Komponist (1869-1949). Eigenh. Postkarte mit Unterschrift. München. Quer-8vo. 1 p. Gelocht.
250 €
(100465)
An Magda Rusg in Gaisberg: „Heute - soeben früh 9 - habe ich Ihren Brief bekommen. Ich habe Sie sofort angerufen, aber es hieß, Sie seine schon fortgefahren, und kommen erst abends wieder. In Wien schon habe ich vergeblich mehrmals an Sie telefoniert, ohne daß auch nur eine Angestellte mir geantwortet hätte. Ich kann nur nicht täglich 20x versuchen, wenn Sie mich sehen wollen, so kommen Sie bitte nach Salburg abends, denn ich bin den ganzen Tat mit Proben, Theater und Konzert. […]“
Komponist (1869-1949). Eigenh. musikalisches Albumblatt mit Unterschrift. ohne Ort und Datum. Quer-8vo. 1 p. Karton, dreiseitiger Goldschnitt. Etwas gebräunt (lichtrandig). Teilweise leicht fleckig, kleine Läsuren.
1.200 €
(100493)
Notenzitat aus „Der Trompeter von Säckingen“ mit eigenh. Zusatz „Schluss des ,Trompeter’“ und eigenh. Widmung.
Komponist, Dirigent (1869–1949). Eigenh. Unterschrift auf Albumblatt. ohne Ort. Quer-32mo. 1 p.
240 €
(96081)
Eigenhändige Unterschrift Hans Pfitzners mit Datum. - Beiliegt: 1 Originalphotographie 81 : 89 mm, die Pfitzner beim Dirigat zeigt. - Aus der Autographensammlung des spanischen Pianisten Antonio Baciero (geb. 1936). Hans Pfitzner war ein deutscher Komponist, Dirigent und Musikpädagoge. Er ist bekannt für seine Opern, Orchesterwerke und Kammermusik. Pfitzner gilt als eine bedeutende Figur der deutschen Musiktradition des frühen 20. Jahrhunderts und war ein Vertreter des späten romantischen Stils. Zu seinen bekanntesten Werken gehört die Oper „Palestrina“, die 1917 uraufgeführt wurde und als sein Meisterwerk gilt.
In „Palestrina“ thematisiert Pfitzner das Leben des Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina und stellt Fragen zur Rolle der Musik im gesellschaftlichen und religiösen Kontext..
Komponist und Dirigent (1869–1949). 3 Postkarten (davon 2 eigenh.) mit Unterschrift. Unterschondorf und Essen. Quer-8vo. 3 pp.
1.000 €
(97208)
An die spätere Musikwissenschaftlerin und Musikagentin Thea Schlesinger (1902-2000): „Ich bin am 12ten Okt. 10.33 in Berlin […] wohne Hotel Bristol. Wollen Sie mich dort anrufen vielleicht gegen 1/2 12 oder sonst in der Frühe (9). Habe viel zu tun, Proben etc. wir müssen telefonisch eine Zusammenkunft ausmachen. […]“
Komponist und Dirigent (1869–1949). Eigenh. Postkarte mit Unterschrift. Straßburg. Quer-8vo. 1 p.
350 €
(97209)
An die Geigerin und spätere Hochschullehrerin Eva Bernstein (1894-1986): „Vielen herzlichen Dank für Ihre lieben, mir höchst wertvollen Zeilen.“
Komponist und Dirigent (1869–1949). Eigenh. musikalisches Albumblatt mit Unterschrift. ohne Ort und Jahr. Quer-32mo. 1 p.
750 €
(97210)
Notenzitat auf Kärtchen. Leicht gebräunt, die Ecken abgerundet.
Komponist und Dirigent (1869–1949). 2 eigenh. Briefe mit Unterschrift. Schondorf. 4to. 3 pp. Doppelblatt. Trauerrand. Mit 1 Kuvert.
2.200 €
(97211)
An die spätere Musikwissenschaftlerin und Musikagentin Thea Schlesinger (1902-2000): „Sie haben mir also wirklich geschrieben - nun sagen Sie mir: Geschah es ,von selbst’, d.h. auf Ihr Versprechen hin, oder auf einen kleinen Druck von dritter Seite, da ich Herrn Dr. Paul gegenüber bedauerte, daß Sie mir noch nicht geschrieben haben? Das würde mich interessieren. Also: Wahrheit! Nun, jedenfalls ist es mir sehr lieb, Ihren Brief zu haben. Warum ,konnten’ Sie bisher nicht schreiben, auch das möchte ich wissen.
