Henry Hugo Pierson

Pierson, Henry Hugo

deutscher Komponist englischer Herkunft (1815-1873). Eigenh. Brief mit Unterschrift. ohne Ort. 4to. 1 p. Rotes Siegel.
850 € (91883)

An Dr. Becher: „[…] I rather fancy you were at my shop this morning, while I was out - if so, I regret very much not having seen you again - I send you a very small souvenir, in the shape of a heart[…], which I hope you will wear- take the will for the deed, I fancy it a valuable present = the spirit indeed was willing, but the purse was week […]“ Er war ebenfalls bekannt unter den Pseudonymen Edgar Mansfeld, Edgar Mansfeldt und dann, in Deutschland lebend, als Heinrich Hugo Pierson. Pierson war der Sohn eines anglikanischen Geistlichen, der zum Zeitpunkt seiner Geburt am St John’s College (Oxford) tätig war und später Domdekan der Kathedrale von Salisbury wurde.

1836 immatrikulierte er sich am Trinity College (Cambridge). 1839 kam er zum Musikstudium nach Mitteleuropa und studierte vor allem bei Christian Heinrich Rinck, Václav Jan Křtitel Tomášek und Carl Gottlieb Reißiger. Von August bis Oktober 1842 unternahm er mit Mary Shelley und ihrem Sohn Percy Florence Shelley, den er vom Trinity College kannte, eine Reise von Dresden über Prag, Linz, Salzburg, Innsbruck, Verona, Venedig und Florenz. Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien wurde er 1844 zum Reid Professor of Music an der Universität Edinburgh berufen. Da es zu Streitigkeiten kam, trat er jedoch schon 1845 von diesem Amt zurück und ging im selben Jahr ganz nach Deutschland. Ab 1863 lebte er in Stuttgart. In seiner Wahlheimat hatte er vor allem Erfolg mit Opern und Liedern. Insbesondere seine Bühnenmusik zu Goethes Faust II, uraufgeführt am 25. März 1854 in Hamburg, wurde bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts immer wieder aufgeführt. Ab 1860 komponierte er eine ganze Reihe von Stücken für Männerchor. Er ist in Deutschland auch bekannt, weil eine Melodie, die er ursprünglich für Thomas Campbells Ye mariners of England komponiert hatte und dann 1860 für Ludwig Bauers Volkshymne Beharrlich! überarbeitet hatte, zur Melodie des im Ersten Weltkrieg sehr beliebten deutsch-nationalistischen Liedes O Deutschland hoch in Ehren wurde. Hubert Parry nahm im Jahr 1867 Unterricht bei ihm. Pierson hatte Anfang der 1840er Jahre eine Affäre mit der damals sehr bekannten Improvisatrice (Stegreifdichterin) Karoline, geb. Leonhardt (1811–1899), die zu diesem Zeitpunkt noch mit Johann Peter Lyser verheiratet war. Er heiratete sie nach ihrer Scheidung von Lyser 1844. Das Paar hatte drei Söhne und eine Tochter; außerdem zwei Söhne und eine Tochter aus Karolines erster Ehe mit Lyser; einer der Söhne, Reginald Henry Holmer Pierson (1846–1906), betrieb ab 1880 in Coswig (Sachsen) das Sanatorium Lindenhof (heute Fachkrankenhaus Coswig). Die anderen beiden Söhne Edgar Mansfield Pierson (1848–1919) und Henry (Georg) Pierson (1851–1902) gründeten nach ihrem Studium den zur damaligen Zeit bekannten Pierson’schen Verlag in Dresden, den Edgar später erfolgreich allein führte und in dem 1889 Bertha von Suttners Die Waffen nieder! erschien. Wikipedia-Abfrage v. 28.2.2023.

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Pierson, Henry Hugo

deutscher Komponist englischer Herkunft (1815-1873). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Hamburg. 4to. 1 1/2 pp. Doppelblatt. Mit Adresse.
850 € (91884)

An Herrn Böhme von der Peter’schen Verlanshandlung in Leipzig: „[…] My friend, Mr David Hamilton of Edinburgh, has […] sent me the inclosed letter to you, which I take the liberty to forward. I am unfortunately prevented from going to Leipzig (as I intended) being very much occupied with the composition of an Oratorio for performance in England, I also by reason of my health wh keeps me at present in the house. - I feel ambitious to see some of my works published by your celebrated firm.

