Friedrich II. (Preußen)

König von Preußen, 1712-1786

"Unter dem ""Alten Fritz"" konnte sich Preußen am Ende des Siebenjährigen Krieges 1763 neben Frankreich, Großbritannien, Österreich und Russland als fünfte europäische Großmacht etablieren. Friedrich gilt als Repräsentant des aufgeklärten Absolutismus und setzte als – wie er sich selbst sah – erster Diener des Staates tiefgreifende gesellschaftliche Reformen durch, schaffte die Folter ab und forcierte den Ausbau des Bildungssystems. Er verkehrte brieflich und mehrfach auch persönlich mit Voltaire, schrieb selbst zahlreiche Werke und komponierte auf hohem Niveau. In seinem Auftrag wurden das Berliner Opernhaus Unter den Linden und Schloss Sanssouci errichtet."

Quelle: Wikipedia

Friedrich II., der Große

König von Preußen (1712-1786). 20 (davon 19 eigenh.) Briefe mit U. ("Federic"). Potsdam bzw. Charlottenburg. 23 Bll. Meist 4to. 4 Briefe auf halbierten oder gekürzten Bogen; zur Überbringung oder zum Versand gefaltet. Mit einer Beilage.
98.000 € (33254/BN28185)

Sehr schöne und persönliche Briefe aus den letzten Lebensjahren des Königs. Die in französischer Sprache abgefaßten Schreiben richten sich an Eléonore de Maupertuis, die Hofmeisterin von Prinzessin Anna Amalia von Preußen, der jüngsten Schwester Friedrichs. Eléonore war die Tochter des von Friedrich hoch geschätzten preußischen Diplomaten, Gelehrten und Übersetzers Kaspar Wilhelm von Borck(e). 1744 hatte sie den französischen Mathematiker und Astronomen Pierre-Louis Moreau de Maupertuis geheiratet, der ebenfalls zu den Vertrauten Friedrichs zählte und von ihm mit der Führung der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin beauftragt wurde.

