Wiener Stammbuchkassette mit eigenh. Albumblättern von Fanny Elßler, Franz Grillparzer, Johann Vesque von Püttlingen u. a. Wien. Zusammen 43 Bll. in einer dunkelroten Samtkassette der Zeit mit vier vergoldeten Messingbeschlägen und Moiréeseidenvorsätzen. Dreiseitiger Goldschnitt, roter Lederrücken. Qu.-gr.-8vo. Mit einer Beilage (s. u.).
9.500 €
(32720/BN26558)
Die insgesamt 33 Eintragungen - teils am Blatt selbst bzw. auf darauf montierten Albumblättern bzw. Briefen - stammen von den Dichtern und Schriftstellern Eduard von Bauernfeld, Ignaz Franz Castelli, Franz Grillparzer ("Was man den Kindern thut | Ist doppelt gut; | Weil im Erfolg, den Jeder sieht | Man ihre Ältern miterzieht"), Friedrich Halm (d. i. Freiherr von Münch-Bellinghausen), Paul Maria Lacroma, Heinrich Laube, Betty Paoli, Otto Prechtler und Moritz Gottlieb Saphir; den Gelehrten Helene von Druskowitz, Carl Helm, Ernst Pauer und Johann Emanuel Veith; dem Komponisten J.
Hoven (eigentlich Johann Vesque von Püttlingen, fünftaktiges Notenzitat mit dem unterlegten Text "und wäre nicht das Bißchen Liebe, so gäb' es nirgends einen Halt"); den Sängern Alois Ander und Emil Götze; den Schauspielern Marie Bayer-Bürck, Carl und Elisabeth Fichtner, Amalie Haizinger, Stella Hohenfels (eh. Namenszug), Carl von La Roche, Carl Lucas, Louise Neumann, Carl und Julie Rettich, Mathilde Wildauer, Charlotte Wolter und Zerline Würzburg (verh. Gabillon) sowie von der Tänzerin Fanny Elßler (Fragment). Eine Unterschrift von Kaiser Franz Joseph I. ist einmontiert. Abgerundet wird die hübsche Kassette durch eine Aquarellmalerei (sign. Franz Steinfeld, Flußlandschaft) und eine Ölmalerei (sign. "J. W.", Landschaftsdarstellung, Ecken defekt). - Beiliegend ein eh. Brief mit U. von Ignaz Franz Castelli (dat. Wien, 25. III. 1864)..
Stammbuch des Conrad Friedrich Daumiller (Daumüller) aus Nürnberg. Nürnberg, Altdorf, Jena u. a. O. Titel, 9 SS. Register und 290 Eintragungen auf zusammen 155 Bll. Rötlich gefärbtes Pergament der Zeit mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung. Qu.-8vo.
5.000 €
(72837/BN46905)
Hochinteressantes und dicht besetztes Studentenstammbuch mit zahlreichen, zum Teil galanten und erotischen Beiträgen, Gedichten etc. auf Deutsch, Latein und Französisch: "Ein Buch ein Freund ein Glas ein wol gebiltes Weib | Sind der Galanten Welt Vergnügter Zeitvertreib"; "Vivent les filles de quatre etages, | Jeunes, Belles, Riches, et Sages"; "Fällt un-gesundes Wetter ein, | So lachen die Doctores. | In Jena sollen Jungfern sein? | O tempora o mores!"; "In Jena giebts keine Jungfer mehr, | Es sey denn eine Fremde"; "Der Priester Fluch, | Der Juristen Buch | Und das Ding unter dem Schürztuch: | Diese drey Geschirr | Machen die ganze Welt irr"; "Ein Mädgen Zehn Tausend reich, | An Thalern, nicht an Flöhen; | Soll diese Viertelstunde gleich | Mit mir zu Bette gehen"; "Ein Mädgen und ein Orgelwerk, | So fern ich dieses recht bemerck, | Vergleichen sich in Vielem: | Denn Beide muß man mit Bedacht, | Sowohl bei Tag als wie bei Nacht, | befingern und bespielen".
Ferner fromme Sprüche, Zitate nach Klassikern und zeitgenössischen Dichtern (Gellert, Lessing) etc. - Conrad Friedrich Daumiller (Daumüller) stammte aus Nürnberg, studierte Theologie in Altdorf und Jena und starb bereits sehr jung 1761 als Predigtamtskandidat im Karmeliterkloster in Nürnberg. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar besitzt ein weiteres Stammbuch Daumillers mit ähnlicher Laufzeit, aber lediglich 28 Eintragungen (Stb 318; aus der Auktion Nürnberg 1811; vgl. Karlheinz Goldmann, Nürnberger und Altdorfer Stammbücher aus vier Jahrhunderten, Nürnberg 1981, Nr. 376). - Wenige Blätter in alter Zeit entfernt..
Stammbuch der Christiane Erdmuthe von Beust. Gräfendorf, Halle, Hummelshain, Kospoda, Kriegstädt, Langenorla, Lauchstädt, Leubsdorf, Naschhau. 107 Bll. mit 9 Aquarellen, 2 Kupferstichen, 1 Seidenstickerei und 66 Eintragungen (davon 2 von der Stammbuchhalterin). Hellgrüner Moireeseidenbezug der Zeit mit goldgepr. Rücken- und Deckelfileten. Qu.-8vo.
950 €
(73267/BN47635)
Hübsches Stammbuch mit Einträgen von u. a. einigen Mitgliedern der Familie Beust, darunter der Vater der Stammbuchhalterin Karl Kasimir (1734-1815), weiters ihre Mutter Wilhelmine, ihre Tante Juliana Elisabeth, geb. Gräfin Bünau, ihr Onkel Gustav Leopold, ein weiterer Onkel namens Heinrich Adolph, ihre Vettern Karl Gustav (20. I. 1789) und Wilhelm (17. VIII. 1791), Traugott, Carl und Auguste von Beust (24. VII. 1791) sowie eine (aber nicht die) Charlotte von Stein (8. I. 1791) und eine Marianne von Stein (25.
