Aloys Fuchs

Fuchs, Aloys

Musikforscher und Autographensammler (1799-1848). Eigenh. Brief mit U. Wien. 8vo. 4 pp. Braune und rote Tinte, Unterstreichungen, leicht gebräunt.
4.500 € (61451)

An einen befreundeten Sammler über den Erwerb von Autographen und die Anlage seiner Autographensammlung, die als eine der bedeutendsten seiner Zeit galt: „[…] Es sind inzwischen in Paris 2 andere Autographen-Auctionen abgehalten worden wovon mir die Cataloge zugeschikt wurden; darin fand ich in jedem mehrere Briefe von Piccini - welche sehr billig zu haben gewesen wären; allein ich konnte keinen Auftrag geben, weil ich nicht wußte - was Sie hierwegen gethan haben. Nun sitze ich wahrscheinlich ,zwischen 2 Stühlen auf der Erde’.

[…] Meine Autogr. Sammlung nimmt nur Componisten auf. Hierbei mögen Sie diesem Herrn (Autographenhändler Charon) bemerken: daß ich - für meine Sammlung - eigentlich der Notenschrift den Vorzug gebe, und Briefe nur im Falle aufnehme, als keine Notenschrift zu erhalten ist. Diese letztere wird aber von anderen Sammlern eben nicht gesucht, diese greifen lieber nach Orig.-Briefen und so tritt keine große Conkurrenz ein […] Unter den 2000 Autogr. der Pariser Cataloge fand ich den Namen Gluck nicht! Was glauben Sie wohl daß dieß bedeuten mag“ […]“.

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Fuchs, Aloys

Wiener Musikkenner und -sammler (1799-1853). Sein Album mit 115 eigenh. Eintragungen von Komponisten, Musikern und Musikfreunden aus den Jahren 1817/1830 bis 1851. Kalligraphierter Titel. VII und 218 (241) pag. Seiten 4to (2 Zählungen), etliche Blätter in anderen Formaten eingehängt: 14 Seiten leer. Orig.-Lederband mit Rücken-, Deckel- und Stehkantenvergoldung, grünen Vorsätzen und Goldschnitt. Minimale Gebrauchsspu.
1.800.000 € (74864)

„Musikalisches Album zur Erinnerung an günstige Freunde, angelegt von Aloys Fuchs. | Wien im Jahre 1830.“ Aloys Fuchs, von Beruf Beamter im österreichischen Hofkriegsrat, hatte um 1820 begonnen, eine Musikbibliothek aufzubauen, die schließlich ..wegen ihrer reichen Autographen­Schätze als eine der wertvollsten und größten Privatsammlungen Europas galt" (MGG). Eines der letzten noch in Privathand befindlichen Glanzstücke dieser Sammlung (deren Großteil die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz bewahrt) liegt hier vor: in sich bereits eine bedeutende Sammlung von Musikautographen - und ein musikhistorisches Dokument, das es in seiner Geschlossenheit zu erhalten gilt.