Nach dem Tod ihres Gatten im Juli 1759 widmete sie sich ganz ihrer Aufgabe als Hofmeisterin der Prinzessin. - Prinzessin Anna Amalia von Preußen war seit 1756 Äbtissin des reichsunmittelbaren Damenstiftes Quedlinburg, hielt sich jedoch überwiegend in Berlin auf. Heute ist sie vor allem durch ihre angebliche Affäre mit dem preußischen Offizier und Abenteurer Friedrich von der Trenck bekannt, deren Historizität allerdings zweifelhaft ist. Wichtig ist sie als eine der wenigen namhaften Komponistinnen des 18. Jahrhunderts. Die von ihr aufgebaute Musikaliensammlung ("Amalienbibliothek") enthält viele bedeutende Drucke und Handschriften, darunter das Autograph von Johann Sebastian Bachs Brandenburgischen Konzerten. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte die Prinzessin zurückgezogen in Berlin, hielt jedoch immer engen Kontakt zu ihrem Bruder, der sie weiter regelmäßig besuchte. Den Tod Friedrichs II. am 17. August 1786 überlebte sie nur kurz: Eben nach Ablauf der offiziellen Trauermonate des preußischen Hofes starb Anna Amalia am 30. März 1787. Zum kulturellen Aufstieg Preußens und insbesondere seiner Hauptstadt Berlin hatte sie einen wesentlichen Beitrag geleistet (vgl. MGG I, 486 f. u. besonders T. Debuch, Anna Amalia von Preußen, Berlin 2001, passim). - Über das Leben Anna Amalias haben wir nur wenige Quellen, darunter viel Zweifelhaftes wie die Autobiographie Trencks oder vornehmlich mit Blick auf Friedrich den Großen verfaßte Schriften wie die Tagebücher des Grafen Lehndorff. Die vorliegenden Briefe des Königs an Eléonore de Maupertuis sind daher eine einzigartige Quelle zu den letzten Lebensjahren der Prinzessin. Sie spiegeln die Sorge Friedrichs um den Gesundheitszustand seiner Schwester wider, der sich nach einem Schlaganfall im Jahre 1773 zunehmend verschlechtert hatte, und verdeutlichen die enge Beziehung der beiden Geschwister: "Ma cher Madame, J'ai non recours a Vous pour ne point fatiguér ma bonne Soeur, Com(m)e je suis obligé de ma rendre demain au Parc pour des affaires je me propose des profités en ces Voisinages pour rendre visite a ma bonne Soeur [...]" (Charlottenburg, 2. Mai 1783). - "Je Vous prie Ma chere Madame, de Conjurer ma Soeur en mon nom de Voulloir prendre quelque Medecine, pour Luy facillitér L'expectoration [...]" (o. Dat.). - "Voici ma bonne Madame deux Sortes de Tabac pour ma bonne Soeur [...]" (o. Dat.). - "Je vous prie Ma chere Madame, de m'envoyer Le Nom de Soupes que Ma Soeur mange avant dinér, et une Liste des plats qu'elle aime et qui convienent le mieux en Sa Santé [...]" (o. Dat.). - "Je vous suis bien obligé, des bonnes nouvelles que vous me donnez de la Santé de la Principe ma Soeur, par votre lettre endate d'hier [...]" (6. März 1785). - Fast alle Briefe enden mit der Schlußformel "Votre (tres humble) Serviteur Federic". Bei den vorliegenden Autographen handelt es sich um viertel- bis halbseitige Schreiben. Die meisten Briefe sind undatiert, einige tragen nur das Tagesdatum ohne Jahr ("ce 6. May", "ce 22.", "ce 25 Juin" etc.), ein Brief wurde rückseitig von anderer Hand mit Jahr und Absender versehen ("[...] Potzdam, 1777, Von I[hrer] M[ajestät] d[em] König"), nur zwei Briefe sind vollständig datiert: "Charlottenburg ce 2. May 1783." und "a Potsdam le 16. de Mars 1785". Letzterer wurde nicht vom König selbst, sondern von fremder Hand geschrieben, Friedrich fügte hier lediglich eine dreizeilige Nachschrift sowie seine Unterschrift hinzu. Als einziger Brief trägt er zudem die Adresse "à la Gouvernante de Maupertuis, neé de Borck, à Berlin". Sowohl der Inhalt als auch die Form machen jedoch deutlich, daß der Entstehungszeitraum und die Adressantin aller Briefe identisch sind. Alle Briefe mit brauner Tinte auf feines und sauberes Büttenpapier (meist mit Wasserzeichen "Horn im Wappenschild") geschrieben. Beiliegend ein Foliobogen der Papiermühle Röthenbach bei St. Wolfgang, wo der Papiermacher Georg Friedrich Meyer seit 1754 tätig war (Wasserzeichen "St. Wolfgang mit Bischofsstab"), dieser teilweise etwas gebräunt und mit einer Aufschrift des späten 18. Jhs. versehen: "Collection de Lettres de Fredéric le Grand Roi de Prusse, de Sa main propre; à feüe Madame de Maupartuis Gouvernante de feüe la Princesse Amélie Soeur de ce Roi". - Außergewöhnlich gut erhaltene Sammlung..

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Friedrich II., der Große

König von Preußen (1712-1786). Brief mit eigenh. U. ("Frederic"). Potsdam. 6 Zeilen auf Doppelblatt. 4to.
800 € (79049/BN50650)

An einen Major Loys des Ingenieurkorps in Magdeburg mit der Antwort auf dessen Vorschlag zur Errichtung einer Militärakademie. Freundlich, aber bestimmt informiert der König den Empfänger darüber, dass er bereits eine sehr erfolgreiche Schule in Berlin gegründet habe und jener sich die Mühe sparen könne, seinen Plan für eine Akademie und Vorschläge für französische Lehrkräfte zu übermitteln: "Connoissant l'utilité d'une école militaire, J'en ai deja etabli une à Berlin, ou les jeunes gentilhommes reçoivent toutes les instructions necessaires, pour en former de bons officiers.

