Komponist und Dirigent (1873-1916). 89 eigenh. Briefe und Postkarten mit U. Leipzig, Meiningen, Tegernsee u. a. O. Zusammen 315 SS. auf 186 Bll. 4to und 8vo.
35.000 €
(90400/BN59921)
Größtenteils unveröffentlichte, ebenso umfang- wie inhaltsreiche Korrespondenz mit seinen Verlegern Hugo und Gustav Bock über gelegentlich private Dinge ("Meine Frau u. ich haben sehr, sehr schwere Zeiten, indem in einer Woche der Vater meiner Frau und meine Mutter starben", 18. VI. 1911), hauptsächlich aber über geschäftliche Belange wie Abrechnungen, Tantiemen, Urheberrechte, Manuskriptkorrekturen, Werksankündigungen, Werbung sowie gute und schlechte Kritiken von Werken und Aufführungen, vor allem der 1909 erschienenen Chorsymphonie "Die Nonnen" (op.
112) und seines "Riesenbabys", des Klavierkonzerts in f-Moll op. 114 (1910): "Ihre pessimistische Ansicht betreff des Klavierconcerts vermag ich absolut nicht zu theilen; da irren Sie sich ganz gewaltig! Die Berliner Kritiken vermögen da höchstens 1 Jahr aufzuhalten; im Übrigen haben es außer Frau Kwast noch 4 Pianisten - alle sehr gut - schon aufs Repertoire genommen, sodaß Ihre Ansicht, daß Frau Kwast lange lange Zeit das Concert alleinig spielen wird, damit gründlichst widerlegt ist. Auch hat die Kritik in Lübeck [...] Stellung gegen die Berliner Kritik genommen; ferner: Abendroth, der das Werk in Lübeck dirigierte u. der - wie Ihnen bekannt - nach Essen a/Ruhr kommt, hat [das] Klavierconcert schon für nächstes Jahr in Essen aufs Programm gesetzt. Kurzum: Ihre Angst macht mich lächeln; Sie überschätzen total die Wirkung einer Berliner schlechten Kritik! Wir in der Provinz wissen doch zu genau, wer denn die Herren sind! Über meinen 100. Psalm sind sie ja in Berlin genau so hergefallen - u. das Werk erlebt jede Woche irgend eine Aufführung. Sie werden erstaunt sein, wie viel Aufführungen vom Klavierconcert wir im kommenden Winter haben werden! [...]" (aus dem Br. v. 1. III. 1911). Andere Werke, die (vereinzelt auch mit kleinen Notenzitaten) zur Sprache kommen, sind die Opusnummern 76, 82, 100, 106, 113, 115, 117, 118, 120, 123, 125, 126, 128, 129 und 130. - Auch Beethovens vermeintliche "Jenaer Sinfonie" wird angesprochen, die Max Reger für Klavier zu vier Händen arrangierte: "Von wegen der Symphonie aus der Jugendzeit Beethovens. Wie gesagt, es stehen da Dinge in der Partitur, die nur von Beethoven herrühren können u. ich bin der Ansicht, daß die Symphonie aus Beethovens Jugendzeit stammt - so vielleicht 4-5 Jahre vor der 1. Symphonie C Dur. Für jeden Fall bringe ich die Symphonie sofort nach Erscheinen i. Meiningen u. auf einer Tournee. Aber bis 1. Januar 1912 muß ich Partitur u. Orchesterstimmen haben. Den 4hdg. Klavierauszug der Symphonie mache ich natürlich [...]" (7. IX. 1911). - "Geschwinde noch eine Sache: ich habe für die amerikanische Kirche einige Responsorien für 4stimmigen Chor geschrieben; dieselben sind nur in der Kirche möglich, also niemals im Konzertsaal denkbar; auch würde ich die Sachen, wenn dieselben im Conzertsaal gebraucht werden könnten, niemals komponiert haben, da es gar keine Texte zum Komponieren sind, sondern lediglich Dinge, die nur im Rahmen des Gottesdienstes verwendbar sind [...]" (29. IX. 1911). - Größtenteils gut erhalten, einige wenige Schreiben zusammenmontiert bzw. fragmentarisch..
