Ludwig Thormaehlen

Thormaehlen, Ludwig

deutscher Bildhauer und Kunsthistoriker (1889-1956). Eigenh. Brief m. U. Crefeld. 5.5.1920. 4to. 1 1/2 pp.
650 € (60544)

An Johannes Geller: „[…] Die Bilder sind tadellos angekommen. Hier merkte ich aber erst, dass das Rohlfs-Bildnis nicht mitgenommen war. Nauen war abends hier. Ich besprach alles mit ihm und wir haben sieben Bilder noch ausgesondert. Ich hoffe aber dafür noch einige andere erlangen zu können. Leider drängt Nauen darauf, dass das Musikbild doch gezeigt wird. Es wird ein kleiner Saal des Museums (ausser dem immer für die Werkswechselausstellung zur Verfügung stehenden) ausgeräumt, und da soll das Bild an die Schmalwand, dem Eingang gegenüber.

Gleichzeitig werden in dem Raum sämtliche Heckel und die beiden Kokoschka gezeigt. […] Überhaupt wird die Ausstellung fast eine Namen-ausstellung. Zwei Bilder von Ihnen, da alles von Flechtheim (privat und Galerie) da ist und sogar von der Kunsthalle ein Bild kam, wollen wir zurücklassen, weil die Auswahl sonst etwas bunt und unruhig wird […]“ - Hotelbriefkopf. - Ludwig Thormaehlen wurde als Sohn des Architekten Emil Thormählen in Hanau geboren. Er wuchs in Magdeburg auf, wo er die unter der Leitung seines Vaters stehende Kunstgewerbeschule besuchte. Anschließend studierte er Kunstwissenschaft in Berlin, München, Magdeburg, bei Wilhelm Vöge in Freiburg und in Bonn und Straßburg. In Berlin stieß er über seinen Magdeburger Jugendfreund Wilhelm Andreae zu einem intellektuellen Kreis um Friedrich Wolters und Berthold Vallentin. 1909 lernte er hier Stefan George kennen und war fortan ein wichtiges Mitglied des George-Kreises. 1914 berief ihn Ludwig Justi an die Nationalgalerie Berlin. Nach dem Ersten Weltkrieg wirkte er am Aufbau der neuen Abteilung im ehemaligen Kronprinzenpalais mit. 1925 wurde Thormaehlen, der den Expressionismus schätzte und u. a. mit Erich Heckel befreundet war, Kustos an der Nationalgalerie, wo er bis 1933 als Mitarbeiter von Ludwig Justi blieb. 1932 kuratierte er die Ausstellung „Neuere Deutsche Kunst“ im Kunstnernes hus in Oslo. Die Schau, die vor allem aufgrund von Thormaehlens Kontakten nach Norwegen, u. a. zu Edvard Munch, zustande gekommen war, feierte in Skandinavien große Erfolge, führte in Deutschland jedoch zu kunstpolitischen Auseinandersetzungen. Von 1933 bis 1937 war er Kustos am Hessischen Landesmuseum Kassel. Neben seiner Arbeit als Museumsmitarbeiter war Thormaehlen als Bildhauer tätig. Er gestaltete vor allem Büsten und Porträts Stefan Georges und seiner Freunde..

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