Album amicorum

Album amicorum

des Philologen Nikolaus Weber aus Nürnberg mit 51 Eintragungen von Gelehrten, Wissenschaftlern und Künstlern der Zeit, darunter Andreas Celsius, Johann Gabriel Doppelmayr und Christoph Jacob Trew. Nürnberg und Altdorf. 179 Bll. mit 51 Eintragungen sowie eh. Besitzvermerk Webers auf Bl. 2r. Zeitgenöss. brauner Lederband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung, Brokatpapier-Vorsätzen und dreiseitigem Goldschnitt. Quer-8vo.
25.000 € (31532/BN18569)

Einzigartiges Gelehrten-Stammbuch des Philologen und Rektors der Nürnberger Spitalschule Nikolaus Weber (1699-1751) mit Einträgen von vorwiegend Wissenschaftlern der Universitäten Nürnberg und Altdorf. Unter den beinahe ausnahmslos biographisch nachweisbaren Beiträgern der schwedische Astronom Andreas Celsius (1701-1744), der sich unterm 22. Juli 1733 wie folgt eintrug: "Problema: Unam eandemq[ue] theologiam et religionem per universum terrarum orbem propagare. - Resolutio: Doceatur ubiq[ue] gentium Philosophia certa et solida" (Übers.: Problem: Wie läßt sich auf der ganzen Welt ein- und dieselbe Theologie und Religion verbreiten? - Lösung: Indem allen Völkern überall eine feste und sichere Philosophie gelehrt wird).

Celsius hatte 1732/33 im Auftrag der schwedischen Krone die wichtigsten Observatorien Europas besucht, um sich über den neuesten Stand der Astronomie zu informieren. Seine astronomische "Grand Tour" hatte ihn auch nach Nürnberg geführt, wo er drei Monate bei dem Astronomen Johann Gabriel Doppelmayr (s. u.) gewohnt und regelmäßig an den fachwissenschaftlichen Gesprächen teilgenommen hatte, die im Haus des Mediziners Christoph Jacob Trew (s. u.) stattfanden. Aus dem Jahr 1733 datiert nicht nur Celsius' Eintragung, sondern auch seine Schrift "316 Observationes de Lumine Boreali" - die erste zusammenfassende Beschreibung des Nordlichts -, die in diesem Jahr bei Endter in Nürnberg erschienen war, sowie die erste exakte geographische Breitenmessung der Stadt, die er während seines Aufenthalts vorgenommen hatte. - Celsius' Quartiergeber Johann Gabriel Doppelmayr (1677-1750), bekannt für seinen 1750 erschienenen Himmelsatlas "Atlas coelestis", verewigte sich schon viele Jahre vor Celsius, und zwar unterm 17. Juli 1717 mit einem Wort Senecas ("Animum sursum vocant initia sua", Epist. 79). Verbunden sind die zwei einander gegenüberliegenden Seiten von Celsius' und Doppelmayrs Eintrag durch die - von Weber oder Celsius stammende - Überschrift "Sic pagina jungit amicos" (So verbindet die Seite die Freunde). - Ein dritter bedeutender Eintrag stammt von dem Mediziner und Botaniker Christoph Jakob Trew (1695-1769), der ebenso wie Doppelmayr aus dem Nürnberger Raum stammte und nach seinem Medizinstudium in Altdorf eine dreijährige Studienreise durch Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Holland unternahm. 1720 ließ er sich als praktischer Arzt in Nürnberg nieder, wo er in den nächsten Jahrzehnten eine rege wissenschaftliche Tätigkeit auf mehreren Gebieten entfaltete und Mitglied der bedeutendsten zeitgenössischen Akademien wurde; seine mehr als 34.000 Bände umfassende Bibliothek war die größte Sammlung naturkundlicher Literatur ihrer Zeit; nicht minder bedeutsam war Trews naturwissenschaftlich ausgerichtete Autographen- und Korrespondenzsammlung, die mehr als 19.000 Briefe von Universalgelehrten von der Frühneuzeit bis zur Aufklärung (darunter Albrecht von Haller, Conrad Gesner und Lorenz Heister) enthielt. Heute wird Trew zumeist mit seinem botanischem Hauptwerk "Plantae selectae" (1750-73) in Verbindung gebracht. - Zahlreiche Einträge zeichnen sich dadurch aus, daß Weber die Todesdaten der einzelnen Beiträger, sofern sie freilich vor ihm verstarben, hinzufügte, was in einigen Fällen eine exaktere als bislang bekannte Datierung ermöglicht. - Weitere Beiträger sind u. a. Siegmund Jakob Apin (Schriftsteller, Pädagoge und Philologe, 1693-1732), Andreas Christian Eschenbach (Theologe, Diakon und Philologe, 1663-1722), Johann Wilhelm Feuerlein (evangelischer Theologe, 1689-1766), Christoph Fürer von Haimendorf (Dichter, 1663-1732), Gottfried Engelhart Geiger (Pädagoge, 1681-1748), Johann Jakob Hartmann (Theologe, 1671-1728), Georg Jeremias Hofmann (Lehrer für orientalische Sprachen und Theologe, 1670-1732), Johann David Köhler (Historiker, 1684-1755), Michael Friedrich Lochner von Hummelstein (Mediziner und Polyhistor, 1662-1720), Bernhard Walther Marperger (Theologe und lutherischer Liederdichter, 1682-1746), Jonas Meldercreutz (Mathematiker und Bibliophiler, 1713-85), Gustav Philipp Mörl (Professor, Theologe und Bibliothekar, 1673-1750), Johann Heinrich Müller (Physiker, Astronom und Mathematiker, 1671-1731), Joachim Negelein (Theologe und Philologe, 1675-1749), Johann Heinrich Schulze (Mediziner und Philologe, 1687-1744), Christian Gottlieb Schwarz (Philologe, Historiker und Professor, 1675-1751), Gottfried Thomasius (Polyhistor und Arzt, 1660-1746), Johann Siegmund Wernberger von Wernberg (Jurist, 1678-1737), Justin Wetzel (Prediger und Professor für Geschichte und Politik, 1667-1727), Georg Karl Wölker (Jurist, 1660-1723) und Johann Wülfer (Philologe und Prof. der Kirchengeschichte, 1651-1724). - Der dekorative Einband minimal berieben, sonst prachtvoll erhaltenes Stammbuch von großem wissenschaftsgeschichtlichem Wert. - Autographen von Celsius, Trew und Doppelmayr sind von größter Seltenheit. - Detaillierte Verlistung auf Anfrage..

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des Johann Christoph von Selpert (gest. 1817). Berlin, Bremen, Dresden, Hamburg, Göttingen, Lausanne, Leipzig, Meißen, Regensburg, Zürich. 86 Bll. mit 93 Einträgen, 5 ganzseitigen Illustrationen (1 lavierte Bleistiftzeichnung, 4 Gouachen) und einer kleinen aquarellierten Blume im Text. Pergamentband der Zeit mit farbigen Verzierungen in Lackmalerei und Goldprägung auf Deckeln und Rücken. Bro.
15.000 € (49646/BN33944)

Sehr schönes Stammbuch des Jusstudenten Johann Christoph von Selpert (gest. 1817), später Rat und Bevollmächtigter verschiedener Reichsstädte beim Reichstag in Regensburg. Unter den zahlreichen Einträgern finden sich so bedeutende Zeitgenossen wie Moses Mendelssohn, Johann Bernhard Basedow, Salomon Gessner, A. F. Büsching und Christian August Clodius. - Die ersten Einträger stammen überwiegend von Regensburger Verwandten Selperts, darunter Johanna Elisabetha geb. Harrer, Gattin des örtlichen Kaufmanns und Freimaurers Ludwig Leonhard Schkler (1738-1807), aber auch der 13-jährige Benedikt Friedrich Springer (1756-1803), später Prediger daselbst.

Schon bald treten bedeutendere Persönlichkeiten hinzu, die sich während Selperts Leipziger Studienjahren eintragen: der Rosenkreuzer Adam Michael Birkholz (1746-1818), der unter dem Namen "AdaMah Booz" schrieb, der Prediger und geistliche Lieddichter Johann Gottfried Schöner (1749-1818), der spätere Rechtslehrer Christian Rau (1744-1818), aber auch der Historiker Johann Gottlob Böhme (1717-80), der Jurist J. H. Wilmerding (1749-1828), später Bürgermeister von Braunschweig, der Pädagoge Johann Bernhard Basedow (1724-90), der Dichter und Philosoph Christian August Clodius (1737-84), der Theologe und Philologe Johann August Ernesti (1707-81), Rektor der Thomasschule, sowie der Stadthauptmann Johann Christian Krappe (1709-91). In Berlin trägt sich Moses Mendelssohn unter dem 25. Iyyar 5532 (28. Mai 1772) in hebräischer Sprache ein, außerdem der Geograph Anton Friedrich Büsching (1724-93); in Hamburg der Linnéschüler Johann Christoph von Heidenstam (1739-74); in Göttingen Johann Heinrich Prieser (1749-1801) und Johann Jakob Besserer (1753-1834), die hernach beide in Augsburg als Ratskonsulent bzw. Bürgermeister Karriere machen sollten. Weitere Reisen führen Selpert nach Dresden, Meißen und Bremen. In Lausanne tragen sich 1773 u. a. der Mediziner und Chemiker Heinrich Struve (1751-1826), der Naturforscher Jakob Samuel Wyttenbach (1748-1839) und der Jurist Samuel Porta (1716-1790) ein, in Zürich der Dichter Salomon Gessner (1730-88) und der Arzt und Schriftsteller Johann Kaspar Hirzel (1725-1803). - Das Selpert'sche Wappen (Tuschzeichnung auf starkem Velin) lose einliegend. Ein Titelblatt und ca. vier Einzelblätter dürften in älterer Zeit entfernt worden sein. Rücken etwas verblichen bzw. entfärbt. Vollständiges Verzeichnis aller Beiträger auf Anfrage..