Komponist und Pianist (1873-1916). Portraitpostkarte mit eigenh. U. O. O. 8vo.
450 €
(95702/BN63395)
An Hermann Sturhahn in München.
Komponist, Organist, Pianist und Dirigent (1873-1916). Eigenh. Brief mit Unterschrift. München. Gr.-8vo. 3 pp. Auf seinem Briefpapier. Leicht gebräunt. Tinte schwach durchschlagend.
2.500 €
(100424)
An einen Herrn des Wiener Ansorge-Vereins, Zahlungen und bevorstehende Konzerte betreffend. Er bittet zu veranlassen, „daß Frl. Kerndl“ (die Pianistin und Violinistin Ella K.) „in dem betreffenden Konzerte am 26. März spielt, da ich nicht Berufspianist, sondern nur Kammermusikspieler bin. Bitte, thun Sie da Ihr Möglichstes, daß Frl. Kerndl die Sachen aus op 45“ (6 Intermezzos) „spielt! Geben Sie mir bitte umgehendst Nachricht, ob ich an Frl. Kerndl auch schreiben soll, daß sie die Sachen aus op 45 spielt. (Die Sonate op.
72 u. die Lieder würde ich spielen) Nun wegen der beiden Themen: man hat mir zeitlebens (nicht die Kritik, sondern so im Gerede der Leute!) vorgeworfen, daß meine Musik so schwer verständlich sei, daß ich allem Bekannten so sehr aus dem Wege ginge. Da ‘ermannte’ ich mich ... u. wollte ‘verständlicher’ werden durch diese beiden Themen!“ – Reger widmete sein op. 72 „Den deutschen Kritikern“ und baute diese auf den beiden Noten-Anagrammen „a–f–f–e“ bzw. „es–c–h–a–f“ auf, die an Eindeutigkeit nicht zu überbieten waren. – „Die Absicht ist die, allen denen die von der Unverständlichkeit, der Geschraubt- u. Verrücktheit des op 72 sprechen, mit gutem Gewissen u. völlig der Wahrheit gemäß sagen zu können, daß mein op 72 ganz leicht verständlich sei; man möchte sich nur die 2 Themen ansehen. Bitte à discretion! […]“.
Komponist, Organist, Pianist und Dirigent (1873-1916). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Leipzig. Gr.-8vo. 2 pp. Auf seinem Briefpapier. Leicht gebräunt. Kleine Einrisse am Unterrand. Gelocht.
1.800 €
(100425)
An den Musiker und Konzertagenten Norbert Salter, mehrere Konzerte betreffend. „[…] anbei 3 Bilder von mir […] Anbei finden Sie auch Zettel und Programmentwurf für Stettin. Bitte fragen Sie doch in Danzig an, wie die Orchesterproben zu den beiden Concerten am 11. + 13. November liegen; ich muß das balde wissen, damit ich mich mit meiner Zeit einrichten kann, ferner: wie heißt der Dirigent in Danzig? […]“ – Im Nachwort fügt er an: „Bitte, machen Sie die betr. Leute aufmerksam, daß mir meine Bilder sogleich nach den Concerten zurückgegeben werden müssen.“ Beiliegend eine Kunstpostkarte (Karikatur mit Reger am Klavier) an A.H.
Wolff: „[…] Ihr Herr Schwiegersohn hat heute 50 M gesandt; wir haben uns sehr gefreut darüber 5 […]“ (Leipzig 1899)..
verkauft
Eigenh. beschr. Kuvert mit eigenh. Absenderangabe.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
„Herrn | Dr. Walter Paetow | Friedenau bei Berlin | Sponholzstraße 14a“. - Die Absenderangabe auf der Rückseite „Abs. Reger, Leipzig | Kaiser Wilhelmstraße 68 I“.
Portraitphotographie mit eigenh. Unterschrift auf dem Bilduntersatz.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Das Bromsilber-Portrait zeigt den Komponist im Halbprofil nach links, um 1905. Mit Fotografenprägestempel: VERITAS MÜNCHEN. Von Max Reger signiert, das Foto leicht verblasst. - Stephanie Pauline Held-Ludwig, geb. Edelstein (1871-1943 KZ Theresienstadt) unterhielt in München das damals renommierte Atelier Veritas.
