August Wilhelm von Schlegel

Schlegel, August Wilhelm von

Dichter (1767–1845). Eigenh. Brief mit U. („AWvSchlegel“). Bonn. 2½ SS. auf Doppelblatt. Gr.-4to.
2.000 € (18610)

Unveröffentlichter Brief an seine namentlich nicht genannten Heidelberger Verleger Jacob Christian Benjamin Mohr (1778–1854) und Christian Friedrich Winter (1773–1858) in Beantwortung von deren Schreiben vom 7. Oktober d. J., in dem sie ihrer Verwunderung über eine Ausgabe von Schlegels Werken bei Cotta, wie im Leipziger Meßkatalog angezeigt, Ausdruck verleihen: „[...] Ich war selbst nicht weniger befremdet, als Sie es nur irgend haben seyn können, da ich vor kurzem erfuhr, im Meßcatalog sey eine Ausgabe meiner sämtlichen Werke angekündigt.

Ich habe nicht daran gedacht, viel weniger mit Herrn Cotta oder irgend einem andern Buchhändler auch nur eine vorläufige Verabredung darüber getroffen. Durch welches Misverständniß, durch welchen Schreib- oder Druckfehler diese irrige Angabe in den Meßcatalog hineingerathen, wird Ihnen Hr. Cotta vielleicht aufklären können. Als Eigenthümer des Verlags von zwey Hauptstücken meiner Original-Schriften, sind Sie vollkommen berechtigt, die nöthigen Erklärungen darüber ins Publicum ausgehen zu lassen; indessen glaube ich, es wird am wirksamsten seyn, wenn Sie es im Einverständnisse mit Hrn. Cotta thun, in dessen Verlage so allgemein gelesene Tageblätter erscheinen. Hätte ich den Plan gehabt, eine Sammlung meiner Werke zu veranstalten, wozu es mir aber jetzt ganz an Muße fehlt, so würde ich gewiß nicht ermangelt haben, zuvörderst bey Ihnen anzufragen und Ihnen den Verlag anzubiethen [...]“. – Die erste Gesamtausgabe von Schlegels Werken sollte erst posthum erscheinen (herausgegeben von Eduard Böcking in der Weidmann’schen Buchhandlung zu Leipzig, 1846f.); der Gegenbrief von Schlegels Verlegern vom 7. Oktober ist abgedruckt bei Jenisch (1922), S. 169, Nr. 108. – Mit drei kleinen Papierdurchbrüchen im weißen Rand, Faltspuren und einem alten Montagestreifen im Mittelfalz..

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Schlegel, August Wilhelm von

Dichter (1767–1845). Eigenh. Brief mit U. („AW de Schlegel“). Paris. 1 2/3 SS. Gr.-8vo.
1.500 € (18611)

An „My Dear Sir“, wohl der schottische Jurist, Politiker und Historiker James Mackintosh (1765–1832): „[...] Je Vous envoye cijoint un billet d’Alexandre de Humboldt, dont Vous pourrez faire usage comme bon Vous semble: Vous verrez ce qu’il y dit de l’ecrit en question. Il me faut encore Votre permission, pour metre votre nom en titre [...]“. – In jenem Jahr, aus dem der vorliegende Brief datiert, waren Schlegels „Réflexions sur l’étude des langues asiatiques adressées à Sir James Mackintosh, suivies d’une lettre à M.

Horace Hayman Wilson“ erschienen (Bonn, Weber & Paris, Maze). – Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleinen Randläsuren; das Gegenblatt alt abgetrennt und lose beiliegend..