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des Johann Heinrich Scherber (1759-1837). Jena und Erlangen. 143 Bll. (pag. SS. 27 bis 346), 11 Bll. Register, 1 Bl. 283 Einträge mit 13 Scherenschnitten/Silhouetten, 3 einmontierten Kupferstichen (einer davon koloriert) und 1 kolorierten Zeichnung (Studenten beim Billardspiel). Lederband der Zeit. Qu.-8vo.
18.000 € (62316/BN45511)

Der Inhaber des vorliegenden Stammbuches, Johann Heinrich Scherber, war Pfarrer von Bischofsgrün und später dann von Selb. Die Einträge entstanden ausschließlich während der Studentenzeit in Jena (Immatrikulation am 23. X. 1777) und Erlangen (Immatrikulation am 3. V. 1779). Hervorzuheben ist ein bislang nicht bekannter Eintrag des Dichters Johann Peter Hebel (S. 102) und daß einige Beiträger einen Bezug zu Goethe haben, so etwa der "Onkel von Christiane von Goethe", Justus Herrmann Deahna, andere zu Jean Paul, etwa Johann Nicolaus Apel oder der Schwiegervater von Jean Pauls jüngster Tochter Odilie, Christian Hake.

Unter den Eintragungen finden sich u. a.: 1) Erlangen, 27.06.1779. Friedrich Gustav Metzger (1762-82) aus Rothenburg; in das Stammbuch des früh Verstorbenen hat sich Johann Peter Hebel eingetragen; der von Metzger mit einem Kommentar versehene Eintrag des Dichters ist wiedergegeben bei Pietsch. Das Stammbuch liegt im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt a. M. - 2) Erlangen, 21.09.1780. Johann Nicolaus Apel (1757-1823), deutscher Autor, Naturforscher, Konstrukteur und Politiker. Stand u. a. in Briefkontakt mit Jean Paul, der von seinem Vater, dem Pastor Johann Apel (1726-79) getauft worden war. - 3) Erlangen, 16.10.1780. Georg Christian Elias Erb (1759-1826), Pfarrer in Schornweisach, später in Neudrossenfeld. War als Feldprediger 1782-84 bei den Bayreuther Regimentern in Amerika und nahm dort an den Kämpfen der Amerikanischen Revolution teil. Verfasser einiger Predigten. - 4) Jena, 14. III. 1779. Johann Wilhelm Schmidt (1760-1816), Pfarrer, zuletzt in Buggingen. Freund des Dichters Johann Peter Hebel, der sich gleich zwei Mal in sein Stammbuch eingetragen hat, das in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe liegt. - 5) Erlangen, 1780. Johann Gotthard Gericke (1759-83), Theologiestudent aus Riga, der auf der Heimreise nach Riga ertrank. Sein Stammbuch ist erhalten geblieben, in dieses haben sich Goethe, Wieland und Herder - mit einem Gedicht - eingetragen. - 6) Erlangen, im März 1779. Johann Peter Hebel (1760-1826) mit einem Gedicht: "Fehlt innen Ruhe nicht, was fehlet meinem Leben. | Als was entberlich ist, und unentberlich scheint? | Solt ich bei iedem Unfal beben, | und weinen, wan die Torheit weint | Zum Andenken der ungeheuchelten Freundschaft von deinem treuen Freund J. P. Hebel [...]". Der vorliegende bislang unbekannte Hebeleintrag zitiert - wohl aus dem Gedächtnis - eine Strophe aus dem Gedicht "Glückseligkeit" des Dichters Johann Peter Uz. - 7) Erlangen, 4. V. 1779. Johann Friedrich Plitt (1761-1823), ab 1803 "von" Plitt, Dr. iur., Hofrat, Minister-Resident usw. - 8) Erlangen, im May 1779. Ludwig Sebastian Zehelein (?-?), bis 1803 Conrector des Lyceums, ab 1803 Rector der Lateinschule in Tirschenreuth, Bruder des Lyrikers Ludwig Sebastian Zehelein. - 9) Erlangen, 07.05.1779. Ehrenfried Hans Friedrich Ferdinand Busch (1756-1816), als Secondeleutnant bei den Ansbacher Jägern in den Jahren 1781-1783 in Amerika kämpfend (in derselben Einheit wie die Einträger Erb und Deahna), später Hauptmann und Stadtvogt in Crailsheim. Busch "verliess Erlangen am 14.May in der Hoffnung, sein Glück als Officier in Amerika zu machen. Der Himmel begleite deinen Entschluß, gute Seele!" - 10) Erlangen, September 1780. Philipp Adolf Besserer von Thalfingen (um 1756- 1779), Sohn des Ratsältesten Christoph Erhard Besserer von Thalfingen, ertrank 1789 bei Bövingen, mutmaßlich Suizid. Sein Stammbuch liegt in der HAAB in Weimar (StB128). - 11) Erlangen, Nov. 1780. Sebastian Andreas Balthasar von Hößlin (1759-1845), bedeutender Stadtbaumeister der Stadt Augsburg. - 12) [Erlangen], 1779. Martin Heinrich Friedrich Pilger (1760 Wetzlar-1838 Charkov), zuletzt Ordinarius für Veterinärmedizin in Charkov. Nach einer militärischen Karriere veröffentlichte der Autodidakt Pilger zahlreiche Aufsätze zum Thema Veterinärmedizin, dies unter Nennung seines Offiziersranges als Hauptmann. Daneben veröffentlichte Pilger 1791 die sog. "Wezlarische Annalen", die ihn als echten deutschen Aufklärer zeigen, der sich mit buchstäblich allen anlegt. Bis heute von hoher Bedeutung seine Abhandlung "Ideen über die Behandlung der Juden in Deutschland", die ihn als Vorkämpfer der Juden-Emanzipation ausweisen. Der Ruf an die Universität Charkov in der Ukraine war Diskussionspunkt bei J. W. v. Goethe. In Charkov hat sich dieser streitlustige Mann dann mit allen überworfen. Zu ihm wird bemerkt: "Dies wenige mag von dem Charakter dieses Ehrenmannes zeugen | war zu nichts anderes tüchtig als zur Tragung der Flinte" und "General aller Schisser und dummen Jungen". - 13) Erlangen, Merz 1781. Ludwig Steinbrenner (1759-Großbödungen), Theologe. - 14) O. O. u. D. Justus Herrmann Deahna ( 1758-1825 Bayreuth) zuletzt Justiz- und Regierungsrat in Bayreuth. Nahm als junger Mann als Leutnant der Ansbacher Jäger für ca. 2 Jahre an dem Unabhängigkeitskrieg in Amerika teil. Seine Tochter Helene heiratete 1801 Christian August Vulpius, den Schwager Goethes, die andere Tochter Rosalie den Bankier Falkner. Deahna wird wegen dieser verwandtschaftlichen Beziehungen, die ihm Tischeinladungen mit Goethe einbrachten, in der Literatur als "Onkel von Christiane von Goethe" bezeichnet. - 15) . Erlangen, Mai -79. Justus Friedrich Zehelein (1760-1802), Schriftsteller, Lyriker, Komponist, Radierer. Friedrich von Matthisson hat ihn mit seinen Werken in Band 14 seiner Lyrischen Anthologie aufgenommen. - 16) Erlangen, 10.11.1780. Peter Adam Freiherr Liebert von Liebenhofen (1759-1818), Augsburger Bankier, Sohn des (weitaus berühmteren) Benedikt Adam Liebert, des Erbauers des Schaezlerpalais in Augsburg, in dem Marie Antoinette angeblich ein Paar Schuhe durchgetanzt hat. - 17) Erlangen, 17.08.1779. Christian Heinrich Gottlieb Harke(?-nach 1823), bayerischer Appellationsgerichtsrat, Verfasser eines Kommentars zum Bergrecht mit dem Titel "Commentar über das Bergrecht" (1823) und eines Lehrbuches zum Bergrecht. Sein Sohn, der spätere Hauptmann Friedrich Harke (1797-1873) heiratete 1829 die jüngste Tochter Jean Pauls, Odilie Richter. Auf den Briefen Friedrich Harkes basiert im wesentlichen das Buch von Christiane Pritzlaff "Geliebt und vergessen: Odilie Richter - Jean Pauls jüngste Tochter" (2013). - 18) Erlangen, 28.11.1780. Immanuel Gottlieb Koch (1762-1788 in türkischer Gefangenschaft), war ab 1788 dem österreichischen Infanterieregiment Nikolaus Esterhazy zugeteilt, geriet dann in türkische Gefangenschaft. (Das Regiment hatte 1788 die Festung der Osmanen in Schabatz, heute: Sabac/Serbien, gestürmt.) - 19) Erlangen, Mai 1779. Christoph Ludwig Schreiber (1758-1839), zunächst Deputierter der Stadt Heilbronn in den napoleonischen Kriegswirren, später badischer Hofrat, in der Zeit von 1817-1820 in Korrespondenz mit dem Freiherrn von Stein. Führte häufig Protokoll bei den Experimenten seines Freundes Eberhard Gmelin, v. a. bei der Behandlung der Caroline Heigelin, dem (so wird vermutet) Vorbild für das "Käthchen von Heilbronn" von Kleist, der seinerseits mit Schreibers Kommilitonen Georg Christian Wedekind nahe befreundet war..

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Album amicorum

des Bruno Grambert mit 20 Eintragungen namhafter Persönlichkeiten. O. O. Kunstlederband mit umlaufendem Goldschnitt und goldgepr. Deckeltitel ("Livre d’Or"). 8vo.
1.500 € (72656/BN46554)

Mit Einträgen von u. a. Claude Lévi-Strauss, Jean Paul Gaultier, Regis Debray, Isabelle Comtesse de Paris, Elois Lichtenstein, Hélène Carrère d'Encausse, Druoy, Jean d'Ormesson, Pierre-Gilles de Gennes, Lionel Jospin, Claudie u. Jean-Pierre Haignieré und Claude Pompidou.


