Rainer Maria Rilke

Dichter, 1875-1926

"Rainer Maria Rilke war ein Lyriker deutscher Sprache. Mit seiner in den ""Neuen Gedichten"" vollendeten, von der bildenden Kunst beeinflussten Dinglyrik gilt er als einer der bedeutendsten Dichter der literarischen Moderne. Daneben verfasste er Erzählungen, einen Roman und Aufsätze zu Kunst und Kultur sowie zahlreiche Übersetzungen von Literatur und Lyrik unter anderem aus dem Französischen. Sein umfangreicher Briefwechsel bildet einen wichtigen Bestandteil seines literarischen Schaffens."

Quelle: Wikipedia

Rilke, Rainer Maria

Dichter (1875-1926). Eigenhändig ausgefüllter Auktions-Auftragszettel mit Namenszug "Rainer Maria Rilke" sowie mit eigh. beschriftetem Umschlag. München. 1/2 S. Gr. 8vo.
3.500 € (48440)

Auftrag für eine Versteigerung der Münchener „Bücherstube am Siegestor, Horst Stobbe“, Ludwigstr. 17 a, am 13. Oktober 1917. Rilke bietet ohne Limit auf Katalog-Nr. 416, Maurice de Guérins „Der Kentauer“. - Das Buch war 1911 in Rilkes Übersetzung und mit seinem Nachwort als Druck der Ernst-Ludwig-Presse in 300 nummerierten Exemplaren im Insel Verlag erschienen, davon 50 auf Japanpapier und in Leder gebunden (vgl. Sarkowski 638). - Ungewöhnliches Rilke-Autograph.

jetzt kaufen

Rilke, Rainer Maria

Dichter und Übersetzer (1875-1926). Eigenh. Brief m. U. „R M Rilke“. Muzot. 4to. 2 SS.
6.500 € (59798)

Schöner, gehaltvoller Brief an Berta Flamm in Halle (Saale), die sich für Bücher bedankt hatte, die der Dichter für ihren schwer kranken Sohn übersandt hatte. "... Das Privileg, Freude zu bereiten, wird seltener ertheilt, als man denkt, theils infolge unserer, oft so starren Unfähigkeit, zu empfangen, theils weil die Ungenauigkeit und das Ungefähr zwischen den Menschen, das schon immer ein Hindernis gewesen sein mag, in verwirrenden Zeiten, noch weiter zugenommen hat. Schließlich erfordert auch die angemessendste Gabe beim Empfangenden noch eine äußerste Anpassung, aber wo das Geben 'stimmt', gehört diese Leistung in die natürliche Bewegung des Beschenkten mit hinein.

- Dass Einiges aus meinen Büchern imstand gewesen ist, einem so schwer Heimgesuchten wohlzuthun, das spricht noch viel mehr für ihn, für Ihren Sohn, als für diese Bücher: wie leicht hätte er sich ihnen verweigern und verschließen können. Aber er hat ... den Sieg in sich befestigt, den schwersten und heimlichsten Sieg, der darin besteht, von einer unendlich schmerzlich bestrittenen und eingeschränkten Stelle des Lebens aus, nach und nach, doch wieder das ganze irgendwie unschuldige Leben zu bejahen! ... Da der große reine Anschluß seines Herzens und seines Geistes gerettet erscheint, wird nun das Maaß aller seiner Beziehungen ein so besonderes und persönliches sein, daß er, in gewissen Augenblicken unbeschreiblichen Eingezogenseins, fast etwas vor denen voraus haben wird, die aus allgemeineren und leichteren Bedingungen heraus ihre Antheilnehmung leisten ...". - Die zweite Seite mit kleinen Papierresten von ehemaliger Montage..

jetzt kaufen

Rilke, Rainer Maria

Dichter (1875-1926). Eigenhändiges Gedicht. o. O. u. J. 4to. 1 p. Liniertes Bütten.
9.000 € (77863)

„Auferstehung. | Der Graf vernimmt die Töne | er sieht einen lichten Riss; | er weckt seine dreizehn Söhne | im Erb-Begräbnis. | Er grüßt seine beiden Frauen | ehrerbietig von weit -; | und alle, voll Vertrauen, | sehn auf zur Ewigkeit, | und warten nur auf Erich | und Ulriken=Dorotheen, | die, sieben=und dreizehnjährig, | (sechzehnhundertzehn} | verstorben sind im Flandern, | um heute vor den Andern | unbeirrt herzugehn.“ - Geschrieben 1906 in Paris. Aus den 1907 erschienenen „Neuen Gedichten“.

