Franz Joseph I.

Kaiser von Österreich, Apostolischer König von Ungarn und König von Böhmen, 1892-1916

Mit seiner Thronbesteigung begann 1848 eine der bis heute längsten Regierungszeiten. Unter seiner 68-jährigen Herrschaft wurde das Kaisertum Österreich zunächst absolutistisch und zentralistisch regiert, dann zusammen mit Ungarn als zwei konstitutionelle Monarchien und ab 1867 schließlich als Doppelmonarchie. Schon zu Lebzeiten zunehmend als Legende mit nostalgischem Flair umwoben, erfuhr Franz Joseph Schicksalsschläge wie den Tod einer Tochter, die Hinrichtung seines Bruders, den Suizid seines einzigen Sohnes, die Ermordung seiner Gattin Elisabeth (Sis(s)i). Der sich stetig vergrößernde Nationalitätenkonflikt wurde zur zentralen Problematik seines Vielvölkerstaats. Seine Kriegserklärung an Serbien hatte 1914 den Ersten Weltkrieg zur Folge.

Quelle:

Franz Joseph I.

Kaiser von Österreich (1830-1916). Portraitphotographie mit eigenh. Namenszug auf der Vorderseite. ohne Ort [Wien]. 214 : 118 mm.
6.500 € (100434)

Schöne Aufnahme aus späteren Jahren, in Uniform mit Degen und Ordensschmuck in ganzer Figur. Photographie: Carl Pietzner, Wien. Leicht berieben und bestoßen. - Sehr selten.

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Franz Joseph I.

Kaiser von Österreich (1830-1916). Schriftstück mit eigenh. Unterschrift. Luxemburg. 4to. 1 1/4 pp. Randläsuren und Einrisse alt geklebt.
1.500 € (103050)

An Erzherzog Carl Ferdinand (1818-1874): „Euerer Liebden ist bereits aus Meinen Patente vom 26. Juni d. J. bekannt, welche durchgreifende und umfassende Maßregel Ich in der Absicht getroffen habe, um zuvörderst die im Interesse der allgemeinen Wohlfahrt dringend gebothene Zurückführung der Landesvaluta auf Metallwährung zu bewirken, und überdieß die Mittel zum Bedruckung der außerordentlichen Auslagen zu schaffen, mit welchen die Finanzkräfte des Staates durch die wiederhohlt mit Rücksicht für die europäische Machtstellung und Würde Meines Reiches unvermeidlich gewordene Aufstellung von Heereskräften in Anspruch genommen werden.

Ich zähle dabei vorzüglich auf die wirkthätige Unterstützung aller Glieder Unseres durchlauchtigsten Hauses. Überzeugt von Ihrem warmen Patriotismus sehe Ich die erfreuliche Erwartung, daß Euer Liebden bei dem gegenwärtigem Anlaße in der Durlegung dieser Gesinnungen nicht zurückbleiben, und sich an dem eröffneten freiwilligen National-Anleihen auch Ihrerseits, soviel es in Ihren Kräften steht, zu betheiligen […]“.

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Franz Joseph I.

Kaiser von Österreich (1830-1916). Brief mit eigenhändiger Unterschrift. Wien. 4to. 1 p. Doppelblatt. Einriss am rechten Rand.
2.500 € (83776)

An „Durchlauchtiger lieber Oheim und Herzog“: „Das Schreiben, welches Eure Hoheit am 20. v. M. an Mich zu richten beliebt haben, um Mir aus Anlaß des durch die göttliche Vorsehung glücklich abgewendeten Attentates wider Mein Leben Ihre theilnehmenden Gesinnungen auszudrücken, ist Mir durch Eure Hoheit Flügel Adjutanten, Major von Pawel-Rammingen, richtig zugekommen. Lebhaft gerichtet von diesem Beweise der Freundschaft Eurer Hoheit und von den antheilvollen und verbindlichen Worten, welche die inhaltschwere Veranlassung Ihnen eingab, freue Ich Mich von Herzen Ihres Glückwunsches, und erwidere denselben auf das dankbarste mit der Bitte überzeugt zu sein, daß auch Meiner Seits dem fortwährenden Wohlergehen Eurer Hoheit und dero Angehörigen stets Meine treuen Wünsche gewidmet sind.

[…]“ Am 18. Februar 1853 verübte der ungarische Schneidergeselle János Libényi ein missglücktes Attentat auf ihn..

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Franz Joseph I.

