deutscher Komponist und Musikpädagoge schweizerischer Herkunft (1822-1882). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Wiesbaden. Gr.-8vo. 1 p. Leicht gebräunt.
3.500 €
(94610)
An einen Dirigenten, dem er für die Aufführung seiner 4. Symphonie dankt. – Die Premiere des Werks hatte im Februar des Jahres am Königlichen Hoftheater in Wiesbaden stattgefunden. „[…] Meine Frau hat mir Programm und Breslauer-Zeitung nachgeschickt, während ich in Sondershausen war, aber ich gelangte dort wirklich nicht dazu Briefe zu schreiben, in dem ich 3 Tage lang v. früh bis spät an den Auflagenstimmen meiner 5. Symphonie corrigirte, von welcher ich dort zu meiner persönlichen Information ein paar Proben abhielt […]“
Komponist (1822-1882). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Frankfurt a. M. 8vo. 1 1/4 pp. Doppelblatt.
2.500 €
(96873)
An den namentlich nicht genannten Otto von Königslöw (1824-1898) „Hochverehrten Herrn und Freund!“: „Schönen Dank für den uns bezeigten Art freundlicher Duldsamkeit. Seien Sie versichert, daß wir denselben zu schätzen wissen. Leider nur haben Sie sich durch Ihre wohlwollende Willfährigkeit ein neues Ungemach auf den Hals gezogen. Meine Frau findet nämlich, daß es sehr hübsch wäre, wenn Sie Ihre Freundlichkeit dadurch die Krone aufsetzten, daß Sie nach der Musik ein Stündchen für eine kleine gefällige Zusammenkunft der Lehrer und einiger Schüler in unsere Privatwohnung übrig behielten.
Jetzt weiß ich nun wohl, daß ein Mann in Ihren Jahren, den in der nächsten Zeit nach allen Regeln der Kunst todtgehetzt wird, ganz und gar berechtigt ist, ,Nein’ zu sagen. Allein auf die Gefahr eines unliebsamen Refuses hin habe ich meiner Frau versprochen, auch in dieser ,häuslichen’ Angelegenheit an Sie zu schreiben. Sagen Sie nicht ,nein’! Wir werden Ihnen die Sache so bequem als irgend möglich machen. Ihre geneigte Einwilligung entgegensehend bin ich mit schönsten Grüßen von den Meinigen u. mir […]“.
Komponist (1822-1882). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Luzern. 8vo. 1/2 p. Gebräunt; leicht angeschmutzt.
4.500 €
(96874)
An einen namentlich nicht genannten Komponisten: „Leider habe ich nicht das Vergnügen, Sie in Wiesbaden zu sehen, da ich bis dorthin unmöglich von hier aus zurück sein kann. Sie werden in Weimar selbst finden, daß die ff. Kumpel u. Genossen mein Quintett, welches Sie mit Lassen [d.i. Eduard Lassen, 1830-1904] bereits gespielt haben, ganz gut kennen, und sollten Sie eines Rathes befürfen, so wird Liszt gewiß gern bereit sein, Ihnen einen solchen zu ertheilen, wenn Sie ihn darum bitten. Ich selbst kann nicht vor dem 25. d.M. in Weimar eintreffen. […]“
verkauft
Eigenh. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
An die Musikalienverlagshandlung C. F. Peters mit dem Angebot mehrerer Kammermusikstücke zur Veröffentlichung, darunter die "Phantasiestücke" für Violoncello und Klavier (op. 86) sowie eine Violinsonate, die Raff als ausgesprochen gelungen anpreist: "Ihrem gef. Wunsche gemäß lege ich Ihnen anbei die Manuscripte des Duo, und der Fantasiestücke für Piano & Violoncell vor. Obgleich Sie nur das Eine der Beiden Werke behalten zu wollen in Aussicht stellen, so erlaube ich mir gleichwohl auch die Violinsonate beizulegen. Ich darf, ohne unbescheiden zu seyn, sagen, daß dieses Werk zu dem Besten gehört, das seit Beethoven in dieser Gattung producirt worden ist [...]". - Mit Empfängervermerk und Spuren alter Montage verso.
Eigenh. Albumblatt mit Unterschrift.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
„Der Bazar gleicht dem großen Markt des Lebens darin, daß hier wie dort Alles Alles geboten wird; aber er gleicht ihm darin nicht, daß auf ihm nur Schönheit und Liebenswürdigkeit die Verkäuferinnen sind, während auf dem Markt des Lebens gerade das Wünschenswertheste oft von der Häßlichkeit und Rohheit erkauft werden muß.“ - Der im Schweizer Lachen am Zürisee geborene Sohn eines schwäbischen Lehrers bildete sich musikalisch weitestgehend selbst und wurde bald bereitwillig von Mendelssohn und Liszt gefördert; Hans von Bülow wurde sein Schüler und lebenslanger Freund. Raff „opferte Liszt sein halbes Leben“ (Bülow, Briefe u. Schriften, I, 338) als dessen Privatsekretär und instrumentierte ihm zahlreiche Orchesterwerke. In den 1870ern zählte der auch von Brahms hochgeschätzte Raff zu den „meistgespielten Komponisten, auch im Ausland“ (MGG 10, 1862). - Schönes Stück in Raffs charakteristischer, ansprechender Handschrift.


