Cosima Wagner

Tochter Franz Liszts und zweite Gattin von Richard Wagner, 1837-1930

Cosima Wagner war eine Tochter der Schriftstellerin Gräfin Marie d’Agoult und des Komponisten Franz Liszt, Gattin des Dirigenten Hans Freiherr von Bülow und später zweite Ehefrau Richard Wagners. Nach dessen Tod 1883 leitete sie bis 1906 die Bayreuther Festspiele. Unter ihrer Leitung fand trotz künstlerisch hochrangiger Sänger eine Erstarrung statt. Sie verstand sich als „Gralshüterin“ eines Erbes und versuchte die Werke Richard Wagners in mustergültigen Aufführungen zu bewahren. Jede Veränderung wurde von ihr blockiert, einzig das Wort und der vermeintliche Wille des Meisters, ihres verstorbenen Gatten, sollte mit dogmatischer Strenge durchgesetzt werden.

Quelle: Wikipedia

Wagner, Cosima

Tochter Franz Liszts und zweite Gattin von Richard Wagner (1837-1930). Eigenhändiges Fragment mit Unterschrift „Cosima de Bülow“. ohne Ort. Quer-kl.-8vo.
500 € (83703)

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Wagner, Cosima

Tochter Franz Liszts und zweite Gattin von Richard Wagner (1837-1930). 2 eigenh. Briefe mit U., 1 eh. Brief, und 1 eh. Briefkarte. Bayreuth. Zus. 8 SS. auf 4 Einzelbll. und 1 Doppelblatt. Beil. 3 Bll. Photoreproduktionen und ms. Transkription eines der Briefe sowie 2 Photoreproduktionen u. ms. Transkription eines eh. Briefes mit U. von Richard Wagner. 4to, 8vo und qu.-12mo.
5.000 € (59659/BN43378)

Interessante Korrespondenz mit dem Möbelfabrikanten J. A. Eysser über die Ausstattung der Villa Wahnfried. - Über die Verzierung einer Zimmerdecke mit Rosen: "Fräulein Meyer setzt 25 Pf. an für Herstellung der 12 Rosen, ich möchte nun wissen wie viel dutzend für den Plafond gebraucht werden würden um mir einen Begriff des Preises des Plafonds zu machen [...]" ([1. III. 1878]). Bereits einige Jahre zuvor hatte sie vergeblich wegen der Gestaltung des Plafonds angefragt: "Euer Wohlgeboren bedauere ich sehr mittheilen zu müssen, dass, da Sie mich Monate lang ohne Nachrichten gelassen haben, ob und wann Sie die Decke mir ausführen könnten ich mich bei der Eile die es mit unserem Einzuge hat, an einen anderen Bildhauer habe wenden müssen.

Ich sehe mir Ihre Probe an um Sie meinem Manne bei etwaigen Arbeiten des Theaters zu empfehlen [...]" (6. XI. 1873). - Mit der Bitte, einen Brief an den Stofffabrikanten Le Mire zu übersenden: "Frau Richard Wagner ersucht Herrn Eyser diesen Brief an Herrn Le Mire, worin sie anzeigt, dass die Muster nicht angekommen sind zu unterzeichnen und abzusenden, auch die Anzahl der Meter hinein zu schreiben welche sie für eine halbe Portiere der kleinen Thüre (nicht bis zur Decke) und für den Kleinen Bilder Vorhang gebrauchen wird [...]" (o. O. u. D.). Cosimas Brief an Le Mire in französischer Sprache liegt bei: "Je crois devoir vous prévenir que les échantillons annoncés il y a huit jours ne sont point encore arrivés [...]". - Der in Photokopie enthaltene Brief Richard Wagners an Eysser betrifft das Auftragsstorno eines Schreibtisches für Cosima. - Einige unbedeutende Randeinrisse..

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Wagner, Cosima

Tochter Franz Liszts und zweite Gattin von Richard Wagner (1837-1930). Eigenh. Brief mit U. ("De Bulow"). [Berlin. 1 S. auf Doppelblatt mit eh. Adresse am Gegenblatt verso (Faltbrief). Gr.-8vo.
1.500 € (944063/BN944063)

Während ihrer frühen Ehejahre mit dem Pianisten und Dirigenten Hans von Bülow, an den radikalen Theologen und Philosophen Bruno Bauer (1898-82): "Je reviens de Leipsick; ville et habitants sont affreux, c'est assez vous dire monsieur que j'aurais été ravie de renouveler ma jolie partie de Treptow, mais il m'est interdit de trop me hasarde dehors, afin que si puisse réserver quelques jours pour mon long voyage; si viens donc vous prier monsieur de me faire le grand plaisir de me dédommager de ma perte, en prenant le thé avec moi, Mercredi soir [...]". - Größere Feuchtigkeitsflecken.