IX. 1789). - Unter den insgesamt sehr hübschen Illustrationen sticht insbesondere eine besonders sorgfältig mit verschiedenfärbigen Fäden ausgeführte Seidenstickerei ins Auge. Christiane von Beust heiratete bald nach 1802 den Leutnant und Schwarzburgischen Edukationsrat Karl Wilhelm Gotthilf von Röntsch. - Der Einband an Rücken, Gelenken und Kanten etwas berieben; innen annähernd tadellos..
Leere Stammbuchkassette. O. O. Pappband der Zeit mit ockerfarbenem Samtbezug. Buntpapierschnitt. Deckel mit ovaler Metallapplikation. Qu.-8vo.
300 €
(73831/BN47715)
Album amicorum des Johann Friedrich Ludwig Sahl (1765-1814). Überwiegend Buchsweiler/Elsass (38); ferner Pirmasens (8), Braunfels (6), Tournay (5), Cloppenburg. (5), 135 (statt 146) Bll. mit 110 Einträgen (davon 87 im Register verzeichnet). Originaler blau marmorierter Pappband (berieben und bestoßen). Dreiseitiger Rotschnitt. Qu.-8vo (ca. 180 x 103 mm).
8.500 €
(76511/BN49346)
J. F. L. Sahl war Sohn des fürstlichen Lustgärtners Johannes Lorenz Sahl aus dem Hofgärtnergeschlecht Sahl in Gotha; der Onkel Johann Conrad Sahl (1744-88) war ab 1762 Obergärtner zu Gotha. Die Eintragungen reflektieren die Lebensstationen der Familie in den Jahren kurz vor der revolutionsbedingten Vertreibung aus Buchsweiler (Unterelsass) im Jahre 1793 und Sahls anschließenden Jahren als Kanzlist bei der Provisorischen Regierung in Pirmasens (bis 1794) sowie als Kassensekretär bei der Hessischen Brigade in den Niederlanden (ab 1794-95).
- Am 9. Jänner 1792 widmet der landgräfliche Archivar Christian Carl Kuder (1757-1820) Sahl das Wort: "Wo es uns wol gehet, da sey unser Vaterland" (7r); am Folgetag schreibt sich Magdalena Sophia Pfersdorff (1734-99) ein, Mutter des elsässischen Dichters und Wieland-Freundes Karl Friedrich Kasimir Pfersdorff (1769-1847) und über ihren Mann mit der Familie Händels verwandt: "Die Tugend dienst sich selbst zum Lohn / Sie ists allein die uns erhöht / Und der hat mehr als eine Kron / Der sie verdient und nie verschmäht" (16r). Drei Tage später wiederum schreibt sich Sahls Schwester Louise ein: "Sei Edel und gut, so wirst Du auch glüklich sein" (26v). Louise sollte 1794 Johann Conrad Sckell (1768-1834) heiraten, den späteren Hofgärtner in Belvedere, und wurde so Mutter des Dornburger Hofgärtners Karl August Sckell, der für Goethe den Weimarer Gingkobaum pflanzte und dessen Gespräche mit Goethe in dessen Tagebüchern verewigt sind. - "Freund! Der Mann mit edler Seele / ist ein Engel in der Welt, / er sey König oder zähle / sein erbettelt Kupfergeld" (55r), schreibt am 2. Juli 1794 in Antwerpen der Theologe Friedrich Ludwig Lichtenberg (1770-1846), Großneffe von Georg Christoph Lichtenberg, in Sahls Stammbuch. Am 10. September trägt sich der jungverstorbene Lichtenberg-Freund Friedrich Bechstatt (1775-99) ein: "Der Freundschaft heiliges Band trennt ewiges Nichtsseyn nur" (8v). Die undatierte Widmung "Die Wahrheit ist dem Biedermann das Heiligste, Schmeichelei und kriechende Gefälligkeit sind seiner Natur zuwider" (39r) stammt von Daniel Gottlieb Auber (1784-1835), Schwiegervater der Amalie Buff, einer Nichte der Charlotte Buff, die Goethe die Vorlage zur "Lotte" im Werther lieferte. Weiters zu nennen sind auch der elsässische Radierer, Maler und Sammler Friedrich Koch (1771-1832, 139v), der Generalstabsarzt Georg Friedrich Reuling (1739-99, 60r) sowie der Theologe und Schriftsteller Friedrich Ludwig Textor (1765-1822): "Menschenliebe ist besser, als Orthodoxie" (54r). - Der Großteil der Einträge sind in deutscher, sechs in französischer, zwei in niederländischer und drei in lateinischer Sprache abgefasst. Eingetragen haben sich neben den Honoratioren von Buchsweiler, Freunden und Kollegen im Verlauf der jahrelangen Feldzüge auch viele Offiziere der hessischen Truppen, aber auch Kaufleute, Schiffer und Kellermeister der besuchten Orte, daneben eine Reihe von Geistlichen. Beachtlich sind insbesondere die Bezüge zu Georg Lichtenberg und den Sckells, die im Goetheschen Kosmos eine feste Stelle haben. Insgesamt erzählt das Stammbuch eine Vertreibungsgeschichte: die Einträge 1792 in Buchsweiler künden von der noch heilen Welt des Zentrums Hanau-Lichtenbergischer Herrlichkeit vor der Vertreibung durch die französischen Revolutionstruppen, die weiteren Einträge von den kriegsbedingten Ortsveränderungen und Sozialkontakten in den Folgejahren. Ein kulturgeschichtliches Dokument..
Album amicorum der Friederike Sophie Mielcke, geb. von Hamilton (1786 - nach 1832). Zumeist Königsberg; ferner Woplaucken, Rastenburg, Ragnitz, Rosendahl, Wolk, Wilkam, Queden, Parts. (82) Bll. mit 87 Einträgen und 16 Illustrationen (Blumenaquarelle, Urnen- und Ruinenszenen in Aquarell und Bleistift, Pflanzenblätter und Sphinx aus Seide etc.). Lederband der Zeit mit goldgepr. Verzierungen. Buntpapiervorsätze. Dreiseitiger Goldschnitt. .
