Max Klinger

Klinger, Max

Maler und Bildhauer (1857-1920). Eigenh. Brief mit U. ("M. Klinger"). Wohl Paris. 1 S. Gr.-4to.
680 € (48336/BN30769)

An die Herren Gerlach und Schenk, Kunstverlag, Wien: "Wären Sie so freundlich mir auf meinen seinerzeit mit den Blättern für Ihre 'Allegorien & Embleme' zugegangenen Vorschlag, den Zahlungsmodus betreffend, Ihre gef. Antwort zu ertheilen! [...] Mein Vorschlag ging dahin, daß Sie mir die beiden Originale - unter Zusicherung Ihnen das alleinige Vervielfältigungsrecht zu überlassen - mit je 50 Mk - von den mir noch bei Ihnen zustehenden Mk 250.- in Abzug zu bringen und mir die Blätter hierher zusenden [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; mit kleinen Randläsuren und zeitgen. Eingangsvermerk.

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Klinger, Max

Maler und Bildhauer (1857-1920). Eigenh. Brief mit U. Paris. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
900 € (48337/BN30770)

An die Herren Gerlach und Schenk, Kunstverlag, Wien: "Unter heutigem Tage gehen die letzten zwei Zeichnungen 'Witz' und 'Anarche' an Ihre Adresse ab. Entschuldigen Sie, daß ich den von mir selbst gesetzten und versprochenen Termin nicht einhielt, das Blatt 'Witz' hat mir äusserst viel Arbeit gemacht [...]". - Stellenweise gering fleckig und mit Faltspuren; mit einigen zeitgenöss. Eingangs- und Redaktionsvermerken.

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Klinger, Max

Maler und Bildhauer (1857-1920). Eigenh. Brief mit U. Paris. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
950 € (48338/BN30771)

An die Herren Gerlach und Schenk, Kunstverlag, Wien: "Ihren Brief soeben empfangend, theile ich Ihnen mit, daß ich mich sehr wohl meiner Unterredung mit Herrn Gerlach entsinne. Derselbe empfahl mir, für 'Witz und Satyre' nur Raum für c. 1/3 Seite einzunehmen, für welchen meine Zeichnungen auch berechnet sind. Er stellte mir jedoch frei Monarchie-Republik und Despotie Anarchie auf 2 Blatt zu bringen, wobei er allerdings zufügte, daß es ihm angenehmer sei wenn die 4 Gegenstände auf 1 Blatt gingen [...] Über Ihr Anerbieten betreff Erwerbung des Werkes kann ich mich noch nicht schlüssig machen, umso mehr als ich den Preis nicht kenne und durch die Preisreduction schon beträchtlich verliere [...]".

- Mit zeitgenöss. Eingangsvermerk; Faltspuren..

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Klinger, Max

Maler und Bildhauer (1857-1920). Eigenh. Brief mit U. Paris. 2 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
850 € (48339/BN30772)

An die Herren Gerlach und Schenk, Kunstverlag, Wien: "In Beantwortung Ihres geschätzten Schreibens von voriger Woche theile ich Ihnne mit, daß von den bestellten Blättern zwei 'Despotie' und 'Satyre' beendet sind zwei andere angefangen. Ich hätte Ihnen dieselben schon geschickt, doch möchte ich auf alle Fälle erst noch das Gegenstück 'Satyre' - 'Witz' vollenden. Entschuldigen Sie, verehrter Herr, daß ich trotz meiner Versprechungen bisher noch nichts von mir hören liess, doch beschäftigte mich die Herausgabe meines letzten Radierungswerks auf das dringendste und die Unruhe die die Umsiedelung nach Paris mit sich brachte, liess mir wenig als vielmehr keine Stimmung zur Arbeit übrig [...]".

- Mit zeitgenöss. Eingangsvermerk; Faltspuren..

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Klinger, Max

Maler und Bildhauer (1857-1920). Eigenh. Brief mit U. Berlin. 1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
550 € (48340/BN30773)

An die Herren Gerlach und Schenk, Kunstverlag, Wien: "Entschuldigen Sie, daß ich bis heute auf Ihre Schreiben nicht antwortete, durch sehr dringende Arbeiten fand ich immer Abhaltung. Ich wollte Ihnen hiermit mitteilen, daß ich Ihnen bis zum Ende nächster Woche meine Blätter 'Witz u. Satire' zuschicken werde". - Mit zeitgenöss. Eingangsvermerk.