Fuchs richtete das Album 1830 ein, die erste Eintragung stammt von Ignaz Lachner (am 4. IX. 1830. S. 65-67). die letzte von dem französischen Musiker G. B. Duprato (am 28. XII. 1851. S. 18). Angelegt waren zunächst 85 Blätter achtzeiligen Notenpapiers, zahlreiche Einzelblätter wurden später eingeschaltet. Auch diese hinzugekommenen Blätter wurden eigens für Fuchs geschrieben, ausgenommen lediglich die Kompositionen von Beethoven, Erzherzog Rudolf und H. Worzischek (1817), die Fuchs dem 1831 erworbenen Album von Franz Kandler entnommen hatte (vgl. hierzu die das Album eröffnende ,,Anmerkung des Sammler"), das aus einem unbekannten Album stammende Schubert-Lied, sowie vermutlich der Kanon von Muzio Clementi. Als bedeutendste Eintragungen sind zu nennen: Ludwig van BEETHOVEN (1770-1827): S. 11-13 (angerändert). Gesang der Mönche „Rasch tritt der Tod den Menschen an" aus Schillers ,“Wilhelm Tell" für 3 Männerstimmen (2 Tenöre und Baß) a cappella in Partitur. Titel (in deutscher Schrift) .. aus Schillers Wilhelm Tell', am Schluß Wiederholung des Titels und die Widmung ... zum Angedenken mit Tönen begleitet für Hrn Fr. v. Kandler Von ludwig van Beethowen | 1817 am 3ten' Maj | auch zur Erinnerung an den schnellen unverhoften Tod unseres Krumpholz". Am Kopf bezeichnet .,ziemlich Langsam. | Maelzels Zeitmeßer 126 [Notenschlüssel]". - 2 Blätter quer-8vo mit 3 Seiten auf zehnzeiligem Notenpapier; die 4. Seite leer. WoO 104; Kinsky/Halm kennen nur dies Autograph. Am 2. Mai 1817 war der Geiger Wenzel Krumpholz plötzlich gestorben: dies hatte Beethoven tief erschüttert. - Über die Komposition berichtete Fuchs in der Allg. Wiener Musikzeitung vom 31. März 1846. Fryderyk CHOPIN (1810-1849): S. 111-115. Mazurka f-moll. op. 7 Nr. 3. für Pianoforte. Titel „Mazur"; am Schluß „F. Chopin/ Vienne ce 20/6 1831." 4 1/3 Seiten 4to auf achtzeiligem Notenpapier. Ende November 1830 kam Chopin zum zweitenmal nach Wien und blieb dort bis zum 20. Juli 1831. - Die Reinschrift für Fuchs weicht ein wenig von Mikulis Ausgabe ab (Punktierung Takt 9 ff. und Schluß­Fermate). Muzio CLEMENTI (1752-1832): S. 215 (aufgeklebt) . „Canone di Muzio Clementi"; 24 Takte eines vierstimmigen Kanons (C-dur 2/4) für Piano­forte. 1 Seite quer-8vo auf achtzeiligem Notenpapier. Nicht datiert, vermutlich aus einem anderen Stammbuch. Franz LISZT (1811-1886): zwischen S. 204/05 eingeschaltet. Improvisation (Folge von verminderten Septakkorden), ,,Wien/ 23 Februar/ [1 }840 / F. Liszt“. 1 Seite quer-8vo mit 2 Notenzeilen auf sechszeiligem Notenpapier; blindgeprägte Umrandung. Albert LORTZING (1801-1851): nach S. 218 (eingeklebt). ,,Lied des Knappen Veit - aus der Oper: Undine“; Singstimme mit Klavierbegleitung. Darunter ,.Zu freundlicher Erinnerung an den Komponisten/ Albert Lortzing", datiert „Leipzig den 22ten Juli | 1845". 1 Seite quer-4to auf neunzeiligem Notenpapier. Der Schlu?: „wenn es fest und sicher stände, daß man da sich wiederfände […]“ (usw“ des bekannten Liedes „Vater, Mutter, Brüder, Schwestern […]“ Felix MENDELSSOHN BARTHOLDY (1809-1847): S. 61-63. „Auf der Fahrt" (späterer Titel „Scheidend“, op. 9 Nr. 6). Lied für Singstimme mit Begleitung des Pianoforte, mit dem Text nach J. G. Droysen. Am Schluß signiert „Felix Mendelssohn Bartholdy'. 3 Seiten 4to auf achtzeiligem Totenpapier. Das Fuchssche Autograph weicht besonders in der Begleitung vom Druck ab. -Mendelssohn schätzte den Sammler wegen seiner Kenntnisse und seiner oft bewährten Hilfsbereitschaft. Otto NICOLAI (1810-1849): S. 60. Vierstimmiger Kanon (G-dur 4/4) auf den Text „Mein lieber Fuchs. / ich sag' dir flugs: | Du bist so schlau | als wie ein Luchs." „Otto Nicolai. Kapellmeister des K. K. | Hof-Operntheaters. | Wien 18 Jan 1838". 