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Schlegel, August Wilhelm von

Dichter (1767–1845). Eigenh. Brief mit U. („A. W. Schlegel“). Gött[ingen]. 1 S. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief).
3.000 € (19766)

An den Philologen Christian Gottlob Heyne (1729–1812) über die Übersetzung einer Einladung der Universität zur Prorektorenwahl ins Englische: „Ich werde sogleich anfangen, das mir gütigst zugeschickte Programm ins Deutsche zu übersetzen, und dann Ihrer Beurtheilung den gemachten Versuch vorlegen. Wenn ich recht verstehe, wollen Sie mir auch die Besorgung der Englischen Übersetzung anvertrauen. Ich bin zwar der Englischen Sprache nicht genug mächtig, um mit völliger Sicherheit darin zu schreiben, indessen hat vielleicht ein besserer Kenner derselben, etwan Herr Kirchner, die Gefälligkeit, meine Arbeit durchzusehen.

Die ganze Form einer Anrede, und Einladung zur Prorektorenwahl, soll doch in den Übersetzungen beybehalten werden? [...]“ – Der früheste Brief Schlegels auf deutschsprachigen Auktionen der vergangenen dreißig Jahre. – Die Verso-Seite von Bl. 2 mit kleinem Siegelrest..

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Schlegel, August Wilhelm von

Dichter (1767–1845). Eigenh. Brief mit U. („Schlegel“). Bonn. 1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
2.000 € (21705)

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: „[...] Haben Sie doch die Güte beyliegendes Pro memoria zu lesen, u. bey vorkommender Gelegenheit des Mannes zu gedenken, den Sie gewiß wirksam empfehlen können. Ich habe schon nach Paris geschrieben, um mich nach der Uhr mit dem Elephanten zu erkundigen, wonach Sie ein Verlangen bezeugten. Ihren Indischen Siegelring habe ich abgedrückt – die Figuren bleiben auch so noch undeutlich [...]“. – Auf Briefpapier mit großem Wasserzeichen „Friedrich Wilhelm III Koenig von Preussen 1815“ und großem „H“; stark gebräunt und etwas fleckig; das unbeschriebene Bl. 2 mit mehreren Ausrissen; ohne die erwähnte Beilage.

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Schlegel, August Wilhelm von

Dichter (1767–1845). Eigenh. Brief mit U. („AWvSchlegel“). O. O. ½ S. Gr.-8vo.
1.200 € (23116)

An einen ungenannten Adressaten: „Ew. Hochwürden sende ich anbei die versiegelte Reinschrift, die ich Ihrer ferneren Besorgung überlasse. Sie erhalten baldigst noch eine andre offne Abschrift zur Mittheilung an das Comité [...]“. – Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleinen Randläsuren.

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Schlegel, August Wilhelm von

Dichter (1767–1845). Eigenh. Gutachten mit U. („A. W. v. Schlegel“). Bonn. 1½ SS. auf Doppelblatt. 8vo.
3.500 € (23404)

Gutachten über die Inschrift auf der Rückseite einer indischen Miniatur, um das ihn der Historiker und Altertumsforscher Wilhelm Dorow (1790–1845) gebeten hatte: „Meines Erachtens ist die mir vorgelegte Inschrift nicht in Dewanagari-Schrift, wiewohl der oben hinlaufende Querstrich und die davon herabgehenden Perpendicular-Striche ihr eine allgemeine Ähnlichkeit damit geben. Ich weiß wenigstens keinen einzigen Buchstaben mit Sicherheit zu erkennen [...] Die Schwierigkeiten der Entzifferung werden freylich durch die Kürze der Inschrift noch vermehrt.

Die Herren [Henry Thomas] Colebrooke und [Charles] Wilkens haben für Indien am meisten in diesem Fache geleistet, zwar wohl mit Hülfe Indischer Gelehrten. In Paris müßte man sich an Hrn. [Antoine-Léonard] von Chezy wenden, und im Fall wir hier altes Zend oder Pehlwi vor uns haben sollten, an Hrn. [Antoine-Isaac]) Silvestre de Sacy. Wenn ich eine genaue Beschreibung, am liebsten eine Zeichnung der aufgefundenen Antiquität erhalte, so bin ich erbötig, sie an die genannten Gelehrten zu fördern [...]“. – Zu der außergewöhnlichen Miniatur und ihrer Inschrift äußerten sich außer Schlegel und Dorow auch der Orientalist Georg Friedrich Grotefend sowie der Mainzer Künstler und Schriftsteller Nikolaus Müller. Heute befindet sich die Miniatur im Museum für Asiatische Kunst in Berlin. – Auszugsweise gedruckt in: Morgenländische Alterthümer. Bd. 2 (1820), S. XVIII–XIX. Vgl. auch Markus Mode: Talisman in Karneol. Ein Hallenser am Anfang der Orientalischen Archäologie. In: Morgenländische Altertümer – Studien aus dem Institut für Orientalische Archäologie und Kunst. Hrsg. von Markus Mode. Halle (Saale) 2004 (= Hallesche Beiträge zur Orientwissenschaft, Bd. 37), SS. 7–37..

