Heinz Berggruen

Berggruen, Heinz

deutscher Kunstsammler des 20. Jahrhunderts, Journalist, Autor, Kunsthändler, Galerist und Mäzen (1914-2007). 3 ms. Briefe mit eigenh. Unterschriften. Paris. 4to. 1 p. und 8vo. 2pp. Gelocht. Mit Eingangsstempel.
1.200 € (80403)

Briefwechsel zwischen dem Kunstsammler Heinz Berggruen und Peter Ade, dem Ausstellungsleiter des Münchner „Haus der Kunst“ zwischen Oktober 1955 und Januar 1956. Beiliegend sind auch Durchschläge der Gegenbriefe von Ade. Darin geht es um die Ausstellung „Picasso“ im Jahr 1955 im Haus der Kunst, bei der das Bild „Guernica" erstmals in Deutschland gezeigt wurde. In dem Briefwechsel ersucht das Haus der Kunst um die Erlaubnis, das Bild „Stilleben mit Ähren“ aus dem Rahmen nehmen zu dürfen.

Berggruen stimmt dem zu und bietet es zum Verkauf an: „Das Bild ist verkaeuflich; der Preis DM 65.000.-“ Es könnte sich dabei um das 1943 gemalte Stilleben „Früchtekorb mit Ähren handeln, das von Kunsthistorikern auch als Ausdruck der Unfreiheit und des Nahrungsmangels, an der Picasso während der Besetzung von Paris im Zweiten Weltkrieg litt, gedeutet wird (u.a. Peter Lodermeyer in „Transformationen des Stillebens in der nachkubistischen Malerei Pablo Picassos“). In dem Briefwechsel bestätigt Ade zudem den Verkauf der Lithographien und Radierungen „1) ’Gauklerfamilie’ ... DM 900.-- [...] 2) ,Weibliches Brustbild’ ... DM 900.--“. Berggruen schreibt teils auf Deutsch und teils auf Französisch. Heinz Berggruen war einer der bedeutendsten deutschen Kunstsammler des 20. Jahrhunderts, dazu Journalist, Autor, Kunsthändler, Galerist und Mäzen. In der Zeit des Nationalsozialismus emigrierte er in die USA, arbeitete als Kunstkritiker sowie im San Francisco Museum of Art und begann dort seine Sammlertätigkeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Herausgeber der Münchner Kulturzeitschrift „Heute“ und arbeitete in der Kulturabteilung der UNESCO, bis er in Paris Kunsthändler und Galerist wurde. Zu seinen bedeutendsten Ausstellungen gehörten die zum Werk von Picasso, Matisse, Braque, Chagall und Klee sowie zu Schwitters, Morandi und Laurens. Seit September 1996 ist die Sammlung Berggruen, die im Dezember 2000 der Bundesrepublik Deutschland übereignet wurde, im Berliner Stülerbau ausgestellt. Peter Ade (1913-2005) war seit 1950 Geschäftsführer der Ausstellungsleitung und Direktor des Hauses der Kunst. Er organisierte Ausstellungen mit einem Schwerpunkt auf die Klassische Moderne, aber auch kulturhistorische Themen. Ade organisierte ab 1955 nach amerikanischem Vorbild einen Mäzenatenkreis des Hauses der Kunst aus Industrievertretern..

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