Je ne saurais aussi que Me louer du succés, qu'elle a eû jusquesici [!]; & comme elle ne manque pas de Maitres, vous pouvés vous dispenser, de M'envoyer le plan, dont vous faites mention dans vôtre lettre; et vous epargner la peine, de Me procurer des sujets françois pour Precepteurs. Sur ce Je prie Dieu, qu'Il vous ait en Sa sainte et digne garde [...]". - Die im Brief beschriebene "Académie des nobles" war 1765 von Friedrich II. in Berlin gegründet worden. Die Neugründung erfolgte nicht zuletzt in Reaktion auf die Erfahrungen des Siebenjährigen Krieges, der Mängel in der Ausbildung vieler preußischer Offiziere offenbart hatte. Die zwölf besten Absolventen eines Jahrgangs wurden vom König persönlich in Potsdam weiter ausgebildet. Sichtlich stolz auf seine Gründung betont Friedrich im Brief, dass er sich nicht genug für den Erfolg der Schule loben könne. Aus der "Académie des nobles" sollte die Preußische Kriegsakademie hervorgehen. - Leicht braunfleckig und mit einem seitlichen Einriss..


Friedrich II., der Große

König von Preußen (1712-1786). Brief mit eigenh. U. Rheinsberg. ½ S. auf Doppelblatt. Folio.
1.500 € (80987/BN52945)

Interessantes Zeitdokument zur Salzpolitik, drei Jahre nach dem Ende des Salzmonopols in Preußen: eine Ordre des jungen Königs, der fünf Monate zuvor sein Amt angetreten hatte, an das "General Ober Finanz-Krieges u. Domainen Directorium": "Das Schreiben des Elbingischen Magistrats wegen Freygebung des Handels mit Boy Salz [d. i. Seesalz], und Hebung des gebührenden Kopfgeldes wird remittiret, und wollen Se. Königl. Majest. diesem vom General Directorio, von dem selbst billig und nützlich erachteten petito deferiren". - Mit Präsentationsvermerk, vier Gegenzeichnungen und Regestierung; einige kleine Tintenflecke (ohne Textberührung) und Spuren alter Montage verso; etwas fleckig.

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Friedrich II., der Große

Brief mit eigenh. U. ("Fr[iedri]ch").
Autograph ist nicht mehr verfügbar

An seinen Vetter Herzog August Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern (1715-1781) "wegen nöthiger Reparatur derer Wercke auf dem Fort Penamünde, imgleichen wegen des Forts Leopold": "[...] Ich bin zwar zufrieden, daß der nothwendige Bau der Corps de Guarde aus dem Fond der Fortifications-Bau Gelder zu Stande gebracht werde, überlaße auch Euer: Liebden wegen Verabfolgung des dazu benöthigten Holtzes, sich mit dortiger Cammer zu concertiren; Alles übrige aber muß vor der Hand noch anstehen, weil Ich dazu keine Gelder assigniren kan[n] [...]". - Herzog August Wilhelm war einer der verdienstvollsten Soldaten in der Armee Friedrichs des Großen und erwarb sich im 1756 ausbrechenden Krieg bleibenden Verdienst in der Schlacht von Lobositz.


Friedrich II., der Große

Brief mit eigenh. U. ("Fr[iedri]ch").
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An seinen Vetter Herzog August Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern (1715-1781) "wegen nöthiger Reparatur derer Wercke auf dem Fort Penamünde, imgleichen wegen des Forts Leopold": "[...] Ich bin zwar zufrieden, daß der nothwendige Bau der Corps de Guarde aus dem Fond der Fortifications-Bau Gelder zu Stande gebracht werde, überlaße auch Euer: Liebden wegen Verabfolgung des dazu benöthigten Holtzes, sich mit dortiger Cammer zu concertiren; Alles übrige aber muß vor der Hand noch anstehen, weil Ich dazu keine Gelder assigniren kan[n] [...]". - Herzog August Wilhelm war einer der verdienstvollsten Soldaten in der Armee Friedrichs des Großen und erwarb sich im 1756 ausbrechenden Krieg bleibenden Verdienst in der Schlacht von Lobositz.