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Schlegel, August Wilhelm von

Dichter (1767–1845). Eigenh. Brief mit U. („Schlegel“). Stockholm. 1 S. 8vo. Beiliegend das lose Gegenblatt mit eh. Adresse.
1.500 € (23406)

An Baron Gudmund Jöran Adlerbeth (1751–1818), dem er für dessen Vergil-Übersetzung dankt: „[...] Vous me fournissez un nouveau motif pour étudier le Suédois: les beaux verssont le moyen le plus sûr de prendre goût à une langue. J’aurai beaucoup de plaisir à causer avec vous sur les antiquités scandinaves par rapport aux recherches sur l’Inde que mon frère a faites [...]“. – Adlerbeths metrische Übersetzung der „Aeneis“ war zuerst 1804 erschienen, „Bucolica“ und „Georgica“ folgten dann 1807.

Schlegels Bemerkung über seinen Bruder Friedrich spielt auf dessen Werk „Über die Sprache und Weisheit der Indier“ (Köln 1808) an. – Mit kleinen Montagespuren und Randläsuren; das Adreßblatt mit einem kleinen Ausriß am unteren Rand..

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Schlegel, August Wilhelm von

Dichter (1767–1845). Eigenh. Brief mit U. („AWvSchlegel“). Bonn. 1¾ SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief).
2.800 € (23407)

An den Germanisten, Schriftsteller und Politiker Everhard von Groote (1789–1864) in Köln: „Sie sind mir sogleich nach der Tanzpartie wieder verschwunden, theuerster Freund; ich beklagte es unendlich, Ihren Besuch am nächsten Vormittag verfehlt zu haben; aber ich mußte den Ball, wie natürlich, abbüßen, und brachte den ganzen Tag in schweren Kopfschmerzen zu [...] Was macht unser Freund [Werner von] Haxthausen? Er hat sich auch lange nicht sehen lassen [...]“. – In der mehrzeiligen Nachschrift bittet er Groote um einige Besorgungen: „Hätten Sie wohl die Güte für mich einen Bade-Thermometer u.

einen gewöhnlichen Thermometer zu kaufen? Sie wissen ohne Zweifel, wo solche Instrumente in Cöln am ächtesten zu haben sind. Der Vorrath an Liqueuren, den ich Ihrer Sorge verdankte, ist erschöpft. Sollte noch dergleichen aus derselben Quelle zu haben seyn, so würde ich um einige Flaschen Curaçao und ebenso viel Anisette bitten. Wenn ich dergleichen aufs Gerathewohl in Cöln bestelle, so bekomme ich nur geschmiertes Zeug [...]“. – Die Recto-Seite von Bl. 1 mit einem Eingangsvermerk, die ursprünglich leere S. 3 mit einigen Einträgen, wohl Berechnungen von Groote über seine Auslagen für Schlegels Aufträge. – Tls. gering fleckig, Bl. 2 mit kleinem Ausschnitt durch Siegelbruch; mit kleinen Randläsuren und einem kleinen Ausriß im Mittelfalz..