Von mir nur, daß ich hier in Schondorf bin und zunächst bleibe - wie - mag ich nicht sagen. Wann und wie Sie mich sehen werden? Wenn Sie mich besuchen, was ich sehr hoffe. Vielleicht auch in München. […]“ II. „Ich hätte Ihnen schon früher geschrieben, aber, wenn es einem sowieso schlecht geht, so kommt von selbst noch so viel hinzu von schwerem daß man oft nicht weiß, wie es überhaupt auszuhalten ist. Ich habe wochenlang den schwersten Ärger durchgemacht wegen meines kranken Sohnes Paul, der in Stettin ist und in den Händen von Freunden, die mich ohne Nachricht lassen, über meinen Kopf hinüber Beschlüsse fassen, nie etwas beantworten u.s.w. - so daß ich hilflos sitze und mir alles gefallen lassen muß, was die Herren dort belieben - meinem Sohn zuliebe um dessen Gesundheit es sich handelt. Der Höhepunkt dieser Anstrengungen ist jetzt erreicht d.h. hoffentlich geht es nicht noch höher - ich habe einen fürchterlichen Tag hinter mir. Den Abend desselben aber such ich mir aus, an Sie zu schreiben. Nein, liebes Frl. Thea, ich komponiere nicht. Wie sollte ich können! Ich werde wohl nie mehr in die herrliche Verfassung kommen - es müßte ein Wunder geschehen. Seit […] müßte man ja an Wunder glauben, - aber Sie geschehen nur an denen, die in der Gnade sind; und das bin ich scheints, nicht. Doch genug von mir. Wie geht es Ihnen? Bitte schreiben Sie mir immer, was für Fortschritte die Genesung macht. Bei Ihren Eltern hat es mir, die kurze Zeit sehr gut gefallen; bitte, grüßen Sie sie sehr. Wenn Sie nun am 25. Aug. nach München kommen, wollen Sie dann in Schondorf mein Gast sein? Das würde mich sehr freuen, Sie würden meine Kinder kennen lernen, und - würden mir sicherlich wohl tun. Jedenfalls schreiben Sie mir bitte darüber - ich komme auch nach München; aber in Schondorf wäre es schon ruhiger, und Sie müssen sich schon etwas Zeit nehmen. […]“ - Im Jahr zuvor starb seine Frau Mimi..
Komponist und Dirigent (1869–1949). 2 eigenh. Briefe mit Unterschrift. Unterschondorf. Gr.-4to. 2 pp. Gedr. Briefkopf. Mit 2 Kuverts.
1.750 €
(97216)
An die spätere Musikwissenschaftlerin und Musikagentin Thea Schlesinger (1902-2000): I. „Wenn Sie auch nicht kamen - wie Sie versprachen - so schreiben Sie doch wenigstens. Aber mir ist die persönliche Unterhaltung lieber. Auch teile ich die Menschen ein in solche, die halten was Sie versprechen und die Anderen. Ich komme jedenfalls Mitte Oktober nach Berlin (Bristol). Kleistfeier in Frankfurt/Oder und Schülerkonzerte Akademie-Berlin. Wie geht es Ihrem Bein? Das interessiert mich fast am meisten.
Wann wird es ganz gut sein? Ich höre, daß am Balkan die Kinderlähmung gradezu grassiert. Und es giebt kein Mittel gegen diese furchtbare Krankheit! Wie es mir geht? Ich will lieber auf Ihre anderen Fragen antworten. Von den Asienreisenden habe ich aus Beirut Nachricht gehabt. Vor der Reise durch die Syrische Wüste. Nichts von Bedeutung. Ich komme von einer schönen Palestrina-Aufführung in Essen, in der zwei meiner früheren Schüler als Dirigent und Ighino - also hervorragend, mitgewirkt haben. Und aus dem Düsseldorfer ,Malkasten’. […]“ II. „Ich weiß gar nicht, daß ich Ihnen einen Brief ,schuldig’ bin. Ich weiß nur, daß ich kein Briefeschreiber bin und keine Zeit zu einer regelmäßigen Correspondenz habe; und daß wir uns immer sehen wollten, und Sie mir stets absagten, so daß es nie dazu kommt. Nun kam ich von 5 wöchentlichen Reise, und muß wieder am Mittwoch durchreisen, nach Essen, wo ich Palestrina dirigiere. Dann bin ich vom etwa 8t-17 in Schondorf u.s.w. […]“.
