Ludwig van Beethoven

Komponist, 1770-1827

Beethoven gilt heute als der Vollender der Wiener Klassik und Wegbereiter der Romantik. Insbesondere in den für die Epoche der Wiener Klassik grundlegenden Formen der Sinfonie, der Klaviersonate und des Streichquartetts hat er Werke geschaffen, deren musikgeschichtlicher Einfluss kaum zu übertreffen ist. So legte er beispielsweise wichtige Grundsteine für die weitgehende sinfonische Durchdringung der Solokonzerte in der weiteren Musikgeschichte. Die Sonatensatzform, und darin namentlich die Durchführung, entwickelte er fast zu Vollkommenheit. Auch eine immer weiterführende Konzentration von Sinfonien und Solokonzerten, sich von Quantität zu Qualität bewegend, kann Beethoven zugesprochen werden.

Quelle: Wikipedia

Beethoven, Ludwig van

Komponist (1770-1827). Eigenh. Skizzenblatt zu op. 117, "König Stephan" ("Ungarns erster Wohltäter"). [Teplitz. 2 SS. in Tinte und Bleistift auf 16-zeiligem Notenpapier (322 x 234 mm), zweifach gefaltet. Drei Lochungen im linken Rand (Spuren ehemaliger Heftung). Dabei: Zwei eigenh. Briefe mit U. von Friedrich Wilhelm Künzel in Leipzig an Fred M. Steele in Chicago, .
250.000 € (62186/BN45287)

Ein beidseitig dicht beschriebenes musikalisches Skizzenblatt zu op. 117, "König Stephan" (auch "Ungarns erster Wohltäter"): auf der Vorderseite, nebst anderen Motiven, die eröffnende Cello- und Fagottmelodie vom Anfang des ersten Satzes (Chor "Ruhend von seinen Thaten", Andante maestoso e con moto, C-dur); verso Material vom Schluss des Satzes, durchwegs mit unsystematisch eingestreuten Notenpassagen in Tinte und Bleistift, zumeist in Einzelsystemen, manche mit unterlegtem Text, mit zahlreichen eigenhändigen Korrekturen und Überschreibungen des Bleistifts mit der Feder.

- Das gegenwärtige, der Musikforschung anscheinend bislang unbekannte Skizzenblatt gehörte ursprünglich einem Skizzenbuch an, das Beethoven 1811 während der Niederschrift seiner Bühnenmusik "König Stephan" verwendete. Beethoven stellte das Buch selbst aus verschiedenen ihm gerade zur Verfügung stehenden Bögen zusammen und benutzte es während seines Teplitzer Kuraufenthalts von Ende 1810 bis Mitte 1811. Er vollendete "König Stephan" zwischen 20. August und Mitte September 1811. Die Skizzen entstammen sämtlich dem ersten Chor (nach der Ouvertüre). Das Festspiel zu Ehren Stephans, der das Königreich Ungarn im Jahre 1000 gründete, wurde gemeinsam mit den "Ruinen von Athen" (op. 113) zur Eröffnung des neuen Theaters in Pest in Auftrag gegeben, am 9. Februar 1812 uraufgeführt und als op. 117 veröffentlicht. Bauherr des neuen Hauses war Kaiser Franz I. von Österreich, der so die Treue Ungarns zur österreichischen Monarchie ehren wollte, und Beethoven wurde ausgewählt, die Musik zur Einweihung zu komponieren, während August von Kotzebue den Text beisteuerte. - Im Beethoven-Haus in Bonn finden sich noch vier weitere Blätter aus diesem Skizzenbuch (online im Digitalen Archiv einsehbar: vgl. die Stücke HCB Bsk 2/50, 3/51, 4/52 sowie Mh 81), welche durchwegs drei übereinstimmende Heftlöcher im linken Rand aufweisen. - Provenienz: Friedrich Wilhelm Künzel, Leipzig (bis 1886); hernach in der Sammlung Fred M. Steele, Chicago, 1886 vom Vorigen erworben. 1918 bei der Versteigerung des Nachlasses Steele verkauft ("Collection of Important Autographs in the estate of Mrs. Ella P. Steele, widow of Mr. Fred M. Steele", Philadelphia, 1918); erworben von den Erben nach dem damaligen Käufer (zuletzt: Greenwich, CT)..

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Beethoven, Ludwig van

Komponist (1770-1827). Fidelio. Eine Grosse Oper in 2 Aufzügen. Wien. Gestochener Klavierauszug mit unterlegtem Text. Unbeschnitten. Qu.-Folio.
280.000 € (72252/BN45718)

Erster Druck der ersten Ausgabe von Beethovens einziger Oper, von größter Seltenheit. Am Titel die eigenhändige Widmung Beethovens an seinen Gönner Pasqualati (1777-1830), in dessen Haus der Komponist damals auch wohnte: "Seinem werthen Freunde Baron von Pasqualati vom Verfasser". Es sind nicht mehr als insgesamt drei Exemplare dieses Erstdrucks mit eigenhändiger Widmung Beethovens bekannt, das vorliegende ist bei Kinsky/Halm wie folgt verzeichnet: "Dies Exemplar aus dem Besitz der Gesellschaft der Musikfreunde zu Wien (s.