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der Prinzessin Anna von Hessen-Darmstadt. Zumeist Darmstadt sowie Altenburg, Bad Homburg, Bad Kissingen, Baden-Baden, Berchtesgaden, Berlin, E. 84 Bll. mit Einträgen von mehr als 230 Persönlichkeiten. Mit 1 gest. Spitzenbild, 1 kl. Federzeichnung und 1 Trockenblume. Halblederband der Zeit über Holzdeckeln; beide Deckel mit reichen ornamentalen Auflagen und Intarsien aus Bein, Horn, Messing und Pe.
18.000 € (72879/BN46956)

Bemerkenswertes, reichhaltiges Album amicorum der Anna von Hessen und bei Rhein (1843-65), der einzigen Tochter des hessischen Generals Karl von Hessen-Darmstadt und der Prinzessin Elisabeth von Preußen. Im Mai 1864 heiratete sie den Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin, starb aber bereits ein Jahr nach der Eheschließung nach der Geburt ihres einzigen Kindes an Kindbettfieber. Sowohl ihre Eltern als auch ihr späterer Ehegatte sind im Album vertreten. - Die Einträge stammen vor allem von Angehörigen des europäischen Hochadels, darunter Erzherzog Albrecht von Österreich-Teschen (1817-95), Zar Alexander II.

von Russland (1818-81), Prinzessin Alice von Großbritannien (1843-78), Herzog Friedrich von Anhalt (1831-1904), Charlotte Gräfin Fugger (1830-76), Gustav Prinz von Wasa (1799-1877), Fürst Heinrich XXII. Reuß-Greiz (1846-1902), Helene Luise zu Mecklenburg-Schwerin, Herzogin von Orléans und Chartres (1814-58), Herzog Joseph von Sachsen-Altenburg (1789-1868), Joséphine de Beauharnais, Königin von Schweden und Norwegen (1807-76), Louis Philippe Albert d'Orléans, Comte de Paris (1838-94), König Ludwig II. von Bayern (1845-1912), König Maximilian II. von Bayern (1811-64), Prinzessin Sophie von Oranien-Nassau, Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach (1824-97), Gräfin Théodolinde von Württemberg, Prinzessin von Leuchtenberg (1814-57), Prinzessin Therese von Oldenburg, geb. Nassau Weilburg (1815-71), Prinz Wilhelm zu Schaumburg-Lippe (1834-1906) und viele andere mehr. Der spätere "Märchenkönig" Ludwig II. ist gleich zweimal vertreten: zuerst als sechsjähriger Bub (gemeinsam mit seiner Mutter Marie Friederike von Preußen, 1825-89), dann noch einmal als Zwölfjähriger mit einem eigenen Eintrag. Als Kinder sind auch vertreten Mary Victoria Hamilton (1850-1922), die 1869 Fürst Albert I. von Monaco heiraten sollte, sowie die spätere Ethnologin, Zoologin und Botanikerin Therese von Bayern (1850-1925). Weitere Beiträger aus der Wissenschaft sind u. a. der jungverstorbene Forschungsreisende Adalbert von Barnim (1841-60), der Geologe Wilhelm von Branca (1844-1928), der Theologe und Münchner Oberkonsistorialrat Carl Heinrich August von Burger (1805-84), ferner Ulrich Le Tanneux von St. Paul-Illaire (1833-1902), Adjutant des Prinzen Adalbert von Preußen, und Ludwig Riedesel Frhr. zu Eisenbach (1806-58), Präsident der Ersten Kammer des Kurhessischen Landtags. - Bis S. 160 von späterer Hand mit Bleistift paginiert. Am letzten beschriebenen Blatt (S. 133) Vermerk von Marie von Schwarzburg-Rudolstadt, Großherzogin von Mecklenburg (1850-1922): "Dieses Buch gehörte der Großherzogin Anna von Mecklenburg geb. Prinzessin von Hessen Darmstadt; es wurde dann Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg im Dezember 1919 übergeben von Marie verwt. Großherzogin von Mecklenburg gb. Fest. von Schwarzburg"..

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des Johannes Hotze (1734-1801) mit 46 Eintragungen von Schweizer und deutschen Wissenschaftlern, darunter Daniel Bernoulli, Johann Jacob Breitinger und Johann Ernst Hebenstreit. Tübingen, Leipzig, Frankfurt, Coburg, Erfurt, Erlangen, Halle, Jena, Basel, Zürich, Straßburg. Titel und 97 (davon 46 beschriebene) Bll. Roter Maroquinlederband mit reicher Deckel- und Rückenverzierung. Qu.-8vo.
18.000 € (72881/BN46965)

Der Stammbuchhalter Johann Hotze war ein Schweizer Arzt von großem internationalem Ansehen und der Cousin des Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi. Einer bekannten Chirurgenfamilie entstammend, besuchte Hotze das Collegium Carolinum in Zürich und studierte anschließend in Straßburg, Tübingen und Leipzig, von wo auch zahlreiche Eintragungen datieren. Goethe, der ihn zweimal besuchte, bezeichnete ihn in "Dichtung und Wahrheit" als "höchst verständigen, wohlwollenden Mann" (4. Teil, 18. Buch).

"Laut dem Dichter Matthisson behandelte Hotze Arme gratis und versah sie auch unentgeltlich mit Heilmitteln aus seiner wohlversehenen Apotheke. Das soziale Engagement ging bis zur physischen Erschöpfung" (Wikipedia). - Unter den Beiträgern dieses an vorzüglichen Wissenschaftlern und Gelehrten der Zeit reichen Stammbuchs finden sich neben Bernoulli, Breitinger und Hebenstreit auch der evangelische Philosoph und Theologe Christian Augustus Crusius (1715-75), der Arzt und Mathematiker Johannes Gesner (1709-90), der Arzt und Botaniker Christian Gottlieb Ludwig (1709-73), der Naturforscher Casimir Christoph Schmidel (1718-92), der Arzt Heinrich Friedrich Delius (1720-91), die Botaniker Philipp Friedrich Gmelin (1721-68) und Christoph Jacob Trew (1695-1769), der Mathematiker und Professor von Gauss, Abraham Gotthelf Kästner (1719-1800), der Mediziner, Anatom und Arzt von König Friedrich Wilhelm II. von Preußen, Philipp Adolph Böhmer (1711-89) sowie Andreas Elias Büchner (1701-69), erster Doktor des Kaisers und Präsident der Leopoldina..


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der Auguste Büttner. Ammelshain, Borna, Langenhennersdorf, (meist) Pirna und Sorau. 22 Bll. Mit 1 kolorierten Lithographie und 1 Aquarell. Halbleder-Kassette der Zeit mit Goldprägung. Qu.-kl.-8vo.
250 € (73801/BN47562)

Hübsche Stammbuchkassette. Nach einem Blatt mit einer kolorierten Lithographie (zwei schnäbelnde Tauben über Spruchband "Liebe entzückt" und gedr. Reim "Freundschaft beglückt") und einem Blatt mit einer kleinen Widmung der Stammbuchhalterin folgen 22 Bll. mit zusammen 19 Einträgen mit Sinnsprüchen für das Leben: "Brich wo Du kannst des Lebens Rose. | Sie brechen ist der Weisheit Pflicht. | Der Weisheit Pflicht ist nebst der Rose | Zu pflücken ein Vergißmeinicht". - Gelegentlich stellenweise stärker fleckig.

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der Marie Pacher. Wien. Mit 5 teils farbigen Zeichnungen und 3 Lithographien. 37 Einträge und zahlreiche weiße Bll. Lederband d. Zt. mit goldgepr. Namen u. Bordüren auf den Deckeln sowie Goldschnitt. Qu.-12mo.
350 € (73211/BN47566)

Hübsches Stammbuch mit allegorischem Titelblatt in Sepia-Zeichnung, weitere Zeichnungen in Aquarell, Feder und Blei. Unter den Einträgern finden sich zahlreiche adlige Namen: von Prandau, von Garges, von Bersuder, von Goguel, von Vanderveld, von Sonnfeld, u. a. - Gelenke und Kanten etwas berieben bzw. angeplatzt.


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der Betty Danckwarth. Meist Ratzeburg oder Rostock. Mit 6 (5 kolorierten) Zeichnungen und 30 Einträgen, zahlreiche Bll. weiß. Lederband d. Zt. mit etwas Vergoldung und Goldschnitt, Deckel mit Schild "B. D." bzw. "1808". Qu.-8vo.
350 € (73212/BN47567)

Betty Danckwarth stammte offenbar aus Rostock, aus der Familie Danckwarth und der verwandten Familie von Wickede jeweils mehrere Einträge. - Etwas berieben, einige Wurmspuren, Rückenschild abgefallen; in Pp.-Schuber d. Zt., berieben u. bestoßen.


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des Johannes Zumler, später Pfarrer in Brück. Meißen, Königliche Landesschule St. Afra. 32 Bll., davon 15 SS. Gedichte und 32 SS. mit 39 Eintragungen und 1 S. mit zeitgenöss. geistlichen Eintragungen von 3 Verfassern. Flexibler Pergamentband der Zeit. 8vo.
3.500 € (74487/BN47867)

Die Einträge in diesem auch optisch ungewöhnlichen Stammbuch entstanden ausschließlich während des Aufenthaltes von Zumler an der königlichen Landesschule St. Afra in Meißen, wo er als Schüler von September 1598 bis August 1604 nachgewiesen ist. Das Stammbuch ist deshalb auch nicht als studentisches, sondern als ein frühes Beispiel eines Lyzeumsstammbuches anzusprechen. Neben einer Reihe von Geistlichen - darunter ein Verwandter des Georg Agricola - haben sich mehrere Persönlichkeiten eingetragen, die später Bedeutung erlangt haben, allen voran der Humanist Gallus von Racknitz.