Kaiser von Österreich (1830-1916). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Wien. 8vo. 1 p. Doppelblatt.
3.500 € (89174)

Der Kaiser von Österreich schreibt an seine Freundin Katharina Schratt: „Theuerste Freundin, Wegen schlechtem Wetter wurde heute früh der Ausflug auf den Schneeberg abgesagt. Nun wird für Morgen von dort telegraphisch ein wunderschöner Tag angesagt, so daß ich morgen hinausfahren udn daher um 1/2 8 Uhr nicht zu Ihnen kommen werde. Ich könnte Sie zwei Tage lang nicht sehen und frage mich daher an, ob Sie heute nach 1/2 6 Uhr mein Besuch geniren würde. Wenn dieses der Fall wäre, bitte ich mir abzusagen.

Bekomme ich keine Nachricht, wo werde ich nach 1/2 6 Uhr per Wagen erscheinen. | Mit den herzlichsten Grüßen | Franzjosef“. Katharina Schratt (1853-1940) war Burgschauspielerin. Über 30 Jahre lang, bis zu seinem Tod 1916, war sie die „Freundin des Kaisers“ gewesen. Weder Zeitgenossen, noch die Nachwelt konnten sich je darauf einigen, welcher Art diese ebenso öffentliche wie diskrete Beziehung war. „Die Schratt“ kehrte nach einem Gastspiel in New York 1883 nach Wien an das Hofburgtheater zurück. Sie wurde zu einer der beliebtesten Schauspielerinnen ihrer Zeit in Österreich. 1887 erfolgte die Ernennung zur Hofschauspielerin. 1885 war die Tochter eines Badener Lebensmittelhändlers, die sich besonders mit ihrem komischen Talent am Burgtheater nach vorn gespielt hatte, beim Wiener Industriellenball eingeladen, wo die 32-Jährige dem Kaiser begegnete. Sogar Kaiserin Sisi (1837-1898) soll die Beziehung gefördert haben, sie gab der Schratt vor der Öffentlichkeit das harmlose Image einer gemeinsamen Freundin. Für den größten Theaterskandal in der Monarchie sorgte Katharina Schratt, als sie in Franz von Schönthans Lustspiel Maria Theresia 1903 am Deutschen Volkstheater in Wien eine Kaiserin spielte. Der Journalist Karl Kraus prangerte in seiner Zeitschrift Die Fackel den Umstand, dass Schratt als Kaiserin zu sehen war, als „Gipfel der Geschmacklosigkeit“ an. Während der Kaiser und die Schauspielerin bis dahin immer darauf geachtet hatten, ihre Beziehung nicht in die Öffentlichkeit zu tragen, habe die Schauspielerin nun die Grenzen des guten Geschmacks verlassen. Selbst der Kaiser war überrascht: „In der Zeitung habe ich gelesen, dass Sie die Maria Theresia spielen werden. Ist das wahr?“ Katharina Schratt betrat nach dem Skandal nie wieder eine Bühne. Der Kaiser überraschte Künstler oft durch sein Kunstverständnis. Den Bauplatz für das neue Opernhaus am Ring hatte Kaiser Franz Joseph selbst ausgesucht. Auch die Baukosten von sechs Millionen Gulden soll er getragen haben. 1869 wurde die Hofoper am Ring eröffnet, die mangels eines Sockels zwar architektonisch umstritten war, doch mit ihrer Akustik beeindruckte. Ab 1897 war Gustav Mahler zunächst als Kapellmeister an der Hofoper, wenig später wurde er von Kaiser Franz Joseph zum Direktor ernannt. Während Mahler zu Beginn seiner Tätigkeit von den WienerInnen verehrt wurde, stieß er später aufgrund seiner jüdischen Abstammung auf zunehmende Ablehnung. Im Dezember 1907 verließ er Wien in Richtung New York. Durch die Unterstützung des Obersthofmeisters erhielt Mahler eine hohe Abfindung, die der Kaiser persönlich bewilligte, sowie die Höchstpension. Seine Siebte komponierte Mahler von 1904 bis 1908. Die Uraufführung fand 1908 in Prag im Rahmen einer Konzertreihe anlässlich des 60-jährigen Regierungsjubiläums Kaiser Franz Josephs statt..

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Franz Joseph I.

