprechen. | Sind wir nicht selbst mit Aug-Ohr-Lippenpaaren | Gepaarte Reime ohne Klang-Gebrechen? | Das Reimwort meinst du mühsam zu bestechen, | Doch wird es unversehens offenbaren, | Wie Liebeskräfte, die zerspalten waren, | Zum Kuss des Gleichklangs durch die Fernen brechen [...]". - Die Datierung gemäß einer zeitgenöss. Bleistiftnotiz.

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Werfel, Franz

Schriftsteller (1890-1945). Eigenh. Manuskript. Wien. 3 SS. auf 3 Bll. Gr.-8vo.
4.500 € (33045/BN27791)

Drei Seiten aus seiner Rede "Können wir ohne Gottesglauben leben", die Werfel am 5. März 1932 in Wien gehalten hatte. Werfel nimmt vehement für den Glauben Stellung; ohne ihn sei keine wirklich geistige Existenz möglich. "Wir haben hier den verpönten Versuch unternommen, das Problem des Gottesglaubens aus dem Reich der Religion in das Gebiet allgemein menschlicher Betrachtung zu tragen. Die streng wissenschaftlich Gesinnten werden die zwingende Schlüssigkeit vermissen, die sie von einer Deduktion fordern.

Die streng Gläubigen werden den Hinweis auf den dogmatischen Bau der Religion entbehren, in dem für sie alles in Ewigkeit geordnet und gefestigt ist. Einige dürften sich darüber aufhalten, daß die Aesthetik, das Prinzip des Wohlgefallens, angerufen wurde, um zwischen der gotterfüllten und gottlosen Welt zu entscheiden, wie zwischen zwei Gläsern gleichwertigen Weins [...] Es kann nach unseren Ausführungen kein Zweifel mehr darüber herrschen, daß die Wahl der gotterfüllten Welt einen differenzierteren, werthaltigeren, 'geschmackvolleren' Geist voraussetzt als die Wahl der gottlosen Welt [...] Nun herrscht freilich unter den Geistigen heutzutage eine merkwürdige Feigheit, die sehr viele daran hindert, der größten Frage dieses Lebens offen ins Auge zu sehn. Die Gründe für diese Feigheit haben wir mehrfach angeführt. Zu dem Irrglauben, die wahre Wissenschaft maße sich eine Entscheidung an, tritt eine unbewusste Verwechslung der Gottesidee nicht einmal mit der tatsächlichen sondern mit einem politischen Zerrbild der Priesterschaft, wie es die Jahrhunderte der Aufklärung und des Freisinns in die Seelen gepresst haben. So lächerlich es klingt, für sehr viele kluge und aufgeschlossene Leute erweckt der Name Gottes und der Gedanke einer geistigen Überwelt die fürchterlichen Assoziationen: Finsteres Mittelalter! Inquisition! Folterkammer! Galilei! Progrom! Absurder Märchenglaube. - Hier warten große Aufgaben für eine Psychologie der Völker, Klassen und Generationen. Ehe die analytische Psychologie darangeht, mit ihrem Messer den menschlichen Gottesbegriff zu sezieren, müsste sie aufrichtigerweise untersuchen, welche dunkle Rachsucht ihr dieses Messer schleift. Es ist hoch an der Zeit, daß der geistig wache Mensch erkenne: Ich darf mich der letzten Frage nicht entziehen, ohne auf Erden ein feiger Schwächling zu bleiben, der keinen festen Stand hat [...]". - Unter dem Titel "Können wir ohne Gottesglauben leben" erschien 1932 bei Zsolnay ein Band mit Reden und kleinen Schriften. - Auf Bl. 3 nachträglich bezeichnet "(aus 'Gottesglauben')" sowie signiert "Franz Werfel" und datiert "Wien 1933"; mit einigen Korrekturen, teils in Bleistift, und mit einigen Streichungen; am Kopf mit Rotstift foliiert; mit Klammerspur und unbedeutenden Wischspuren..

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Werfel, Franz

Schriftsteller (1890-1945). "Der göttliche Portier". Eigenh. Sonett mit U. O. O. u. D. ¾ S. Kl.-4to.
1.500 € (33467/BN28654)

"Als ich an Dir vorüberlief, als Knabe | Wuchst Du ins Tor unendlich aufgehoben. | Dein Dreispitz rührte Wappensterne oben, | Allmächtig sank dein Bart, Mann mit dem Stabe! [...]". - In Bleistift; etwas angestaubt und mit kleinen Randläsuren; mittig ein winziger Papierdurchbruch.

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Werfel, Franz

Schriftsteller (1890-1945). Eigenh. Brief mit U. Breitenstein an der Südbahn. 25.07.1926. 1¾ SS. 4to.Mit eh. adr. Kuvert.
1.500 € (45149/BN31233)

An den Schriftsteller und Lyriker Erich Sieburg (1878-1947), der ihm ein Werk - wohl die bei Baedeker im Vorjahr erschienenen Novellen "Das fremde Gesicht" - zugesandt hatte: "[...] Dieses Buch hat einen ganz starken Eindruck auf mich gemacht, in Gegenstand, in Sprache und Gestaltung. Es ist mir wirklich nahe gegangen. Beweis: Seit Monaten hat mich die Unruhe nicht verlassen, daß ich Ihnen nicht schreiben konnte. - Heute will und kann ich nicht auf Details Ihres Werkes eingehen, denn es liegt schon ziemlich weit zurück, daß ich es gelesen habe [...] und ich möchte nicht ungenau und beiläufig werden [...] Die kurze Begegnung mit Ihnen ist mir ebenso wie die mit Ihrem Buch Realität geblieben; es war nur ein Augenblick, aber wieviele Menschen, mit denen ich auf dieser Vortragsreise tagelang zusammen war, sind ganz und gar vergessen! Ihren Kopf sehe ich ganz deutlich vor mir.