Den Einträgen vorangestellt sind 15 handschriftliche Seiten mit lateinischen Gedichten, sämtlich entnommen den Werken von Georg Fabricius (1516 Chemnitz-1571 Meißen), der 1546 Rektor der Fürstenschule St. Afra gewesen war. Der Einband besteht aus einer frühen Pergamenthandschrift. - Unter den besonders erwähnenswerten Beiträgern finden sich 1) Gallus L. Baron Räcknitz et Perneck, d. i. Gallus Freiherr von Racknitz (1590-1658), Geistlicher Dichter, Humanist. - 2) Mauritius L. Baron Räcknitz et Perneck, d. i. Moritz III Freiherr von Racknitz (geb. um 1590, gest. vor 1658), Vetter des Einträgers Gallus v. Racknitz; emigrierte mit diesem und ist Begründer der noch florierenden badischen Linie, sein Sohn Christoph Erasmus (1638-1703) war kurpfälzischer Kammerherr. - 3) Michael Fleischer ("amico Joh. Tzschumler"), d. i. Michael Fleischer (1580-1653), Pfarrer in Krakau (Sachsen). - 4) Paulus Werner Gottlauiensis, d. i. Paul Werner (gest. 1626), Diakon in Seyda bei Schweinitz, erlebte den Kirchenbau in Gentha 1624 mit. - 5) Johannes Helbigius ("suo Zumlero"), d. i. Johannes Helbig (um 1590-1646), ab 1608 Schulverwalter zu St. Afra bis 1645. (Seine Berichte zu den Nöten des 30jährigen Krieges sind teilweise abgedruckt in Wenke Bönisch, Universitäten und Fürstenschulen zwischen Krieg und Frieden, 2013.) - 6) Caspar von Hermsdorf (gest. 1619), mittlerer Sohn des Haugk von Hermsdorf, nach dessen Tod Besitzer von Oberulbersdorf. - 7) Bartolomäus Sättler (D. n. b.), ein Sohn des Magisters Jacob Sättler(1540-1619), des Pfarrers an St. Nikolai in Freiberg. Jacob Sättler war ein Sohn aus der Verbindung des Tuchmachers Ambrosius Sättler und der Anna Bauer, Schwester des herausragenden Renaissancegelehrten Georg Agricola (1494-1555). Somit war der Einträger ein Großneffe des Georg Agricola. Über den Lebensweg des Einträgers konnte - im Gegensatz zu einigen seiner Schwestern und Brüder- nichts gefunden werden, der weitere Einträger Israel Maukisch wurde sein Schwager. - 8) Daniel Menius (1585-1604), der Sohn des langjährigen Rektors von St. Afra, des gleichnamigen Daniel Menius (1548-1625), starb als Student "als er eben Magister werden wollte". - 9) Johannes Richter (gest. 1609) wurde als Student in Leipzig erstochen ("[…] ward […] Johann Richter unter währender Haus-Stürmung eines Schmiedes im Brühl mit einer Partisane durchstochen, daß er zu Boden gefallen und des anderen Tages darauff verstorben" (J. J. Vogel, Leipzigisches Geschicht-Buch oder Annales [...] der weltberühmten Stadt Leipzig [1756], S. 341). - 10) Georg Lönig (gest. 1639), ab 1610 Pfarrer in Lössnig bei Leipzig, ab 1613 bis zu seinem Tod in Zehmen. - 11) Christoph Glaser (gest. 1613), ab 1613 Bergprediger in Annaberg. - 12) Johann Ulrich (D. n. b.), Pfarrer in Dommitzsch. - 13) Johannes Conrad (gest. 1636), Prediger in Böhmen, wo er verjagt wurde. Ab 1628 Pfarrer in Großwaltersdorf bei Freiberg, ab 1633 Diakon in Meißen. - 14) Abraham Plato (1570-1637), Hofmeister des Einträgers Gallus von Räcknitz, an dessen christlicher Erziehung er hohen Anteil hatte. Vater des gleichnamigen Stadtschultheiß und Ratskonsulenten in Regensburg, späteren Assessors beim Kammergericht in Speyer. - 15) Christian Gassmann (gest. 1640), ab 1610 Magister in Leipzig, ab 1612 Lehrer in St. Afra, ab 1615 Conrector bis zu seinem Tod. - 16) Sylvester Zenck (D. n. b.) aus Wien, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein weiterer Hofmeister der Räcknitz. Nachweisbar 1601 in der Matrikel Wien und in der Matrikel Wittenberg. - 17) Gabriel Wagner (1587-1655), Theologe; ab 1610 Hospitalprediger in Freiberg, ab 1633 Amtsprediger an St. Nicolai in Freiberg bis zu seinem Tod. - 18) Samuel Starck (D. n. b.), war Amtsnachfolger des Pfarrers Michael Starck in Hirschfeld. - 19) Wolfgang Schaller (1582-1626), deutscher Mediziner. Prof. in Wittenberg, zwei Mal Rektor der Alma Mater. Leibarzt der sächsischen Kurfürstin Hedwig von Dänemark. - 20) Samuel Richter (gest. 1633), Pfarrer; ab 1606 in Pleisa bei Chemnitz, ab 1612 an St. Nicolai in Chemnitz. - 21) Israel Maukisch (1584-1654), 1612 Conrector in Braunschweig, dann Pfarrer in Pulsnitz (1613), Berthelsdorf (1617) und ab 1635 in Freiberg. Heiratete eine Schwester des Einträgers Sättler. - 22) Johannes Nicolai (gest. 1643), ab 1610 Schlossprediger in Pillnitz, ab 1614 Pfarrer in Seifersbach bei Sachsenburg..


Album amicorum

des Karl Gottfried Weber (1780-1859) aus Steinwenden. Zumeist Jena (sowie vier Einträge aus Steinwenden). 268 (statt 284) num. SS. mit 176 Eintragungen. Lederband der Zeit mit Rücken- und Deckelvergoldung. Dreiseitiger Goldschnitt. Buntpapiervorsätze. Qu.-8vo.
8.500 € (74488/BN47868)

Der Stammbucheigner K. G. Weber war der älteste Sohn des Steinwendener Pfarrers Johann Karl Weber (1738-1800), des führenden Vertreters des pfälzischen Physiokratismus und Gegenspielers des Goethefreundes Heinrich Jung-Stilling. Als 17-jähriger Student hat sich Weber am selben Tag wie sein jüngerer Bruder, Ludwig Christian Wilhelm Weber (1783-1830), nämlich am 23. April 1798, in der Matrikel der Universität Jena eingetragen und gehörte - gemeinsam mit seinem Bruder und mehreren Dutzend weiteren Einträgern in diesem Stammbuch - zu den Mitunterzeichnern der beiden studentischen Petitionen zur Wiederanstellung Fichtes in Jena von 1799/1800, die von Herzog Karl August abgelehnt wurden.

Das Stammbuch enthält eine Vielzahl prominent gewordener Einträger und gibt mit seinem eng gedrängten Entstehungszeitraum einen ausgezeichneten Einblick in die intellektuelle Aufbruchsstimmung in Jena nach Fichtes Abgang. - Von größter Seltenheit sind die Einträge des Dichters Gotthard Christian August Thieme (1780-1860: "Immer fidel Herr Bruder, bis dort oben der große Commersch angeht", 239, mit Zeichnung gekreuzter Degenklingen) und des Naturforschers Friedrich August Gebler (1781-1850: "Mit Männern sich geschlagen / Mit Mädchen sich vertragen / Und mehr Credit, als Geld / So kommt man durch die Welt", 158). Daneben finden sich auch Einträge von Personen aus dem Umfeld von E. T. A. Hoffmann (Carl Friedrich Speyer: Schillers "Zwey Tugendwege", 127), von Ernst Moritz Arndt (Johann Friedrich Hindrichs: "Adam war der einzige Ehemann, der mit völliger Gewißheit wußte, daß er Evchen als Jungfer in seine Arme schloß. Anmerk.: Die Gelehrten streiten sich darüber, ob er einen Nabel gehabt, weil er von keinerm Weibe geboren ward", 96), oder von Clemens von Brentano (Carl Friedrich von Mülmann: Horazzitat, 95). Einige Einträger werden in Goethes Tagebuch und/oder im Briefwechsel Goethes mit Schiller und anderen erwähnt (so etwa der Entomologe Carl Friedrich Posselt); ein Einträger (der Advokat Friedrich Wilhelm Rupp: "Der Kuss, den mir die blühende Tochter giebt [...]", nach Hölty; 151) war Taufpate der Geschwister von Karl Marx, ein anderer der Täufer von Georg Büchner (Johann Jacob Wiener: "Laß dich vom Teufel bei Einem Haare faßen, und du bist sein", 111), wieder ein anderer der akademische Lehrer Büchners an der Universität (Georg Friedrich Wilhelm Balser: "Sanftmuth ist die schönste Perle im Kranze weiblicher Tugend", 64). Es finden sich zahlreiche bekannte Politiker aus Baden, aber auch der langjährige Bürgermeister Weimars, Carl Schwabe (mit einer Traumanekdote, 205), der mit der mehrfachen Bestattung/Umbettung von Schillers Gebeinen bekanntgeworden ist. - Aufgrund des Todes seines Vaters am 18. Mai 1800 beendete der Weber seine Jenenser Studien und übernahm gemeinsam mit seinem Bruder die Stelle in Steinwenden. Er war später eng befreundet mit dem Mitinitiator des Hambacher Festes, Philipp Jakob Siebenpfeiffer, sowie mit Johann Wirth; die bayerische Regierung leitete eine Untersuchung gegen ihn ein. Sein Sohn Carl David Weber wanderte in die USA aus, wo er die kalifornische Stadt Stockton gründete. - Das vollständige Register enthält 165 Namen; 11 der aufgeführten Einträge fehlen, 22 der Einträge nicht im Register erfasst. Es fehlen die Seiten 21f., 35-38, 43f., 51-54, 65f., 81f., 115f., 123f., 137f., 145f., 165f., 183-186, 201f., somit 16 Blätter mit insgesamt 11 Einträgen (lt. Register). - Einige wenige Blätter gelockert oder lose; der hübsche Einband von sehr schöner Erhaltung. Gesamtverlistung der Einträger auf Anfrage..

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Album amicorum

des Friedrich Wilhelm Stauwe. Jena. Mit 71 Einträgen auf 346 (statt 356) SS. und 6 Bll. Personenverzeichnis. Mit 7 Gouachen auf Pergament und 1 koloriertem Kupferstich. Brauner Kalbslederband der Zeit mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung und umlaufendem Goldschnitt. Vorsätze in zeitgenö.
8.500 € (74365/BN48410)

Hübsches Album des in Jena studierenden F.W.S. (so am Vorderdeckel geprägt), in das sich 71 Kommilitonen eingetragen haben. Besonders erwähnenswert sind die hübschen Gouachen, die wohl alle von demselben Künstler stammen und u. a. studentische Szenen (Einzug zu Pferd und in Karossen, nächtliche Versammlungen), ein "Memento mori" mit einem Mönch in einer Klause, Landschaften und Allegorien auf die Tugend zeigen. - Der hübsche Einband mit Rocaille- und Gittermuster nur gering berieben, beschabt und bestoßen; am Hinterdeckel die geprägte Jahreszahl 1756; innen stellenweise leicht fleckig; S. 1 mit photographischem Exlibris eines Walter Amon.