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Wagner, Cosima

Tochter Franz Liszts und zweite Gattin von Richard Wagner (1837-1930). Eigenh. Brief mit U. ("Cosima Wagner geb. Liszt"). [Eckersdorf, Schloß] "Fantaisie". 21.06.1872. 4 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
1.800 € (59763/BN44307)

An eine "Verehrteste Frau", die sie hatte treffen wollen. - Cosima und Richard Wagner wohnten von April bis August des Jahres in Schloß Fantaisie, das sich im Besitz von Herzog Alexander II. von Württemberg befand. "Aus zu grosser Rücksicht gegen den, allerdings sehr angegriffenen, Gesundheitszustandes, ihres Onkels, sagte uns Frau Ritter [...], dass Sie sich unten in Fantaisie, an dem Tag den Sie erwähnen, befänden, und als wir hierauf Sie aufzusuchen gingen, waren Sie zu unsrem grössten Bedauern schon fortgefahren.

Ich bat Frau Ritter uns sehr zu entschuldigen, aber es will mir scheinen dass sie Sie nicht mehr angetroffen hat, und so ergreife ich denn freudig die Gelegenheit die Sie mir selbst freundlich bieten, um Ihnen Entschuldigungen und Bedauern herzlich auszudrücken, und zugleich auch die Versicherung dass mein Mann mit grossem Vergnügen Herrn Polko anhören wird, wenn dieser in ruhiger Zeit nach Bayreuth kommt [...]". - Am 22. Mai hatte die Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses stattgefunden; am 15. Juni hatte Wagner mit den letzten Arbeiten zur Orchesterskizze des III. Aktes der "Götterdämmerung" begonnen..

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Wagner, Cosima

Tochter Franz Liszts und zweite Gattin von Richard Wagner (1837-1930). Eigenh. Brief mit Unterschrift "C". [Weimar. 4 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
3.500 € (72819/BN46885)

Bedeutender früher Brief an eine vertraute Berliner Freundin (Marie von Schleinitz?) über Bülows und Wagners Aktivitäten zur Vorbereitung der "Tannhäuser"-Premiere in Paris, die Wagners internationalen Durchbruch sichern sollte. Der Aufführungstermin sei nun "décidement demain 27 février" (sie wußte noch nicht, daß der Termin, wie bereits zuvor mehrfach, erneut kurzfristig verschoben worden war; tatsächlich fand die Premiere erst am 13. März statt). In den Proben seien die Diven, von denen man Probleme erwartet hätte, überraschend gefügig gewesen ("Les cantatrices si capricieuses d'ordinaire ont de fait bonne volonté pour Wagner"), während ausgerechnet Wagners große Hoffnung, der Startenor Albert Niemann (1831-1917), die Erwartungen nicht erfülle ("il parait que Niemann sur lequel on avait tant compté est le seul qui ne satisfasse que médianement, et ne remplisse l'attente qu'à moitié").