14 eigenh. Briefe mit U. und 1 eh. Postkarte mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Freundschaftliche Korrespondenz mit dem Chirurgen Vinzenz Czerny (1842–1916) in Heidelberg, bei dem Reger während seiner Aufenthalte in Heidelberg zu wohnen pflegte. – I: „Verzeihen Sie freundlichst, wenn ich Ihnen erst heute verbindlichsten Dank sage für Ihre liebenswürdige Einladung, bei Ihnen während meines demnächstigen kurzen Aufenthaltes zu Heidelberg zu wohnen, welche überaus freundliche Einladung mir Ihr Herr Sohn in Berlin überbrachte u. die ich mit aufrichtigstem Dank annehme. – Allein ich bin seit 3 Wochen von Konzertsaal zu Konzertsaal, von Eisenbahncoupés zu Eisenbahncoupés gewandert, u. kam erst gestern nachts nach München zurück [...] Hoffentlich störe ich nicht allzusehr; mit Üben werde ich Sie nicht langweilen, weil ich auf Reisen überhaupt nie übe [...] Von Heidelberg aus gehe ich nach Mannheim, Regensburg u. Wien [...]“ (Br. v. 18. Januar 1905). – II: „[...] Natürlich schreibe ich wieder im Hotel; mit einer ‚wunderbaren’ Tinte u. Feder. An Ihre tapfere ‚musikalische Walküre’ Frl. Tochter werde ich in aller- allernächster Zeit selbst schreiben u. ihr meinen bewunderungsvollsten Dank sagen! Überall, wo ich es erzähle von meinem op 86 in Mannheim mit Frl. Czerny am Klavier[,] erregt dies Heldenstücklein par excellence die hellste Bewunderung! [...]“ (Br. v. 17. Februar 1905). – III: „[...] Ich wäre Ew. Excellenz sehr verbunden, wenn Sie die große Güte hätten, mir in nachfolgender Sache Auskunft gewähren zu wollen! Nämlich: ein Herr aus Heidelberg hat hierher ‚wohlwollender’ Weise einen Brief geschrieben, daß ich wegen meines – (doch an sich unschuldigen) Ulkes mit dem Plakat am Bahnhof zu Heidelberg eben verhaftet werden sollte u. daß es nur den Bemühungen Ew. Excellenz zu danken wäre, wenn ich nicht verhaftet werde! Da mir persönlich sehr viel daran liegt, Licht in diese Sache zu bringen, so wäre ich Ew. Excellenz zu ganz besonderem Dank verpflichtet, wenn Ew. Excellenz die große Güte hätten, mir darüber frdl. Auskunft geben zu wollen! Soeben habe ich 100 M an den Rechtsschutzverein für Frauen u. Mädchen zu Heidelberg abgesandt, welche Geldbuße mir abverlangt wurde, wenn ich nicht eine gerichtliche Verfolgung der Affaire mit dem Plakat haben wollte! Es scheint, daß es in Heidelberg Kreise gibt, die einen doch schließlich unschuldigen Ulk nicht verstehen! [...]“ (Br. v. 26. Februar 1906; die Verso-Seite von Bl. 2 mit einem ganzseitigen e. Antwortentwurf von V. Czerny). – IV: „[...] Seit 5 Tagen sind wir nun in Petersburg, wo es uns famos gefällt! Gestern war das 1. Konzert mit der kaiserl. Hofkapelle, das ich dirigierte u. mit Siloti zusammen auf 2 Flügeln spielte! Es war ein ganz enormer Erfolg! Nach meiner Orchesterserenade, die ich vor 14 Tagen in Heidelberg dirigierte, bekam ich einen wundervollen silbernen Lorbeerkranz überreicht; heute (Sonntag) abend ist das 2. Konzert – Regerabend; nächsten Mittwoch hab’ ich dann noch Kammermusikabend mit E. Ysaye u. Siloti, in welchem Konzert ebenfalls fast nur Werke von mir zur Aufführung kommen. Die Regergemeinde in Petersburg ist viel, viel größer, als ich glaubte. Gestern war hier ‚zur Abwechslung’ mal wieder eine ‚Bombengeschichte’! Die 2 Kerle hat man schon erwischt u. auch schon gehenkt. Das Standgericht arbeitet hier mit unheimlicher Schnelligkeit [...]