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Album amicorum

der Clothilde de la Rochelambert, comtesse de La Bédoyère (1829-1884) mit zahlreichen Eintragungen von Mitgliedern des europäischen Hochadels. Fontainebleau, Saint-Cloud, Compiègne, Paris, Nizza, Biarritz, Bad Kissingen, Schwalbach, Baden. 34 teils beidseitig beschriebene (uneinheitlich numerierte) Bll. mit über 250 (vereinzelt einmontierten) Eintragungen. Roter Maroquinband mit goldgepr. Bordüre und Deckelprägung in Anlehnung an das Wappen der Könige von Sardinien. Seidenpapiervorsätze und.
25.000 € (74383/BN48432)

Ausnehmend reichhaltiges Stammbuch der Comtesse de La Bédoyère, Tochter des Senators Henri de La Rochelambert (1789-1863), Gattin von Georges Huchet de La Bédoyère (1814-67) und Palastdame von Kaiserin Eugénie, der Gattin Napoleons III. Derselbe eröffnet auch das Stammbuch mit einer kleinen Eintragung, der auf derselben Seite Eugénie mit einem Zitat aus Sophie d'Arbouvilles Gedicht "Je crois" folgt: "Je crois au Souvenir, au long regret du cœur, / Regret que l'on bénit comme un dernier bonheur, / Crépuscule d'amour, triste après la lumière / Mais plus brillant encore que le jour de la terre!" Gleich anschließend folgt die Unterschrift von ihrer beiden einzigem Sohn, dem damals achtjährigen Napoléon Eugène Louis; die Seite schließt mit einem vierzeiligen Zitat von Schiller, das Napoléon III.

auf Deutsch am 8. X. 1865 in Biarritz hinzufügt. Ein weiterer Eintrag von Eugénie findet sich auf Bl. 27r, wiederholte Einträge ihres Sohnes finden sich auf Bl. 21r (montiert) und 27r (dort auch mit einer kleinen Federzeichnung). - Zwei weitere bemerkenswerte Eintragungen finden sich auf den Seiten 21v und 23v: Die erste stammt von Bismarck, der sich in Biarritz unter dem 19. Oktober 1865 eintrug, also in jenem Monat, in dem geheime Verhandlungen von Preußen und Frankreich über mögliche Koalitionen (französische Interventionen oder Neutralität) im Vorfeld des Deutschen Krieges von 1866 zwischen dem Deutschen Bund und Preußen begonnen hatten. Bismarck hingegen erweckte gegenüber seinem französischen Kontrahenten den Eindruck, Preußen werde als Gegenleistung für französisches Stillhalten während des Deutschen Kriegs hinnehmen, dass Frankreich sich Teile Belgiens und Luxemburgs aneigne. Die zweite, etwa zur selben Zeit entstandene Eintragung stammt von Leopold Fürst von Hohenzollern und seiner Gattin Antonia (Bl. 23v). Leopold gilt als Schachfigur der großen Politik seiner Zeit. 1870 sollte Bismarck ihn dazu drängen, sich als Anwärter für die damalige spanische Thronfolge zur Verfügung zu stellen, was von Napoléon III. jedoch abgelehnt wurde. Obwohl Leopold schlussends von seiner Kandidatur zurücktrat, sollte dies der Funke sein, an dem sich der Deutsch-Französische Krieg entzünden sollte. - Unter den zahlreichen anderen Beiträgern finden sich: Alexander II. von Russland (9r); Amadeus I. von Spanien (16r); Isabella II. von Spanien und ihre Kinder Isabella und Alfons (17r); Sophie Königin der Niederlande (8r); Kaiser Franz Joseph I. und Gattin Elisabeth (14r [montiert]) sowie Elisabeths Hofdame Karoline Gräfin Hunyady (12v); Friedrich Großherzog von Baden und Gattin Luise (9a [montiert]); Marie Prinzessin von Baden und Duchess of Hamilton (10r); Karl König von Württemberg und Gattin Olga (37r); Friedrich Prinz von Dänemark (24r [montiert]); Umberto I. von Italien (7r); Marie Clotilde von Savoyen (die Gattin von Prinz Napoléon, 7r); Großfürstin Marija Nikolajewna von Russland (27v); Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach und Gattin Sophie Prinzessin der Niederlande (22r); Ludwig I. von Portugal und Gattin Maria Pia von Savoyen (19v); Friedrich Großherzog von Mecklenburg (13r und 17r [montiert]); Georg Herzog zu Mecklenburg und Gattin Katharina Großfürstin von Russland (18r); Marie Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz (4v); Adolf Herzog von Nassau (9r und 14v); Pauline Fürstin von Metternich (2v, 8v, 14v zusammen mit ihrer Tochter Sophie und ihrer Tante Hermine, 31r [montiert] zusammen mit ihren Töchtern Sophie, Antoinette Pascalina und Klementine Marie sowie Rosa Gräfin von Hohenlohe-Sternberg); Richard Fürst von Metternich (9r); Wilhelm I. von Preußen und Gattin Augusta (10r); Franz Graf Harrach (4v); Joseph Joachim Napoleon Murat (2r und 20v); Generalfeldmarschall Friedrich von Wrangel (7v); Herzogin von Castiglione Colonna (bekannt als Bildhauerin unter dem Namen Marcello, geb. Adèle d'Affry, 3v); Mélanie Renouard de Bussière Comtesse de Pourtalès (14v); Admiral Edmond Jurien de La Gravière (vierzeiliges Gedicht mit U., 9v); Admiral Wilhelm von Tegetthoff (28v); Gustav Fürst Blücher von Wahlstatt (9v, geb. 11. X. 1837, Ehrenritter des Malteserordens); der mexikanische Monarchist und Botschafter am Hof von Napoleon III. José Manuel Hidalgo y Esnaurrízar (3v); der Philosoph Elme Marie Caro (dreizeiliges Gedicht, 11r); der Politiker und Ökonom Félix Esquirou de Parieu (ein knapp ganzseitiges galantes Gedicht, 10v und 11r); der Maler und Graphiker Gustave Doré (mit sauber ausgeführter Handzeichnung, 11r); die Schriftsteller Hortense Cornu (7v), Edmond About (28r) und Prosper Mérimée (19r und 20v); Prinzessin Alexandrine Dolgorouky (1834-1913, die Geliebte des Zaren, 2v mit einem zweizeiligen Gedicht Byrons); Ignacio Álvarez de Toledo y Palafox Portocarrero, Conte di Sclafani (Sohn des 16. Duque de Medina Sidonia, 1812-78, ganzseitiges Sonett 22v); Alexandre Graf von Colonna-Walewski (14v; daneben möglicherweise seine zweite Gattin Anna Maria Ricci, die Tochter von Graf Zanobi di Ricci und Isabelle geb. Prinzessin Poniatowska, die hier mit "Maria Walewski(y)" unterzeichnet). - Der letzte Beitrag in dem Album ist eine photographische Reproduktion von F. X. Winterhalters bekanntem Portrait von Kaiserin Eugénie. - Der Einband leicht berieben, innen stellenweise gering fleckig; insgesamt von hervorragender Erhaltung..

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Album amicorum

des Johann Friedrich Ludwig Sahl (1765-1814). Überwiegend Buchsweiler/Elsass (38); ferner Pirmasens (8), Braunfels (6), Tournay (5), Cloppenburg (. (5), 135 (statt 146) Bll. mit 110 Einträgen (davon 87 im Register verzeichnet). Originaler blau marmorierter Pappband (berieben und bestoßen). Dreiseitiger Rotschnitt. Qu.-8vo (ca. 180 x 103 mm).
8.500 € (76511/BN49346)

J. F. L. Sahl war Sohn des fürstlichen Lustgärtners Johannes Lorenz Sahl aus dem Hofgärtnergeschlecht Sahl in Gotha; der Onkel Johann Conrad Sahl (1744-88) war ab 1762 Obergärtner zu Gotha. Die Eintragungen reflektieren die Lebensstationen der Familie in den Jahren kurz vor der revolutionsbedingten Vertreibung aus Buchsweiler (Unterelsass) im Jahre 1793 und Sahls anschließenden Jahren als Kanzlist bei der Provisorischen Regierung in Pirmasens (bis 1794) sowie als Kassensekretär bei der Hessischen Brigade in den Niederlanden (ab 1794-95).

- Am 9. Jänner 1792 widmet der landgräfliche Archivar Christian Carl Kuder (1757-1820) Sahl das Wort: "Wo es uns wol gehet, da sey unser Vaterland" (7r); am Folgetag schreibt sich Magdalena Sophia Pfersdorff (1734-99) ein, Mutter des elsässischen Dichters und Wieland-Freundes Karl Friedrich Kasimir Pfersdorff (1769-1847) und über ihren Mann mit der Familie Händels verwandt: "Die Tugend dienst sich selbst zum Lohn / Sie ists allein die uns erhöht / Und der hat mehr als eine Kron / Der sie verdient und nie verschmäht" (16r). Drei Tage später wiederum schreibt sich Sahls Schwester Louise ein: "Sei Edel und gut, so wirst Du auch glüklich sein" (26v). Louise sollte 1794 Johann Conrad Sckell (1768-1834) heiraten, den späteren Hofgärtner in Belvedere, und wurde so Mutter des Dornburger Hofgärtners Karl August Sckell, der für Goethe den Weimarer Gingkobaum pflanzte und dessen Gespräche mit Goethe in dessen Tagebüchern verewigt sind. - "Freund! Der Mann mit edler Seele / ist ein Engel in der Welt, / er sey König oder zähle / sein erbettelt Kupfergeld" (55r), schreibt am 2. Juli 1794 in Antwerpen der Theologe Friedrich Ludwig Lichtenberg (1770-1846), Großneffe von Georg Christoph Lichtenberg, in Sahls Stammbuch. Am 10. September trägt sich der jungverstorbene Lichtenberg-Freund Friedrich Bechstatt (1775-99) ein: "Der Freundschaft heiliges Band trennt ewiges Nichtsseyn nur" (8v). Die undatierte Widmung "Die Wahrheit ist dem Biedermann das Heiligste, Schmeichelei und kriechende Gefälligkeit sind seiner Natur zuwider" (39r) stammt von Daniel Gottlieb Auber (1784-1835), Schwiegervater der Amalie Buff, einer Nichte der Charlotte Buff, die Goethe die Vorlage zur "Lotte" im Werther lieferte. Weiters zu nennen sind auch der elsässische Radierer, Maler und Sammler Friedrich Koch (1771-1832, 139v), der Generalstabsarzt Georg Friedrich Reuling (1739-99, 60r) sowie der Theologe und Schriftsteller Friedrich Ludwig Textor (1765-1822): "Menschenliebe ist besser, als Orthodoxie" (54r). - Der Großteil der Einträge sind in deutscher, sechs in französischer, zwei in niederländischer und drei in lateinischer Sprache abgefasst. Eingetragen haben sich neben den Honoratioren von Buchsweiler, Freunden und Kollegen im Verlauf der jahrelangen Feldzüge auch viele Offiziere der hessischen Truppen, aber auch Kaufleute, Schiffer und Kellermeister der besuchten Orte, daneben eine Reihe von Geistlichen. Beachtlich sind insbesondere die Bezüge zu Georg Lichtenberg und den Sckells, die im Goetheschen Kosmos eine feste Stelle haben. Insgesamt erzählt das Stammbuch eine Vertreibungsgeschichte: die Einträge 1792 in Buchsweiler künden von der noch heilen Welt des Zentrums Hanau-Lichtenbergischer Herrlichkeit vor der Vertreibung durch die französischen Revolutionstruppen, die weiteren Einträge von den kriegsbedingten Ortsveränderungen und Sozialkontakten in den Folgejahren. Ein kulturgeschichtliches Dokument..