Komponist und Dirigent (1869–1949). Eigenh. Brief mit Unterschrift. München. 4to. 1 3/4 pp. Gedr. Briefkopf. Mit eigenh. Kuvert. Gebräunt.
800 €
(97417)
Launiger Altersbrief an den Komponist Helmuth Wolfes in New York über dessen Sohn Felix (1892-1971): „[…] Vielen Dank für Ihren frdl. Brief vom 4. Febr., der mir doch wenigstens einige Kunde von Felix gebracht hat, und die Versicherung, dass er seine Gesinnung gegen mich nicht geändert hat, was durchaus nicht etwa selbstverständlich ist, in dieser Periode der Weltumwälzung. Weiter wollte ich ja auch eigentlich von ihm selbst nicht hören, so gerne ich ein längeres Schreiben von ihm auch gelesen hätte.
Nur muß man mir nicht zumuten zu glauben, dass er innerhalb ungefähr eines Jahres nicht ,eine Minute’ Zeit gefunden habe, mir ein paar Worte zu schreiben. Ich kenne ja meinen guten Felix, er ist ein kleiner Langweiler, oder vielmehr ein großer, der sich in jeder Beschäftigung stören und von allem abbringen läßt, was wer sich vorgenommen hat. In diesem Sinne habe ich auch kaum Geduld, und Sie könnten zu mir gerade so gut sagen: ,Haben Sie bitte noch viel mehr Geld, als Sie haben.’ Tatsächlich geht mir die Geduld schon aus, wenn ich in Ihrem Brief lese: F. wird Ihnen wohl im Februar nicht mehr schreiben können, er hofft aber im März dazu zu kommen, ich glaube aber eher, im April, ja erst im Mai - Da kann ich so schön fortsetzen: sicher noch im Juni, oder im Juli, da ist’s wärmer, - da hat aber seine Stiefbase Namenstag, und es wird doch vielleicht August werden oder September, wenn nicht Oktober, wo aber Saison-Beginn ist, wo er so rasend zu tun hat, daß man besser auf die Wintersaison nicht rechnet, und auf den Februar hofft (1. oben da capo).... […]“ - In der Houghton Library der Harvard University befindet sich seit 1978 der Gesamtnachlass von Felix Wolfes. - Felix Wolfes studierte Komposition bei Hans Pfitzner und gehörte zu den vielen Musikern, die stark von Pfitzners kompositorischem Stil und seiner Ästhetik beeinflusst wurden. Pfitzners konservative Haltung zur Musik und seine romantischen Ideale fanden in Wolfes einen Resonanzraum. Wolfes war nicht nur Schüler, sondern auch ein Unterstützer und Verbreiter von Pfitzners Werken. Als Dirigent setzte er sich für die Aufführung von Pfitzners Kompositionen ein, was zur Bekanntheit und Verbreitung von dessen Musik beitrug..
Komponist (1869-1949). Eigenh. Postkarte mit U. Salzburg, Österreichischer Hof. 04.12.1943. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse.
450 €
(84171/BN53617)
An den befreundeten Graphiker Carl Anton Reichel in Wien: "Ich bin am 13. oder 14. in Wien, Hotel Sacher, weshalb erfahren Sie mündlich. Haben Sie meinen Einschreib-Brief vom 30ten Nov. bekommen? [...]". - Von Reichel, einem Vorläufer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, stammen mehrere Portraitradierungen von Hans Pfitzner, die etwa zur Zeit der vorliegenden Karte entstanden sind. - Zwei kleine Löchlein und ein kleiner Randeinriss (alle ohne Textberührung).
Komponist (1869-1949). Eigenh. Postkarte mit U. Berlin. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse.