I beg to aks if I shall send you a marcia funebre […] wh I composed to Shakespeare’s Hamlet which was performed several times in the Theatre at Altona, + at Concerts in Hamburg, I was greatly admired. Hamilton has also taken the Ms with him, for performance at the Philharmonic Concerts in Edinburgh this winter. I have some Songs (deutsche Leider) especially ,Ein Trinklied am Rhein’, ,Schlachgesang der Schleswig-Holsteiner’, I several erotic Songs, which I should be happy to consign to your hands, if (as I hope) you will honour me by bringing them before the world […]“ Er war ebenfalls bekannt unter den Pseudonymen Edgar Mansfeld, Edgar Mansfeldt und dann, in Deutschland lebend, als Heinrich Hugo Pierson. Pierson war der Sohn eines anglikanischen Geistlichen, der zum Zeitpunkt seiner Geburt am St John’s College (Oxford) tätig war und später Domdekan der Kathedrale von Salisbury wurde. 1836 immatrikulierte er sich am Trinity College (Cambridge). 1839 kam er zum Musikstudium nach Mitteleuropa und studierte vor allem bei Christian Heinrich Rinck, Václav Jan Křtitel Tomášek und Carl Gottlieb Reißiger. Von August bis Oktober 1842 unternahm er mit Mary Shelley und ihrem Sohn Percy Florence Shelley, den er vom Trinity College kannte, eine Reise von Dresden über Prag, Linz, Salzburg, Innsbruck, Verona, Venedig und Florenz. Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien wurde er 1844 zum Reid Professor of Music an der Universität Edinburgh berufen. Da es zu Streitigkeiten kam, trat er jedoch schon 1845 von diesem Amt zurück und ging im selben Jahr ganz nach Deutschland. Ab 1863 lebte er in Stuttgart. In seiner Wahlheimat hatte er vor allem Erfolg mit Opern und Liedern. Insbesondere seine Bühnenmusik zu Goethes Faust II, uraufgeführt am 25. März 1854 in Hamburg, wurde bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts immer wieder aufgeführt. Ab 1860 komponierte er eine ganze Reihe von Stücken für Männerchor. Er ist in Deutschland auch bekannt, weil eine Melodie, die er ursprünglich für Thomas Campbells Ye mariners of England komponiert hatte und dann 1860 für Ludwig Bauers Volkshymne Beharrlich! überarbeitet hatte, zur Melodie des im Ersten Weltkrieg sehr beliebten deutsch-nationalistischen Liedes O Deutschland hoch in Ehren wurde. Hubert Parry nahm im Jahr 1867 Unterricht bei ihm. Pierson hatte Anfang der 1840er Jahre eine Affäre mit der damals sehr bekannten Improvisatrice (Stegreifdichterin) Karoline, geb. Leonhardt (1811–1899), die zu diesem Zeitpunkt noch mit Johann Peter Lyser verheiratet war. Er heiratete sie nach ihrer Scheidung von Lyser 1844. Das Paar hatte drei Söhne und eine Tochter; außerdem zwei Söhne und eine Tochter aus Karolines erster Ehe mit Lyser; einer der Söhne, Reginald Henry Holmer Pierson (1846–1906), betrieb ab 1880 in Coswig (Sachsen) das Sanatorium Lindenhof (heute Fachkrankenhaus Coswig). Die anderen beiden Söhne Edgar Mansfield Pierson (1848–1919) und Henry (Georg) Pierson (1851–1902) gründeten nach ihrem Studium den zur damaligen Zeit bekannten Pierson’schen Verlag in Dresden, den Edgar später erfolgreich allein führte und in dem 1889 Bertha von Suttners Die Waffen nieder! erschien. Wikipedia-Abfrage v. 28.2.2023.

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