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der Friederike Sophie Mielcke, geb. von Hamilton (1786-nach 1832). Zumeist Königsberg; ferner Woplaucken, Rastenburg, Ragnitz, Rosendahl, Wolk, Wilkam, Queden, Partsch. (82) Bll. mit 87 Einträgen und 16 Illustrationen (Blumenaquarelle, Urnen- und Ruinenszenen in Aquarell und Bleistift, Pflanzenblätter und Sphinx aus Seide etc.). Lederband der Zeit mit goldgepr. Verzierungen. Buntpapiervorsätze. Dreiseitiger Goldschnitt. .
5.000 € (76512/BN49347)

Schönes ostpreußisches Freundschaftsalbum des frühen 19. Jahrhunderts, überwiegend von Damenhand verfasst, mit Einträgen aus den Familien Goltz, Trenck, Quooß, Schenk von Tautenburg, Schönermarck, Lebbin etc. Die Eignerin Friederike Mielcke war die Tochter des preußischen Generalmajors Ernst Wilhelm von Hamilton (1744-1811), ab 1814 verheiratet mit dem späteren kgl. Geheimen Regierungsrat August Gottfried Mielcke (1774-1837). Alle Einträge bis auf neun entstanden in der Zeit vor ihrer Eheschließung 1814, in erster Linie in Königsberg, und spiegeln das soldatische Umfeld der Generalstochter wider (mit Einträgen mehrerer Generale und sonstiger Stabsoffiziere sowie vieler Generalstöchter).

Der prominenteste Einträger ist wohl der preußische Generalmajor Johann Friedrich von Herrmann (1739-1818), der mit seiner berühmt gewordenen Rede ("Preußen oder Tod!") bei der französischen Belagerung der Festung Pillau seine Offiziere auf den eigenen Sarg schwören ließ. Hier trägt er sich am 6. Nov. 1812, knapp 73-jährig, mit dem Vierzeiler ein: "Das Glück soll Dir an jedem Morgen / Der Freundschaft schönste Rosen streun, / Und niemals müßen finstre Sorgen / Beherrscher Deines Hertzens seyn." Friederikes Vater hat sich am 22. Oktober 1806 eingetragen, nur wenige Monate vor seiner schweren Verwundung in der Schlacht bei Preußisch Eylau: "Gott selbst hat Dir Dein Loos beschieden: / nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. / Erfülle jede Pflicht zufrieden, / die sie mit diesem Loos verband. // Bey allen vorkommenden Begebenheiten Deines Lebens erinnere Dich Deines aufrichtig liebenden Vaters." Unter den zahlreichen, fast ausschließlich von weiblicher Hand beigetragenen Illustrationen ragt die aus Seide gestickte ägyptische Szene hervor, die Ernestine Philippine Pascha (1787-1854), Tochter des Königsberger Handelsmanns Carl Friedrich Pascha, am 12. April 1803 in Anspielung auf ihren orientalisierenden Familiennamen beigesteuert hat: Die Sphinx von Gizeh vor der Großen Pyramide, im Schatten von Palmen. Doch auch die konventionelleren Urnen- und Blumenaquarelle sowie die aus grüner Seide ausgeschnittenen und einmontierten Pflanzenblätter sind mit Sorgfalt und Talent ausgeführt. - Die Einträge gewähren einen Blick auf die gesellschaftlichen Verbindungen zu einer Vielzahl von Angehörigen namhafter Offiziersfamilien und deren vielfältigen verwandschaftlichen Beziehungen untereinander. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Stammbuchhalterin selbst keinen Offizier heiratete, sondern einen Juristen. Dessen Vater Daniel Friedrich Mielcke (1739-1818), sein Onkel Christian Gottlieb Mielcke (1733-1807) und Großvater Peter Gottlieb Mielcke (1692-1753) waren im 18. Jahrhundert "an der aktiven Gestaltung des Kulturlebens Ostpreußens beteiligt und haben deutliche Spuren in der litauischen Literaturgeschichte" hinterlassen (Zavinta Sidabraite, Neue Fakten zur Biographie von Christian Gottlieb Mielcke). - Ein Blatt anscheinend herausgerissen, sonst durchwegs wohlerhalten und mit teils besonders reizvollem Illustrationsmaterial..

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des C. Erdmann. "Für Freunde und Bekannte". Gießen u. a. O. Deutsche und lateinische Handschrift auf Papier. 101 Bll. mit 94 Einträgen, 1 Aquarell, 1 kl. Kupfer im Oval sowie 5 gezeichneten und geschnittenen Silhouetten. Marmorierter Lederband der Zeit mit etwas Rückenvergoldung. Marmorpapiervorsätze. Qu.-8vo (102.
2.500 € (77539/BN49977)

Hessisches Studentenstammbuch mit Einträgen der Freunde: Achard "... tratt seine Reise nach Rußland an ... Jezo Rittmeister in Russ. Diensten"; E. F. Arnoldi; G. H. Dietz "d'Ortenberg"; P. Bechelmann; G. Bott von Schiffenberg; Hartmann Buff aus Niederwallstadt; Fr. Ebel "aus Grünberg"; Caspar J. Gadè; Haberkorn, "Dermalen Gesandtschafts-Sekretair auf dem Friedenskongresse zu Rastadt 1798"; J. Hartmann aus Alsfeld; C. Ph. Jager; Aug. Joß, "Jezo Hofmeister am Berleburger Hofe 1795"; J. Merck, "Gießen d.

12ten Juni 1794"; J. J. Müller; Mylius aus Grünberg; G. Rauch "aus Hatzfeld"; Fr. Röchling "aus Zweybrücken"; G. Schäfer "aus Biebesheim im Darmstädtischen"; Ludwig Scherer "Pfarrer zu Echzell"; "Schlosser aus Bamberg Jezo Professor in Hamburg"; Theodor Schöler aus Romberg; E. Stamm "ging nach Erlang"; Steinberger, "Jezo Rector in Butzbach 1798"; L. Storck "vom Hunsrück"; L. H. Strickrodt; "Theurer - meinem Herzen so nahe stand! Wann wird uns die Freude des Wiedersehens?"; C. C. A. Thomas; Balduin Trimborn; M. G. J. Venn; J. W. Vollhard; W. Waldeck; F. Weitershausen; E. J. H. Weller; T. Werner, "Erst Offizier ... jezo Oberförster"; E. von Wrede "aus Diessen". - Gelenke spröde, Schnitt unregelmäßig. Innen stellenweise leicht fleckig. Ein Blatt mit Klebespuren, ein anderes mit dicker Ausstreichung. Ungenau paginiert: Es fehlen die SS. 1-4, einzelne Bll. vor der Paginierung herausgetrennt. Auf den letzten Bll. ein Register, ausgeführt von bis EF. Einige Beiträge mit biographischen Notizen des Eigners ergänzt..

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des Carl Gottlob Deckart (1746-1827). Sagan, Leipzig, Halle, Breslau, Dresden u. a. O. Deutsche und lateinische Handschrift auf Papier. 168 Bll. mit 114 Einträgen. Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung, goldgepr. Deckelbordüre und Eckfleurons. Dreiseitiger Goldschnitt. Kattunpapiervorsätze. Qu.-8vo (192:124 mm).
2.500 € (79099/BN50983)

Schönes Studentenstammbuch, betitelt "Viris illustribus excellentissimis amplissimis gravissimis honoratissimisque litterarum atque artium omni qua decet, observantia colendis suspiciendisque hanc abam submisse, decenter, observantissimeque sacram esse voluit". Mit den Einträgen des Eigners, der Kommilitonen, Professoren und Beamten, darunter die Namen Chr. Jac. Birner, Joh. E. Chr. Bodenus, C. G. Boerner, Cochlovius, Gg. Gottfr. Daeneke, Joh. Aug. v. Ernst, J. S. v. Faber, Sav. Giuliani, Joh.

W. Gerlach, Fr. Leop. Kircheisen, Fr. G. Lotter, M. L. Linde, der Dichter Fr. Ludw. Lachmann (Halle 1770), v. Mandelsloh, v. d. Osten, B. C. H. v. Opitz, Fr. Eberh. Rambach, Hch. Rathmann, G. H. v. Schlechtendall, E. S. Uhse u. v. a. - Carl Gottlob Deckart (15. IX. 1746 bis 27. III. 1827) aus Sagan war Regierungs-Kanzleidirektor und Herausgeber von "Briefe nebst einer Zueignungsschrift an eine Schöne" (1768) und "Über Briefe und Titulaturen", in: Schlesisches Titular-Buch (1785). Daneben redigierte Deckart vom 8. Band an die schlesische Ediktensammlung und gab 1790 das allg. Register zu derselben während der Regierung Friedrichs II. heraus (vgl. Neuer Nekrolog V, 1103). - Hübsches Album auf gutem Papier, Kanten und Gelenke gering beschabt, kaum fleckig. Aus der Slg. W. G. Adelmann v. Adelmannsfelden..