jetzt kaufen

Rilke, Rainer Maria

Dichter (1875-1926). Eigenh. Brief mit U. ("R."). [München. 1 S. 8vo.
2.500 € (49237/BN33531)

An die deutsch-französische Malerin Lou Albert-Lasard (1885-1969): "[...] hier ist der Picasso. Jaffe schickt das Vortrags-Billet [...] In der Keferstrasse ist es herrlich, der Dienstag hinter mir sagt eben extatisch: 'Das reinste Paradies' und die Arnold strahlt. Dunque - R". - In Bleistift; die rechte untere Ecke sowie verso kleine Montagespuren.

jetzt kaufen

Rilke, Rainer Maria

Dichter (1875-1926). Eigenh. Kurznachricht auf Visitkarte mit U. Zoppot bei Danzig (Ostsee). 2 SS. Visitkartenformat.
2.800 € (938078/BN938078)

An den Musikwissenschaftler Richard Batka (1868-1922): "Sehr werter Herr Batka, nach guter Gewissenserforschung nenne ich Ihnen alle bewussten Sünden. Gewähren Sie Ablass? - Im Frühling war ich in Florenz lange, oft und gerne mit Baron Reinhold von Lichtenberg beisammen, dessen gute Grüße Ihnen vielleicht Freude machen. Empfehlen Sie mich sehr Herrn Professor Dr. Sauer und bleiben Sie geneigt Ihrem ergebenen: Rainer Maria Rilke". Der österreichische Kunsthistoriker Reinhold Frh. von Lichtenberg (1865-1927), den Rilke 1898 während seiner ersten längeren Italienreise kennengelernt hatte, sollte später als völkisch-antisemischer Publizist hervortreten.

- Schönes, frühes Stück mit dem vollen Namenszug, kurz nach der Annahme des Vornamens "Rainer" statt "René"..

jetzt kaufen

Rilke, Rainer Maria

Dichter (1875-1926). Eigenh. Brief mit U. ("Rainer Maria Rilke"). Westerwede bei Worpswede (über Bremen). 8 SS. auf 2 Doppelblättern. Kl.-4to. Auf Briefpapier mit illustr. Briefkopf.
15.000 € (61057/BN45084)

Langer, früher Brief an den dänischen Schriftsteller und Redakteur Poul Levin (1868-1929) in Paris: "Verehrter Herr Doctor Levin, erinnern Sie sich wirklich noch meiner? Ich sende Ihnen mitfolgend einige Kleinigkeiten, welche dazu beitragen sollen, diese Erinnerung aufzufrischen. Und viele Grüße. - Dieser Brief bringt eine Neuigkeit: Wir haben vor, im Herbst nach Paris zu übersiedeln. Wir: Daß ich geheiratet habe, habe ich Ihnen wohl angezeigt. [Fußn.: Natürlich, Sie haben uns ja auch gratuliert!] Meine Frau ist die junge Bildhauerin Clara Westhoff.