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Klinger, Max

Maler und Bildhauer (1857-1920). 5 eigenh. Briefe mit U. (Wohl) Paris und Berlin. Zusammen 10 SS. Gr.-4to und 8vo.
6.500 € (47157/BN31819)

An die Herren Gerlach und Schenk, Kunstverlag, Wien, über Verkauf und Abrechnung von Zeichnungen (I), die Zusendung von zwei Zeichnungen (II), Vorbereitung und Arrangement einiger Arbeiten zur Publikation (III), das Voranschreiten seiner Arbeit (IV) und über die Zusendung neuer Blätter (V). - I: "Wären Sie so freundlich mir auf meinen seinerzeit mit den Blättern für Ihre 'Allegorien & Embleme' zugegangenen Vorschlag, den Zahlungsmodus betreffend, Ihre gef. Antwort zu ertheilen! [...] Mein Vorschlag ging dahin, daß Sie mir die beiden Originale - unter Zusicherung Ihnen das alleinige Vervielfältigungsrecht zu überlassen - mit je 50 Mk - von den mir noch bei Ihnen zustehenden Mk 250.- in Abzug zu bringen und mir die Blätter hierher zusenden [...]" (Wohl Paris, 16.

XI. 1883). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; mit kleinen Randläsuren und zeitgen. Eingangsvermerk. - II: "Unter heutigem Tage gehen die letzten zwei Zeichnungen 'Witz' und 'Anarche' an Ihre Adresse ab. Entschuldigen Sie, daß ich den von mir selbst gesetzten und versprochenen Termin nicht einhielt, das Blatt 'Witz' hat mir äusserst viel Arbeit gemacht [...]" (Paris, 1. X. 1883). - Stellenweise gering fleckig und mit Faltspuren; mit einigen zeitgen. Eingangs- und Redaktionsvermerken. - III: "Ihren Brief soeben empfangend, theile ich Ihnen mit, daß ich mich sehr wohl meiner Unterredung mit Herrn Gerlach entsinne. Derselbe empfahl mir, für 'Witz und Satyre' nur Raum für c. 1/3 Seite einzunehmen, für welchen meine Zeichnungen auch berechnet sind. Er stellte mir jedoch frei Monarchie-Republik und Despotie Anarchie auf 2 Blatt zu bringen, wobei er allerdings zufügte, daß es ihm angenehmer sei wenn die 4 Gegenstände auf 1 Blatt gingen [...] Über Ihr Anerbieten betreff Erwerbung des Werkes kann ich mich noch nicht schlüssig machen, umso mehr als ich den Preis nicht kenne und durch die Preisreduction schon beträchtlich verliere [...]" (Paris, 15. IX. 1883). - Mit zeitgen. Eingangsvermerk; Faltspuren. - IV: "In Beantwortung Ihres geschätzten Schreibens von voriger Woche theile ich Ihnne mit, daß von den bestellten Blättern zwei 'Despotie' und 'Satyre' beendet sind zwei andere angefangen. Ich hätte Ihnen dieselben schon geschickt, doch möchte ich auf alle Fälle erst noch das Gegenstück 'Satyre' - 'Witz' vollenden. Entschuldigen Sie, verehrter Herr, daß ich trotz meiner Versprechungen bisher noch nichts von mir hören liess, doch beschäftigte mich die Herausgabe meines letzten Radierungswerks auf das dringendste und die Unruhe die die Umsiedelung nach Paris mit sich brachte, liess mir wenig als vielmehr keine Stimmung zur Arbeit übrig [...]" (Paris, 2. IX. 1883). - Mit zeitgenöss. Eingangsvermerk; Faltspuren. - "Entschuldigen Sie, daß ich bis heute auf Ihre Schreiben nicht antwortete, durch sehr dringende Arbeiten fand ich immer Abhaltung. Ich wollte Ihnen hiermit mitteilen, daß ich Ihnen bis zum Ende nächster Woche meine Blätter 'Witz u. Satire' zuschicken werde" (7. V. 1889). - Mit zeitgenöss. Eingangsvermerk..

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Klinger, Max

Maler und Bildhauer (1857-1920). Eigenh. Brief mit U. ("M. Klinger"). Bagnères-de-Bigorre. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
850 € (49366/BN33744)

An Carl Moll: "Herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr. Wie geht es mit meinen Sachen? Ich werde allerdings erst in 14 Tagen davon erfahren, denn meine Angelegenheiten ermöglichen es mir [...] ein paar Tage hier in Biarritz, Pan, jetzt momentan Bagnères Bigorre theils für das Geschäft theils um Luft zu schnappen herumzulaufen. Ausser dem prachtvoll ruhigen [?] Meer gestern in Biarritz habe ich die Pyrenäen noch nicht gesehen obgleich ich mitten drin bin. Wolkenschleier bis ganz unten. Es ist doch sehr schön auf der Welt, man muß sich nur von allerhand angeborenen und zugetragenen Dummheiten frei machen [...]".