Hans [von Bülow, Cosimas damaliger Gatte] entfalte eine unvergleichliche Aktivität und kümmere sich neben seinen Dirigaten auch um wichtige Kontakte in Paris (u. a. bei einem Besuch des Herausgebers der "Revue Germanique", Charles Dollfus, und beim späteren Ministerpräsidenten Émile Ollivier). Bülow bemühte sich auch den von Wagner verehrten Altmeister Berlioz für jenen zu gewinnen, doch verblieb dieser in seiner kritischen Haltung gegenüber Wagners "Zukunftmusik" ("Il a vu aussi ou plutôt aperçu ce pauvre Berlioz qui abdique sa dignité et sa grandeur d'homme de génie pour faire cause commune avec les envieux et qui suscite à Wagner autant d'ennemis que possible"). Verdis neue Oper ("Un ballo in maschera", Pariser Erstaufführung im Théâtre-Italien am 13. I. 1861) habe Bülow gesehen und sei nicht begeistert gewesen ("Il a vue le nouvel opéra de Verdi dont il n'est pas enchanté"). Die Unterstützung ihres Vaters fehle Bülow in Paris, doch sei es Liszt leider nicht möglich, ohne weiteres abzureisen ("Mon père ne peut malheureusement pas quitter ainsi je crains bien qu'il ne manque Hans à Paris"). Liszt ertrinke in Arbeit ("il a la mer à boire") und dirigiere eine Reihe von Kindersonaten für die Fröbelbewegung ("tacte une série de Kindersonaten avec programme pour l'éducation Fröbel"). Cosima bittet ihre Freundin, ihr die Briefe von Friedrich Hebbel zu übersenden (- dessen Manuskript der "Nibelungen" sie damals einsah, nachdem sie zwei Jahre zuvor Hebbels Tragödie "Maria Magdalena" ins Französische übersetzt hatte), und teilt ihr mit, dass sich ihre Gesundheit etwas gebessert habe. - Liszt hatte seine kranke Tochter am 21. Februar 1861 zu sich auf die Altenburg nach Weimar gebracht. Der besorgte Vater befürchtete damals, daß er sie, wie zwei Jahre zuvor seinen Sohn Daniel, an die Schwindsucht verlieren würde. Die genesende Cosima begann im Folgejahr eine Beziehung mit Wagner, den sie 1870 ehelichte und dessen Erbe sie als Leiterin der Bayreuther Festspiele noch fast ein halbes Jahrhundert pflegen sollte. Die langersehnte "Tannhäuser"-Premiere in Paris geriet indes trotz langer und gründlicher Vorbereitung und trotz Protektion durch Napoleon III. zum Debakel und mußte nach lediglich drei Aufführungen abgesetzt werden..

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Wagner, Cosima

Tochter Franz Liszts und zweite Gattin von Richard Wagner (1837-1930). Eigenh. Brief mit U. Bayreuth. 20.09.1888. 2 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
1.500 € (80980/BN52938)

An einen Kapellmeister mit Dank für zugesandte Blätter: "Die vier Wochen, welche nun seit den Festspielen verflossen sind, haben mir so Mancherlei zu erledigen gebracht, dass ich wirklich zu der Erfüllung meines Wunsches, Ihnen auf das Herzlichste zu danken, nicht kommen konnte. Nehmen Sie diesen verspäteten Dank freundlich auf, werther Herr Kapellmeister, und seien Sie überzeugt, dass ich u. die Meinen wir mit Vergnügen von den schön ausgestatteten Blättern Kenntniss genommen haben. Möchten Ihre künstlerischen Bestrebungen sich Ihnen erfolgreich erweisen! [...]".

- Das Doppelblatt beidseitig mit jeweils etwa 2 cm langen Einrissen entlang der mittigen horizontalen Faltlinie; papierbedingt leicht gebräunt und mit einem winzigen Papierdurchbruch im Mittelfalz..

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Wagner, Cosima

Tochter Franz Liszts und zweite Gattin von Richard Wagner (1837-1930). 2 eigenh. Briefe mit U. und 1 eigenh. Brieffragment mit U. "Cosi" und "Cose". [Berlin]. Zusammen 10 SS. 8vo.
3.800 € (88842/BN58739)

Inhaltsreiche französischsprachige Briefe an ihre Halbschwester Claire de Charnacé (1830-1912) in Paris. Der mit "Donnerstag morgen" datierte Brief wurde zweifellos im Frühjahr 1862 in Löwenberg in Schlesien begonnen, wo Cosima Wagner Gast des Prinzen Konstantin von Hohenzollern-Hechingen war: "Unser Mäzen, bei dem wir ein zurückgezogenes Leben führen, das aus Musik, Freiheit, Liebenswürdigkeit und Lebendigkeit besteht. Die Konzerte folgen den Proben, die selbst Konzerte sind, weil oft ganz andere Sachen geprobt werden, als das, was vor Publikum gespielt wird.