Kaiser von Österreich (1830-1916). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Schönbrunn. 8vo. 1 p. Doppelblatt.
3.500 € (89175)

Der Kaiser von Österreich schreibt an seine Freundin Katharina Schratt: „Liebe Freundin, heute kann ich leider nicht zu Ihnen kommen, da ich wegen einem stärkeren Anfall von Hämor[rh]oiden Umschläge nehmen muß uns Dr. Kerzel mir nicht gestattet auszugehen. Ich werde aber dennoch in die Stadt fahren und hier das Deiner für Graf Nigra geben. Morgen hoffe ich jedenfalls um 7 Uhr in die Gloriette Gasse kommen zu können. | Mit den herzlichsten Grüßen | Franzjosef“. Katharina Schratt (1853-1940) war Burgschauspielerin.

Über 30 Jahre lang, bis zu seinem Tod 1916, war sie die „Freundin des Kaisers“ gewesen. Weder Zeitgenossen, noch die Nachwelt konnten sich je darauf einigen, welcher Art diese ebenso öffentliche wie diskrete Beziehung war. „Die Schratt“ kehrte nach einem Gastspiel in New York 1883 nach Wien an das Hofburgtheater zurück. Sie wurde zu einer der beliebtesten Schauspielerinnen ihrer Zeit in Österreich. 1887 erfolgte die Ernennung zur Hofschauspielerin. 1885 war die Tochter eines Badener Lebensmittelhändlers, die sich besonders mit ihrem komischen Talent am Burgtheater nach vorn gespielt hatte, beim Wiener Industriellenball eingeladen, wo die 32-Jährige dem Kaiser begegnete. Sogar Kaiserin Sisi (1837-1898) soll die Beziehung gefördert haben, sie gab der Schratt vor der Öffentlichkeit das harmlose Image einer gemeinsamen Freundin. Für den größten Theaterskandal in der Monarchie sorgte Katharina Schratt, als sie in Franz von Schönthans Lustspiel Maria Theresia 1903 am Deutschen Volkstheater in Wien eine Kaiserin spielte. Der Journalist Karl Kraus prangerte in seiner Zeitschrift Die Fackel den Umstand, dass Schratt als Kaiserin zu sehen war, als „Gipfel der Geschmacklosigkeit“ an. Während der Kaiser und die Schauspielerin bis dahin immer darauf geachtet hatten, ihre Beziehung nicht in die Öffentlichkeit zu tragen, habe die Schauspielerin nun die Grenzen des guten Geschmacks verlassen. Selbst der Kaiser war überrascht: „In der Zeitung habe ich gelesen, dass Sie die Maria Theresia spielen werden. Ist das wahr?“ Katharina Schratt betrat nach dem Skandal nie wieder eine Bühne. Der Kaiser überraschte Künstler oft durch sein Kunstverständnis. Den Bauplatz für das neue Opernhaus am Ring hatte Kaiser Franz Joseph selbst ausgesucht. Auch die Baukosten von sechs Millionen Gulden soll er getragen haben. 1869 wurde die Hofoper am Ring eröffnet, die mangels eines Sockels zwar architektonisch umstritten war, doch mit ihrer Akustik beeindruckte. Ab 1897 war Gustav Mahler zunächst als Kapellmeister an der Hofoper, wenig später wurde er von Kaiser Franz Joseph zum Direktor ernannt. Während Mahler zu Beginn seiner Tätigkeit von den WienerInnen verehrt wurde, stieß er später aufgrund seiner jüdischen Abstammung auf zunehmende Ablehnung. Im Dezember 1907 verließ er Wien in Richtung New York. Durch die Unterstützung des Obersthofmeisters erhielt Mahler eine hohe Abfindung, die der Kaiser persönlich bewilligte, sowie die Höchstpension. Seine Siebte komponierte Mahler von 1904 bis 1908. Die Uraufführung fand 1908 in Prag im Rahmen einer Konzertreihe anlässlich des 60-jährigen Regierungsjubiläums Kaiser Franz Josephs statt..

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Franz Joseph I.

Kaiser v. Österreich (1830-1916). Eigenh. Brief mit U. und eh. Gästeliste mit Paraphe. O. O. (½+1 =) 1½ SS. auf 4 (= 2 Doppel-)Blatt. Gr.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert.
1.500 € (31954/BN21640)

An Obersthofmeister Fürst Hohenlohe: "Ich bitte zu einem Diner für Morgen ½7 Uhr die Einladungsliste entwerfen zu lassen und mir dieselbe zur Genehmigung zu schicken [...]". - Auf der beiliegenden Liste sind in Bleistift die Namen der Gäste - "Kronprinz, Kronprinzessin, Prinz Leopold, Prinzessin Gisela und ich" - notiert, darunter vermerkt der Kaiser gleichfalls in Bleistift: "um 5 Uhr in Schönbrunn im Zimmer, wo bei den beiden letzten Diners sich die Suiten versammelt haben", und hierunter in Tinte: "Sogleich zu veranlassen.