Nehmen Sie bitte diese scharfe Erinnerung als ein Geständnis meiner Sympathie freundlich an! - Ihre Absicht, Gedichte von mir in Anthologie der 'Schulausgabe' aufzunehmen, erfüllt mich mit Freude und ich erteile Ihnen hiemit umgehend das Publikationsrecht. Darf ich Sie bitten, mir Ihre Wahl mitzuteilen!? [...] 'Paulus unter den Juden' ist nach vieler Arbeit und Umarbeit jetzt fertig. Ich korrigiere eben die Fahnen [...]"..

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Werfel, Franz

Schriftsteller (1890-1945). Eigenh. Brief mit U. ("Werfel"). Breitenstein. 16.06.1930. 2 SS. Gr.-4to.
3.500 € (47602/BN32342)

An einen Hrn. Wolf: "Besten Dank für Ihren freundlichen Brief. - 'I vespri Siciliani' bearbeite ich nicht, nehme jedoch an Ihrem Plan das größte Interesse. Das ursprüngliche Textbuch halte ich für das schwächste Libretto, das Verdi je komponiert hat. Seit fünfzehn Jahren schon hab ich mich mit der Frage befasst, wie die wunderbare Musik dieser Oper zu retten wäre. Voriges Jahr hab ich's aufgegeben, obgleich Ricordi mich durchaus bestimmen wollte, das Werk zu bearbeiten. Umso schöner daß Sie es machen. Vielleicht haben Sie eine gute Grundidee. Ein Hindernis jedoch bleibt, moralisch und rechtlich [...]". - Etwas gebräunt und mit kleinen Randläsuren.

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Werfel, Franz

Schriftsteller (1890-1945). "Die Wohlthat der Gifte". Eigenh. Gedichtabschrift mit U. O. O. u. D. 1 S. (12 Zeilen). Kl.-4to.
1.800 € (59696/BN44179)

"Wenn Bauern Hopfe, Wein und Gerste fechsen, | So ernten sie nicht nur die Sonnenkraft, | Denn Nacht und Mond auch wirkt in den Gewächsen, | Und jeder Saft bedingt den Anti-Saft [...]". - Mit kleinen Ausrissen am rechten Rand.

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Werfel, Franz

Schriftsteller (1890-1945). Albumblatt mit eigenh. U. O. O. u. D. 8vo. Mit montiertem Portrait (Zeitungsausschnitt).
250 € (88227/BN58051)

Verso gering fleckig. Aus der Sammlung des Wiener Anwalts Max Bettelheim (1912-71).

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Werfel, Franz

Schriftsteller (1890-1945). Eigenh. Brief mit U. ("Werfel"). O. O. 1 S. 8vo. Mit einer Beilage (s. u.).
1.500 € (91680/BN61002)

An einen Freund über seine Dramatische Legende "Paulus unter den Juden": "Heute in aller Eile nur ein paar Worte, denn ich bin eben dabei den 'Paulus' zum 100ten Mal zu beenden. Ich werde selbstverständlich Dein Stück auf das Wärmste nach Zürich empfehlen, schriftlich und mündlich. Leider hast Du Dich zu spät angesagt, denn ich erwarte jeden Tag das Telegramm, das mich nach Wien abberuft. Erstens muß ich Alma die aus Karlsbad zurückkehrt erwarten und zweitens 'Paulus' (der ein Schlachtfeld u.

kein Manuskript ist) mit allen Vorsichtsmaßregeln in Druck geben [...]". - Das Datum des Briefes wohl aus der Hand des Adressaten. Beiliegend ein ms. Telegramm vom 13. II. 1945 an den Germanisten Harold von Hofe mit Dank "for your most excellent and beautifully written article and quarterly"..

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Werfel, Franz

Schriftsteller (1890-1945). Eigenh. Widmung mit Unterschrift. Ohne Ort. Kl.-4to. 1 page.
1.200 € (93288)

Zusammen mit Porträtdruck unter Passepartout und Glas gerahmt. „Für | Lili und Andor Foldes | mit innigem Dank | für die Schumann Phantasie | am 12 / 8 1942 | Franz Werfel.“ - Für den ungarischen Pianisten Andor Foldes (Földes; 1913-1992) und dessen Frau Lili.

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Werfel, Franz

„Straßenaugenblick“. Eigenh. Gedichtmanuskript (15 Zeilen) mit U. und eh. Begleitbrief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

An den Germanisten Carl Enders (1877–1963): „Auf Ihren Wunsch sende ich beifolgend eines meiner neusten Gedichte als Widmung für Frau Gerhards Ehrenbuch [...]“: „Es stockt ein Gaul dort vor seiner Last. | Er senkt das Haupt und will nicht mehr ziehn. | Der Kutscher schreit und reisst an dem Strang. | Der Gaul erbebt und kann nicht mehr ziehn. | Vielleicht ist’s der letzte Gaul dieser Welt [...]“. – Abgedruckt in dem von Carl Enders 1928 zu Ehren der Schriftstellerin Adele Gerhard herausgegebenen Band „Stimmen der Gegenwart. Adele Gerhard zum 60. Geburtstag am 8. Juni 1928“, S. 51.