480 €
(92723/BN62183)
An den Opernregisseur Wilhelm von Wymetal mit Grüßen an die "andern Herren vom Ansorge-Verein": "Ihre Notiz in der 'Hessischen' habe ich gelesen. Ich bin sehr erfreut, erhoben und ermutigt, durch die Sympathie- und Liebesbeweise, die Sie und die anderen Künstler meinem Schaffen entgegenbringen - ich brauche dies, denn leider sehe u lese ich mehr Anfeindungen wie unbedingt nötig sind". - Leichte Gebrauchsspuren.
verkauft
Eigenh. musikalisches Albumblatt mit Widmung und U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Drei Takte mit unterlegtem Text „wenn der Hahn kräht auf dem Dach“ (aus „Von deutscher Seele“) und drei Takte „von der alten schönen Zeit“ mit Widmung an die Familie des Kölner Rechtsanwalts und Mäzens Viktor C. Eduard Schnitzler (1862–1934): „Der lieben Familie Schnitzler zum Gedenken an manche schönen Stunden der Kunst u. Geselligkeit“. Pfitzners Werk wurde von zeitgenössischen Kollegen wie Gustav Mahler und Richard Strauss hoch geschätzt. So wurde sein zweites Streichquartett von 1902/03 von Mahler ausdrücklich als Meisterwerk gelobt. Thomas Mann würdigte die Oper in einem kurzen, im Oktober 1917 erschienenen Essay Palestrina, den er später erweiterte und in seine Betrachtungen eines Unpolitischen aufnahm. Er gründete gemeinsam mit anderen Künstlern 1918 den Hans-Pfitzner-Verein für deutsche Tonkunst. Die Uraufführung von Pfitzners zweiter Oper Die Rose vom Liebesgarten fand 1901 im Stadttheater am Brausenwerth (heute zu Wuppertal) statt. An der Wiener Hofoper wurde die Oper 1905 unter der Leitung von Gustav Mahler nachgespielt. Pfitzner galt im Jahrzehnt nach der Uraufführung seiner Oper Palestrina im Jahr 1917 als der führende Vertreter eines betont deutschen und entschieden antimodernistischen Musikbegriffs. Pfitzners Werk wurde von zeitgenössischen Kollegen wie Gustav Mahler und Richard Strauss hoch geschätzt. So wurde sein zweites Streichquartett von 1902/03 von Mahler ausdrücklich als Meisterwerk gelobt.
Ms. Brief mit eigenh. U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
An den Dirigenten Hans Knappertsbusch: "[...] Heute in der Hauptprobe zum 'Christelflein', die bis dahin ohne die geringste Störung verlief, und von mir nur mit sehr wenig Unterbrechungen geleitet wurde, sah ich vor einem wichtigen Geigeneinsatz, daß verschiedene Herren von der ersten Geige das Instrument nicht spielbereit hatten und auf die Bühne sahen, und rief, zu den ersten Violinen gewendet, das Wort: "Geigen", damit der Einsatz präzis kommen solle. Daraufhin rief mir der erste Konzertmeister König laut zu, ich solle das anders sagen, und ich sei gereizt. Bei der sich nun ergebenden Kontroverse blieb Herr König bei seiner Behauptung, fügte hinzu, ich sei bissig, wiederholte dies mehrmals, als ich mir das verbat, bis ich die Kontroverse damit abschloss, dass ich seine Behauptung als unverschämt zurückwies und weiter probierte. Ich brauche wohl nicht extra zu versichern, dass von einer Gereiztheit oder gar Bissigkeit bei mir nicht entfernt die Rede sein konnte, dass vielmehr die Behauptung des Herrn König vollständig aus der Luft gegriffen war. Ich bin begierig, durch welchen Beweis jene Behauptung erhärtet werden kann. Vielmehr scheint mir die Sache so, dass gegen mich im Staatsorchester eine renitente Stimmung herrscht, die sich weiter nicht erklären lässt als höchstens dadurch, dass ich überhaupt während der Proben gelegentlich einen musikalischen Wunsch