Bleibt noch zu erwähnen, dass wir seit Dezember eine kleine Tochter haben Ruth, Ruth Rilke, eine liebe, gar nichtmehr ganz unverständige Freundin unserer Tage. - Dieses alles, einschließlich meiner Person kommt, nach Paris. - Meine Frau, die einige Zeit bei Rodin gearbeitet hat, will wieder in seiner Nähe arbeiten. Worpswede, das dem Maler unerschöpflich viel bietet, konnte ihr, dem Bildhauer, nur eine gewisse Zeit lang Anregung und Arbeit bieten - und diese Zeit ist, glaube ich, abgelaufen. - Wir haben nun ein Jahr in aller Stille gelebt. Und wir gedenken in Paris nicht weniger still zu leben. Nur mehr lernen wollen wir, mehr sehen und uns vielem aufthun; denn das Viele ist uns, da wir beide über einen gewissen Punkt in unserer Entwicklung hinaussind, keine Gefahr mehr. - Meine Frau hat in diesem Jahr manches ausgestellt und verkauft, und neben den ihren sind meine äußeren Erfolge nicht nennenswert. Das kleine Buch 'Die Letzten' ist den Meisten zu still, das Drama 'Das tägliche Leben ' ist in Berlin bei der Premiere totgelacht worden; es soll noch in Hamburg bei Baron Berger gegeben werden, aber ich erwarte mir nichts davon. - Das macht mir natürlich diese beiden Bücher, nicht weniger lieb. Ich habe ein treues Vertrauen zu Ihnen und ganz allein stehe ich nicht da mit diesem Gefühl. - Aber zur Sache: Meine Frau hat ganz bestimmte Absichten in Paris. Die Nähe des Meisters, der ihr Vertrauen besitzt, ist nun doppelt köstlich für sie, da ihre Kunst in der Einsamkeit ganz eigenständig und sicher sich entfaltet hat, so dass sie neben dem Willen des Großen, seinen Anregungen dankbar, ihren eigenen Willen mühelos wird behaupten können. - Und ich: ich habe in der Einsamkeit dieses Jahres, Durst bekommen, viel zu lernen. Ich gedenke die russische Universität [Fußn.: eine solche ist doch kürzlich gegründet worden?] in Paris zu besuchen; denn seit meinen großen Reisen in Russland verlässt mich der Gedanke nichtmehr, in diese wahlverwandte Sprache so tief einzudringen, dass ich sie einmal noch neben meiner ursprünglichen ebenbürtig gebrauchen kann. - Also lernen. Und ich glaube man lernt in Paris auf Schritt und Tritt. Natürlich auch verdienen. Erinnern Sie sich: einmal schrieb ich Ihnen von den traurigen Umständen, in denen ich lebe. Nun diese haben an Traurigkeit noch zugenommen. - Aber es muss mir gelingen, von Paris aus für ein oder zwei Kunstzeitschriften regelmäßige Korrespondenzen zu finden, - dazu Übersetzungen aus dem Russischen.... - Kurz: es muss gehen! Was hab ich in diesem Jahr nicht alles zu erlangen gesucht! Das Haupthindernis schien, dass ich so auf dem Lande, im Moor saß: von dort aus wollte Keiner was hören, obwohl eine ganze Menge da geschieht... Dieses Hindernis soll nun beseitigt werden. Und dann muss sich etwas finden. - Natürlich denke ich an Ihren Rath, womöglich sogar an Ihre Hülfe. Aber erschrecken Sie nicht: ich weiß wie kostbar Ihre Zeit ist und verlange nur gelegentlich einen Wink, einen Rath im Telegrammstyl, eine Anempfehlung, die ich mir selber zubereite, wenn Sie mir sie in rohem Zustand überlassen. - Zum Beispiel: Thema: Wohnen. Meine Frau schlägt vor: St. Cloud oder Meudon oder Joinville... Mit wem kann man sich wohl in Verbindung setzen, um von solchen Möglichkeiten zuverlässiges zu hören? - Meine Bitte meint nur, daß Sie, sehr werter Herr Dr. Levin, wenn Sie zufällig etwas hören, was dieses Thema oder ein anderes (etwa das meines täglichen Brotes) anlangt, es für mich notieren, um es mir bei Gelegenheit mitzutheilen. - Es ist ja noch eine Weile Zeit; denn wir kommen voraussichtlich erst Ende September, und Sie hören inzwischen gewiß manches, was wir uns zunutze machen können. - Sie waren gewiß in den letzten Jahren noch öfters in Italien. Für mich war es ferne seit Russland; ein Land wie im Traum. Und Russland ist voll tiefer unerwarteter Wirklichkeiten! Was für Menschen. Das war mein Ereignis! - Ich würde Ihnen gerne davon erzählen. Ich würde Sie überhaupt so gerne wiedersehen, aufrichtig: obwohl es den Anschein hat, dass ich Ihnen immer nur schreibe, wenn ich wieder was brauche. Aber können überhaupt nicht nur müssige Menschen auch zu anderen Zeiten aneinander denken? Kann man es nicht auch in freundlichem Sinne auslegen, dass ich, wenn ich was brauche, an Sie denke? Bitte, thun Sie das. - Noch Eines: ich habe in Bremen kürzlich Maeterlincks 'Schwester Beatrix ' inszeniert. Mit Dilettanten; es war eine schwere Sache, die schließlich gut gelang. Die Aufführung fand zur Eröffnung der umgebauten bremer Kunsthalle (und einer sehr schönen internationalen Kunstausstellung) statt und hernach wurde das Festspiel gesprochen, das ich Ihnen auch beilege, weil es mir lieb ist und mancher Vers darin, [der] über den vergangenen Zweck hinaus gilt! Ihr aufrichtig ergebener: Rainer Maria Rilke". - Erstes Doppelblatt etwas angestaubt..