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Klinger, Max

Maler und Bildhauer (1857-1920). Eigenh. Visitenkarte. O. O. u. D. 1 S. Empfehlungswünsche auf Visitkarte.
350 € (944299/BN944299)

"Mit Empfehlungen an Frau Gemahlin und Frl. Tochter / ergebenst / d[er] O[bige]".

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Klinger, Max

Eigenh. Brief mit U. ("M. Klinger").
Autograph ist nicht mehr verfügbar

An Rechtsanwalt Otto Georgi, wohl der ehemalige erste Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Otto Georgi (1831–1918): "Besten Dank für Ihre Karte. Sonnabend d. 1. übermorgen werden einige Bekannte bei mir sein so wie Sie es kennen, wollen Sie von der Partie sein? [S]o gegen 8 […]“. Max Klinger wurde einst als deutscher Rodin gefeiert, ungeachtet aller stilistischen Unterschiede, die das Werk des Bildhauers, Malers und Grafikers als einzigartigen Beitrag zur Kunst des Symbolismus auszeichnen. Zahlreiche Künstler des 20. Jahrhunderts beriefen sich auf das Werk Max Klingers, unter anderem Max Beckmann, Käthe Kollwitz und Max Ernst. Einen Aufsehen erregenden Moment hatte er im Rahmen der 14. Ausstellung der Wiener Secession 1902, die Ludwig van Beethoven gewidmet war („Beethovenausstellung“). Das Arrangement der Ausstellung stammte von Josef Hoffmann. Im Zentrum stand die Beethoven-Statue Klingers. Secessionskünstler und eine Künstlerin gestalteten wandbezogene Arbeiten (Malerei, Mosaike, Reliefs, Skulpturen, Brunnen, Möbel), Gustav Klimt führte im ersten Ausstellungsraum den Beethovenfries als Wandgemälde aus und Gustav Mahler dirigiert bei der Eröffnung Ausschnitte aus der neunten Sinfonie Beethovens. Berta Zuckerkandl erinnert sich: „Der Augenblick war erhebend als Klinger, vor seinem Beethoven stehend, mit Tränen im Auge, seinen Wiener Kollegen Dank bot für die Ehrung“