5.000 €
(76512/BN49347)
Schönes ostpreußisches Freundschaftsalbum des frühen 19. Jahrhunderts, überwiegend von Damenhand verfasst, mit Einträgen aus den Familien Goltz, Trenck, Quooß, Schenk von Tautenburg, Schönermarck, Lebbin etc. Die Eignerin Friederike Mielcke war die Tochter des preußischen Generalmajors Ernst Wilhelm von Hamilton (1744-1811), ab 1814 verheiratet mit dem späteren kgl. Geheimen Regierungsrat August Gottfried Mielcke (1774-1837). Alle Einträge bis auf neun entstanden in der Zeit vor ihrer Eheschließung 1814, in erster Linie in Königsberg, und spiegeln das soldatische Umfeld der Generalstochter wider (mit Einträgen mehrerer Generale und sonstiger Stabsoffiziere sowie vieler Generalstöchter).
Der prominenteste Einträger ist wohl der preußische Generalmajor Johann Friedrich von Herrmann (1739-1818), der mit seiner berühmt gewordenen Rede ("Preußen oder Tod!") bei der französischen Belagerung der Festung Pillau seine Offiziere auf den eigenen Sarg schwören ließ. Hier trägt er sich am 6. Nov. 1812, knapp 73-jährig, mit dem Vierzeiler ein: "Das Glück soll Dir an jedem Morgen / Der Freundschaft schönste Rosen streun, / Und niemals müßen finstre Sorgen / Beherrscher Deines Hertzens seyn." Friederikes Vater hat sich am 22. Oktober 1806 eingetragen, nur wenige Monate vor seiner schweren Verwundung in der Schlacht bei Preußisch Eylau: "Gott selbst hat Dir Dein Loos beschieden: / nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. / Erfülle jede Pflicht zufrieden, / die sie mit diesem Loos verband. // Bey allen vorkommenden Begebenheiten Deines Lebens erinnere Dich Deines aufrichtig liebenden Vaters." Unter den zahlreichen, fast ausschließlich von weiblicher Hand beigetragenen Illustrationen ragt die aus Seide gestickte ägyptische Szene hervor, die Ernestine Philippine Pascha (1787-1854), Tochter des Königsberger Handelsmanns Carl Friedrich Pascha, am 12. April 1803 in Anspielung auf ihren orientalisierenden Familiennamen beigesteuert hat: Die Sphinx von Gizeh vor der Großen Pyramide, im Schatten von Palmen. Doch auch die konventionelleren Urnen- und Blumenaquarelle sowie die aus grüner Seide ausgeschnittenen und einmontierten Pflanzenblätter sind mit Sorgfalt und Talent ausgeführt. - Die Einträge gewähren einen Blick auf die gesellschaftlichen Verbindungen zu einer Vielzahl von Angehörigen namhafter Offiziersfamilien und deren vielfältigen verwandschaftlichen Beziehungen untereinander. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Stammbuchhalterin selbst keinen Offizier heiratete, sondern einen Juristen. Dessen Vater Daniel Friedrich Mielcke (1739-1818), sein Onkel Christian Gottlieb Mielcke (1733-1807) und Großvater Peter Gottlieb Mielcke (1692-1753) waren im 18. Jahrhundert "an der aktiven Gestaltung des Kulturlebens Ostpreußens beteiligt und haben deutliche Spuren in der litauischen Literaturgeschichte" hinterlassen (Zavinta Sidabraite, Neue Fakten zur Biographie von Christian Gottlieb Mielcke). - Ein Blatt anscheinend herausgerissen, sonst durchwegs wohlerhalten und mit teils besonders reizvollem Illustrationsmaterial..
Album amicorum des Johann Georg Schlupper (1729/30-1809). Meist Bayreuth, aber auch Münchberg, Hof, Stockenroth, Oberkotzau, Sparneck, Liebstadt, Erlangen u. 117 Blatt, davon etliche leer, etwa 12 Blatt alt entfernt. Brauner Original-Lederband (beschabt, Rücken mit kleinen Fehlstellen, Innengelenke gebrochen) mit überaus reicher Rücken- und Deckelvergoldung sowie Buntpapiervorsätzen und Goldschnitt, Innendecke.
9.500 €
(79123/BN51033)
Stammbuch von Johann Georg Schlupper aus Münchberg, in verschiedenen Diensten des Markgrafen von Bayreuth. Als bemerkenswerteste Beiträger dieses rund 100 Einträge umfassenden Albums sind die drei Kleinknecht-Brüder zu erwähnen, die sich allesamt in Bayreuth und darüber hinaus als Musiker einen Namen gemacht haben. Allen voran Jacob Friedrich Kleinknecht (1722-94), der sich hier mit einer kleinen Notenhandschrift verewigt hat (dat. Bayreuth, 3. IV. 1757). Kleinknecht wurde 1743 Flötist, später Violinist der Bayreuther Hofkapelle.
1748 erschienen erste Kompositionen von ihm im Druck, später wurde er Hofkomponist und 1764 Musikdirektor der Bayreuther Hofkapelle. Auch seine beiden Brüder Johann Wolfgang Kleinknecht (1715-86) und Johann Stephan Kleinknecht (1731-1806), ebenfalls Musiker an den Höfen von Bayreuth und Ansbach, lieferten jeweils einen Eintrag (ebenfalls 1757). Des weiteren sind zu nennen: Johann Adam Ludwig Wezel (1736-1808), Hofmeister zu Bayreuth, Bibliothekar zu Ansbach; Gottlieb Friedrich Wilhelm Wezel (1738 - nach 1800), kgl. Preußischer Kriegsrat, Kammersekretär zu Bayreuth; Johann Daniel Wezel, Justiz- und Polizeidirektor zu Aisch; Johann Andreas Lübeck (1723-82), Verlagsbuchhändler in Bayreuth; Ferdinand Heinrich Frenzel (1723-64), Pfarrer zu Weißdorf und Schriftsteller; Andreas Nicolaus Funk (1699-1758), Pfarrer in Ahrenberg; Georg Wolfgang Fischer, Postbeamter in Bayreuth; Johann Benedict Scholler, Militär, Stadt- und Landphysikus in Bayreuth; Johann Wilhelm Hofmann, Kammerkanzlist und Kopist zu Bayreuth. - Mitunter leicht gebräunt und fleckig, teils leicht gelockert. Höchst interessantes Forschungsobjekt zur Geschichte des Bayreuther Hofes mit Notenautograph von Jacob Friedrich Kleinknecht..