“ (Br. v. 16. Dezember 1906). – V: „[...] Was macht mein Portrait? Ist Lenbach No. II noch nicht fertig damit? [...]“ (Br. v. 29. Dezember 1906). – VI: „[...] Ich muß heute noch die Nacht durch nach Darmstadt fahren, wo ich am 6. Jan. ein sehr, sehr anstrengendes Konzert im Hoftheater habe; morgen früh 8 Uhr komme ich an; von 10 Uhr hab’ ich Orchesterprobe, die mindestens so 3 Stunden dauern wird [...]“ (Br. v. 3. Januar 1908). – VII: „[...] im Mai 1910 soll in Dortmund ein Reger-Musikfest stattfinden, zu dem eine Reihe der namhaftesten Künstler Deutschlands ihre Mitwirkung zugesagt haben. Es sind beabsichtigt: 1 Kirchenconcert, 2 Kammermusikmatinéen, 2 Orchesterconcerte. Darf ich nun Ew. Excellenz ergebenst bitten, uns gütigst gestatten zu wollen, daß wir Ew. Excellenz illustren Namen mit ins Comité für dieses Musikfest aufnehmen dürfen, woraus uns ungeheuere Förderung der Sache erwüchse [...]“ (Br. v. 24. Juni 1909). – VIII: „Ew. Excellenz danke ich verbindlichst für [...] frdl. Worte anläßlich meiner Promovierung zu[m] Dr med, mit der ich selbst am allermeisten überrascht wurde u. welche Ehrung mich aus dem Grund so sehr erfreut, weil ich da in höchst respektable Gesellschaft: Hans Thoma u. Wilh. Raabe gekommen bin. Eine ärztliche Praxis werde ich nicht ausüben – lieber für die Unsterblichkeit als für die Sterblichkeit arbeiten [...]“ (Br. v. 17. Oktober 1910). – IX: Nach einem Aufenthalt in Heidelberg: „[...] Die fidele Gesellschaft fuhr bis Weimar zusammen, nachdem wir in Frankfurt zu Mittag gegessen haben; es war eine sehr lustige Fahrt, u. versuchte ich vergebens die Wogen der fidelitas zu dämpfen, da mir jeglicher Sinn für Humor abgeht; ich versuchte erzieherisch zu wirken u. meinen Mitreisenden mit ernsten Themen die Zeit zu vertreiben – leider umsonst! So werde ich immer in meinen besten Absichten verkannt [...]“ (Br. v. 27. Oktober 1910; mit kleinem Ausriß auf Bl. 2). – Meist auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
Eigenh. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
An Kurdirektor Beckerath in Bad Pyrmont: "Also 20.+21. July steigt die Sache. Wir kommen am 18. July abends in Pyrmont an, am 19. July vormittags 10 Uhr machen wir die Orchesterprobe; am 19. July nachmittags die Probe für die Matinee. Am 20. July vormittags machen wir dann die Orchestersachen nochmal durch! Ich habe mir soeben überlegt: um Zeit zu sparen, fahren wir von 18.-19. July die Nacht durch u. kommen am 19. July früh in Pyrmont an; um 10 Uhr dann Orchesterprobe am 19. July; Violinconcert - Busch (Geiger) muß da sein - und Hillervariationen; am 19. July nachmittags gegen 6 Uhr dann Probe für die Matinée. Frau Dr. Fischer begleite ich. Noten zur Suite bringe ich mit; desgl. zu Brahms op 78. Meine Noten zu den Beethovenvariationen bringe ich mit; Busch muß 2. Klavier da spielen u. Fritz Busch muß die Noten dazu haben [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Sächsischen Hofs in Meiningen.
