Schriftstellerin und Frauenrechtlerin (1819-1890). Eigenh. Brief mit Unterschrift. o.O.u.D. 8vo. 3 pp. Doppelblatt gefaltet. Kleiner Blindruck am linken oberen Rand. Ecken leicht geknickt.
240 €
(86456)
Brief an ein nicht genanntes Fräulein. „Hochverehrtes Fräulein. Der Käufer hat zur Vollendung des Schiller Monumentes eine Lotterie bewilligt und die Fürstin Hohenlohe sich an die Spitze des Unternehmens gestellt. Die Damen Wiens sollen sich der Sache unterziehen und ihnen ist die Vertheilung des Lohn aufgetragen. im Vertrauen auf Ihre Güte und [...], noch mehr auf ihre poetische Begeisterung erlaube ich mir die Bitte Sie möchten sich nicht allein mit Losen versehen sondern auch zu deren Absatz Ihrer Freunde mitwirken.
Daß ich scheinbar so unartig bin nicht selbst mit der Bitte zu kommen, da ich noch in alter Dankesschuld gegen Sie bin für den grossen grossen Genuss des Wagner Konzertes, komt von einem Halsübel das mich seit Wochen quält und nicht nur am Besuch meiner Freunde sondern auch darum hinderte sie bei mir zu sehen. [...] Was die Lose betrifft so kostet das Stück 2 Fl und sind 50 [...], kleine Modelle des Schillerdenkmals in Aussicht gestellt. Die Lose erhalten wir erst künftige Woche, doch werden Sie mich durch Samlung von [...] sehr verbinden und der guten Sache dienen. [...]“ Häufig unter dem Namen Otto August veröffentlichend, erschienen Aufsätze (in der "Neuen Freien Presse", in "Westermanns Monatsheften"), Broschüren und kleinere Abhandlungen vornehmlich volkswirtschaftlich-sozialen Inhalts der Autorin; unter ihrem eigenen Namen veröffentlichte sie "Aus dem persönlichen Verkehr mit Franz Grillparzer"..
Schriftstellerin und Frauenrechtlerin (1819-1890). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Wien. 8vo. 4 pp. Doppelblatt mehrfach gefaltet.
450 €
(87548)
An die namentlich nicht genannte Marie von Najmájer (1844-1904). „Mein sehr geehrtes Fräulein Soeben habe ich mit lebhaftem Dank Ihre lieben Zeilen erhalten und dieselben mit um so größerem Interesse gelesen, als die darin enthaltenen sehr schmeichelhaften Vorwürfe über Namen u.s.w. mir sehr häufig gemacht wurden. Ich war jedoch als ich die kleine Schrift herausgab nicht anmaßend genug anzunehmen durch Namensnennung meiner geringen Person der Sache [...] Dienst zu leisten, ich meinte vielmehr unter dem Aushängeschild eines männlichen Autors besser zu dienen, und Beweise den schriftlich mitzutheilen zu weit führen würde, haben der Richtigkeit meinen Annahme an dem Tag gelangt.
Daß sie glauben mit poetischen Leistungen ein schlechtes Vorurtheil in Beziehung auf praktische Zwecke zu erzeugen, scheint mir - verzeihen Sie - vorthümlich. Toutes les quander pensées viennent du coeurund mich dünkt nur der poetisch begeisterte Mensch kann ideale Zeile mit jener Wärme verfolgen die ihnen ein glückliches Resultat sichern. [...]“ Auguste Wilhelmine, verehelicht mit dem Astronomen Karl Ludwig von Littrow (1811–1877), lebte mit ihrem Ehemann in Wien. Bereits nach kurzer Zeit entwickelte sich der vorwiegend literarische Littrowsche Salon zu einem gefragten Treffpunkt und Mittelpunkt des geistigen Wien, zu welchen zeitweilig u. a. Hermann Bonitz, Josef Danhauser, Marie von Ebner-Eschenbach, August Eisenmenger, Ernst von Feuchtersleben, Ottilie von Goethe, Franz Grillparzer, Friedrich Hebbel, Rudolf von Jhering, Joseph Lewinsky und Franz Miklosich gehörten. Der mit ihr befreundete Franz Grillparzer nannte sie scherzhaft „Frau Astronomus“, vermutlich wegen ihres Vordringens in das bis dahin unbekannte Dasein der ärmeren, berufstätigen Frauen, genannt Weiber, in Wien. Auguste Wilhelmine von Littrow war die Verfasserin von Erinnerungen und Beiträgen zur Erwerbstätigkeit der Frauen und zur Einstellung geprüfter Lehrerinnen an Volksschulen nach Einführung der allgemeinen Schulpflicht für Jungen und Mädchen in Österreich-Ungarn. Am 13. November 1866 gründete sie u. a. zusammen mit Iduna Laube und Helene von Hornbostel, der Gattin des Industriellen Theodor von Hornbostel, den Verein für volkswirtschaftlichen Fortschritt, den späteren Wiener Frauen-Erwerbs-Verein, der von der Frauenrechtlerin Lucia Laube (1872–1945), Tochter des Geologen Gustav Carl Laube (1839–1923), Präsidentin des Prager deutschen Frauen-Erwerbs-Verein und Mitglied des Bundes österreichischer Frauenvereine weitergeführt wurde. Häufig unter dem Namen Otto August veröffentlichend, erschienen Aufsätze (in der "Neuen Freien Presse", in "Westermanns Monatsheften"), Broschüren und kleinere Abhandlungen vornehmlich volkswirtschaftlich-sozialen Inhalts der Autorin; unter ihrem eigenen Namen veröffentlichte sie "Aus dem persönlichen Verkehr mit Franz Grillparzer"..
Schriftstellerin und Frauenrechtlerin (1819-1890). Eigenh. Brief mit U. Wien. 05.03.1869. 4 SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
350 €
(943779/BN943779)
An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit der Bitte um Mitwirkung an einem Ball in den Redoutensälen zur Unterstützung eines Komitees zur Errichtung eines Schillerdenkmals. - Häufig unter dem Namen Otto August veröffentlichend, erschienen Aufsätze (in der "Neuen Freien Presse", in "Westermanns Monatsheften"), Broschüren und kleinere Abhandlungen vornehmlich volkswirtschaftlich-sozialen Inhalts der Autorin; unter ihrem eigenen Namen veröffentlichte sie "Aus dem persönlichen Verkehr mit Franz Grillparzer". - Auf Briefpapier mit gepr. Vignette des Frauenkomitees.