jetzt kaufen

Rilke, Rainer Maria

Dichter (1875-1926). Eigenh. Eintragung im Gästebuch der Villa Discopoli auf Capri. Capri. 66 tls. beidseitig beschriebene und 19 w. Bll. Ldr. d. Zt. mit Eckbeschlägen und Schließe (lädiert). 8vo.
18.000 € (31309/BN9837)

Vorliegendes Gästebuch mit über 230 mehr oder weniger ausführlichen Eintragungen stellt ein schönes Dokument von Rilkes Aufenthalt in der Villa Discopoli auf Capri dar, wohin er als Gast von Frau Alice Faehndrich, geb. Freiin von Nordeck zur Rabenau - der Schwester von Luise Gräfin Schwerin -, eingeladen worden war. Der Dichter lebte 1906/07 "vom 4. Dezember bis zum 15. May [...] das Leben des Rosenhäusl‘s aufmerksam und dankbar", wie er am Tag vor seiner Abreise festhält. Auch seine Gattin Clara war zweimal zu Gast in der mondänen Villa: Am 14.

Jänner dankt sie - die sich auf dem Wege nach Ägypten befand - "für zwei schöne Tage in der Discopoli als ein unerwartetes Geschenk auf der Durchreise empfangen - zwischen Berlin und Egypten", und nach ihrer Rückkehr verbringt sie gemeinsam die letzten Wochen mit ihrem Gatten: "am 20. April aus Egypten zurückgekehrt wurde ich aufgenommen und verwöhnt bis zum 15. Mai in der lieben Discopoli". Rilkes knappe, aber dankbare Eintragung verrät nicht, daß hier die "Improvisationen aus dem Capreser Winter" entstanden, die bereits über die "Neuen Gedichte" hinausweisen. Während des Aufenthaltes dürfte Rilke - folgt man den zeitgleichen Eintragungen des Gästebuchs - u. a. mit Wolfgang von Tirpitz, dem Sohn Alfreds von Tirpitz, Ferdinand von Martitz oder Franz von Niebelschütz zusammengetroffen sein. Die folgenreichste Begegnung hingegen war die mit der jungen Gräfin Manon zu Solms-Laubach, eine Nichte des Erbgrafen Friedrich (1833-1900). Nach ihrem Aufenthalt entspann sich ein Briefwechsel, der seitens Rilkes bis 1913 19 Briefe und eine kalligraphisch ausgeführte Abschrift seines "Panther" umfaßte. - Mit der Schwester seiner Gastgeberin Alice - die im Gästebuch als Alla aufscheint -, mit Luise Gfin. von Schwerin, geb. Nordeck zu Rabenau, waren Rilke und seine Gattin bereits seit 1905 bekannt, da sie während eines Kuraufenthalts in Dresden einander im Weißen Hirschen zum ersten Mal begegneten. Zu Beginn seines langen Aufenthaltes war Rilke noch ganz für sich, doch fand die Abgeschiedenheit mit der Ankunft von Alice, Julie von Nordeck - die als Nonna aufscheint - und Manon zu Solms-Laubach ihr Ende. "Das Erkunden Anacapris, der Aufstieg auf den Monte Solaro, oder der Besuch der Grotte von Migliera und der kleinen Kirche Sarita Maria a Cetrella erschlossen eine Landschaft wie die Griechenlands [...] An den Abenden waren die Damen ein aufmerksames Publikum, wenn sie bei ihren Handarbeiten saßen oder für ihn einen Apfel schälten, bereit, seine Tagesarbeit zu hören [...]" (Donald A. Prater, Ein klingendes Glas. Das Leben R. M. Rilkes, Hamburg 1989). - Neben den Eintragungen des Ehepaars Rilke findet sich in dem Gästebuch u. a. eine etwas barbarisch über den Text montierte eigenh. Portraitzeichnung in Bleistift von Pauline von Kalckreuth sowie das doppelseitige Gedicht "Le tombeau du poete" ("d'apres Henry Heine") von Camille du Locle, der wenig später auf Capri versterben sollte. Weitere Eintragungen stammen von Vera Amerongen, Julia und Eugéne Bonnard, Réne und Gilbert Clavel, Emmy und Ernst Gumppenberg, Alice Frfr. und Walther Frh. von Falkenhausen, Hanns und Margarethe Floerke, Leonie und Marie Fontaine, Eberhard Hardeck zur Rabenau (Gf. v. Schwerin), Heinrich und Elise Lützow, Richard Mackensen, Ferdinand von Martitz, Julie Baronin Nordeck zu Rabenau (geb. von Wallenberg), Friedrich Frh. von Oppeln-Bronikowski (schöne, eineinhalbseitige Widmung mit einem 14zeiligen Gedicht), Emmy von Radetzky, Heinrich XXX. Prinz zu Reuss, A. von Röder, Auguste Schepp, Leopold von Schlözer (mit einer halbseitigen, sauber ausgeführten und mit Farbstift kolorierten Bleistiftzeichnung), Luise Schwerin (Gattin von Karl Gf. v. Schwerin), Friedrich Gf. von Schwerin, Manon Gfin. zu Solms-Laubach, Mathilde Baronin und Arthur Baron von Stackelberg, Wolfgang von Tirpitz, Jakob Baron und Gabrielle von Uexküll (zweimal), Hermann Vierordt, Anna von Wallenberg, Wanda von Wallenberg, Elisabeth Wegeli, Adele Baronin Wolff, Gf. und Gfin. von Zieten Schwerin und Ernst Zitelmann (mit einem schönen Zitat aus seinen im selben Jahr erschienenen "Radierungen und Momentaufnahmen"). - Rücken fehlt, die Deckel etwas angeplatzt und berieben, Bindung gelockert; innen hingegen von guter Erhaltung; einzelne Eintragungen mit hs. Notizen zum jeweiligen Verfasser in Bleistift..