äussere. Das gilt den Herren anscheinend schon als Beleidigung. Und nun drehen Sie den Spieß um und behaupten, es liege an meinem 'Ton', wenn sie sachlich nichts dagegen sagen können. Hierbei nun wieder stützen sie sich auf eine längst gegen mich in Schwung gebrachte Mär, die ich nun endlich geradewegs als eine boshafte Verläumdung [!] bezeichnen muss, nämlich dass mit mir persönlich schwer umzugehen, ich schwer zu befriedigen, ständig gereizt, und was dergleichen mehr ist, sei [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
Sammlung von 67 Briefen m. U. (33 eigenh. Briefe m. U., 34 maschinenschriftliche Briefe m. U.), 17 Postkarten m. U. (davon 15 eigenh., 2 maschinenschriftl.), 2 eigenh. Schriftstücken, 2 eigenh. Billets, 7 OrFotos (1 mit e. Widmung), 1 Portraitt in OrRadie
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Die Briefe von 1921 (o. O. u. Dat.) bis 9.I.1949 (München, Krankenhaus), die Postkarten Unterschorndorf, 8.VII.1923 bis München, 24.VIII.1946. / 2 e. Notizzettel / 7 OrFotos, davon 1 Porträt mit e. Widmung (1927 u. 1941) / 1 Porträt in OrRadierung von J. Lichtenberg. - Die Schriftstücke und Dokumente stammen aus dem Nachlass von Hermann Unger. Die Briefsammlung enthält viele Details über Pfitzners Arbeiten, Konzerte und Privates, sowie interessante musiktheoretische Bemerkungen über das Problem der Komik in der absoluten Musik. Ein in diesem Umfang bemerkenswerter und hervorragend dokumentierter Bestand. Pfitzners Werk wurde von zeitgenössischen Kollegen wie Gustav Mahler und Richard Strauss hoch geschätzt. So wurde sein zweites Streichquartett von 1902/03 von Mahler ausdrücklich als Meisterwerk gelobt. Thomas Mann würdigte die Oper in einem kurzen, im Oktober 1917 erschienenen Essay Palestrina, den er später erweiterte und in seine Betrachtungen eines Unpolitischen aufnahm. Er gründete gemeinsam mit anderen Künstlern 1918 den Hans-Pfitzner-Verein für deutsche Tonkunst. Die Uraufführung von Pfitzners zweiter Oper Die Rose vom Liebesgarten fand 1901 im Stadttheater am Brausenwerth (heute zu Wuppertal) statt. An der Wiener Hofoper wurde die Oper 1905 unter der Leitung von Gustav Mahler nachgespielt. Pfitzner galt im Jahrzehnt nach der Uraufführung seiner Oper Palestrina im Jahr 1917 als der führende Vertreter eines betont deutschen und entschieden antimodernistischen Musikbegriffs. Ab Mitte der 1920er Jahre geriet Pfitzners Werk zunehmend in den Schatten des Werks von Richard Strauss. Seine Oper Das Herz von 1932 war wenig erfolgreich. Im Musikleben des Dritten Reiches blieb er eine Randfigur. In seiner Arbeit als Schriftsteller Pfitzner verschloss er sich zeitgenössischer Einflüsse und vertrat eine anti-modernistische und antisemitische Haltung. Wegen der NS-Nähe Pfitzners wurden einige nach Pfitzner benannte Straßen mittlerweile umbenannt.
Eigenh. Musikmanuskript (Fragment).
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Mit Blei-, Rot- und Blaustift ausgeführte Orchesterskizze aus dem letzten Akt seiner 1940 entstandenen und uraufgeführten Sinfonie in C-Dur (op. 46), Pfitzners erfolgreichstem Orchesterwerk neben den Palestrina-Vorspielen und der Ouverture zum "Käthchen von Heilbronn". - Beilagen: I: Eh. Postkarte mit U. [München], 3. VII. 1943. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. An einen Hrn. Schneider zur Übersendung von "Original-Orchesterskizzen". - II: Gedruckte Vermählungsanzeige von Mali und Hans Pfitzner (gelocht).