Stammbuch mit ca. 35 Eintragungen in meist lateinischer, selten deutscher und griechischer Handschrift auf Papier. Jena, Gießen, Minden Berlin, Leipzig, Wittenberg u. a. O. Zusammen ca. 47 SS. auf 215 Bll. (davon 221 Bll. foliiert, es fehlen die Bll. 3-5, 82 und 215-216). Mit 5 kleineren und 5 ganzseitigen Aquarell- oder Deckfarbenillustrationen, 1 Rötelzeichnung und 6 montierten Kupferstichen (vorwiegend rund beschnittene E.
4.500 €
(80900/BN52791)
Die Einträge stammen u. a. von Landgraf Franz Ernst von Hessen-Darmstadt, von Bernhard Pflugk (1637-1716), dem Geheimen Rat und Hofmarschall des Herzogs Moritz Wilhelm von Sachsen, von einem Hans Gottfried von Seltzer, einem G. F. v. Schlegel, von Graf Ferdinand Maximilian von Ysenburg-Büdingen, von dem kgl. preußischen Kommandanten von Minden Stephan Matthaeus du Vulson, von dem kgl. preußischen Geheimrat Georg Heinrich von Borcke (Vater des späteren Präsidenten der Kriegs- und Domänenkammern in Minden und Kleve, Friedrich Wilhelm von Borcke), von dem kgl.
polnischen und kurfürstlich-sächsischen Offizier und General Ernst Mathias von Borcke (1646-1728, zuletzt Gouverneur von Dresden im Rang eines Generalleutnants), von dem kgl. preußischen Regierungsrat zu Minden Pierre de Remy (gen. von Montigny), von Hermann Pörtner, von Johann Christoph Scheider (1681-1713), der einige Monate nach seiner Eintragung (Leipzig, 20. V. 1710) die erste "Professur für Chymie" an der Universität Leipzig antreten sollte, von dem Leipziger Kammerrat und Abgeordneten Christian Friedrich Gerhardt, von Johann Adolph Jauch (dem späteren Stadtphysikus in Torgau, 1690-1742), von dem Juristen und späteren Reichshofrat in Wien Nikolaus Christoph Lyncker (1643-1726), von Georg Bömches, Theodor Stein, dem Theologen und Hebraisten Albrecht Joachim von Krakewitz (1674-1732), von dem Mediziner Johann Gabriel Rudolphi, von dem Hofprediger Albert Fiedler Knopf (1665-1715), von Hans Christoph von Koschembahr und Skorkau, von dem Ingenieur Johann Benedict Fritzsch sowie von Ernst Ludwig von Gemmingen (1685-1743, später Geheimrat, Regierungs- und Konsistorialpräsident sowie Hofrichter am Gesamthofgericht in Marburg). - Unter den Bildbeiträgen finden sich allegorische und natürliche Landschaften, ein symbolischer Brunnen und Ofen, ein Gärtner, das Trompe-l'oeil eines ausgerissenen Kalender-Papierstücks, drei Wappenbilder, ein fliegender Putto und eine "Fortuna"; die Rötelzeichnung mit Personifizierung einer Tugend. - Am Beginn 6 SS. mit Eintragungen in der Art von Geburtenbüchern aus den Jahren 1713 bis 1771. Papierbedingt stärker gebräunt und teilweise etwas fleckig, Einband fachmännisch restauriert..
"Sacred to Friendship". Stammbuch mit 76 Einträgen in deutscher, französischer, englischer und lateinischer Handschrift auf Papier. Ankershagen, Brandenburg, Frankfurt/Oder, Tornow, Zappendorf etc. Qu.-8vo (165 x 92 mm). 113 Bll. mit 76 Einträgen. Mit 3 kleinen und 6 blattgroßen Aquarellen. Cremefarbener Satineinband der Zeit mit feiner farbiger Seidenstickerei auf beiden Deckeln, der Vorderdeckel mit kleinem aufgeklebtem koloriertem Aquarell auf Pa.
2.500 €
(88174/BN53607)
Reizendes blumiges Freundschaftsalbum mit vielen Einträgen von diversen Mitgliedern der Adelsfamilien Brandenstein, Buch, Bülow, Buddenbrock, Delagarde, Itzenplitz, Maltzahn, Möllendorff, Oertzen, Schack, Schulenburg u. v. a. Der Titel mit hübscher floraler Aquarellbordüre. Unter den Aquarellen die Ansicht eines runden Turms auf einer Insel, eine Meerlandschaft mit Inseln, Segelschiff und Angler sowie Freundschaftsbilder im Stil eines Denkmals und schmückende Blumenarrangements (davon eines montiert).
- Bei einem Eintrag das obere Drittel ausgeschnitten (kein Textverlust). Das Gegenblatt des Titels mit hs. Widmung und U. eines Fritz Bamberger (22. V. 1933) an eine Frau Edith Bing. Einige Bll. nahe am Bug entfernt, einige montiert. Der rosafarbene Satinbezug der Vorsätze stellenweise etwas fleckig. Einband stärker berieben, Satin an Kanten und Deckelrändern zerschlissen, am Rücken nicht mehr vorhanden, der Rücken etwas lädiert, Papiervignette im Rund stärker gebräunt. Der Schuber stärker berieben und bestoßen. Innen frisch, teilweise leicht fleckig..
"Denckmal der Freundschaft". Stammbuch des J. C. Böricke. Naumburg, Leipzig, Chemnitz, Schulpforta. Handschrift auf Papier. Qu.-8vo. (191 x 109 mm). Zus. ca. 77 SS. auf 78 Bll. mit 61 Einträgen. Hs. paginiert. (2), 5-46, 49-138, 141-149 (recte 148), 149-150, 150a, 150b, 151-153, (8) SS. Mit 6 Aquarellen (davon 5 ganzseitig), 1 Tuschefeder- und Pinselzei.