Der Prinz ist die erste Person nach mir, die die Musik so liebt und versteht wie ich, wie ich liebt er eigentlich nichts anderes als Musik und versteht sie, würde ich sagen, so wie ich, aber ich bin bescheiden. Die 24 Konzerte, die er in seinem charmanten Saal den Leuten aus der Stadt und ihrer Umgebung anbietet, bestehen aus hervorragenden Werken und umfassen die gesamte Musik; weder Vergangenheit noch Gegenwart oder Zukunft, wenn man so will, sind ausgeschlossen" (Übs.). - Zurück in Berlin, das ihr im Vergleich mit Löwenberg als "Tohuwabohu" erscheint, erwähnt sie ihre Arbeit für die "Revue germanique", die sie scherzhaft als "maman germanique" bezeichnet, und kommentiert die turbulente politische Lage in Preußen und dessen Konflikt mit Österreich: "Jetzt steht Preußen mit dem Rücken an der Wand, das heißt, es muss Partei ergreifen; ich für mein Teil sehe diese Krise sehr positiv und, wenn ich mich nicht irre, könnte sie zu einem Umschwung führen, der sehr vorteilhaft für Preußen ist [...] Unterdessen steht der Bruch mit Österreich kurz bevor, und womöglich wird die venezianische Frage ins Zentrum dieses Konflikts rücken, der alle hier beschäftigt und alarmiert. Meiner Meinung nach bleibt Preußen nur mehr, an das deutsche Volk zu appellieren, sich gegenüber Österreich, das von den vier Königreichen und einigen Fürstentümern unterstützt wird, durch Patriotismus zu behaupten, und damit, mit einem Wort, die liberale Macht im Gegensatz zur autokratischen zu repräsentieren [...]". Gegen Ende des Briefes findet Richard Wagner Erwähnung, der augenblicklich in Paris weilte: "Jetzt habe ich schon lange keine Neuigkeiten von Wagner; ich bezweifle, dass er die Einladung von Mutter wahrgenommen hat, wenn er arbeitet, benötigt er absolute Ruhe, und die Salonkonversation ist ihm generell unsympathisch". - Im Brief vom 29. April 1862 vergleicht Cosima das Leben in Frankreich und Deutschland: "Ich sehe, dass ihr euch amüsiert, während wir in unserer Gegend uns bilden, bessern und uns langweilen, und ich ziehe daraus weitreichende Schlüsse, die Deutschland zum Vorteil gereichen, jedoch nicht meine Vorliebe für Frankreich erschüttern, so sehr sind Räsonnements und Überlegungen der Liebe fremd". Nicht weniger von Leidenschaft geprägt sind Cosimas Wünsche für das eigene Leben: "Ich bin genauso entschlossen wie Sie, ganz und gar zu sterben, das bedeutet, sich nicht nach und nach Herz, Geist, Vernunft auslöschen zu lassen. Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug lieben, ich werde mich bis zu meinem letzten Atemzug Illusionen hingeben". Ihre Mutter Marie d'Agoult kündigte einen Besuch an, jedoch "ohne mir die geringste Freude am kommenden Wiedersehen zu bezeugen; ich gebe zu, noch immer so naiv zu sein, so banal, so sehr antiquierten Formen der Zärtlichkeit anzuhängen, dass ich erst verdutzt war und dann traurig". Ein besseres Verhältnis hatte Cosima zu ihrer Schwester Blandine Ollivier, die jedoch im September 1862 im Kindbett sterben sollte: "Was mich betrifft, denke ich, dass Blandine gut daran tut, Paris zu verlassen, um in ihrer Maisonette in Ruhe zu gebären und zu säugen [...]". Es folgen Anmerkungen zur aktuellen Lektüre, darunter Renans "Vie de Jésus", Hugos soeben erschienene "Les Misérables" und Faust II, die sie "mit mehr Begeisterung und Zufriedenheit als je zuvor" liest. Schließlich drückt Cosima ihren Wunsch aus, Claire in Wiesbaden zu treffen, das sie als ihren "Rhein" bezeichnet - zweifellos in Anspielung auf Wagners Aufenthalt im nahegelegenen Biberach von 1862 bis 1863. - Das Brieffragment kann auf 1861 datiert werden. Cosima kommentiert darin Jules Michelets naturgeschichtliches Werk "La Mer" und den aufsehenerregenden Prozess gegen den Bankier Jules Mirès. - Die vollständigen Briefe auf Briefpapier mit geprägtem Monogramm "CBL". Leicht gebräunt..

