Friedrich Schiller

Dichter, 1759-1805

Schiller gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker, Lyriker und Essayisten. Viele seiner Theaterstücke gehören zum Standardrepertoire der deutschsprachigen Theater; seine Balladen zählen zu den bekanntesten deutschen Gedichten. Schiller gehört mit Wieland, Goethe und Herder zum Viergestirn der Weimarer Klassik. Schillers Werke wurden nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern begeistert aufgenommen, so beispielsweise im noch ungeeinten, unterdrückten Italien (vgl. Giuseppe Verdi) und im zaristischen Russland. Den einen galt Schiller als Dichter der Freiheit, den anderen als Verteidiger bürgerlicher Gesittung.

Quelle: Wikipedia

Schiller, Friedrich

Dichter (1759-1805). Eigenh. Brief mit U. Dresden. 2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Montiert auf das Vorsatzblatt von: Ders. Don Karlos Infant von Spanien. Leipzig, Georg Joachim Göschen, 1802. 432 SS. Mit gest. Frontispiz und 5 gest. Tafeln. Marmorierter Lederband der Zeit. Marmorvorsätze. 8vo.
55.000 € (89955/BN59365)

Schöner, früher Brief in Zensurangelegenheiten an seinen Verleger Georg Joachim Göschen: "Ich habe Ihren und meines Herrn Censors Wunsch erfüllt, liebster Freund, und sende Ihnen die verlangte Note. Diese, hoffe ich, wird den intoleranten Theil des Publikums zum Stillschweigen bringen. Haben Sie die Güte und versichern meinen Herrn Censor (dessen Nahmen ich mir in Ihrem nächsten Briefe ausbitte) daß ich mich glüklich schäze, meine Thalia in solcher Kennerhand zu wissen. Er hat den Gesichtspunkt, aus welchem meine 2 Gedichte betrachten [!] werden müssen, schnell und ganz verstanden, und wie wenige werden das! In Ansehung des Druks, mein Lieber, bitte ich Sie, diese neuen Gedichte nur um etwas weniges weiter auseinander sezen zu lassen, weil sie so besser in die Augen fallen.

Das verlangte Buch nimmt Körner Anstand aus der B. auswärts zu verleihen. Ich würde es Ihnen sogleich verschaffen, wenn ich schon so bekannt mit den Hrn. Bibliothecarius wäre, daß sie mir Bücher nach Hauß zu nehmen erlaubten. Das Bewußte habe erhalten, und finde darin Ihre Freundschaft und brüderliche Theilnehmung aufs neue bestätigt. Leben Sie wohl, lieber Freund, und behalten Sie mich lieb. Unveränderlich der Ihrige Schiller. NB. Die Titel beider Gedichte habe ich auch in etwas geändert". - Schiller hatte wegen zweier für die "Thalia" vorgesehener Gedichte Zensurschwierigkeiten befürchtet, nämlich wegen "Freigeisterei der Leidenschaft" und "Resignation". Die Zensur Sachsens war als streng bekannt, und eine Aufführung der "Räuber" war in Leipzig untersagt worden. Der betreffende Zensor, der Leipziger Historiker Friedrich August Wilhelm Wenck (1741-1810), erwies sich indessen als "zugänglich und vernünftig. Er forderte, da ihnen von unwissenden und intoleranten Lesern eine unmoralische Tendenz untergeschoben werden könne, Göschen auf, eine schriftliche Erklärung vom Verfasser beizubringen, worin die Grundlosigkeit eines solchen Vorwurfes gezeigt würde. Schiller gab diesem Verlangen sofort nach" (V. Goschen, Das Leben G. J. Göschens [Leipzig, 1905] I, 91). - Aus der Sammlung des Kopenhagener Kritikers und Theaterdirektors Einar Christiansen (1861-1939) mit dessen Exlibris am vorderen Innendeckel..

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Schiller, Friedrich

Dichter (1759-1805). Eigenh. Brief mit U. ("F. Schiller"). Jena. 3 SS. auf Doppelblatt. 4to.
48.000 € (90253/BN59736)

Der einzige erhalten gebliebene Brief Schillers an Sophie von La Roche, die ihm am 17. des Monats über den tiefen Eindruck geschrieben hatte, den sein Gedicht "Die Klage des Ceres" auf sie gemacht hatte. Die "Trauer Ihres mütterlichen Herzens", von der Schiller in seiner einfühlsamen Antwort spricht, galt Sophies sechs Jahre zuvor verstorbenem Sohn Franz Wilhelm und war durch Schillers Gedicht "zu sanfter Wehmut" gemildert worden. Über jenen hatte Sophie an Schiller geschrieben: "Möge Ihnen der Himmel in jedem Moment Ihres Lebens [...] die süße Wehmuth lohnen, mit welcher ich jetzo an das Grab meines Frantz - und an die Pflanzen denke, welche über seiner Hülle wachsen".

