Lottlisa Behling

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Behling, Lottlisa

3 ms. Briefe mit eigenh. U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

An den Genetiker und Molekularbiologen Hans Ferdinand Linskens (1921–2007), u. a. über eine Arbeit von Linskens’ Schülerin A. M. Kruse über Blattmotive im Dom zu Altenberg und Kapitelle in frühgotischen Kathedralen: „[...] Das große Rätsel ist ja, wie im 12. Jahrhundert in den frühgotischen Kathedralen Frankreichs, Paris, Laon beispielsweise, das korinthische Kapitell immer neue Umformungen und ‚Auflagen’ erlebt, proteusartig. Es fällt den Bildhauern jener Zeit gar nicht ein, auf die umgebende Natur in ihren spezifischen und botanisch bestimmbaren Formen zu achten – obwohl doch damals Hildegard von Bingen z. B. die glänzendste Kenntnis der heimischen Kräuter besaß –, sondern in immer neuen Variationen begegnet die Urform: Das umgewandelte Akanthusblatt des korinthischen Kapitells [...] Dieses Problem hat mich lange beschäftigt, und diese ganze Entwicklung bildet das Vorspiel in meinem Kathedralpflanzenbuch. Denn plötzlich bricht nun im 13. Jahrhundert die heimische Pflanzenwelt ein mit nicht zu hemmendem Überschwang. Was liegt da geistig vor? [...]“ (a. d. Br. v. 12. März 1964). – Lottlisa Behling lehrte Kunstgeschichte an der Universität Jena und seit 1960 an der Universität München. „Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit war die Ikonographie von Pflanzen in der Kunst des Mittelalters. Ihre Veröffentlichungen ‚Die Pflanzen in der mittelalterlichen Tafelmalerei’ und ‚Die Pflanzenwelt der mittelalterlichen Kathedralen’ gelten als Standardwerke“ (Wikipedia, Abfrage v. 4. VIII. 2009). – Jeweils im linken Rand gelocht (geringf. Buchstabenberührung) und tls. mit gestemp. bzw. gedr. Briefkopf; tls. mit kl. Antwortvermerk d. Adressaten, der zitierte Brief mit dreizeiligem e. Postskriptum.