deutschen Opernsängerin (1865-1943). Eigenh. Albumblatt mit Unterschrift. Berlin. Quer-8vo. 1 p.
450 €
(104695)
„Die Kunst ist unerschöpflich - wie die Ewigkeit!“. - Die Kaufmannstochter und Schwester des Schauspielers Eduard Rothauser erhielt eine Gesangsausbildung durch Emmerich Bellovicz in Budapest und durch Gustav Schmidt in Berlin. Dort brachte sie einige Lieder Gustav Mahlers zur Uraufführung, der von 1888 bis 1891 am königlichen Opernhaus in Budapest war. 1887 wurde sie an das Opernhaus Leipzig verpflichtet. Dort sang sie ihre ersten Hauptrollen, wie Bizets „Carmen“ oder Thomas’ „Mignon“, und als Inez in der Uraufführung der von Mahler bearbeiteten Weber-Oper „Die drei Pintos“.
1889, nach einem erfolgreichen Gastspiel als Carmen in Berlin, erhielt sie den vorher so ersehnten Vertrag. Sie gehörte der Berliner Hofoper bis 1914 an. Sie wirkte hier in den Uraufführungen von Felix Weingartners Genesius (15. November 1892), Wilhelm Kienzls Don Quixote (18. November 1898), Fernand Le Bornes Mudarra (18. April 1899), Eugen d’Alberts Kain (17. Februar 1900) und Arthur Nevins Poia (23. April 1910) mit. Bei deutschen Erstaufführungen übernahm sie die Titelrolle in Bizets Djamileh (1892) sowie die Rollen der Suzuki in Puccinis Madame Butterfly (1907) und der Annina in der Berliner Premiere von Der Rosenkavalier (1911). Kaiser Wilhelm II. überreichte ihr nach einer Aufführung der „Carmen“ eine kostbare Brosche in seiner Loge überreichte. Er setze sich auch dafür ein, das ihr 1914 der Titel „Kammersängerin“ verliehen wurde. 1915 verabschiedete sich Therese Rothauser dann von der Bühne. Mit Transport I/49 wurde sie im Alter von 78 Jahren am 21. August 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert und dort ermordet..
Sängerin (1865-1943). Kabinettphotographie mit eigenh. U. O. O. u. D. 145:101 mm auf etwas größerem Trägerkarton.
850 €
(99683/BN66080)
Hübsche ganzfigürliche Darstellung der berühmten Sängerin aus dem Hause des Berliner Hofphotographen J. C. Schaarwächter mit dessen gedr. Signet am Trägerkarton. - 1889 an die Berliner Hofoper verpflichtet und dort bis 1914 als Ensemblemitglied gefeiert, sang die 1890 von Kaiser Wilhelm II. mit einer Saphirbrosche ausgezeichnete Sängerin als Gast an allen bedeutenden deutschen Opernbühnen. Zu ihren herausragendsten Partien zählte neben der Carmen in Bizets gleichnamiger Oper die Rolle der Donna Elvira in Mozarts Don Giovanni.
Im Dezember 1941 ersuchte die betagte Sängerin, die nach ihrem Abschied von der Bühne noch lange Jahre als Gesangspädagogin tätig gewesen war, den "Schirmherrn der Staatlichen Bühnen, Herrn Reichsmarschall Hermann Göring" schriftlich, er möge sich doch für sie und ihre Schwester verwenden. "Das Schreiben trägt den behördlichen Vermerk: 'Hier ist nichts zu veranlassen'. Als man Therese Rothauser abholte, hieß sie die Gestapobeamten warten, um sich noch von ihrem Flügel zu verabschieden, unterm Bild des Kaisers sang sie 'Teure Heimat, lebe wohl'. Im April 1943 ist sie in Theresienstadt umgekommen" (Volker Müller, Mit den Augen der Verfolgten. Die Ausstellung "Juden in Berlin 1938-1945" in der Neuen Synagoge. In: Berliner Zeitung v. 9. V. 2000). - Die rechte obere Ecke etwas ausgerissen..