jetzt kaufen

verkauft

 
Rilke, Rainer Maria

L.A.S.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

À Maurice Delamain, des éditions Stock. Il a reçu avec plaisir les volumes des Cahiers [Les Cahiers de Malte Laurids Brigge, qui venaient de paraître en extraits chez Stock, dans la collection « Les Contemporains », traduits par Maurice Betz] et son aimable lettre communiquant les intentions des éditeurs : « je serai très heureux de voir paraître mon livre en entier dans une des collections de la "Librairie Stock". (Peut-être, les fragments étant publiés dans "Les Contemporains", serait-il préférable de placer le volume complet dans l'autre collection ? [...]) Quant aux conditions, je m'empresse de vous déclarer mon consentement à la somme proposée de mille francs. L'intérêt que vous portez à mon livre sur Rodin me reste extrêmement précieux ; j'espère revenir à ce sujet très prochainement, aussitôt que je saurai où en est la traduction qu'avait essayée un de mes amis à Berne »... Il va écrire à Maurice Betz.


Rilke, Rainer Maria

Eigenh. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

An Gertraud Wolf: "Frau [Magda] von Hattingberg, die ich gestern Abend noch einen Moment sprechen konnte, setzt große Zuversicht in die Begegnung mit Ihnen und wird sich [...] im Kriegs-Ministerium einfinden; sie würde es, gegebenen Falls, auch einrichten können, sich gleich für einen Posten freizumachen [...]". - Aus der Sammlung des Theologen Hermann Dembowski (1928-2012).


Rilke, Rainer Maria

„Der lieben Anneliese zum 11. Geburtstag“. Eigenh. Gedichtmanuskript m. U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

„Manchmal noch empfind ich“ von Rilke gewidmet„der lieben Anneliese zum 11. Geburtstag“: „Manchmal noch empfind ich völlig jenen | Kinder-Jubel, ihn: | da ein Laufen von den Hügellehnen | schon wie Neigung schien. | Da Geliebt-Sein noch nicht band und mühte, | und beim Nachtlicht-Schein | sich das Aug schloß wie die blaue Blüte | von dem blauen Lein. | Und da Lieben noch ein blindes Breiten | halber Arme war -, | nie so ganz um Einen, um den Zweiten: | offen, arm und klar.“