800 €
(88176/BN53610)
Freundschaftsalbum mit vielen deutschen und wenigen französischen Einträgen. Zu Beginn einmontiert das Titelaquarell mit U. Börickes, das ein Freundschaftsdenkmal in einer Flusslandschaft zeigt. Einträge von C. Althans aus Mücheln, C. F. Bretschneider, Martin Heinrich Eckardt aus Kolberg, W. Germar aus Glauchau (Naumburg 1804), Carl Hahn, Joseph Keylwerth aus Graslitz in Böhmen (mit dem Spruch "Unzufriedenheit ist das Merkmal eines kranken Hertzens [...]"), Heinrich Klipsch aus Frankenhausen, Karl Kölbel aus Friedberg, Christian Knüpfer "aus Wettwitz bey Neustadt an der Orla", Carl Christian Overweg (Naumburg, 8.
I. 1801), Henriette Dorothea Palm aus Hamburg, Friedrich August Seyfert, Johann Baptist Wilhelm Weymann aus Greußen u. v. a., meist von der Hand Naumburger Freunde und Verwandte. - Unter den Illustrationen eine hübsch aquarellierte Rose mit Vergissmeinnicht, zwei Denkmale der Freundschaft (eines monogrammiert "L.R."), eine etwas grobe Seidenstickerei (Deckelvase auf einem Podest) sowie eine feinere Arbeit mit Blick auf eine Windmühle (dazu ein Eintrag von Wilhelmine Döring) und zwei Flusslandschaften mit Brücken und Ruinen. Außerdem eine talentierte Tuschpinselzeichnung mit einem kleinen Tempel in einer Parkanlage, am Gegenblatt der Eintrag von Johann Heinrich Döring (Leipzig, 3. IX. 1801). Die kleine Silhouette gehört zu "Deiner Dich zärtlich liebenden Tante Friederike Ritter geb. Böricke", und ein Eintrag ist mit einem ins Papier eingewobenen Seidenband umgeben. - Die letzten 8 SS. mit alphabetischem Register. Einige Bll. montiert und einige am Bug herausgetrennt. Innen kaum fleckig und frisch. Der Einband leicht berieben und bestoßen, die Gelenke etwas brüchig. Rücken lose..
Stammbuch des Franz Heinrich Fischer (1774-1827). Jena, Nordhausen, Gera, Zorge, Bercka, Erfurt, Kleinfahrner. 134 Einträge. Lose Blätter mit allseitigem Goldschnitt in goldgepr. Ledermappe der Zeit mit Buntpapierspiegel, goldgepr. Rücken mit Rückenschildchen "Denkmale der Freundschaf[t]". Qu.-8vo. In stärker lädiertem Pappschuber.
3.500 €
(82619/BN53821)
Hübsches Freundschaftsalbum des kgl. preußischen Justizkommissars in Nordhausen Franz Heinrich Fischer. Unter den Einträgern befindet sich Paul Johann Anselm von Feuerbach (1775-1833), Begründer der modernen deutschen Strafrechtslehre. Die vom 18-Jährigen gewählte Sentenz ("Lern besitzen und entbehren [...]") entstammt dem Gedicht "Menschenschicksal" des Professors der Staatswissenschaften in Göttingen, Sartorius von Waltershausen (1766-1828). Weitere nennenswerte Einträge stammen von Justus Christian Ludwig v. Schellwitz (1735-97), Justus Christian Hennings (1731-1815), Friedrich Carl Ludwig Sickler ("Vetter") etc.
Stammbuch des G. L. Fabri. Halle, Oels, Breslau, Berlin, Bernstadt, Leipzig, Festenberg und Schmollen. Deutsche, französische, griechische, lateinische und englische Handschrift auf Papier. 114 Bll. mit ca. 170 Einträgen. Mit eingebundener Gouache auf Seide sowie 2 Aquarellen, 5 Federzeichnungen und 3 Bleistiftzeichnungen. In reich geprägtem hellbraunem Pe.
4.500 €
(82834/BN54177)
Spannendes Stammbuch eines Schülers des berühmten Oelser Gymnasiums, der 1777 zum Studium nach Halle ging. Ein vierseitiges Gedicht, das wohl aus der Hand des Besitzers stammt, thematisiert den schweren Abschied aus Oels und begründet das Stammbuch: "Schreibt izt, um zur Erinnerung euren Namen mir zu schenken". - Fabri, wie der Besitzer in zumindest zwei Einträgen angesprochen wird, wurde reich beschenkt. Mit Ephraim Gotthold Dominici (1744-1809) und Karl Ehrenfried Günther (1757-1826) sind zwei Rektoren des Gymnasiums vertreten, wobei Dominici ab 1776 die Schule leitete und Günther ein Mitschüler Fabris war.