Eigenh. Musikmanuskript mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
„Mittag“. – Druckvorlage des Liedes für „Gesang“ und „Pianoforte“ mit dem vollständig unterlegten Text: „Zwischen Mohn und Rittersporn hab ich träumend heut gelegen | Wogend strich das reife Korn, Mittagsglut auf allen | Wegen. Nur ein weisses Wölkchen zog durch die | glanz durchflirrten Räume und mein weites Sehnen| flog leuchtend durch das Blau der Träume“ (nach E.L. Schellenberg). Aus den „Schlichten Weisen“, op. 76 Band III. Nr. 35. Am Oberrand bezeichnet: „Für mittlere Stimme | Andante con moto“, „Frau Anna Erler-Schnaudt zugeeignet“. Am Schluss eine e. Widmung m.U. von Elsa Reger an den Musikkritiker Alexander Berrsche (1883-1940): „Unserem lieben Alexander Berrsche | zur Erinnerung an den 10 – 12 Mai 1930 | mit herzlichem Dank […]“. – Berrsche war seit 1903 Schüler Max Regers. Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt war er seit 1907 Musikkritiker an verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, von 1912 an Konzertkritiker der ‚Münchner Zeitung’. Seine Vorliebe galt vor allem der Musik von Max Reger und Hans Pfitzner.
Portraitpostkarte mit eigenh. U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Sepiafarbenes Portrait im ¾-Profil aus dem Verlag Verlag Hermann Leiser, Berlin, Nr. 2982. - Je nach Lichteinfall etwas silbrig.
Eigenh. Brief mit Unterschrift.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
An seinen Freund Hans von Ohlendorff (“Lieber Hansl“), seit 1910 Vorstandsmitglied der Philharmonischen Gesellschaft in Hamburg. „Es ist etwas saudummes passiert, das mir höchst unangenehm ist. Mengelberg hat in Frankfurt a/M mein Concert im alten Styl, wo doch die Uraufführung in Hamburg am 28. Oktober sein sollte, gemacht u. zwar sehr schlecht gemacht. Ich bitte Dich hiemit dringendst, den Herren in Hamburg vom philharmonischen Comité folgendes zu sagen: ... ich habe noch am Tage vor der Frankfurter Aufführung telegraphiert, daß die Frankfurter Aufführung unmöglich vor der Hamburger sein dürfe - ohne Erfolg; Mengelberg hat sich einfach nicht daran gekehrt; sodann: ich habe bereits Ende Mai Bote & Bock darauf aufmerksam gemacht, daß die Uraufführung in Hamburg am 28. Okt. ist. Also: ich habe alles gethan, um die Frankfurter Aufführung zu verhindern - leider ohne Erfolg! […] Folgendes theile ich Dir allein noch mit: wenn ich die Sachlage beurtheile, scheinen die entsetzlich geldgierigen Bote & Bock nicht ganz unschuldig an der Sache zu sein! Bitte, behalte Du das für Dich; ich werde Dir, wenn ich in Hamburg bin alles mündlich erzählen […]“ Die Uraufführung seines „Konzerts im alten Stil“ op. 123 hatte am 4. Oktober im Museumskonzert in Frankfurt unter der Leitung von Willem Mengelberg stattgefunden. Die Hamburger Aufführung folgte am 28. Oktober.
Eigenhändige Unterschrift auf einer Quittung des Verlages Breitkopf & Härtel.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Max Reger quittiert seinem Leipziger Verleger den Empfang von: „Hundert Mark [...] als Honorar für meine Bearbeitung für Klavier zu vier Händen von ,Introduktion und Passacaglia’“. - Max Reger war nach seiner Stelle als Leipziger Universitätsmusikdirektor und Professor am Königlichen Konservatorium von 1911 bis 1914 Hofkapellmeisters der Meininger Hofkapelle, übte aber weiterhin seine Leipziger Lehrtätigkeit aus. - Das 1899 entstandene Orgelwerk „Introduktion und Passacaglia d-moll“ gehört zu den beliebtesten Kompositionen Regers. Seine Bearbeitung für Klavier zu vier Händen verlegte Breitkopf & Härtel 1914. - Wohl erhalten.