Rilke, Rainer Maria

Eigenh. Gedicht mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Vier Strophen mit zusammen 18 Zeilen (ohne Überhang): "Für Max Picard | Da stehen wir mit Spiegeln: | einer dort..., und fangen auf, | und einer da, am Ende nicht verständigt; | auffangend aber und das Bild weither | uns zuerkennend, dieses reine Bild | dem andern reichend aus dem Glanz des Spiegels [...]". - Das Gedicht "entstand im November 1925 in Muzot; Rilke schrieb es für den Arzt und Schriftsteller Max Picard, den er aus München kannte, in ein Exemplar der Elegien. 1934 wurde der Text erstmals veröffentlicht" (Rilke-Forum in Zusammenarbeit mit der Rilke-Gesellschaft). Unter der Unterschrift Rilkes ein eigenh. Vermerk von Max Picard: "geschenkt dem liebsten Freunde - Wilhelm Hausenstein [...] 2. Februar 1930". - Der Titel von Rilke zusätzlich datiert "1912-1922". - Beiliegend Picard, Max, Schriftsteller, Arzt, Kulturphilosoph (1888-1965). Eh. Brief mit U. Brisago, 22. II. 1934. ½ S. Gr.-4to. An Wilhelm Hausenstein, u. a. über Rilkes Gedicht: "[...] Mit dem Rilke-Gedicht hast Du recht. Es ist nicht schön. Es ist nicht einmal die Atmosphäre, wo ein schönes Gedicht hineingestellt werden könnte, höchstenfalls so etwas wie ein Gerüst für ein schönes Gedicht ist es. Ich habe viele Gedichte Rilkes noch einmal gelesen, ich bin erschrocken, es sind viele Löcher darin [...] Ich bin halt von dem Charme, der von seinem Wesen ausging, noch bezaubert und wenn ich deshalb manches besser angesehen habe als es ist [...] so tut mir das nicht leid. Es kommt heute so wenig vor, dass man Gelegenheit bekommt, sich durch Charme zu einem falschen Urteil verführen zu lassen. Aber wahrscheinlich sollte man es doch nicht [...]". - Rückseitig ein Montagerest.


Rilke, Rainer Maria

Eigenh. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

An die Buchhandlung Vogelsberger in Darmstadt: "Das Buch 'Mir zur Feier' existiert nicht mehr in seiner ersten Form: Die darin enthaltenen Gedichte sind aber, fast unverändert, in den Band 'Die frühen Gedichte' übergegangen, den Sie im Insel-Verlag, Leipzig, finden [...]".


Rilke, Rainer Maria

Gedruckte Visitenkarte o. Zusatz.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

„René Rilke | Zögling des IV. Jahrganges | d. k. und k. Militär-Realschule zu St. Pölten“. - Sehr seltenes kleines Dokument aus Rilkes Schulzeit.


Rilke, Rainer Maria

E. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Rainer Maria Rilke (1875–1926), Schriftsteller. E. Brief m. U. „RMRilke“, Sierre, „Hôtel Bellevue“, 30. Oktober 1926, 1 ½ Seiten gr.-8°. Kleiner Einriß. An Eduard Korrodi (1885–1955), den Feuilletonchef der „Neuen Zürcher Zeitung“. „[…] wenn ich nicht irre, müßte Valéry nächstens in Zürich vorlesen. Krank seit Wochen, konnte ich für das vorbereitete Lesezirkel-Heft nichts zu seinem Willkomm beitragen, konnte nichtmal (was ich mir arg vorwerfe) meine Verhinderung dorthin berichten. Aber ich habe, vom Bett aus, neulich eine kleine Übertragung Valery’scher Prosa diktiert, die Sie hier eingelegt finden: ich dachte, es könnte Ihnen lieb sein, mit einem Beitrag in der N.Z.Z. des Dichters Anwesenheit zu betonen, und ,Tante Berthe‘ schien mir geeignet, liebenswürdig auf seine eigene Stimme vorzubereiten. Unmöglich mehr zu schreiben! […]“ – Rilke, der Paul Valéry sehr bewunderte, übertrug einige seiner wichtigsten Gedichte ins Deutsche. Einer der letzten Briefe Rilkes, der zwei Monate später, am 30. Dezember der Leukämie erlag. – Beiliegt: 1 Brief m. U. von Carl Helbling, dieses Autograph betreffend (Zürich, 1930).