Ebenfalls in Oels trugen sich der Theologe Richard Gottlob Reiber (1744-1809), der Lehrer Karl Wilhelm Chlebus (1756-1820), Christian Heinrich von Warnery (1763-1818), jüngster Sohn des Husarengenerals und Militärtheoretikers Charles-Emmanuel de Warnery, Graf Heinrich Friedrich von Logau und Altendorf, sowie Mitglieder der Adelshäuser Dyhrn, Ferentheil, Guttschreiber sowie Solms und Tecklenburg ein. - Die prominentesten Beiträge stammen aus der Studienzeit Fabris, ganz besonders hervorzuheben ist der große Chemiker und Erfinder des Rübenzuckers Franz Carl Achard (1753-1819). Achard trug sich am 30. Dezember 1779 in Berlin mit dem schönen Motto "Finis coronat opus" ein. Ebenfalls in Berlin verewigte sich der bedeutende Botaniker und Arzt Johann Gottlieb Gleditsch (1714-86). Der einzige datierte Eintrag aus Leipzig, vom 14. Mai 1779, stammt von dem Logikprofessor, Dichter und Philosophen Christian August Clodius (1737-84). Ohne Ort und Datum kommt der Eintrag des in Leipzig wirkenden Historikers, Ethnologen und Staatswissenschaftlers Gottfried August Arndt (1748-1819) aus. - Aus Halle, dem häufigsten Eintragungsort, sind der spätere Rektor der evangelischen Schule Landshut Christian Gottlieb Glauber (1755-1804), der preußische Kriegs- und Obergerichtsrat Ludwig Daniel Le Coq (1756-1816), ein nicht identifiziertes Mitglied der Familie von Münchhausen, der Pädagoge und Theologe Johann Christoph Neide (1756-1836), der Botaniker Albrecht Wilhelm Roth (1757-1834), der in Halle Medizin studierte, der Philosophieprofessor und frühe Kant-Apologet Christian Gottfried Schütz (1747-1832) und der Jurist August Christian Wilmanns (1757-1839) hervorzuheben. Ein ebenfalls in Halle am 25. September 1779 verfasster Eintrag des Beamten und Botanikers Friedrich Wilhelm von Leysser (1731-1815) mit einem Zitat aus Plinius' Naturgeschichte findet sich im beiliegenden Heft. - Unter den Einträgen aus Breslau sticht jener des königlich preußischen Hof- und Kriminalrats Johann Jacob von Wunster (1753-1809) hervor. Neben Einträgen von Mitschülern, Kommilitonen und Professoren finden sich auch zahlreiche Einträge von Frauen, meist die Ehefrauen von Einträgern, etwa Anna Henriette Schütz, geb. Danovius, Christina Sophia von Leysser und Christiane Eleonore von Wunster, geb. Bornagius von Bornack. Auch mehrere Mitglieder der preußischen Husarenregimenter Podjursky und Somogyi verewigten sich im Stammbuch. Unter den schönen Illustrationen sind hervorzuheben eine ausfaltbare aquarellierte Ansicht von Frankfurt a. d. Oder ("C. G. Jachmann, Siles[us] ad vivum pinxit 1777, d[ie] 2. Mart[ii]"), eine schöne Landschaftsdarstellung in roter Tinte eines Moritz Gebhard, die lavierte, ausfaltbare Federzeichnung eines wissenschaftlichen Instruments in einer Rocaille, signiert "Schmidt", eine in Bleistift ausgeführte Ansicht von Oels, ein aquarellierter Putto mit Füllhorn sowie die ungewöhnliche Gouache auf Seide mit Büsten des Horaz, des Anakreon und der Sappho. Eine ursprünglich eingeklebte Federzeichnung einer Dorfstraße des nicht identifizierten Grafen von Solms und Tecklenburg ist lose. - Die alte Paginierung und das Verzeichnis sind unvollständig und fehlerhaft, einige Seiten wurden wohl entfernt. Vereinzelte Seiten leicht brüchig und mit Seiteneinrissen, die ausfaltbare Zeichnung der Rocaille mit mehreren Ein- und Ausrissen ohne Bildberührung. Minimal braun- und stockfleckig..
Stammbuch des Johann Gotthelf Herrmann (1740-1811). Leipzig, Dresden, Dippoldiswalde, Wolkenstein, Hainichen, Cämmerswalde, Clausnitz u. a. O. Qu.-8vo. 163 Einträge auf zus. 248 SS. (davon 2 nicht paginiert, 71 weiß). Mit reicher Titelillustration, 7 ganzseitigen, 3 halbseitigen und zwei kleinen Aquarellen, 5 montierten und kolorierten Druckgraphiken (davon eine Collage) sowie drei Musikzitaten.
8.500 €
(86111/BN56993)
Album mit außergewöhnlich schönen Pinselzeichnungen und kalligraphischen Gestaltungen, die einige der in französischer, deutscher und lateinischer Sprache verfassten Einträge schmücken. Der Stammbuchhalter J. G. Herrmann legte dieses Büchlein gegen Ende seines Besuchs der Kreuzschule in Dresden an und führte es während des Studiums in Leipzig sowie in den ersten Jahren seiner Berufstätigkeit fort. Drei Einträge entstanden erst nach 1800. - Sicherlich am bedeutendsten ist der Eintrag des Dresdner Hofjuweliers Johann Christian Neuber (1736-1808), der sich - sehr selten - mit einer feinen Zeichnung verewigte.
Hervorzuheben sind auch Einträge von bekannt gewordenen Söhnen des langjährigen Bürgermeisters von Dresden, Christian Weinlig, namentlich der spätere Komponist und Kreuzkantor Christian Ehregott Weinlig (1743-1813), der Architekt und Oberbauamtszahlmeister Christian Traugott Weinlig (1739-99), der Pharmazeut Christian Gottlob Weinlig (1730-99) und der Geistliche Christian Gotthard Weinlig (1746-79). Weiters finden sich Beiträge von Johann Friedrich Moebius, dem "Peruquier" Gottlieb Dienemann, dem Komponisten Johann Christian Fischer, dem Physiker Christlieb Benedikt Funk[e] (1736-86), dem Organisten der Wenzelskirche in Naumburg Johann Friedrich Graebner (1714-94), dem Pfarrer Johann Gottlieb Holfert (1740-1818), dem Philosophen und Gymnasiallehrer Daniel Gotthold Joseph Hübler (1734-1805), dem Rektor sowie sächsischen Juristen und Beamten in Dippoldiswalde Johann Gotthold Lessing, dem Geh. Kabinettsregistrator Carl Friedrich Lucius (1708-83), dem Stadtmusikus aus Mühlhausen Johann Christoph Poltermann, dem Leiter des von seinem Vater gegründeten Augustusbads in Radeburg Johann Christoph Seydel aus der bekannten Gärtnerfamilie, dem Chirurgen der Artillerie C. G. Wege sowie von Mitgliedern der Familien Facilides, Herrmann, Lechla, Lichtwer, Limmer, Linkge, Nehmitz, Preußner, von Roth, Sinz, Wollesky, Wunderlich u. v. a. m. Die Illustrationen zeigen allegorische Stillleben, Stadtansichten, eine Gartenansicht, römische Gottheiten (Diana, Juno und Hermes sowie Amor und Psyche), eine Darstellung von Hermann dem Cherusker ("der tapfere Held u. Retter Deutschlands") und Landschaften mit einer Schäferin und einem Liebespaar, zudem das kleine Trompe-l'oeil-Aquarell einer geknickten Blattecke. - Der Stammbucheigner, der aus Cämmerswalde gebürtige Jurist J. G. Herrmann, war ab ca. 1777 als Universalerbe seines Großvaters, des Kommissionsrates Karl Gottfried Schubardt, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf dem sächsischen Rittergut Porschnitz und folglich auch Rechtskonsulent und Gerichtsdirektor in Dresden. Er war der Sohn des Pfarrers in Cämmerswalde, Christian Herrmann (1681-1755), und der Rahel Charitas Schubardt (1697-1777) sowie Bruder des Pfarrers Christian Gotthold Herrmann (1734-92). Herrmann heiratete 1778 in Dresden die Witwe des Oberamtsadvokaten und Sekretärs bei der Oberamtsregierung August Gottfried Fiedler (1736-75), Christiane Eleonore, geb. Richter. - Zwei Seiten mit Spuren alter Montage. Die hs. Paginierung beginnt auf der Versoseite des Vorsatzblatts. Mit Besitzvermerk "Hans Moritz Herrmann" (Riesa 1917) und dessen Erläuterung zum Erhalt dieses Freundschaftsalbums..