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Album amicorum

des Daniel Gottlob Berthold. Leipzig und Altenburg. Deutsche Handschrift auf Papier. 136 (112 w.) Bll. mit 24 Einträgen, 1 Aquarell (Trompe-l’œil, Titelblatt), 2 Gouachen (1 auf Pergament), 1 lavierter Federzeichnung in rot und 1 kalligraphischem Eintrag. Rotes Maroquin der Zeit mit reicher Rückenvergoldun.
4.500 € (79100/BN50984)

Auf der Leipziger Herbstmesse angelegtes Album, offenbar unmittelbar vor einer Ansiedlung Bertholds in Altenburg begonnen. Mit sauber ausgeführtem aquarelliertem Titelblatt in Trompe-l’œil-Manier (Landkarte, Kalenderblatt, Zeitungsausschnitt und Notenblatt). Die Gouachen mit Darstellung eines Hafens mit Händlern und Hafenarbeitern am Pier im Vordergrund (ausgeschnitten und montiert) bzw. Männer beim Kartenspiel unter dem Dach einer Hütte im Wald. Die Federzeichnung zeigt eine Bühne mit zahlreichen sich dort tummelnden Affen.

Der kalligraphische Eintrag in der Art eines Münzkupfers mit Vorder- und Rückseite. Die meisten Eintragungen dürften von befreundeten Kaufleuten stammen und zeichnen sich durch eine entsprechende Diktion aus ("und auch in Liebeskauff manch schön prozentgen"). - Daniel Gottlob Berthold, vermutlich aus Mittweida, hatte sich 1754 in Altenburg als Kaufmann niedergelassen (vgl. Die Bürgerbücher der Stadt Altenburg in Thüringen 1700-1838, S. 111, Nr. 2108). - Ein zusätzliches Blatt (Widmungsblatt an Frau Berthold, dat. 1812) liegt lose bei. Die beschriebenen Bll. teils etwas fingerfleckig..

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Album amicorum

des Rudolf Johann Dominik von Vivenot (1833-1870). München, Wien, Budapest, Rom, Neapel. Deutsche, französische, englische, italienische und ungarische Handschrift auf Papier. 74 lose Bll. mit 28 Einträgen, 1 Aquarell, 1 Notenbeilage, 4 Bleistiftzeichnungen, 2 Kupfern und 1 gepressten Blume. In roséfarbenem Moirée-Lackpapierumschlag sowie Lei.
1.800 € (79102/BN50987)

Stammbuchkassette des aus einer bedeutenden Medizinerfamilie stammenden Chirurgen und Fachschriftstellers Rudolf Rt. von Vivenot. Die Einträge stammen von u. a. "Antonio Coêlho de Sá e Alburquerque" (1821-68, Politiker im Kaiserreich Brasilien, mehrf. Außenminister u. seit 1864 Senator des Kaiserreichs), von "Deiner treuen Tante Emilie Colloredo Mannsfeld", Alexander Goldschmidt, Emmy Knorr, Adolf Löwinger, Charles de Marchthal, D. H. Mordecai, Georg Schweiger, Betti Swatosch, Abráham Szonthag (1830-1902, Arzt), Alfred (von Vivenot), Franziska von Vivenot, Walburga von Vivenot, Emilie Vogler und Fanny Voigt.

Unter den Illustrationen zwei Darstellungen eines Jagdhundes, eine Zeichnung leicht ankoloriert und weiß gehöht, signiert "Könyöky József 1848" (1829-1900, Museumsverwalter). Eine weitere Zeichnung zeigt einen liegenden jungen Mann mit aufgestütztem Kopf, signiert "J. v. Frankl". Eine Zeichnung von Therese Ulbricht zeigt einen Kirschzweig mit Schmetterling (montiert); eine kleine, feine Federzeichnung zeigt einen Felsen mit Bäumen dahinter; ferner eine Fabelillustration mit drei als Tiere verkleideten Menschen. Ein delikat ausgeführtes Aquarell "Kedves Barátom!" ("Lieber Freund!") stellt einen ungarischen Husaren dar, die Widmung unterzeichnet mit "Wadja Endres". Das Albumblatt von C. de Beriot mit einem Notenzitat: "J'ai écrit cette marche pour mon ami Rodolphe [...]" (Charles Aug. de Bériot, Komponist und Violinist, 1802-70). - Gepflegtes, kaum fleckiges Album, viele, teils farbige Kartonblätter unbeschrieben, durchwegs mit Goldschnitt..

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Album amicorum

des Johann Nepomuk Suppantschitsch (1797-1862). Klagenfurt, Villach, Laibach, Pettau u. a. O. Deutsche Handschrift auf Papier. 105 Bll. mit Einträgen und 17 Aquarellen, 9 Zeichnungen, 1 kolorierten Kupfer und 2 Stickereien. Lose Bll. mit Pappdeckel und -schuber. Qu.-8vo (ca. 180:110 mm). Eingelegt in Lederkassette um 1880 mit Messingbuckeln, Mitte.
2.500 € (79106/BN50992)

Albumblätter aus Kärnten und der Steiermark. Unter den Namen mehrere Familienangehörige, etwa Anton von A(t)zwang, Josef N. Brugger, Ludwig Buzzi, Nina und Josef Ben. Egger aus Villach (Sped. J. B. Egger), Joh. Nik. Craigher de Jachelutta "aus Ligosullo in Italien" (österr. Dichter und Übersetzer, 1797-1855), Lamb. Freyler, Ferd. Gruber, Joseph Hölzlsauer, Jos. Huber, Carl Kerchnawe, Joh. Kuenater, Anton Kulnigg, Franz Sal. u. Josepha Lengelacher, Berta und Marie von Löwengreif, Lambert (Carl) Luckmann (Villach 8.

IX. 1818), Dominicus Mora, J. A. Morocutti und Konstanzia sowie Maria Teres Morokutti [sic], Simon und Josef Nadamlenzki, Major Negroni, Ant. D. Oberkircher, Christian Poglitsch, Joh. Scheitenberger, Joseph H. Scholl, Jos. Warto, Jos. Wierer. Unter den bildlichen Darstellungen ein Quodlibet, Füllhorn, ländliche Ansicht, Andenkenblatt, Blumen und Girlanden, Freundschaftstempel. - Teils etwas stockfleckig, viele Bll. etwas knittrig und vereinzelt eingerissen; Umschlag mit Lasche beschabt, Gelenke brüchig; Pappschuber beschabt, Kanten bestoßen. Die historisierende Kassette, an eine mittelalterliche Truhe erinnernd, mit Leimspur am Vorderdeckel und kleinen Schab- und Kratzspuren..

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Album amicorum

der Charlotte Heine, geb. Chatillon (1778-1852). Dresden, Leipzig u. Umgebung. Deutsche und französische Handschrift auf Papier. 95 Bll. mit über 90 Einträgen, 3 Gouachen, 6 Aquarellen, 4 Zeichnungen und 2 Seidenstickereien. Annähernd quadratischer roter Maroquinband der Zeit mit Rückenvergoldung, Deckelbordüren mit Eckfleurons, Ste.
4.500 € (79107/BN50993)

Das Album stammt von Charlotte Chatillon (19. IV. 1778 bis 24. V. 1852), der Gattin des Dresdner Architekten Johann August Heine (1769-1831); eines ihrer Kinder war der spätere Theologe und Domherr Emil Heine (1806-1873). Unter den bekannteren Beiträgern finden sich der Buchhändler Friedrich August Leo (1764-1842, für sein "Magazin für Freunde des guten Geschmacks" arbeiteten die Beiträger Coudray und Klinsky) und seine Frau Friederike, geb. Breitkopf, in einem Eintrag vom 13. V. 1795 zu einer feinen Blumenstickerei; der Dresdner Kirchenmusiker Franz Anton Schubert (1768-1824) in einem Beitrag vom 23.

II. 1793 mit einem Aquarell-Medaillon; der Architekt Clemens Wenzeslaus Coudray (1775-1845) mit seinem Beitrag vom 27. X. 1797; Johann Gottfried Kinsky, ebenfalls Architekt in Dresden: "3 Tage vor seiner Abreise nach Rom am 31. October 1793", dazu ein Aquarell mit einer romantischen Flusslandschaft; eine heitere Reimerei: "Mit Gunsten, geehrte Frau Hein! / Sing' doch nicht dein Liedchen allein, / Lieb Weibchen, laß uns dazu pfeifen; - / Die Sache ist so zu begreifen: / Erst mußt du Großmutter seyn, / Dann soll Dir der alte Freund Hein / das lieblichste Schlummerlied pfeifen. / Wohl möcht'ich Kalkante dann seyn / Wie wollt ich mich freun!" Unterzeichnet "Zschiederitz", illustriert mit einer lavierten Federzeichnung mit einer Totentanzdarstellung. - Beiliegend 7 feine Blumen-Scherenschnitte aus grünem und weißem Papier. Ferner Zuschriften von Karl Bursian; Henri und Louise Gaudi; "Votre sincere ami Himmler"; Augusta Carolina und August Friedrich Jasper; A. X. V. Jungnickel; Johanna Dorothea Lindner; "Pitschel dis altere den 16. März 1796 Zwey Stunden vor der Abreise nach dem Rhein", dazu ein Aquarell mit einer Abschiedsszene im Wald; in roter Tinte: Johanna Charlotte Töpfer, geb. Schach und, in grüner Tinte, Carl Friedrich Töpfer (1. XII. 1793); Charlotte von Vitzthum (Dresden, 29. I. 1802). - Teils leicht stock- oder fingerfleckig. Ein Doppelblatt mit Zuschrift und lavierter Federzeichnung lose. Ein Blatt angefalzt. Der hübsche Schuber stark beschabt und bestoßen, jedoch der Einband sehr gut erhalten..