3 eigenhändige Briefe mit Unterschrift und 1 eigenh. Postkarte mit Unterschrift.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Vier eigenhändige Schreiben mit Unterschrift an den Vorstand des Lehrergesangsvereins Nürnberg, den Ober- bzw. Hauptlehrer Leonhard Meyer, aus den Jahren 1912 bis 1916. Im ersten Brief erläutert Reger, weshalb er für den Winter 1912/13 keine Konzerte mehr annehmen kann. in den späteren Briefen äußert er sich ausführlich zu Konzertvorhaben in Nürnberg mit genauen Terminangaben, Programmvorschlägen etc. Den letzten Brief schrieb er wenige Monate vor seinem Tod. Seltene Brieffolge. Berühmtheit erlangte Reger vor allem durch seine Kompositionen für die Orgel. Reger entdeckte die alten barocken Gattungen Choralvorspiel, Fantasie und Fuge sowie Passacaglia wieder und entwickelte sie weiter. Während Regers formale Quellen im Barock liegen, steht er klanglich eher in der Tradition von Brahms und Liszt. 1911 wurde Max Reger Hofkapellmeister in Meiningen, wo er bis Anfang 1914 blieb. Die intensive Kompositions- und Konzertiertätigkeit führt er auch fort, nachdem er 1915 nach Jena zog, von wo aus er einmal wöchentlich für seine Lehrveranstaltungen nach Leipzig fuhr. Auf einer dieser Reisen erlag Reger im Mai 1916 einem Herzversagen. Max Reger gehört wie Anton Bruckner, Hans Pfitzner und Gustav Mahler zu den vier Komponisten, deren Meisterrang in „Vier Meister der Musik“ von Walter Abendroth herausgestellt werden. Abendroth weist in seinem Buch auf das historisch-notwendige Pensum ihrer Lebensleistung hin und auf den musikgeschichtlichen Platz, den sie eroberten und "von welchem niemand und nichts sie mehr herunterstoßen kann […] Ihr menschliches Wesen und ihre Kunst sind zwar von geistigen und mentalen Kräften der deutschen Lebenssphäre geprägt worden. Sie unterscheiden sich darin durchaus etwa von lateinischer, slawischer oder sonstiger anderer Art. Aber ihnen gebührt Mitwirkung im vielsprachigen Kulturkonzert der Nationen, das ohne ihre Stimme unvollständig ist." Max Reger stehe für die hohe Kunst altklassischer Kontrapunktik ("Kaum ein anderer Musiker seit Bach hat die mystische Mathematik dieser Kunst so beherrscht wie Reger.“) und genauso für den schöpferischen Trieb, neue Möglichkeiten zu finden, das Neugewonnene auszuweiten, zu steigern, zu übersteigern sogar.
Kabinettphotographie mit eigenh. Widmung und Unterschrift.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Hübsches Kniestück des Komponisten in einem Sessel sitzend, den Blick direkt in die Kamera gerichtet. Mit Widmung „Frau Justizrath Arnheim zur frdl. Erinnerung an Dr. Max Reger.“. Photographie: E. Hoenisch, Leipzig. - Wohl erhalten. - Die Photographie dürfte in einer Sitzung mit dem Photographen Ernst Hoenisch 1909 entstanden sein. Max Reger gehört wie Anton Bruckner, Hans Pfitzner und Gustav Mahler zu den vier Komponisten, deren Meisterrang in „Vier Meister der Musik“ von Walter Abendroth herausgestellt werden. Abendroth weist in seinem Buch auf das historisch-notwendige Pensum ihrer Lebensleistung hin und auf den musikgeschichtlichen Platz, den sie eroberten und "von welchem niemand und nichts sie mehr herunterstoßen kann […] Ihr menschliches Wesen und ihre Kunst sind zwar von geistigen und mentalen Kräften der deutschen Lebenssphäre geprägt worden. Sie unterscheiden sich darin durchaus etwa von lateinischer, slawischer oder sonstiger anderer Art. Aber ihnen gebührt Mitwirkung im vielsprachigen Kulturkonzert der Nationen, das ohne ihre Stimme unvollständig ist." Max Reger stehe für die hohe Kunst altklassischer Kontrapunktik ("Kaum ein anderer Musiker seit Bach hat die mystische Mathematik dieser Kunst so beherrscht wie Reger.“) und genauso für den schöpferischen Trieb, neue Möglichkeiten zu finden, das Neugewonnene auszuweiten, zu steigern, zu übersteigern sogar.