Klinger, Max

4 eigenh. Briefe mit Unterschrift „D.M.“.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Reizende Briefe an seine Geliebte, die Schriftstellerin Elsa Asenijeff („Liebi“; 1867-1941), die er 1898 kennengelernt hatte: 1) „[…] Jetzt möchte ich baden, aber auch wissen ob wir uns heut sehen können. | Beigefügt ein Gruss vom Wiener Dehmel […] | Herzlichen Kuss wie geht’s | Kuss Kuss D.M.“ 2) „[…] Du warst kaum fort gestern kam beruhigende Nachricht aus M-i. Es geht heuer ist eben Grippe gewesen Augen wieder gut […] | Ich hab den Kopf voll – aber nicht von angenehmen. – | Ich komme auf einen Sprung gegen 6 […]“ 3) „[…] Zug geht Abends 9:17 ab Berliner Bahnhof. Bis dahin viel zu thun. Bitte nicht viel mitnehmen ich mache dort so rasch irgend geht. Denn nach der Medaillensache wird mir der Aufenthalt dort sehr lästig […] Ich habe viel zu thun mit schreiben etc. […]“ 4) „Süssi Lieb! | Wie bin ich froh Dich wieder hier zu wissen! Ich fand hier Alles wie immer, die Bausache geordnet – Du kannst also kommen willst Du heut Abend bei mir sein? | Du weisst, wie immer sonst, es wäre so süss. Wüsste ich nur erst wie alles bei Dir geht! […]“ Max Klinger gilt als Pionier des deutschen Symbolismus Max Klinger. Er gehörte zu den prominentesten und zugleich umstrittensten Künstlerpersönlichkeiten der internationalen Kunstszene um 1900. Angeregt von Richard Wagner strebte Klinger die Überwindung von Gattungsgrenzen im Sinne eines Gesamtkunstwerks an. 1902 hielt sich Klinger in Leipzig auf, um die Großplastik „Beethoven“ zu vollenden, die er 1895 begonnen hatte. Die Großplastik wurde während der Beethoven-Ausstellung im Frühjahr 1902 in der Wiener Secession das zentrale Exponat. Beethoven als Verkörperung des schöpferischen menschlichen Geistes. So wird er in der Wiener Secession von den Künstlern wahrgenommen und dargestellt. Alfred Roller, der Bühnenbildner Gustav Mahlers an der Wiener Hofoper, schmückt die Rückwand im Hauptsaal der Secession mit einem Mosaik. Adolf Böhm gestaltet die Vorderwand und Gustav Klimt bekommt in einem Extraraum für seinen Beethoven Fries die größte Fläche zur Verfügung gestellt. Was wäre eine Beethoven-Ausstellung ohne Musik, sie ist die Vollendung des Gesamtkunstwerks, das von April bis Mai 1902 in der Sezession zelebriert wurde. Gustav Mahler dirigiert das Finale aus Beethovens 9. Sinfonie in der Bearbeitung von Richard Wagner. Ganz bewusst Richard Wagner. Hermann Bahr erinnerte sich später, dass jeder, der in Wien etwas auf sich hielt, behauptete, die Beethoven-Büste verstanden zu haben. Kunsthistoriker sehen in der heftig diskutierten Büste und Gustav Mahlers „Lied von der Erde“ aus den Jahren 1908/09 Parallelen. Beide Werke griffen das Gefühl des Fin de Siècle beispielhaft auf. Mahler spürte, wie so viele Künstler im Fin de siècle, die Untergangsstimmung,. Auch verursacht durch persönliche Schicksalsschläge. So wie Klinger sein Werk aus Henrik Ibsens „Kaiser und Galiläer“ gespeist habe, sei Mahlers Lied von der Erde beeinflusst von Arnold Schönbergs „Gurrelieder“ beeinflusst gewesen. Die Gurrelieder wurden zwar erst 1911 veröffentlicht, aber bereits zwischen 1900 und 1903 in Arbeit.


