Theologe, Philosoph und Schriftsteller (1744–1803). Eigenh. Brief. Weimar. 2½ SS. auf Doppelblatt. 4to.
2.500 €
(21688)
An einen „Geheimen Finanz-Rath“, dessen Sohn er „vor einer Reihe von Jahren“ in Karlsbad kennengelernt hatte, mit dem Ersuchen, sich für seinen eigenen Sohn zu verwenden: „[...] Mein zweiter Sohn nämlich hat sich der Bergwerkskunde theoretisch und praktisch beflissen und nach vorhergegangenem Studium auf zwei Universitäten in Freiburg seinen cursum [...] dergestalt beschlossen, daß er mit speciminibus verschiedener Art vor seine Obern zu treten und um einen Eingang in die Churfürstl.
Dienste seines Fachs zu bitten waget. Proben seiner Fähigkeit und erlangten Erfahrung mögen seine Ausarbeitungen selbst seyn; womit ich ihn, neben dem Zeugniß seiner Lehrer, als Vater gern begleiten möchte, ist das Zeugniß seiner anständigen Sitten und seiner honetten Denkart, so wie seines auf eine praktische Naturkunde von Kindheit auf gerichteten Talents u. Fleißes [...] Jetzt waget sich sein Schiff aufs Meer, wo günstige Winde ihm helfen müssen; u. da ich fern vom Ufer bin, was kann ich anders, als um die Gunst derer bitten, die ihm zu helfen vermögen [...]“. – Stark fleckig und knittrig sowie mit zahlr. Einrissen und Läsuren; die rechte Hälfte der unteren Hälfte von Bl. 2 alt entfernt, so daß von der Unterschrift „Herder“ nur ein Teil des ersten Buchstabens erhalten geblieben blieb..
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Eigenh. Albumblatt mit U. („Herder“).
Autograph ist nicht mehr verfügbar
„Vollkommenheit zu denken, ist das Glück des Geistes, und der Ursprung des beßern Lebens. Wahrheit, Schönheit, Güte, – diese Ideen sind so gebohren. Das Wirkliche, sagt Platon[,] will ihnen gleichen, aber es kann nicht. – Das aber ist es, was ein edler Enthusiast nicht ruhig duldet, was ihn treibt, und treiben soll, durch angestrengtes Thun, dem Wirklichen zu helfen, damit es der Idee entgegen gehe“. Die Verso-Seite des Blattes in französischer Sprache und möglicherweise auch von Herder stammend. – Goedeke IV 294, 75. Wilpert-G. 62. Zweiter Druck im Jahr der Erstausgabe. Stellenweise gering stockfleckig, die Einbände etwas berieben. – Beiliegend: Ders.: Gedichte. Hrsg. v. Johann Georg Müller. 2 Tle. in 1 Bd. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1817. XVI, 360, XII (es fehlt ein unbedr. Zwischenblatt), 284 SS. Marmorierter brauner Pappband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen. 8vo. Goedeke IV 296, 103. Erste Buchausgabe. Tls. stärker stockfleckig, der Einband etwas berieben. – Alle drei Bände mit dem Exlibris des Schweizer Schriftstellers Emanuel Stickelberger (1884–1962) am vorderen Innendeckel.