Rilke, Rainer Maria

E. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Rainer Maria Rilke (1875–1926), Schriftsteller. E. Brief m. U. „Rilke“, München, 3. Juni 1918, 4 Seiten gr.-8°. Gedruckte Adresse. Doppelblatt. Blaues Papier. Mit e. Briefumschlag. Inhaltsreicher Brief an den Schriftsteller und Übersetzer Paul Thun-Hohenstein (1884-1963) in Wien „[…] vorgestern hat man den ‚Garten’ der noch beim Gärtner deponiert war, auf meine Terrasse gestellt, das war das letzte, was noch fehlte, und somit kann ich Ihnen nun den besitzanzeigenden Brief schreiben, der nicht früher abgehen sollte, als bis alles fertig sein würde. Ich bin nun also ausübender Eigenthümer in der Ramberg’schen Wohnung, seit vier Jahren zum ersten Mal im ‚Eigenen’, und dieser Erfolg steht gewissermaßen unter Ihrer Pathenschaft, dem jener Ihr letzter hiesiger Abend und der Impuls und Wunsch, den Sie mir zu dieser Wohnung hinterlassen haben, waren entscheidend. Schade nur, daß Sie sich nun nicht selbst von meinem Anfang überzeugen können. Daß er unter dem Zeichen guten Willens steht, darf ich versichern, nichts desto weniger ist es sehr schwer. Wie soll man eine eigene neue Seite beginnen, wenn doch auf jeder, die man aufschlägt, die vorgeschriebenen Zeilen des Krieges stehen und seine Wasser- und Blutzeichen? Um einiger Besinnung sicher zu sein, hab ich, seit ich hier eingezogen bin, alle Zeitungen ausgeschlossen, weiß also so gut wie nichts von den Verschiebungen im Allgemeinen, was ich im Augenblick insofern bedauere, als mir jeder Anhaltspunkt fehlt, mir vorzustellen, wie sich, über so mancher Veränderung, Ihre neue Stellung ausgebildet haben mag. Hoffentlich zu Ihrer Befriedigung? Was München angeht, so habe ich mindestens zwei oder drei Mal der Woche Gelegenheit festzustellen, wie sehr man Sie hier entbehrt. Das Haus Zech steht da, soviel ich weiß, obenan. Der Frühling spielt sich herrlich vor, mit vollem Orchester, und der Dirigent scheint diesmal wunderbar disponiert: so genau rechtzeitig und sicher fällt alles Blühen ein. Ich seufze, trotz meiner Wohnung, manchen Tag nach Land und Ländlichkeit, manchen Tag nach Veränderung überhaupt. Was aus der Schweizer Anfrage geworden sein mag? Drei Wochen mags her sein, da reiste jemand aus Wien hier durch (leider hab ich ihn nicht selbst gesehen) der behauptete, vom Ministerium des Äußeren her zu wissen, daß meine Schweizer Reise längst bewilligt sei; aber da müßte ich schließlich doch unter denen sein, die davon Kenntnis erhalten? Sollte ich den dortigen Behörden unerreichbar scheinen? So überraschte Graf Hartenau mich vor ein paar Tagen mit der Mittheilung, daß mir eine namhafte Auszeichnung zugefallen sei, - aber auch dafür fehlt mir jede Nachricht. Was die Frage mit der Schweiz angeht, so zweifle ich, ob ich die Bewilligung, wenn Sie käme, jetzt ausnützen würde. Vielleicht doch. Vielleicht aber würde die Wohnung, die nun eben bewohnt sein will, stärker sein. Der Michelangelo liegt auch recht anfordernd und bindend hier aufgeschlagen. (Wenn ich nur, ach, München nicht so müde wäre!) […]“ – Rilke war am 8. Mai 1917 in seine eigene Wohnung in der Münchner Ainmillerstraße gezogen, „eine schillernde Seifenblase, die über allem [revolutionären] Aufruhr schwebte.“ (Claire Goll). – Mitte Juni 1919 zog Rilke in die Schweiz.