2 (1 eigenh. und 1 ms.) Briefe mit eh. U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Als musikalischer Leiter der Straßburger Oper an Max Bruch über die Verlängerung seiner Tätigkeit in Straßburg sowie über dessen Oper "Die Loreley", die 1863 in Mannheim uraufgeführt worden war und die Pfitzner fast dreißig Jahre nach ihrer letzten Aufführung i. J. 1887 wieder auf die Bühne bringen wollte und auch brachte. "Leider", so beklagt er in dem ms. Brief vom 20. Februar, "fehlen in der vom Verleger bezogenen Partitur ganze Stellen der Musik, die ich nicht missen wollte und die ich nach der Mannheimer Partitur habe nachtragen lassen. Hierüber wäre noch viel zu sagen, und ich würde sehr wünschen, dass ein mit den Klavierauszügen übereinstimmendes Material incl. Orchesterpartitur hergestellt würde. Die Ausstattung betreffend muss ich mich freilich nach der Decke strecken, wie es die Kriegszeiten nun einmal nötig machen; jedoch glaube ich, dass das Szenische, wenn auch nicht prunkvoll, so doch anständig und sinngemäß aussehen wird [...] Sie werden gewiss schon gehört haben, dass ich Strassburg verlasse; so ist die Aufführung der 'Lorelei' das letzte Werk was ich hier neu inszeniere und dirigiere [...]". - Knapp zwei Monate später folgt dann die Verständigung, daß Pfitzner doch in Straßburg bleibe und die Arbeit an der "Loreley" unverändert fortsetze: "Die Regie ist das wichtige, und ich glaube, ich bin als Regisseur unentbehrlicher denn als Dirigent, allerdings vorausgesetzt, daß das Material nach meiner Einrichtung benutzt wird, welche den Clavierauszug als Vorlage nimmt [...] Wenn an der so eingerichteten Partitur festgehalten wird, und der Kapellmeister kein Ochse oder aber willkürlicher Veränderer & Verzerrer ist, und nicht barbarische Striche macht, kann musikalisch nichts entscheidend Schlimmes mehr passieren [...]" (30. April). Nach wenigen Aufführungen jedoch sollte es wieder still um das Werk werden. - Der ms. Brief mit einigen An- und Unterstreichungen Bruchs in blauem Farbstift und einer eh. Notiz mit U. zur Weiterleitung des Briefes an den Verlag der "Loreley", C. F. W. Siegel's Musikalienhandlung (R. Linnemann)", damals im Besitz der Brüder Carl und Richard Linnemann. Zu Pfitzners Wort, "dass die Aufführung eine Wiedergeburt des Werkes bedeutet", merkt Bruch an: "Möglich - aber wer kann's wissen!! M. B."; zu Pfitzners Wunsch, daß in Vertretung des unabkömmlichen Bruch "jemand, der Ihnen und womöglich auch dem Werke nahesteht, die Reise hierher nicht scheut, und die Vorstellung miterlebt": "Aber mein Sohn Ewald, Leutn. d. Res. (in den Vogesen!)". - Der eh. Brief mit mehreren Unterstreichungen Bruchs in blauem Farbstift und einem montierten Zeitungsausschnitt, der darüber Auskunft gibt, daß der Straßburger Bürgermeister der Zeitung mitgeteilt habe, daß Pfitzner "der Stadt und ihrem Kunstleben erhalten bleiben" werde. Der eh. Brief mit kleineren Gebrauchsspuren, der ms. im linken Rand gelocht (keine Textberührung) und stärker abgegriffen und lädiert.
Eigenhändiges Musikzitat mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Eine Notenzeile mit zwei Takten. Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928), jedoch nicht darin aufgenommen. - Leicht stockfleckig.
Lesezeichen mit eigenh. U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Mit Pfitzners gedr. Portrait aus dem Atelier Fayer, Wien (Lesezeichen-Serie).
Portraitphotographie mit eigenh. Unterschrift.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Porträt, das den Komponisten in nachdenklicher Pose beim Lesen eines Manuskripts im Profil zeigt. – Bis in die 1920er-Jahre galt das Atelier Müller-Hilsdorf als eine der renommiertesten Adressen für Porträtfotografie in München. – In der Originalmappe des Photographen. Pfitzners Werk wurde von zeitgenössischen Kollegen wie Gustav Mahler und Richard Strauss hoch geschätzt. So wurde sein zweites Streichquartett von 1902/03 von Mahler ausdrücklich als Meisterwerk gelobt. Thomas Mann würdigte die Oper in einem kurzen, im Oktober 1917 erschienenen Essay Palestrina, den er später erweiterte und in seine Betrachtungen eines Unpolitischen aufnahm. Er gründete gemeinsam mit anderen Künstlern 1918 den Hans-Pfitzner-Verein für deutsche Tonkunst. Die Uraufführung von Pfitzners zweiter Oper Die Rose vom Liebesgarten fand 1901 im Stadttheater am Brausenwerth (heute zu Wuppertal) statt. An der Wiener Hofoper wurde die Oper 1905 unter der Leitung von Gustav Mahler nachgespielt. Pfitzner galt im Jahrzehnt nach der Uraufführung seiner Oper Palestrina im Jahr 1917 als der führende Vertreter eines betont deutschen und entschieden antimodernistischen Musikbegriffs. Ab Mitte der 1920er Jahre geriet Pfitzners Werk zunehmend in den Schatten des Werks von Richard Strauss.