1 Seite 4to auf achtzeiligem Notenpapier. Nicolai war (als Nachfolger Conradin Kreutzers) von 1841-47 Hofkapellmeister in Wien: 1847-49 Dirigent des Domchors und Kapellmeister der Kg!. Oper in Berlin. Gioachino ROSSINI (1792-1868): S. 19 (eingeschaltet). Vierstimmiger humoristischer „Canon", E-dur 6/8 auf den Text „or che si oscuro il ciel […]" Am Schluß signiert und datiert „G Rossini | Parigi li 4 Aprile 1832 à Monsieur Fux". 1 Seite quer-4to (beschnitten) mit 4 Notenzeilen. Franz SCHUBERT (1797-1828): S. 3-10 (angerändert). „Der Blumen Schmerz" (op. 173 Nr. 4). Lied für „Singst[imme]" und „P[iano] F[ orte]" zu dem Text „Wie tönt es mir so schaurig des Lenzes erstes Wehn […]“ Am Kopf datiert und signiert „1821 Sept. Frz Schubert“. 8 Seiten quer-8vo auf zwölfzeiligem Notenpapier. Deutsch Nr. 731 (kennt nur dieses Autograph). Robert SCHUMANN (1810-1856): S. 207. Der erste Teil von Nr. 7 (g-moll) der „Davidsbündlertänze". op. 6. Am Kopf bezeichnet: „Mit vielem Ausdruck", am Schluß die Widmung „Erinnerung an Robert Schumann | Wien, den 8ten November 1838". 1 Seite 4to auf achtzeiligem Notenpapier. Schumann war von Anfang Oktober 1838 bis Anfang April 1839 in Wien, wo er auch die Fuchssche Handschriftensammlung besichtigte. Clara SCHUMANN (1819-1896): S. 115. Die zwölf Eingangstakte aus „Ungarisches Rondo" (g-moll 2/ 1) für Pianoforte, „geschrieben zu Wien im Januar 1838; am Schluß signiert „Clara Wieck". 1/2 Seite 4to auf achtzeiligem Notenpapier. Claras Eintrag steht unter den Schlußtakten von Chopins f-moll-Mazurka. Gaspare SPONTINI (1774-1851): S. 68 (aufgeklebt). Die Eingangstakte vom Gebet der Julia aus dem 2. Finale seiner Oper „La Vestale“ (“o des infortunes […]“) für Singstimme mit Begleitung, bezeichnet „Andantino sost[enut]o“. Am Schluß: „[…] Spontini | Vienna ce 12 7bre 1827“. 1 S. quer-kl.-4to auf zehnzeiligem Notenpapier. Joseph BÖHM (1795-1876, Joseph Joachims Violinlehrer): Seite 143f. „Caprice“ (g-oll 4/4) für Geige. 10.X.1831. Johann Baptiste CRAMER (1771-1858), Pianist. Seite 214. „Petit Souvenir“ (fis-moll) für Klavier. 25.X.1836. Friedrich CURSCHMANN (1805-1841), Liederkomponist. Seite 130f. „Altes Vokslied“ (“Schätzelein, es kränket mich […]“) für Singstimme mit Pfte. 4.XII.1833. Theodor DÖHLER (1814-1856), Pianist. Seite 172f. Etude (a-moll 3/4) für Pianoforte. 22.XII.1837. John FIELD (1782-1837), Pianist und Komponist. Seite 211. 23 Takte eines Klavierstücks (Nocturne?, C-dur 3/4). 13.VIII.1835 Friedrich von FLOTOW (1812-1883). Seite 148 (aufgeklebt). 4 Anfangstakte vom Banditenduett aus dem 2. Akt seiner Oper „Alexxandro Stradella“; Singstimme mit Begleitung. (Nach 1845). Adalbert GYROWETZ (1763-1850). Nach Seite 30 (eingeschaltet). 26 Takte der Ariette „Mir leuchtet die Hofnung […]“ aus der komischen Oper „Der Augenarzt“ (1811), Klavierauszug. „Adalbert Gyrowetz 1845 | In seinem 83ten Lebens-Jahre.“ Moritz HAUPTMANN (1792-1868). Seite 22f. „Lied v. Uhland“ (“O Tannenbaum du edles Reis […]“) für „Stimme“ mit Pianoforte Schlußvermerk von A. Fuchs „[…] für meine Sammlung geschrieben, vor seiner Abreise | nach Italien. Wien den 15 Septbr [1]829.“ Moritz HELLMESBERGER d. Ä. (1800-1873), Lehrer von Ernst, Joachim und Auer). Seite 35-37. Violin-Etude (d-moll 4/4); „1830“ von Fuchs hinzugesetzt. Adolph HENSELT (1814-1889). Seite 208f. Klavierstück ohne Titel (c-moll 3/4). 20.III.o.J. Louis dit Aimé MAILLART (1817-1871), franz. Opernkomponist. Seite 129, Z.5-8. Thema seiner „Sinfonia della vendetta“ (c-moll) im Lavierauszug. 19.VII.1844. Eduard MARXSEN (1806-1887), Brahms’ Theorielehrer. Seite 183. „Canone a quatro“ (As-dur 2/2) auf dem Text „Vita brevis ars longa“. 