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Album amicorum

der Sophie Beate Maximiliane von Seydlitz (1772-1853). Striegau, Breslau, Wohlau, Warmbrunn, Pilgramshain, Altwasser u. a. O. Deutsche Handschrift auf Papier. 111 Bll. mit 85 Einträgen, 10 Aquarelle (9 blattgr., 1 winziges), 1 Bleistiftzeichnung. Marmorierter Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und Rückenschildchen ("Denckmahle der Freundschaft"), goldgepr. Deckelbor.
8.500 € (79108/BN50994)

Stammbuch der Sophie Beate Maximiliane von Seydlitz, geb. von Wiese und Kayserswaldau, Äbtissin des Damenstifts in Tschirnau/Schlesien. Mit Einträgen von Verwandten und Freunden wie C. v. Wiese, Wagenhoff geb. von Seydlitz, Karoline von Pfuhl, Seydlitz geb. Pfeil, Charlotte von Hirsch, Caroline von Holtei, Friederike von Nickisch, Charlotte von Seydlitz, Freiin von Nostitz, Julie von Rabenau geb. von Tschammer, Charlotte von Falkenhayn, Julie Holthey, van der Velde, von Haugwitz, von Studnitz, Friederike von Humboldt geb.

von Buttlar u. v. m. - Die reizenden, sorgfältig ausgeführten Aquarelle, teils über Feder, mit einigen Landschaften, Allegorien auf die Freundschaft, nächtliche Flusslandschaft mit Grotte und kleinem Wasserfall, Schäferszene, "Der Erinnerung" u. a. - Beiliegend 2 Bll. Ausschnitte. 1) Kleiner Stahlstich mit Ansicht des Seydlitz’schen Besitzes Pilgramshain in Schlesien, der bis 1884 im Besitz der Familie war. 2) Kolorierte Lithographie mit einer Kostümdarstellung. - Deckel stellenweise leicht berieben. 3 Aquarelle (davon 1 aufgezogen) und 1 Stammbuchblatt lose; vereinzelt leicht fleckig; sonst wohlerhalten..

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Album amicorum

des Bartholomäus Hermsdorff. Quedlinburg, Leipzig, Jena u. a. O. Deutsche, griechische, hebräische und lateinische Handschrift auf Papier. 212 Bll. mit 90 Einträgen. Schwarzer Lederband der Zeit mit Rücken- u. Deckelblindprägung. Dreiseitiger Goldschnitt. Qu.-8vo (156:105 mm).
6.500 € (79119/BN51008)

Stammbuch des Jurastudenten Bartholomäus Hermsdorff. Neben zahlreichen Einträgen seiner Kommilitonen und Honoratioren aus Quedlinburg sind besonders hervorzuheben: Balthasar Voigt (Voidius), dat. 1638, der "Ostpreußische Ovid" (1592-1654); Michael Ludovici, dat. 1633, Professor der Beredsamkeit, Superintendent zu Wismar, im 30jährigen Krieg schwedischer Generalfeldsuperintendent; die Stiftsdame Dorothea Gräfin zu Oldenburg und Delmenhorst, dat. 1633, sowie die Dechantin Anna Dorothea v. Schomburg.

Ferner aus Jena: der Jurist Petrus Theodoricus, der Philosoph Paul Slevogt, die Theologen Joh. Maior und Joh. Tobias Maior. Aus Leipzig: die Juristen Johann Böhem, Andreas Corvinus, Caspar Jungermann, Valentin Riemer und Georg Tobias Schwendendörffer, die Mediziner Johann Heintz und Johann Michaelis, die Theologen Moritz Burchard, Heinrich Höpfner und Johann Höpner. Aus Wittenberg: die Theologen Jakob Martini und Wilhelm Lyser sowie der Historiker Reinhold Franckenberger. - Meist durchgehend etwas gebräunt, teils stockfleckig. Zahlreiche Bll. mit Abklatsch bzw. Durchschlag. Spiegel an den Rändern stark gebräunt. Beschabt und bestoßen. Bindebänder fehlen. - Aus der Sammlung des Theologen, Pädagogen, Philologen und Autographensammlers Gotthilf Sebastian Rötger (1749-1831) mit seinen Archivnummern in roter Tinte auf einigen Bll. sowie 2 lose Bll. (folio) mit seinen Anmerkungen zu vorliegendem Stammbuch..

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Album amicorum

des Friedrich Heinrich Stock. Göttingen, Barntrup, Detmold, Herford, Wennigsen u. a. Mit koloriertem Kupferstich (Titelblatt) und einer lavierten Federzeichnung. Insgesamt 193 num. Seiten, davon etliche leer und 16 Bll. alt entfernt. Am Schluß 4 Bll. Register. Brauner Original-Lederband mit überaus reicher Rücken- und Deckelvergoldung sow.
8.500 € (79122/BN51032)

Friedrich Heinrich Stock, geboren um 1760, besuchte das Gymnasium in Lemgo und studierte anschließend Jura an der Universität Göttingen. Die meisten und interessantesten der rund 70 Einträge dieses Stammbuches stammen von Gelehrten und Professoren der Universität Göttingen. Zuerst sei hier Johann Nikolaus Forkel (1749-1818) genannt, der hier am 3. IV. 1787 ein Zitat von Aristoteles niederschrieb ("Quod majori labore acquiritur, magis diligitur"): Forkel, der erste Bach-Biograph und Begründer der historischen Musikwissenschaft, war seit 1769 in Göttingen, zunächst als Student, dann als Privatgelehrter und ab 1779 als Universitäts-Musikdirektor.

Weiters finden sich Eintragungen von Göttinger Professoren wie Georg Ludwig Böhmer (1715-97; Straf- und Kirchenrechtslehrer), Johann Stephan Pütter (1725-1807, Publizist und Staatsrechtslehrer), Johann Beckmann (1739-1811, Philosoph und Ökonom); Johann Peter Waldeck (1751-1815, Jurist), Justus Friedrich Runde (1741-1807, Jurist und Rechtshistoriker), Justus Claproth (1728-1805, Jurist und Erfinder des Recyclingpapiers) sowie Johann Ludwig Ewald (1748-1822, Theologe und Pädagoge, Hofprediger und Generalsuperintendent in Lippe-Detmold) und Johann Heinrich Bösenberg (1745-1828, Theaterschauspieler und Bühnenautor). Außerdem konnten noch weitere 20 Freunde und Kommilitonen ermittelt werden (eine Liste ist auf Anfrage erhältlich). - Bei den alt entfernten Beiträgen handelt es sich laut Register offenbar hauptsächlich um Familienmitglieder und Bürger Lemgos. - Äußerst gehaltvolles Stammbuch mit namhaften Beiträgern und von sehr schöner Erhaltung..

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Album amicorum

des Johann Georg Schlupper (1729/30-1809). Meist Bayreuth, aber auch Münchberg, Hof, Stockenroth, Oberkotzau, Sparneck, Liebstadt, Erlangen und. 117 Blatt, davon etliche leer, etwa 12 Blatt alt entfernt. Brauner Original-Lederband (beschabt, Rücken mit kleinen Fehlstellen, Innengelenke gebrochen) mit überaus reicher Rücken- und Deckelvergoldung sowie Buntpapiervorsätzen und Goldschnitt, Innendecke.
9.500 € (79123/BN51033)

Stammbuch von Johann Georg Schlupper aus Münchberg, in verschiedenen Diensten des Markgrafen von Bayreuth. Als bemerkenswerteste Beiträger dieses rund 100 Einträge umfassenden Albums sind die drei Kleinknecht-Brüder zu erwähnen, die sich allesamt in Bayreuth und darüber hinaus als Musiker einen Namen gemacht haben. Allen voran Jacob Friedrich Kleinknecht (1722-94), der sich hier mit einer kleinen Notenhandschrift verewigt hat (dat. Bayreuth, 3. IV. 1757). Kleinknecht wurde 1743 Flötist, später Violinist der Bayreuther Hofkapelle.

1748 erschienen erste Kompositionen von ihm im Druck, später wurde er Hofkomponist und 1764 Musikdirektor der Bayreuther Hofkapelle. Auch seine beiden Brüder Johann Wolfgang Kleinknecht (1715-86) und Johann Stephan Kleinknecht (1731-1806), ebenfalls Musiker an den Höfen von Bayreuth und Ansbach, lieferten jeweils einen Eintrag (ebenfalls 1757). Des weiteren sind zu nennen: Johann Adam Ludwig Wezel (1736-1808), Hofmeister zu Bayreuth, Bibliothekar zu Ansbach; Gottlieb Friedrich Wilhelm Wezel (1738 - nach 1800), kgl. Preußischer Kriegsrat, Kammersekretär zu Bayreuth; Johann Daniel Wezel, Justiz- und Polizeidirektor zu Aisch; Johann Andreas Lübeck (1723-82), Verlagsbuchhändler in Bayreuth; Ferdinand Heinrich Frenzel (1723-64), Pfarrer zu Weißdorf und Schriftsteller; Andreas Nicolaus Funk (1699-1758), Pfarrer in Ahrenberg; Georg Wolfgang Fischer, Postbeamter in Bayreuth; Johann Benedict Scholler, Militär, Stadt- und Landphysikus in Bayreuth; Johann Wilhelm Hofmann, Kammerkanzlist und Kopist zu Bayreuth. - Mitunter leicht gebräunt und fleckig, teils leicht gelockert. Höchst interessantes Forschungsobjekt zur Geschichte des Bayreuther Hofes mit Notenautograph von Jacob Friedrich Kleinknecht..

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Album amicorum

des Johann von Henikstein.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Johann von Henikstein war der Sohn des Großhändlers Abraham Hönig (1745-1811; 1784 geadelt; ab 1807 Ritter/Edler von Henikstein) und seiner Frau Karoline Josefa, geb. Seligmann (1748/53-1823); 1781 trat die Familie vom Judentum zum katholischen Bekenntnis über. Johanns Bruder Joseph erwarb sich Verdienste als Direktor der Oesterreichischen Nationalbank und als eifriger Förderer der Musik, als der er in seinem Haus regelmäßig Konzerte veranstaltete und zu den Freunden Wolfgang Amadeus Mozarts gehörte. - Das mit 30 meist sehr sauber ausgeführten Federzeichnungen, Aquarellen u. a. versehene Stammbuch umfasst etwa 120 Einträge in deutscher, französischer, italienischer und englischer Sprache. Unter den Einträgern finden sich: Dr. v. Anreitter, Christoph v. Schrötter, Friedrich Pelikan, Therese v. Schrötter, Joseph Sauter, Vinzenz Zay, Alexis de Cappa, Julius v. Henikstein, G. Haeseler, D. Loehr, Daniel Abegg, Elise v. Jonak, Anton v. Uhl, Lisette Hoenigfeld, J. Loewe, Gottfried August Lutteroth, Graf Castiglioni, Ignaz Schumann v. Mansegg, Rosina Haen, Charlotte v. Specht, Therese und Felix Gourcy, Catharina Chiappone, Elisabeth v. Henikstein, Joseph v. Henikstein, Gräfin Eleonora Hendl, Philip Salomon, Fanny v. Koerber, J. Mendelssohn u. v. a. - Innen tlw. etwas fleckig; mit umlaufendem Goldschnitt; Deckel etwas beschabt und bestoßen bzw. angeplatzt.