Studentenalbum des Pál Jezowicz (Jeschovicz) mit 170 Einträgen. Sopron (Ödenburg), Tübingen, Stuttgart, Augsburg, Posen, Chemnitz, Iglau, Wien, Frankfurt/M. u. a. Ca. 176 SS. auf 210 Bll. Qu-8vo. (110:163 mm). Mit 2 Aquarellen. Vorwiegend in lateinischer Handschrift auf Papier. Schwarzer Lederband der Zeit mit goldgepr. Rücken und goldgepr. breiten Deckelbordüren mit Eckfleurons, Vorsätzen von Bronzefirnispapier un.
8.500 €
(87071/BN57437)
Umfangreiches, weitgereistes Freundschaftsalbum aus Ungarn mit sehr vielfältigen und unterschiedlichen Einträgen, u. a. von Wolfgang Richard Honorius von Auersperg, David Barányi, Gustav Friedrich Beer, Ernst und Viktor Bengel, Christian Ludwig Bilfinger, Johann Blasius, Jakob Bobor, Jakob Matthias Böhringer, Peter Bosnyák, Johann Ulrich Brastberger, Johann und Andreas Bubenka, Ludwig Heinrich Burry (1721-62, Diakon an der Barfüßerkirche in Augsburg und an der St.-Anna-Kirche), Georg Bernhard Canz, Johann Friedrich Cotta (1701-79), Johann Demian, Ludwig Rudolf Dobner, Leopold Ernst, Josef Richard Eutlhuber, Zacharias Falck, Ludwig Eberhard Fischer, sowie der Theologe Johann Philipp Fresenius (datiert 23.
VII. 1754), der 1748 Johann Caspar Goethe und Catharina Elisabeth Textor traute und am 29. VIII. 1749 ihren Sohn Johann Wolfgang taufte. Goethe schilderte Fresenius später als "einen sanften Mann von schönem, gefälligen Ansehen, welcher von seiner Gemeinde, ja, von der ganzen Stadt als ein exemplarischer Geistlicher und guter Kanzelredner verehrt ward" (Dichtung und Wahrheit [1811], Bd. I, S. 335). Ferner sind vertreten der Büchersammler und Jurist Friedrich Wilhelm Frommann (1707-87), Samuel Gazur, Justus Friedrich Goehrung, Georg Gregusch, Johann Friedrich Gross, Moritz Davis Harpprecht, der Theologe Samuel Hajnóczy (Vater des Jakobiners József Hajnóczy), Eberhard Friedrich Hellwag, Jakob Nikolaus Hesler, Daniel Hochholtzer, Wolfgang Friedrich Hochstetter, Johann Friedrich Karlhausen, Sigismund und Johann Samuel Kéler, C. F. Köstlin, Johann Lani (Lányi), Dániel Lehoczky, Johann Friedrich Märklin, Johann Matolai, Michael, Stephan und Matthias Meerwaldt, der Pfullinger Superintendent Gottlieb Immanuel Siegfried Metzger, Karl Stanislaus Mikoviny, Ferdinand Ludwig Mohl, Peter Albert Monincx, Philipp Samuel und Benedikt Wilhelm Münch, Ladislaus Padvan, Gottlieb Christoph Paulus, Johann Adam Paur, der Theologe, Universitätskanzler und hessisch-darmstädtische Generalsuperintendent Christoph Matthäus Pfaff (1686-1760), Michael Pfeiffer, Johann Christoph Eberhard Pichler, Matthias Purtzpichler, Georg und Franz Radvánszky, Fr. Ribiny, Gottlieb Friedrich Rößler, Magnus Friedrich Roos, Johann Ruffini, der Theologe und Tübinger Rektor Christoph Friedrich Sartorius (1701-85), Johann Matthias Schaden, Andreas Schmal, der Jurist und Staatswissenschaftler Heinrich Christian Senckenberg (1704-68), Johann Christian Serpilius, Johann Jakob Stäudlin, Emmerich Horváth Stansich "de Gradecz", Maximilian Friedrich Christoph Steinhofer, Christoph Theophil Stercz, Joseph Torkos (mit hebräisch-lateinischem Eintrag), Franz Tsúrak, Karl Türck von Türckenstein, Johann Konrad Wohlgemuth, und Johann. Zeller. Der aquarellierte Titel zu Beginn mit den Gedächtnispyramiden signiert "G. A. Roesler 1755". - Deckel mit kl. Schnitt- und Schabspuren, der Rücken etwas spröde. Zahlreiche Bll. in der Nähe des Bugs abgetrennt. Durchgehend leicht fleckig, ein Eintrag mit großem Tintenfleck, aber insgesamt sehr gut erhalten..
Gelehrten- und Studentenstammbuch des Joh. Zacharias Gottschick mit 132 Einträgen. Halle, Salzwedel, Poritz, Lüderitz, Henningen, Jävenitz, Stendhal, Badingen, Kalbe, Wollenrade u. 116 Bll. mit 132 Einträgen. Marmorierter Lederband der Zeit mit reicher Rückengoldprägung, goldgepr. ornamentalen Deckelbordüren mit Fileten, gepr. Stehkantenbordüre, dreiseitigem Goldschnitt und Marmorpapiervorsätzen. Qu.-8vo (136:250 mm).