Nr. 893 im Führer durch die Zentenar-Ausstellung Wien 1927) wurde von der damaligen österreichischen Bundesregierung dem Dirigenten Arturo Toscanini am 1. November 1934 anläßlich einer von ihm geleiteten Aufführung des 'Requiem' von Verdi als Ehrengabe überreicht (s. 'Philobiblon' VIII, 6)." - Schonend gereinigt; im Bug teils fachmännisch angerändert. Am Titel recto und am letzten Blatt verso der Sammlungsstempel der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Die eigenhändige Widmung Beethovens in Bleistift quer am äußeren weißen Rand des Titelblatts. - Seit der großen Ausstellung zum hundersten Todestag Beethovens war das vorliegende Widmungsexemplar nicht mehr öffentlich zu sehen; zuletzt war es - ebenso wie die beiden anderen im Werkverzeichnis Beethovens beschriebenen Widmungsexemplare des Fidelio - verschollen und wurde von uns im Frühjahr 2016 direkt aus dem Nachlaß Toscanini erworben..

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Beethoven, Ludwig van

Komponist (1770-1827). Brief (Fragment) mit eigenh. U. ("Ludwig van Beethoven"). Wien. 1 S. Qu.-schmal-8vo (80:192 mm). Unter Glas gerahmt.
85.000 € (72691/BN46629)

Schlußteil eines von einem Sekretär geschriebenen Briefes an (den ungenannten) König Friedrich August I. von Sachsen mit der eigenhändigen Unterschrift Beethovens mit vollem Namen: "dürfen, so würde derselbe den günstigsten Erfolg für seinen Ruhm sowohl als auch für seinen Vortheil voraussagen können [...]". Wie aus dem Datum des Schreibens zu erschließen, handelt es sich um die Subskriptionseinladung auf die "Missa solemnis" für den König von Sachsen, die am 25. Juli 1823 an Graf Hans Heinrich von Könneritz nach Dresden gesandt wurde. - Zuletzt 1979 im Handel (Stargardt 618, 711).

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Beethoven, Ludwig van

Autograph sketchleaf for the Missa Solemnis containing drafts for the Sanctus and Benedictus and material for the Gloria.
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Extraordinarily important autograph sketchleaf for Beethoven’s Missa Solemnis. In ink and pencil, Beethoven pens his ideas for the Sanctus, Benedictus, and Gloria sections of the Missa Solemnis. The earliest material, written on both sides in ink, is for the Sanctus and consists of modulatory material in D major in 3/4 time—a notable difference from the finished work, which is in 2/4. Beethoven added the pencil portions of the manuscript later—likely after he began carrying this page as a pocket leaf, as evidenced by the central fold—with the passages on staves three through six on the front being part of the Gloria, and a section of the Benedictus on the lower half of the reverse, identified in Beethoven's own hand as "2te Theil Benedict." In very good condition, with a central vertical fold, various edge chips and small tears, and two small toned tape remnants to edges of the front. - Unknown until 1996, this manuscript was discovered among the papers of Anton Schindler, Beethoven's private secretary and earliest biographer. Schindler added a few ink and pencil marginal notations, labeling the piece along the bottom of the front (translated): "Sketch for the Sanctus of the Second Mass in 3/4 meter." He also identifies the sketches on the reverse in the left border (translated): "Idea for the Benedictus of the Second Mass." Respected musicologist and Beethoven scholar William Kinderman describes this sketchleaf as 'a noteworthy source that documents the genesis of the Sanctus as well as aspects of the genesis of the Benedictus and the Gloria.' This manuscript represents a stage in the development of the Missa Solemnis where the opening section and tonal balance begin to resemble the completed composition, despite the disparity in meter. A remarkable, once-in-a-lifetime piece, rarely does an item arise that offers such great insight into the creative process of genius—essentially unmatched in magnificence, this Beethoven manuscript is a true historical treasure.


Beethoven, Ludwig van

Eigenh. Brief mit U. ("Beethoven").
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Wohl an Ferdinand Ries, mit der Bitte um die Korrekturlesung eines im Kunst- und Industrie-Comptoir verlegten Klavierkonzerts - wahrscheinlich op. 37, das Klavierkonzert Nr. 3, c-Moll: "Haben Sie die Gefälligkeit für mich die Stimmen durchzusehen, so viel ich sehe finden sich nicht alle Stimmen gantz gestochen, sie müßen deshalb zu Sonnleitner gehen; - eilen Sie aber nun damit - die Klavier Stimme werde ich selbst noch einmal durchsehen [...]." - Joseph Sonnleithner (1766-1835) war Gesellschafter des Kunst- und Industriecomptoirs in Wien, bei dem op. 37 verlegt wurde. Der Komponist und Pianist Ries (1784-1838), Schüler, Sekretär und Freund Beethovens, war seinem Lehrer während seines ersten Wiener Aufenthalts (1801-05) bei derartigen Korrekturarbeiten regelmäßig behilflich. "Wenn Ries der Angesprochene ist, dann ist das Schreiben auf die erste Korrektur der Originalausgabe von op. 37 zu beziehen [...] Der Stich der Originalausgabe von op. 37 wurde wahrscheinlich erst nach der Aufführung durch Ries, 19. bzw. 26. 7. 1804, begonnen, nachdem der definitive Text des Konzerts und insbesondere die Solostimme vorlag [...] Erschienen ist sie frühestens in der zweiten Hälfte September 1804" (Beethoven, Briefwechsel GA). Am 19. oder 26. Juli 1804 debütierte Ries als Pianist im Wiener Augarten mit dem Klavierkonzert op. 37, das einzige Klavierkonzert Beethovens in einer Moll-Tonart, und durfte eine eigene Kadenz dazu schreiben. - Alte Faltspuren; etwas braunfleckig; am linken Rand knapp abgerissen (minimale Buchstabenberührung); einige Papierdurchbrüche in den Faltungen fachmännisch hinterlegt. Verso Fragment einer noch zeitgenössischen hs. Bezeichnung "Beetho[ven]". Beiliegend alter Sammlungsumschlag sowie alte masch. Transkription (Durchschlag). Provenienz: 1927 in der Sammlung Frl. Emilie Schaup (gest. 1942), Wien.