Rilke, Rainer Maria

E. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Rainer Maria Rilke (1875–1926), Dichter. E. Brief mit U., Val-Mont, 20. März 1926, 8 Seiten auf 4 (d. s. 2 Doppel-)Blatt. 8°. – Schöner, großer Brief an den Schweizer Literaturhistoriker, Kritiker und Feuilletonredakteur der Neuen Zürcher Zeitung Eduard Korrodi (1885–1955) aus Rilkes letztem Lebensjahr. Gegen Ende des Vorjahres war der Dichter erneut ins Sanatorium Valmot gekommen, wo er bis Ende Mai verbleiben sollte. Korrodi wisse, daß er „im Allgemeinen nicht und nie lese, was etwa über meine Publikationen veröffentlicht wird (um die zentrale Haltung im Innern meiner Arbeit nicht aufgeben zu müssen)“, doch seien ihm nun „diese Woche die letzten Correctur-Bogen jenes Buches französisch entworfener Verse“ – d. i. „Vergers suivi des Quatrains Valaisans“ – zugegangen, „das in der Collection ‚Un Œuvre, un Portrait’ (aux Editions de La Nouvelle Revue Francaise) nächstens an den Tag kommen wird. Ich weiß nicht, ob das bescheidene Erscheinen der kleinen Auswahl die Vorwürfe, die sich wider mich erhoben haben, erneuern und vermehren wird. Aber ich bitte Sie, lieber Herr Dr. Korrodi, schon heute um die Gunst, mir in Ihnen einen Mitwisser schaffen zu dürfen und einen Vertreter der wirklichen Anlässe, die meiner französischen Nebenleistung und ihrer Bekanntmachung zugrunde liegen. Das Absurde erscheint mindestens überflüssig; und in diese Rubrik, des überflüssig Absurden, müßte ich die Vermutung einstellen, zu denen meine Versuche, einer nicht ursprünglich meinigen Sprache ein Eigenes und Eigentümliches abzuringen, den Vorwand geboten haben“. Es folgt eine sehr anschauliche Beschreibung des Buches, das zusammen mit den anderen zwischen 1924 und 26 entstandenen Gedichten – veröffentlicht mit den Titeln „Les fenêtres. Dix poèmes“ (1927) und „Les roses“ (1927) – fast das gesamte in französischer Sprache geschriebene Opus Rilkes ausmacht: „Es ist schließlich niemand (nicht wahr?) verpflichtet zu wissen, welche Bedeutung die große schweizerische Gastfreundschaft, nach jenen Jahren tiefster Verstörung und Unterbrechung, für die Fortsetzung meines Lebens und meiner Arbeit mehr und mehr annehmen sollte; und ich frage mich, ob für mich eine Pflicht besteht, mich über diese Fügungen auszusprechen? Ich hielt es für hinreichend, ihre Ergebnisse, nach und nach, vorzulegen. Zu diesen gehört, nach den Sonetten an Orpheus und dem Band der Elegien, auch diese Sammlung französischer Verse, die ich recht passend mit dem (von der Königin Christine von Schweden für gewisse Aufzeichnungen gewählten) Titel ‚Nebenstunden’ hätte benennen dürfen. Nebenstunden: in denen gleichwohl ein Hauptgefühl sich geltend machte. Das Gefühl für die reine und großgeartete Landschaft, aus der mir, in Jahren der Einsamkeit und Zusammenfassung, ein unaufhörlicher und unerschöpflicher Beistand zugewachsen war. Abgesehen von jenen frühesten jugendlichen Versuchen, in denen die Einflüsse meiner [P]rager Heimath sich durchsetzen wollten, hatte ich mich nie mehr hingerissen gefühlt, eine erlebte Umgebung unmittelbar im Gedicht zu rühmen, sie zu ‚singen’; nun erhob sich, im vierten dritten Jahre meines dort Angesiedeltseins, aus mir eine walliser Stimme, so stark und unbedingt, daß die unwillkürliche Wortgestalt in Erscheinung trat, bevor ich ihr das Mindeste gewährt hatte. Nicht um eine beabsichtigte Arbeit handelt es sich hier, sondern um ein Staunen, ein Nachgeben, eine Überwältigung. Um die Freude, mich unvermutet an einer mehr und mehr erkannten Landschaft zu bewähren; um die Entdeckung, mit ihr umgehen zu dürfen im Bereich ihrer eigenen Laute und Akzente. Und ganz zuletzt, wenn alles erwähnt sein soll, um die beglückende Erfahrung, jünger zu sein, fast jung im Gebrauch einer zweiten Sprache, in der man bisher nur aufnehmend oder praktisch betätigt gewesen war und deren steigender Überfluß (wie man das ähnlich, in jungen Jahren, an der eigenen erfahren hatte) einen nun, im Raume des namenlosen Lebens, zu tragen begann. So ist also, seinen Ursprüngen nach, dieses Buch Gedichte zunächst ein schweizerisches Buch, und es war mir recht, daß, neben dem von Freunden gewählten Titel ‚Vergers’, der Name der größeren Gedicht-Gruppe, um die herum die übrigen Verse sich angesetzt hatten, der ‚Quatrains Valaisans’, auf dem Umschlag mit zur Geltung kommen soll [...]“. – Mit einigen kl., unbed. Einr. und gelegentlichen Tintenwischern.