- Im Mittelpunkt von Schillers im Juni 1796 entstandenem Gedicht "Die Klage des Ceres" stehen die Leiden von Ceres nach Plutos Entführung ihrer Tochter Proserpina in die Unterwelt. - Die Schriftstellerin und Salonnière Sophie von La Roche, die u. a. mit Johann Bernhard Basedow, J. W. v. Goethe, Wilhelm Heinse, den Jacobi-Brüdern, Johann Caspar Lavater, Christoph Martin Wieland und zahlreichen anderen Persönlichkeiten der Zeit Umgang pflegte, gilt als erste deutsche Berufsschriftstellerin. Ihr zu Ehren wird seit dem Jahre 2010 der "Sophie von La Roche-Preis für die Gleichberechtigung von Frauen" von der Stadt Offenbach vergeben. - Stärker gebräunt und fleckig; kleinere Ein- und Ausrisse fachmännisch restauriert (Verlust von zwei Buchstaben im unteren Mittelfalz, sonst ohne Textberührung)..

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Schiller, Friedrich

Eigenh. Brief mit U. ("Schiller").
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An den Schauspieler und Theaterdirektor Jakob Herzfeld (1769-1826) in Hamburg: eine Antwort auf Herzfelds Briefe vom 18. Mai und 20. Juni, worin dieser vom Erfolg seiner Inszenierung der "Braut von Messina" am Deutschen Theater berichtet hatte. "Die Nachricht welche Sie mir von dem guten Succeß der Braut v. M. auf d. Hamb. Theater gegeben, hat mir große Freude gemacht, und ich zweifle keinen Augenblick, daß Ihre glücklichen Bemühungen und Anstalten dabei entscheidend gewesen sind. Unterdessen habe ich auch den guten Erfolg dieses Stücks zu Berlin erfahren, und ich habe Ursache mich zu freuen, daß dieses gewagte Unternehmen mit dem tragischen Chor auf den drey besten Bühnen Deutschlands so gut gelungen ist. Empfangen Sie, hochgeehrtester Herr, meinen aufrichtigen Dank wegen der Bemühungen, wodurch Sie Sich um dieses Stück verdient gemacht haben. - Daß Sie von dem Parasiten keinen Gebrauch machen können beklage ich, denn mir scheint dieses Stück zu einem theatralischen Effekt sehr geeignet zu seyn, da es zwey sehr bedeutende Rollen [nämlich 'Selicour' und 'Narbonne'] und einige gut berechnete Theatercoups enthält. Verschiedene Mängel des Originals, welche demselben vielleicht bei der Aufführung geschadet, habe ich in der Bearbeitung zu verbessern gesucht. - Was den Neffen als Onkel betrifft so werden die zwey Menechmen hier zu Weimar durch zwey Schauspieler [nämlich H. Becker und J. J. Graff] vorgestellt, die einander sehr unähnlich sind, und doch ist diesem Uebelstand durch die Kunst abgeholfen worden. Beide haben eine bloße Nasen-Maske, die nach Einem Modell gemacht ist, und der eine sucht die Größe und Taille des andern möglichst nachzumachen, daher es nöthig ist, daß der eine dem andern beim Anzug als Modell sizt. Außerdem haben die hiesigen Schauspieler noch für sich selbst den Einfall gehabt, eine gewiße auffallende Redensart als Angewohnheit, öfters in den Dialog einzuflechten, dieses kann eine eigene Art zu schwören und zu fluchen oder etwas ähnliches seyn, welches dem Geschmack der Schauspieler überlassen wird [...]". - Oben links numeriert "No. 2"; am Fuß der 3. Seite Adresse. Spuren zeitgenössischer zweifacher Querfaltung; das Gegenblatt im Rand minimal ausgefranst (ohne Textberührung). - Provenienz: Bis in die 1880er Jahre im Besitz der Familie des Adressaten (1877 vom Enkel veröffentlicht; vgl. die Editionsgeschichte). Mit dem Tod Albrecht Herzfelds, der zuletzt als Bühnenschriftsteller in Regensburg wirkte, verliert sich die Spur des Briefs; erworben aus einer deutschen Privatsammlung. - Zur Editionsgeschichte: Erstdruck im "Hamburger Beobachter" v. 22. Sept. 1838 (S. 297) mit zahlreichen Textabweichungen. Knapp vier Jahrzehnte später veröffentlichte der Enkel des Adressaten, der am Mannheimer Hoftheater beschäftigte österreichische Schauspieler Albrecht Herzfeld (1840-n. 1880), einen verlässlicheren Text (Zur Erinnerung an Friedrich Schiller. Festvortrag. Frankfurt 1877, S. 31f.). Der Berliner Pädagoge und Schillerforscher Gustav Andreas Kuhlmey (1819-65) fertigte eine Abschrift an, die zwar gegenüber diesen Drucken einen genaueren Text bietet, aber andere Fehler neu einführte. Kuhlmeys Kopie diente Jonas für seine kritische Gesamtausgabe der Briefe (s. u.) als Druckvorlage; schon diese Ausgabe konnte das Lokat des Autographs nicht mehr nachweisen. Die Nationalausgabe (s. u.) übernahm Jonas' Text unverändert, ebenfalls ohne den Verbleib der Handschrift ermitteln zu können.