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Schlegel, August Wilhelm von

deutscher Literaturhistoriker und -kritiker, Übersetzer, Alt-Philologe und Indologe (1767-1845). Eigenh. Brief mit Unterschrift. o. O. u. D. „Montag Morgen um halb neun Uhr“. 8vo. 1/2 p. Mit Adresse.
800 € (87811)

An den Regierungsrat Dr. Schulze: „Ich bitte Sie, Hochgeehrtester Herr Geheimrath, mir eine stunde zu bestimmen, wo es Ihnen gelegen wäre, meinen Besuch zu empfangen. Schon dreimal hatte ich das Unglück, Sie zu verfehlen; ich war gestern vermuthlich zu derselben Zeit an Ihrer Thür, wo Sie mir Ihren Besuch schenken wollten. […]“

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Schlegel, August Wilhelm von

Eigenh. Brief mit U. („Schlegel“).
Autograph ist nicht mehr verfügbar

An den Berliner Hofmaler und Königlichen Galerieinspektor Wilhelm Ternite (1786–1871) in Paris, der dort für Schlegel Illustrationen zu „Mariä Krönung und die Wunder des heiligen Dominicus“, das 1817 in französischer Sprache in Paris erschien, anfertigte: „Ich habe erst gestern zu Denon [d. i. der Maler, Schriftsteller, Diplomat und Kunstsammler Dominique Vivant Baron Denon, 1747–1825] gehen können, er erlaubt mit Vergnügen die Abzeichnung seines bronzenen Götzenbildes, ob er es aber außer dem Hause wird weggeben wollen, das ist eine andere Frage. Vielleicht können Sie es aber bey ihm ebenso bequem zeichnen [...] Ich habe aus der Druckerey das ungedruckte Blatt zur Ergänzung meines französischen Exemplars noch nicht erhalten: ich wünschte dieses u. zwey andere andre französischen Exemplare heute zu haben. Könnten Sie solche nicht für mich aus der Druckerey holen lassen? Ich habe keine Leute zum schicken. Wenn Hr. Schoell zurück kommt, wollen wir wegen der mir zugedachten frz. Exemplare Abrede nehmen; was ich mehr brauche, kommt auf meine Rechnung. Es ist ganz nothwendig, Hrn. Millin ein Exemplar zu schicken: er macht es in seinem Journale vortheilhaft bekannt, u. dieß befördert den Absatz. Insofern ist es also nicht meine Sache. Über alle diese Dinge wäre es mir lieb Sie zu sprechen [...]“. – Auf Briefpapier mit schwarzem Trauerrand; Bl. 2 mit einem kleinen Ausriß durch Siegelbruch (keine Textberührung).


Schlegel, August Wilhelm von

2 eigenh. Briefe mit U. („AW de Schlegel“ bzw. „Schlegel“).
Autograph ist nicht mehr verfügbar

An den britischen Mediziner Sir Whitelaw Ainslie (1767–1837), der für seine Forschungen in Ostindien bekannt ist (vgl. Hirsch-H. I, 53): „[...] Votre livre n’est pas aussi étranger à mes études que Vous semblez le supposer; on ne sauroit trop bien connaître l’Inde actuelle pour bien comprendre l’ancienne littérature de ce pays. Je suis bien sensible à la marque de confiance que Vous me donnez en me communiquant le manuscript de Votre drame [...] J’ai l’honneur de Vous envoyer ci-joint un échantillon des nouveaux caractères Devanagari que je fais exécuter ici – peut-être cela pourra-t-il intéresser quelques conoisseurs de la langue Sanscrite, parmi vos amis en Angleterre [...]“ (a. d. Br. v. 6. Mai 1821). – Schlegel bezieht sich hierbei auf Ainslies Hauptwerk, die „Materia Medica of Hindostan“ (1813), sowie auf dessen 1822 uraufgeführtes Drama „Clemenza, or the Tuscan Orphan“. Bemerkenswert ist auch der frühe Hinweis auf die von Schlegel in Bonn eingerichtete indische Druckerei, die erste ihrer Art in Deutschland. – Tls. etwas angestaubt und mit Faltspuren; der Brief von [1823] mit Poststempeln und etwas fleckig.