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Wagner, Cosima

Tochter Franz Liszts und zweite Gattin von Richard Wagner (1837-1930). 2 eigenh. Briefe mit U. "Cosima" und 1 eigenh. Brief. [Berlin]. Zusammen 12 SS. auf Doppelblättern. 8vo.
3.800 € (88843/BN58740)

Inhaltsreiche französischsprachige Briefe aus der Korrespondenz mit ihrer Halbschwester Claire de Charnacé (1830-1912) in Paris. Im Brief vom 19. September berichtet Cosima von Problemen bei einem Umzug, von ihrer aktuellen Lektüre und dem Vorhaben einer Rezension der Briefe Goethes an Charlotte von Stein, die sie "so sehr gefesselt haben", für die "Revue germanique". Die Werke ihrer entfremdeten Mutter Marie d'Agoult, die unter dem Pseudonym Daniel Stern publizierte, schloss Cosima von ihrer Lektüre aus: "Wenn ich einen Moment habe, lese ich sehr gutes oder sehr instruktives und irre ich mich, wenn ich D.

St. keiner dieser Kategorien zuordne?" - Am 29. Oktober schreibt Cosima unter anderem über eine Krankheit ihrer ältesten Tochter Daniela "aus dem Zimmer, in dem sie leidet", und darüber, wieviel ihr die Briefe der Halbschwester bedeuten: "Jeder Eurer Briefe ist eine Wohltat, es ist für mich, wie einen Lufthauch aus unserem Geburtsland zu erhalten. Diesen Begriff fasse ich ganz metaphysisch auf; Sie repräsentieren für mich die Heimstätte, in der viele meiner Laren vergraben sind, wundern Sie sich deshalb nicht, dass ich immer Lust habe, Ihre Briefe postwendend zu beantworten, auch wenn ich Ihnen nichts Besonderes zu sagen habe." Dennoch sah sie aufgrund der beruflichen Situation ihres Mannes Hans von Bülow keine Möglichkeit, nach Paris zurückzukehren: "Mit dem Erfolg unseres musikalischen Instituts sehe ich irgendein Dirigat kommen, und dann heißt es Adieu zu jedem Ortswechsel, Adieu sogar zu jedem Ausflug, denn wir werden die Hände voller Verpflichtungen haben [...]". In einer Bemerkung zur Oper, die bereits stark von den Ansichten Wagners geprägt ist, kritisiert sie die "Italiener" und die junge Adelina Patti: "Sie frequentieren noch immer die Italiener; können Sie noch immer Lucia, Trovatore, Sonnambula hören? Ich verzichte gern auf sie, ich verschmähe sogar die hübsche Patti, auf die Blumen und Lorbeer regnen. Vielleicht sind meine Ohren zu nah am Gehirn." Zuletzt lobt Cosima in höchsten Tönen die ungarisch-österreichische Schauspielerin Lilla von Bulyovsky, die 1863 die "Doña Diana" in Augustín Moretos gleichnamigem Stück in Berlin spielte. Allerdings sei das Zusammenspiel mit ihren "germanischen Partnern, die jenen Szenen, die der spanische Poet bewegend und schmerzhaft wollte, einen komischen Anstrich geben", "sehr schwierig, fast unmöglich" gewesen. - Der jüngste Brief in der Sammlung vom 12. November 1863 hebt an mit Überlegungen zur Mode, denen Cosima ausführliche Überlegungen zu Napoleon III. und der politischen Situation in Europa mit einer unerwarteten Konklusion folgen lässt: "Euer Kaiser lässt den schikanösen Kammern keine Ruhepause, er lehnt den Kongress der Prinzen [congrès princier] ab. Wenn ich mich nicht irre, kommt der Krieg schnellen Schrittes. Die Rede vor den Kammern und die Einladung zum Kongress sind zwei Handlungen von singulärer Tragweite, und ich bin der Meinung, dass er zum vierten oder fünften Mal Europa hereingelegt hat. Ob es einem gefällt oder nicht, er hat leichtes Spiel, sei es, dass er der Einzige oder der Erste ist, der die Reform der Welt gefordert hat, die Partie ist gleichermaßen gut für ihn, und er wird als Apostel oder Förderer des Fortschritts gesehen. Wir hier sind nicht so bauernschlau, die Rede Wilhelms war zugleich unbedeutend und verletzend, die Abneigung erreicht damit ihren Gipfel, keine Entrüstung, keine Flammen. Einzig die Arbeiterfrage schreitet unaufhaltsam voran und droht, alles zu überlaufen. Dem Sozialismus gehört das letzte Wort; wird es möglich sein, dass dieses Wort nicht blutig ist?" Abschließend berichtet Cosima von dem englischen Löwendompteur Thomas Batty, der gerade in Berlin auftrat. - Leicht gebräunt und fleckig..

