Ernest Chausson

Komponist, 1855-1899

Chausson entwickelte bereits recht früh einen sehr eigenständigen Kompositionsstil. Im Wesentlichen lassen sich Einflüsse zweier Komponisten ausmachen: der seines Lehrers César Franck sowie der Richard Wagners. Während Franck vor allem die formale Gestaltung und Verarbeitung des kompositorischen Materials sowie den Hang zu großer kompositionstechnischer Perfektion an seinen Schüler weitergab, orientierte sich Chausson gerade in der Harmonik deutlich an Wagner.

Quelle: Wikipedia

Chausson, Ernest

frz. Komponist u. Pianist, Schüler von César Franck (1855-1899). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Luzancy par Saacy Seine et Marne. 8vo. 3 pp.
1.600 € (81887)

An einen „Cher ami“ wegen eines Besuches des Freundes in Luzancy und mit Ratschlägen für dessen Anreise. Chausson begann um 1879, zunächst Privatunterricht, dann Stunden in der Kompositionsklasse am Pariser Konservatorium bei Jules Massenet zu nehmen. 1881 verließ er das Konservatorium ohne Abschluss, weil er über die Entscheidungen der Jury des Prix de Rome, des renommiertesten Kompositionspreises des Pariser Konservatoriums, höchst verärgert war. Bis 1883 nahm er noch Unterricht bei César Franck.

Danach wirkte Chausson als freischaffender Komponist, trat jedoch auch zeitweilig als Pianist auf. Sein Pariser Salon war einer der wichtigen Treffpunkte der künstlerischen Elite der französischen Hauptstadt – bekannte Musiker wie Paul Dukas und Claude Debussy, Schriftsteller und Maler wie Eugène Carrière kamen hier zusammen. Ab 1886 war er Sekretär der Société Nationale de Musique. Chausson reiste mehrmals nach Deutschland, unter anderem zu den Bayreuther Festspielen, um musikalische Eindrücke zu sammeln. Im Alter von nur 44 Jahren starb Chausson bei einem Fahrradunfall. Die durch Wagners Tristan und Isolde motivierte Oper Le roi Arthus wurde postum 1903 im Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel uraufgeführt..

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Chausson, Ernest

Eigenh. Musikmanuskript mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Sehr umfangreiche eigenhändige Musikhandschrift, beinhaltend den 3. Satz seiner einzigen Symphonie, der 1889/90 komponierten Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 20. Vorliegend die erste Version des Finales in offenbar weitestgehend ausorchestrierter Partitur. - Die Symphonie wurde nach längeren Vorarbeiten im September 1889 begonnen, fünfzehn Monate später vollendet und am 18. April 1891 durch das Orchestre Lamoureux unter der Leitung des Komponisten in Paris uraufgeführt. Der große Erfolg gab dem Komponisten Motivation und Kraft, seine nagenden Selbstzweifel zu überwinden und die Arbeit an seinem musikdramatischen Hauptwerk "Le Roi Arthus" wieder aufzunehmen und fortzusetzen. - Die Symphonie ist dreisätzig; das Finale greift ganz im Sinne César Francks in einer sehr freien Sonaten-Großform wichtige Elemente der vorangehenden Sätze auf, die allerdings auch eine symphonische Behandlung im Sinne Richard Wagners erfahren. Deshalb kann man sehr wohl Chausson als denjenigen Komponisten betrachten, der trotz einer vollkommen eigenen Sprache das Melos Wagners in der anrührendsten und gelungensten Weise in die Domäne des Orchestralen weiterzutragen verstand - viel besser als die zahlreichen deutschen Nachahmer des Meisters von Bayreuth (wo er 1882 Zuhörer der "Parsifal"-Uraufführung war). - Offensichtlich hatte Chausson in diesem Sinne nach eigenem Empfinden zu viel des Guten getan. Denn nach einem ersten Orchesterdurchspiel im Februar 1891 schrieb er: "Il me semble que cela sonnera comme j'ai voulu, peut-être avec trop de plénitude constante. Mais cela pourra peut-être disparaître avec la mise au point. Le final, me semble-t-il, est celui des trois morceaux qui gagne le plus à l'orchestre." Was Chausson in seiner "mise au point" erreichte, war letztlich eine Französisierung des Klanges, indem er eine Harfenpartie hinzu fügte und - außer zahlreichen dynamischen Verfeinerungen - im Mittelteil des Finales zwischen den Orientierungsbuchstaben B und H die Orchestrierung differenzierte und gelegentlich neu fasste. Die einschneidendste Änderung erfuhr der Schluß: Anstatt das Werk ins siegreiche Fortissimo zu bringen, endet die gedruckte Fassung erst im Mezzoforte, von wo die Bässe gar zu einer sich gänzlich beruhigenden Linie im Piano führen. In sofern unterscheiden sich die zwei Versionen dann doch grundlegend, wobei es sich nicht um eine Frage der "Verbesserung" handelt, sondern um einen Änderungswillen einer letztlichen Aussage, die in dem langen Entstehungsprozeß der Symphonie eingetreten war. Solche erstaunlichen kreativen Vorgänge können nur extrem selten mit Materialien des Antiquariatsmarktes nachgezeichnet werden. - Autographe von Ernest Chausson gelangten ganz überwiegend, insbesondere, was die Hauptwerke anbelangt, in die Pariser Bibliothèque Nationale. Deshalb sind auf dem Antiquariatsmarkt bisher nur sogenannte "Nebenwerke", und auch die nur sehr selten aufgetaucht; aus dem Kreis der Hauptwerke Chaussons ist unser Manuskript das erste seit ungefähr 1979.