Klinger, Max

5 eigenh. Briefe mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Hübsche Korrespondenzsammlung, sämtlich an den Wiener Juristen Josef Reitzer, Rechtsvertreter der Erben nach Johannes Brahms: "[...] Durch Herrn Artaria erfuhr ich gestern, daß die Erben des Nachlasses 'Johannes Brahms' die Zeichnungen 'Titelblätter zu Liedern Sonaten Sinfonien' und 'Skizzen zur Brahmsfantasie' in Besitz haben und zur Zeit in Wien und Berlin zur Ausstellung bringen werden. Gestatten Sie mir anlässig dieses Umstandes einige Bemerkungen: Obige Zeichnungen waren Geschenke die ich seiner Zeit dem Verewigten sandte. Um etwaigen Irrthümern und damit verbundenen Unannehmlichkeiten vorzubeugen möchte ich constatiren, daß sämmtliche Reproduktionsrechte, welcher Art Wiedergabe es auch sei, mein ausschließliches Eigenthum sind, und ich keineswegs gewillt bin, dieses aufzugeben [...] An die Ausstellung der Arbeiten selbst knüpfe ich nachstehende dringende Bitte, von der ich hoffen kann, daß ihr Rechnung getragen wird [...] Die Bitte ist, die Ausstellung in Wien durch Herren Artaria u. Co. veranstalten zu lassen, in Berlin aber bei Herren Amsler und Ruthardt [...] Wollen Sie nicht übel aufnehmen, daß ich auf Ihre letzten geschätzten Vorschläge, meine Briefe an Brahms betreffend, mich nicht geäußert habe. Die Erfüllung der von Ihnen verlangten Formalitäten würde mir zuviele Schwierigkeiten bereitet haben und so verzichtete ich schweigend [...]" (28. X. 1902). - "Soeben erhalte ich Ihr Schreiben vom 7. Nov. und kann nicht umhin die getroffenen Entscheidungen lebhaft zu bedauern soweit es die Ausstellung meiner Sachen in Berlin angeht. Ich muß da eine in Ihrem Schreiben enthaltene Äußerung richtig stellen. Sie theilen mir mit: daß Sie die Herren ersucht hätten sich vorher über meine principielle Geneigtheit Gewißheit zu verschaffen und setzen hinzu daß 'nachdem ich diese ausgesprochen habe' die Abmachungen getroffen worden seien. Demgegenüber möchte ich feststellen daß die Herren Kappstein und sonstige Brahms'schen Erben sich keinesfalls in irgendwelcher Sache an mich gewendet haben und daß ich ihnen keinerlei principielle Geneigtheit, weder mündlich noch schriftlich, ausgesprochen habe [...] Wegen des Brahms-Exlibris habe ich vor einigen Tagen bereits mit Herrn Artaria gesprochen und ein Abkommen getroffen [...]" (8. XI. 1902). Beilage: Abschrift eines Telegramms Klingers, "Bin mit Ausstellung einverstanden" (18. XII. 1902) sowie die Bemerkung, es sei Klinger von Artaria zuvor bekanntgegeben worden, "dass Dr. R. die Ausstellung bei Artaria in Wien nur unter der Bediungung gestattet habe, dass dieselbe sohin auch in Berlin bei Amelang stattfindet". - "Unter Bezugnahme auf unsere bisher gepflogene Correspondenz in Sachen Amelang (resp. Brahms Erben) gestatte ich mir heut Ihre Gefälligkeit in Anspruch zu nehmen. Sie formulieren in Ihrem derzeitigen Schreiben die Angelegenheit dahin, Entweder ich gebe die Einwilligung zur Ausstellung der Zeichnungen bei Artaria (Wien) und Amelang (Berlin) und es wird mir dafür Reproduktionsgelegenheit der Blätter von den Brahms'schen Erben gegeben Oder Beide Ausstellungen unterbleiben und die Brahms'schen Erben verweigern mir die Reproduktionsgelegenheit. Ich habe mich seinerzeit zur ersten Frage zustimmend geäußert, und die Ausstellung hat demzufolge bei Artaria stattgefunden. Meine Zeichnungen werden auch nunmehr bei Amelang in Berlin ausgestellt werden. Somit glaube ich meinerseits die acceptirten Bedingungen erfüllt zu haben. Meine Bitte an Sie, verehrter Herr, geht nun dahin veranlassen zu wollen, daß die Brahms'schen Erben in nächster Zeit, vor Eröffnung oder nach Schluß ihrer Ausstellung, die betr. Blätter sämmtlich einer von mir näher zu bezeichnenden Firma (voraussichtlich Hanfstängl in München, der aber die Aufnahmen in Berlin jedenfalls veranlassen würde) für die Zwecke einer guten Reproduktion auf einige Tage zur Verfügung zu stellen [...]" (27. XII. 1902). - "Ihr voriges Geschätztes blieb vorläufig unbeantwortet, weil in diese Tage eine andere schwierige und aufregende Angelegenheit fiel, nach deren Erledigung ich dringend einige Tage völliger Ruhe bedurfte [...] Leider bin ich materiell nicht in der Lage den einen Ihrer Wünsche zu befriedigen. Die sehr kleine Edition der 'Brahmsfantasie' ist völlig vergriffen. Und die im Handel nur noch gelegentlich erhältlichen Exemplare haben einen Preis von 800-1000 Mk. Ich selbst bin nur mehr im Besitz meines Handexemplares, welches ich nicht veräußere. Ich muss Sie also bitten, eine andere Wahl zu treffen [...] Wenn Ihnen dagegen mit einem Exempl. einer anderen Arbeit von mir, z. B. 'Vom Tode II' (6 Stiche), die einen gleichen Handelswerth wie die Brahmsfantasie hat, gedient ist, so stelle ich Ihnen dieses gern zur Verfügung [...] In Sachen der Reproduktion werde ich mich sofort mit meinem Verleger in Verbindung setzen [...]" (30 I. 1903). - Drei Jahre später besuchte Reitzer Leipzig, wo er wieder mit Klinger Verbindung aufnahm. Der Künstler schrieb ihm ins Hotel: "Wenn das Hamburger Brahmsdenkmal Sie interessiert bitte ich Sie entweder heut Montag gegen 5 zu kommen oder morgen gegen 11. Später wird es aus technischen Gründen umgelegt [...]". Wahrscheinlich ein bei dieser Gelegenheit überreichtes Geschenk Klingers an Reitzer ist das der Sammlung beiliegende Brahmsportrait: ein Jugendbildnis, verso datiert und mit der (demnach an Klinger gerichteten) humorvollen Widmung des Komponisten: "Die Photographie ist zwar sehr zerschunden, / Ich hab aber leider ka bessere g'funden / Und da sie schon vorn so abgenutzt / Hab ich sie auch rückwärts mit Versen beschmutzt."