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Wagner, Cosima

Tochter Franz Liszts und zweite Gattin von Richard Wagner (1837-1930). Eigenh. Brief mit U. ("Cosima"). Tribschen. 2 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
1.500 € (88844/BN58741)

Intimer französischsprachiger Brief an ihre Halbschwester Claire de Charnacé (1830-1912) betreffend eine plötzliche psychische Erkrankung ihrer Mutter Marie d'Agoult (1805-76). Trotz Cosima Wagners distanziertem Verhältnis zur Mutter, das durch den Konflikt zwischen d'Agoult und dem Vater Franz Liszt schwer belastet war, zeigt sie sich im Brief überaus besorgt und mitfühlend, auch ihrer Halbschwester gegenüber, zu der sie ein inniges Verhältnis pflegte: "Arme Liebe, welch traurige Dinge Sie mir mitteilen und Sie aushalten müssen! Ich kann mir eine so plötzliche Krankheit nicht erklären, der letzte Brief von Mutter datiert vom 15.

Juni und ist völlig vernünftig. Ich muss gestehen, dass ich seit den Ereignissen, die sie ferngehalten hatten, einen Rückfall befürchtete; als ich sie hier sah, fand ich sie bei so guter Gesundheit, dass ich völlig beruhigt war, wobei mich ihre große Zerstreutheit überraschte, aufgrund derer sie dieselben Dinge 5 oder 6 Mal fragte. Aber ich sagte mir, dass ihre Gedanken woanders waren, dass sie aus Höflichkeit fragte und die Antworten nicht hörte. Ich wusste nicht, worauf ich 'Rasen geben' beziehen sollte, da es unserem Garten nicht daran fehlt und wir haben überhaupt nicht über hier zu machende Arrangements gesprochen. Warum wurde Mama nach Paris zurückgebracht? Sie hat mir geschrieben, dass sie bis auf weiteres in St. Lupicin bleiben wird und ich habe ihr geschrieben, dass sie besser nach Tribschen kommen sollte, statt zu diesem Zeitpunkt nach Paris zurückzukehren. Denken Sie, dass ich ihr schreiben soll, soll ich sie auf ihre Krankheit ansprechen? Weiß sie, dass sie phantasiert? [...] Ich bin tief betrübt durch diese Neuigkeit und alles was Mama betrifft, macht mich schrecklich trübsinnig. Ich glaube nicht, dass es ein trostloseres Leben auf der Erde gibt als das Ihre und all mein Mitleid kann sich nicht in Liebe verwandeln. Es sind gerade diese dunklen Stunden, in denen ich die wohltuende Wirkung meiner häuslichen Tätigkeiten fühle; jeden Tag dieselben Dinge zur selben Zeit zu tun zu haben und sie mit Liebe zu tun, einen Vogel zu hören, einen Berg von hier und dort zu betrachten, die Welt zu vergessen - das sind meine Ressourcen und meine Stützen [...]". - Mit Sammlervermerken in Blei. Drei Quetschfalten, ein Einriss im Falz mit Textberührung und kleinere Einrisse ohne Textberührung. Minimal fleckig..

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Wagner, Cosima

Tochter Franz Liszts und zweite Gattin von Richard Wagner (1837-1930). 3 eigenh. Briefe mit U. ("Co" und "Cosima") und eigenh. Notiz. Paris und Berlin. Zusammen 10 SS. 8vo und 12mo.
4.500 € (91324/BN60356)