28.IV.1834. Das sog. „ältere Müllerquartett“ oder „Brüder Müller“: Carl (1797-1873), Georg (1808-1855), Gustav (1799-1855) und Theodor MÜLLER (1802-1875). Seite 133f. 12 Anfangstakte von Beethovens Streichquartett F-dur (op. 18 Nr. 1). Jeder der vier Brüder trug seinen Quartett-Part ein. Ferdinand RIES (1784-1838), Beethovens Schüler, 1801-1805. Seite 25 (eingeschaltet). „Canone a tre all’ Unisono“ (c-moll 4/4). Rom. 8.I.1833. Bernhard ROMBERG (1767-1841), Cellist. Seite 27. 13 Anfangstakte von „Der Traum“ (“[…] das, was ich am liebsten spiele“) für Violoncello mit Pianoforte. 14.III.1833. Erzherzog RUDOLPH von Österreich, Kardinal-Erzbischof von Olmütz (1788-1831), Beethovens Schüler und Gönner). Seite 1/2 (eingeklebt). „Capriccio“ (Des-dur 2/4, Andante, 72 Takte) für Pianoforte. 6.IV.1817. Johann SCHENK (1753-1836), Beethovens Harmonielehrer. Nach Seite 198 (eingeschaltet). „Romanze“ (“Bei Otto Graf von Liebensetein […]) für Singstimme mit Harfe. Friedrich SCHNEIDER (1786-1853). Nach Seite 56 (eingeschaltet). „Kyrie eleison“ (f-moll 4/4) für vierstimmigen gemischten Chor in Parititur. Am Schluß „comp. 18 Aug. 1829 | Augsburg.“ Ferdinand SCHUBERT (1794-1859), der ältere Bruder von Franz Schubert. S. 199-202. „Pleni sunt coeli“ aus der F-dur Messe für Chor mit Instrumenten. 14.I.1832. Ludwig SCHUNKE (1810-1834, Klavierkomponist, mit Robert Schumann eng befreundet): Seite 205f. 13 Anfangstakte eines „Marcia funebre" in d-moll für Pfte. 28.X.1833. Simon SECHTER (1788-1867, Anton Bruckners Lehrer): Seite 40-42. Dreistimmige Fuge (c-moll 3/4, Energico) über den Namen Fuchs, 15.III.1831. Adrien Francois SERVAIS (1807-1866, belgischer Cellist): Seite 84. 6 Takte aus der „Fantaisie romantique" für Violoncell. ,,un petit Souvenir offert à Mr Fouchx“. 23.III.1842. Friedrich SILCHER (1789-1860): nach Seite 196 (eingeschaltet). Melodie (Es-dur 6/8) seiner „Lorelei | von H. Heine." - Der Text der ersten zwei Strophen ist unterlegt. Leopold v. SONNLEITHNER (1797-1873. Dr. jur. ein Freund und Gönner von Franz Schubert): Seite 101-104. ,,Kyrie eleison" (c-moll 3/4); ,,Aus meiner im Jahre 1817 componirten Messe." - Der ganze Satz in Klavierfassung. 30.III.1831. Sigismund THALBERG (1812-1871): Seite 157 f. ,,Canon“ (C-dur 2/2) für Pianoforte. Henri VIEUXTEMPS (1820-1881): Seite 132. ,,Chant du Concerto de H. Vieuxtemps | qu'il a composé à Vienne“. Die Anfangstakte des H-dur-Seitenthemas aus dem 1. Violinkonzert (E-dur, op. 10). - Solostimme mit Pizzicato-Baß (Violoncell). Joseph WEIGL (1766-1846): nach S. 192 (eingeschaltet). Lied-Melodie „Laßt uns standhaft die Trennung ertragen […]“ sowie Joseph DRECHSLER (S. 135-138, 26. II. 1838) - Joh. GÄNSBACHER (S. 105, 21. IV. 1831) - Fr. A. GEVAERT (S. 56, 8. I. 1852) - Adolf HESSE (S. 108-110, 5. VI. 1831) - Leopold JANSA (S. 43-45) - Alexander KLENGEL (S. 216 f., 1. III. 1834) - Antoine de KONTSKI (S. 255 f., 2. XII. 1833) - Ignaz LACHNER (S. 65-67) - Wenzel MÜLLER (S. 85, 16. V. 1827) - Heinrich PROCH (S. 28-30, 4. IX. 1834) - Benedikt RANDHARTINGER (S. 187-189) - Xaver Schnyder von Wartensee (S. 203, Annatag 1839) - Ignaz v. SEYFRIED (S. 31, 1. II. 1833) - Joh. Hugo WORZISCHEK (S. 15-17: aus Kandlers Stammbuch, Lebewohl­Lied, 29. IV. 1817). Auf den Seiten V-X ein 108 Namen enthaltender „Index" (ab Nr. 98 von Fuchs eigenh. notiert), die fehlenden 7 Namen sind von späterer Hand in Bleistift nachgetragen. Noch zu Lebzeiten des Sammlers gelangte das Album in den Besitz von Sigismund Thalberg. Provenienz: Sammlung Aloys Fuchs (1799-1853), collection Louis Koch (1862-1930) [Georg Kinsky, Manuskripte, Briefe, Dokumente von Scarlatti bis Strawinsky. Katalog der Musikautographen-Sammlung Louis Koch (Stuttgart, 1953), Nr. 349]; Sammlung Maria Floersheim-Koch (1895-1955); musée de l’Universite Aoyama d’Osaka, Japan bis 2012. Danach Aristophil, Paris..

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