Dem Control[l]amte wegen guten menu's und soignirten diner's zu verständigen". - Der Brief in gutem Zustand, die Gästeliste mit stärkeren Falt- und leichteren Gebrauchsspuren..

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Franz Joseph I.

Kaiser von Österreich (1830-1916). Telegramm. Rom. 17.01.1870. ¾ S. 4to.
400 € (32494/BN23845)

An "Sa Majesté l'Imperatrice d'autriche | Ancona": "Marie continue tres bien et desire avoir l'adresse de Sophie | Francois". - Etwas angestaubt.

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Franz Joseph I.

Kaiser von Österreich (1830-1916). Eigenh. Resolution mit U. auf Urlaubsmeldung des Erzherzogs Albrecht von Österreich-Teschen mit dessen U. Laxenburg. 22.06.1858. ¼ S. auf gefalt. Bogen, im Halbbruch des Schreibens Albrechts. Folio.
950 € (935785/BN935785)

Auf das Schreiben des Erzherzogs Albrecht (1817-95), kommandierender General in Ungarn und 1866 "Sieger von Custozza" ("Der allerunterthänigst Gefertigte meldet Euerer Majestät gehorsamst, daß er den allergnädigst gestatteten sechswochentlichen Urlaub Morgen antreten werde, und seinem adlatus Feldmarschall Lieutenant Grafen Haller die Geschäftsleitung beim General-Gouvernement des Königreiches Ungarn übergeben habe", Schloss Weilburg bei Baden, 20. VI. 1858): "Ich habe diese Anzeige zur Kenntniß genommen." - Praesentatum- und Registraturvermerke.

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Franz Joseph I.

Kaiser von Österreich (1830-1916). Eigenh. Telegrammentwurf mit Paraphe. O. O. 06.12.1883. 1 S. auf Doppelblatt. Kl.-4to.
1.200 € (80896/BN52785)

"Der Kaiser an S. k. k. Hoheit Eh. Ludwig Viktor in Salzburg | Herzlichen Dank für Deinen Brief. Erkundige Dich in meinem Namen um das Befinden des Grafen Lamberg von dessen Krankheit ich gar nichts wußte". - Der ehemalige Landeshauptmann von Salzburg Hugo Raimund Reichsgraf von Lamberg war Vorstand der Sektion Salzburg des Österreichischen Touristenklubs und betätigte sich nach seinem Rückzug aus dem politischen Leben 1880 als Mundartdichter. Nicht ganz ein halbes Jahr nach diesem Schreiben wurde seine Gattin, die Schriftstellerin Maria Bertha Gfn.

zu Stolberg-Stolberg, Witwe. - Bl. 1 recto mit einer kleinen Notiz ("Expedirt [...]"); beide Bll. mit einem winzigen Einriss im Mittelfalz; geringe Faltspuren..

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verkauft

 
Franz Joseph I.

Eigenh. Telegrammentwurf mit Paraphe.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

"Der Kaiser an S. k. k. Hoheit die Frau Erzherzogin Sophie in Wien | Wir sind um ½ 5 Uhr glücklich in Udine angekommen | Dasselbe an S. k. Hoheit die Frau Herzogin Luise in Baiern in München [...]". - Papierbedingt leicht gebräunt und mit einigen kleinen Randeinrissen; die Datierung von anderer Hand.


Franz Joseph I.

Eigenh. Schreiben mit Paraphe.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

"Ich bitte mir den stenographischen Bericht der vorgestrigen Herrenhaussitzung, dann jenen der Sitzung des Abgeordneten Hauses, in welcher der Antrag Rygers auf Abänderung der Verfassung besprochen wurde und nahmentlich die Erklärung des Staatsministers dagegen, zu verschaffen". - Der aus Mähren stammende Advokat und Notar Anton Ryger (1810-87) war - mit Unterbrechungen - von 1861 bis 1879 Mitglied des Abgeordnetenhauses, zumeist im Klub der Linken. - Mit einem größeren Einriss im Mittelfalz, sonst tadellos erhalten.