Inhaltsreiche französischsprachige Briefe aus der Korrespondenz mit ihrer Halbschwester Claire de Charnacé (1830-1912) in Paris, zwei den frühen Tod des Bruders Daniel Liszt am 13. Dezember 1859 betreffend. - Der früheste Brief ist während eines Aufenthalts in Paris zwischen März und Mai 1859 mit ihrem ersten Ehemann Hans von Bülow entstanden. Cosima Wagner drückt ihre tief empfundene Liebe zu Marie aus, unterstreicht, dass sie nicht nach London zurückkehren wolle, und dankt der Schwester für ihre Diskretion gegenüber der Mutter in Bezug auf einen Kredit: "Ich Liebe Sie von ganzem Herzen und egal wie wechselhaft unsere Gefühle sind, Sie werden mich immer als die Gleiche finde, denn Ihre so minimalen Fehler werden von so vielen Qualitäten aufgewogen, dass mich nichts in der Welt von Ihnen trennen könnte [...] Sie hatten einen Takt, der nur Ihnen zu eigen ist, nicht vor meiner Mutter über den Kredit zu sprechen, den ich für den Kauf des Hauses aufnehmen musste.

Sie hat mir empfohlen, niemanden die Details zu nennen und Sie haben genau das Nötige gesagt und kein Wort mehr. Was diese Affäre betrifft, denke ich, dass die Freunde auf unsere Kosten spekulieren wollen und wir das ablehnen [...]". - In einem berührenden Brief vom 14. oder 15. Dezember 1859 benachrichtigt Cosima Wagner ihre Schwester vom Tod des Bruders: "Er ist also gegangen, der arme, geliebte Daniel, wohin ist er gegangen? Ich weiß es nicht; ich weiß nur eines, nämlich dass ich ihn geliebt habe und dass sein Tod für ihn so süß war, wie er für mich hart, herzzerbrechend war und ist. Er ist am Dienstag, den 13. Dezember verstorben; er war 20 Jahre alt; Sie werden ihn nicht vergessen, meine Liebste, nicht wahr, sie werden ihn weiterhin Lieben, es muss eine Verbindung zwischen den Lebenden und den Verstorbenen geben! [...] Wie niederschmetternd das Leben doch ist und wieviel Courage wir benötigen, um diejenigen, die ewig schlafen, nicht zu beneiden!". - Am 24. Dezember antwortet Wagner der Schwester in einem schönen Brief, der ihre profunde Introspektion angesichts des Todesfalls eindrucksvoll dokumentiert und die tragische Rolle der Mutter, die im Konflikt mit Franz Liszt das Sorgerecht um die Kinder verloren hatte, andeutet: "Sie haben tausendmal recht, meine Liebste [...] Ihr Wort ist stärkend und liebevoll! Ich bin jetzt im Zustand der Erschöpfung; es ist weder Niedergeschlagenheit noch Krankheit, es ist einfach Erschöpfung, und ich habe kaum die Kraft, mich an die letzten Tage zu erinnern. Ich lebe, das heißt, ich verbringe Stunde um Stunde, ich höre zu, ich lese und ich denke, so gut ich eben kann, aber zu sagen, dass ich wirklich bei dieser oder jener Sache bin, kann ich nicht. Ich weiß selbst nicht, wo ich bin; ich weiß nichts, weder vom Leben noch vom Tod, weder vom Leiden noch von der Freude, weder von meinem Mut noch von meiner Schwäche; ich warte auf diesen Moment der Wiederauferstehung der Kräfte und weiß nicht, wie sie vor sich gehen wird - Ich habe Mama letzten Freitag (8 Tage) geschrieben, seitdem habe ich von ihr einen Brief erhalten, der keine Antwort war; dieser Schlag wird sie erschüttern, sie hatte Daniel seit 9 Jahren nicht mehr gesehen, und sie haben kaum korrespondiert". Abschließend kündigt Wagner an, Hans von Bülow nicht nach Paris zu begleiten, und beschreibt ihren Mann als große Stütze in der dunklen Zeit, allerdings in einer Weise, die auf geringe Intimität der Eheleute schließen lässt: "Ich brauche Ruhe [...] Hans war von unbeschreiblicher Güte zu mir, er hat die harte Prüfung des Mitleids glorreich bestanden, und ohne Worte, fast ohne Tränen, ohne Streicheln und Trösten hat er mir bewiesen, dass er meine traurigen und stummen Gefühle teilt". Die beigefügte kurze Notiz betrifft einen Artikel, den Claire der Mutter zeigen sollte. - Der früheste Brief aus Paris war in kleine Stücke gerissen und wurde restauriert (kein Textverlust)..