Eigenh. Brief mit Unterschrift.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
An Dr. Eberhard Margulis (1874-1942) in Kolberg, der im Sommer 1909 Röntgenaufnahmen von Reger gemacht hatte: „Sie fragen mich s.Z. nach meinen ,Bedingungen’, wenn ich mit Ihrer Frau Schwester jetzt musicierte! So: nun hören Sie: Sie hatten heut vormittag die Güte 2 Röntgenaufnahmen von mir zu machen u. ist nun meine ,Bedingung’ die: ich musiciere sehr gerne mit Ihrer Frau Schwester, u. nehme ich dafür selbstredend nicht einen Pfennig! So, das ist meine Bedingung! Dagegen können Sie einfach nichts machen! Und wenn Sie was dagegen thun wollen, dann werde ich bayerisch-ungemüthlich! Bitte lassen Sie mir von den beiden Röntgenaufnahmen je 12 Stück Bilder - also 24 im Ganzen machen! Ich brauche 24 Stück! Sie selbst ddürfen für sich u. Ihre Frau Schwester natürlich auch welche machen lassen! Bitte, allsen Sie aber sicher beide Platten gut aufheben, damit man jederzeit weitere Bilder davon haben kann! Sie müssen mir aber sagen, was Sie für die Photographien ausgelegt haben, damit ich Ihnen das ersetzen kann. Sehr dankbar wäre ich Ihnen, wenn ich die 24 Bilder noch vor unserer Abreise erhielte! […] Manschettenfeind u. Kravattenconservator.“
Eigenhändiges musikalisches Albumblatt mit Unterschrift.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Hübsches Albumblatt mit Noten- und Textzeile „ B-A-C-H ist Anfang u. Ende aller Musik“.
Eigenh. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
An den befreundeten Violinvirtuosen Waldemar Meyer in Berlin über einige seiner Werke und seine Musikauffassung: "Für Ihren Brief besten Dank! Op 72 u. 74 ist 'nicht leicht zu behalten', gewiß, Sie haben Recht! Allein gestatten Sie mir: ich bin seit frühester Jugend Musiker, habe zu einer Zeit als ich noch nicht 10 Jahre alt war, den großen, großen Sebastian in seinen größten Orgelschöpfungen 'auf' der Orgel gespielt, u. kurzum, daß ich meine eigenen Wege gehe - das ist kein Fehler; ich bin nicht 'Umstürzler' aus Prinzip - es kann nicht leicht einen glühenderen Bewunderer der alten Meister als mich geben - u. gerade die großen alten Meister, u. die Erkenntnis, daß seit Brahms' Tode unsere Komponisten immer mehr im 'Sumpf' der symphonischen Dichtung untergehen u. sogar schöne Begabungen an diesem 'Irrlicht' zu Grunde gehen - gerade diese 2 Gründe haben mich zu dem gemacht, der ich heute bin! Glauben Sie mir, niemand wünscht mehr als ich das Wiedergeboren-werden eines Mozart, der mit göttlich-leichter Hand aufräumt mit all dem Wust, den mißverstandener Wagner, Liszt u. R. Strauss gezeitigt haben! Mein op 77b ist nun fabelhaft einfach u. klar; ich hab' damit all denen, die mir immer vorwerfen ich könnte nicht einfach schreiben, eine kleine Lektion erteilt! Ich bin Ihnen aufs Herzlichste verbunden, wenn Sie Sich nun meiner neuen Sachen annehmen wollen! Ich habe sofort nach Leipzig geschrieben u. hoffe sehr, daß es möglich sein wird, dort einen Abend mit dem Essener Programm zu machen […]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.

