russischer Pianist mit deutschen oder österreichischen, möglicherweise auch jüdischen Wurzeln (1848-1933). Eigenh. Unterschrift auf Kärtchen. ohne Ort. Quer-Visitformat. 1 p. Montiert.
140 €
(93120)
Namenszug auf aufgezogenem Kärtchen. Pachmann war sowohl für sein besonders sensibles Chopin-Spiel berühmt als auch für sein ungewöhnliches Verhalten auf der Bühne und bei anderen öffentlichen Auftritten. Pachmann bekam den ersten Musikunterricht von seinem Vater. Er studierte seit 1867 am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien (heute Universität für Musik und darstellende Kunst Wien), Klavier bei Josef Dachs und Theorie bei Anton Bruckner. Bereits am Konservatorium trat er mit Liszts Klavierkonzert auf, und der Meister lobte ihn mit aufmunternden Worten.
Als Pachmann jedoch Carl Tausig spielen hörte, zog er sich acht Jahre zurück, um weiter zu üben. 1878 ging er nach Leipzig, wo er Vorstellungen gab und auch mit dem Gewandhaus-Orchester unter Carl Reinecke spielte. Aber auch seine Auftritte in Leipzig und weitere in Berlin hinterließen bei ihm eine Unzufriedenheit, so dass er weitere zwei Jahre nicht mehr auftrat. Erst ab 1882 unternahm er regelmäßige und sehr erfolgreiche Tourneen durch Europa und die Vereinigten Staaten. Nach seiner triumphalen Tournee durch Amerika 1890 kehrte er regelmäßig dorthin zurück und gab 1925 sein letztes Konzert in der Carnegie Hall. Pachmanns einzigartiger Anschlag und Klang waren das Ergebnis einer Technik, die von völlig freien Handgelenken und Fingern ohne Spannung sowie einer Unabhängigkeit der Finger selbst herrührte. Seine Finger sahen in einem Stummfilm von 1920 wie aus Gummi aus. Er war ein sehr erfolgreicher Pianist, aber schon zu Lebzeiten und bis heute umstritten. Seine pianistischen Qualitäten sind belegt, aber auch sein Hang zur übertriebenen Selbstdarstellung. Besucher zu Hause empfing er in einem alten Schlafrock, den er von Chopin geerbt haben wollte, der aber bei entsprechendem Verschleiß durch einen anderen, ähnlichen ersetzt wurde..
verkauft
Portraitphotographie (Druckbild) mit eigenh. Unterschrift auf der Bildseite.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Die schwarz-weiße Brustbild zeigt Pachmann im 3/4 Profil, ernst und direkt in die Kamera blickend. Im unteren Viertel der Portraitphotographie befindet sich eigenh. Datierung und Unterschrift. Das Brustbild mit einem Papierrahmen (140 : 185 mm) umrandet. - Aus der Autographensammlung des spanischen Pianisten Antonio Baciero (geb. 1936). Vladimir Pachmann war ein bedeutender ukrainischer Pianist, der für seine virtuose Technik und seine herausragenden Interpretationen bekannt war. Er wurde besonders für seine Darbietungen der Werke von Franz Liszt geschätzt und spielte eine zentrale Rolle bei der Popularisierung der Liszt’schen Klaviermusik im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Pachmann war auch für seine ausgeprägte Persönlichkeit und seine oft exzentrische Bühnenpräsenz bekannt, die ihn zu einer faszinierenden Figur in der Musikszene seiner Zeit machte.