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Wagner, Cosima

E. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Cosima Wagner (1837–1930), geb. Liszt, Ehefrau Richard Wagners. E. Brief mit U. („Cosima“). [Bayreuth], 19. Juni 1893. 4 SS. auf Doppelblatt. Gr.-8°. – An ihre Stiefschwester Claire über Politik, die schwere Krankheit ihrer Mutter, der Gräfin d’Argoult, über ihre Lektüre und ihren nach ihrem früh verstorbenen Bruder benannten Neffen Daniel: „[...] En Allemagne nous avons des Clameurs au sujet du projet de loi sur la presse, très sévère qui me semble excellent; je trouve admirable à Bismarck de si bien discerner les bonnes et les dangereuses libertés, et s’il parvenait à mettre fin au parlamentarisme [...] il aurait accompli une fameuse œuvre et consolidé l’empire [...]“. – Papierbedingt etwas gebräunt sowie ein wenig knittrig.


Wagner, Cosima

Eigenh. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Dank an eine namentlich nicht genannte Freundin für Nachrichten über ihre Tochter: „Merci un million de fois ma bonne et chère amie de la patience minutieuse avec laquelle vous me rendez compte de ce qui m’intéresse le plus au monde ; je ne sache pas de réflexions échappées à la sagesse des Indes ou de l’Egypte, ni de faits politiques bouleversant le monde qui pourraient avoir pour moi la valeur de ces détails que vous vous donnez la peine de m’écrire. Donc tout va bien par chez vous, Dieu en soit loué ! La lettre de Loulou me fait plaisir, en somme je suis aise qu’elle soit enfant, cela ne fait de mal à personne, et cela se perd toujours assez tôt. […] Pour le dentiste c’est ad libitum ; si vous n’avez pas envie d’y aller, nous remettrons la séance jusqu’à mon arrivée“. Außerdem Neuigkeiten aus München, von Hans von Bülow und Richard Wagner: „Aujourd’hui je puis vous rassurer sur le compte de Hans dont enrouement a complètement disparu et qui a très bonne mine à présent au dépit de ses nombreuses occupations. Pour moi, je vais très bien, sauf que j’aimerais mieux être au milieu de mon petit monde et la bas qu’ici ; que voulez-vous, chère amie, on n’a pas le choix des devoirs – car ce n’est certes pas l’amour de l’art qui me retient ici ! [...] Le scandale et l’amusement de Munich à présent c’est l’enlèvement de la Comtesse Anco (née Comtesse Schönborn), par le baron Künsberg, aide de camp du roi. S. M. disait à Wagner : ‚ich habe wirklich Glück mit meinem Adjudanten’. Ce qui indigne ces familles c’est que la Comtesse mariée depuis quatre ans a trois enfants en bas-âge. La belle mère Anco a couru après les fugitifs, les a rejoints, et a en vain essayé de ramener la jeune femme. Toute l’aristocratie est en émoi [...]“. – Etwas fleckig und mit kleinen Randeinrissen.


Wagner, Cosima

Eigenh. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

An einen Kapellmeister über eine mißverständlich verlaufene Besetzungsfrage: "Auf diese Ihre Klage war ich wirklich nicht gefasst; doch mögen die Dinge sich draussen anders ausnehmen als sie sind, u. so will ich Ihnen denn den Hergang mittheilen: Am Tage vor der ersten Probe der Meistersinger, erhielt ich die Depesche von der plötzlichen Erkrankung von Kapellmeister Strauss. Nun sahen wir uns nach den Theatern um, welchen man es zumuthen könnte über Hals u. Kopf uns einen bewährten Kapellmeister zu entsenden. Ich hätte es geradezu als eine Rücksichtslosigkeit gegen das Hoftheater von Stuttgart betrachtet, wenn ich eine solche Zumuthung an dasselbe, noch dazu in den Tagen gestellt, wo dieses Theater die Meistersinger gab. Kapellmeister Muck übernimmt die Proben, welche Hans Richter nicht leiten kann, da er noch in London ist [...] Mir ist es unbegreiflich, wie so Etwas missverständlich sein konnte! Ich bedaure aber sehr dass Sie lieber Herr Kapellmeister, sich zu einer Zeit gekränkt fühlten, wo ich mich Ihnen besonders verbunden empfand! [...]". - Bekannt schwungvoll unterschrieben. Aus dem Nachlass von Wolfgang Sawallisch.