7.500 €
(87072/BN57438)
Reichhaltiges Hallesches Gelehrtenalbum mit vielen lateinischen, deutschen, auch griechischen und wenigen hebräischen Einträgen, meist von arrivierten Professoren, Pfarrern, Predigern und Diakonen, darunter Heinrich Christian Alberti (17. III. 1758), J. C. Berlin (u. a. gleichen Namens), der Anatom Philipp Adolph Böhmer (1711-89, Leibarzt von Friedrich Wilhelm I. von Preußen), der Mediziner Andreas Elias Büchner (1701-69, Präsident der Leopoldina), der Orientalist und Theologe Johann Heinrich Callenberg (1694-1760), Gründer des Institutum Judaicum et Muhammedicum, später mit der Franckeschen Stiftung vereinigt), die Juristen Johann Tobias Carrach (1702-75) und sein Sohn Johann Philipp Carrach (1730 - nach 1781), Nicolaus Heinrich und Johann Joachim Carssow, "Paul Louis Chrysander né a Salzwedel", der Theologe Christian Albrecht Döderlein (1714-89, Gründungsrektor der Friedrichs-Universität Bützow), der Arzt und Theologe Johann Peter Eberhard (1727-79), Johann Just von Einem (Kloster Bergen, 11.
IV. 1758), der Philosoph Friedrich Wilhelm Ellenberg (von Zinnendorf), der 1759 eine Deutsche Gesellschaft in Halle gegründet haben soll, der Pfarrer August Richard Eulhardt, der Jurist und Direktor der Universität Halle Johann Ernst von Floercke (1695-1762), der Theologe und Pädagoge Gotthilf August Francke (1696-1769), der Theologe und Direktor der Franckeschen Stiftungen Gottlieb Anastasius Freylinghausen (1719-85), Johann David Gensike (18. III. 1758), mehrere Mitglieder der Familie Hindenburg, Friedrich Hoffmann (Halle, 12. III. 1758), der Jurist, Historiker und Numismatiker Johann Friedrich Joachim (1713-67), der Arzt und Chemiker Johann Juncker (1679-1759, führend in der pietistischen Reformbewegung der Medizin), J. G. Knapp, der Astronom und Mathematiker Ernst Friedrich Knorre (1759-1810), der Mathematiker, Dichter und Mineraloge Johann Joachim Lange (1699-1765), der Historiker und Jurist Samuel Lenz (1886-1776), Samuel Christoph Lietzmann ("Prediger zu Plau im Mecklenbg."), Johann Simon Lindinger (1723-83), der Philosoph Georg Friedrich Meier (1718-77), der Orientalist und Theologe Christian Benedikt Michaelis (1680-1764), der bedeutende Jurist Daniel Nettelbladt (1719-91, Primarius und Praeses der juristischen Fakultät der Universität Halle) sowie etliche andere. - Sehr gepflegtes, gut erhaltenes Album aus der Autographensammlung des Gotthilf Sebastian Rötger mit seinen hs. Ergänzungen, meist in rostroter Tinte..
Studentenstammbuch des Philipp Eberhard Clausing. Jena, Augsburg, Dresden, Leipzig, Hannover, Gotha, Rothenburg o. d. T., Osnabrück , Sponheim, Schw. Qu.-4to (206 x 142 mm). Meist deutsche und französische sowie lateinische und selten griechische Handschrift auf Papier. Ca. 300 Einträge auf zus. 428 SS.: 1-18, 21-52, 55-84, 87-88, 93-222, 225-252, 255-306, 309-318, 321-358, 361-368, 371-402, 405-431, (.
9.500 €
(87073/BN57439)
Sehr umfangreiches, wichtiges Jenaer Studentenstammbuch, illustriert mit drei sorgfältig ausgeführten Gouachen. Das von "Freund und Bruder" G. Fr. Hoechstetter "A. S. C. Windshemio" dem Eigner zugedachte Album enthält eine große Zahl aus ganz Deutschland, von Waldeck bis Lübeck, stammenden Einträgen, meist zum Thema Freundschaft und Liebe, wie jener eines gewissen A. J. P. Weis: "Seit die Götter mir ein Mädchen gaben / Muß ich ganz und gar vergehn, / Seh ich es, vor Zärtlichkeit, / Seh ichs nicht, vor Herzeleid.
/ Ewig wünscht ich es zu sehen, / Oder nie gesehn zu haben [...]" (S. 35). In weitere Beiträgen vertreten sind: der Silhouetteur Johann Friedrich Anthing, Johann Christoph Bezold, Biedenweg, K. L. Birkel von Buchwaldt aus Hollstein, Fr. Buddeus, J. L. Cramer, D. Cruse, Karl Baron Eckbrecht von Dürckheim (pfälzisch-elsässischer Uradel), Karl Friedrich Eichhorn, der Theologe Johann Philipp Gabler (1753-1826), Johann Paul Ludwig Gehring, der protestantische Theologe Martin Hamaliar, G. G. Harder, Johann Christoph Hartung aus der Grafschaft Limburg, L. W. J. Hülshoff, Bernhard Gottlieb Huldreich von Hellfeld (1759-1788), der Moralphilosoph und Aufklärer Justus Christian Hennings (1731-1815), J. P. von Hinckeley, G. F. B. Höchstetter, C. L. Jacobi, der spätere Sachsen-Coburgische Landschaftsdirektor Christian Ferdinand Frh. von Könitz, der Mediziner Christian Loeber, Georg Marienburg, J. F. Meermann, A. Ch. Niehaus, G. Ohmstede, C. C. von der Osten ("Hannoveranus"), Wilhelm Pollich, F. W. von Prangen, Christian. Jakob Rambusch, Leberecht von Rath, der Jurist und Syndikus der Universität sowie Hofgerichtsrat und Professor der Rechte Johann August Reichardt (1741-1808), L. L. Ribbentrop aus der Grafschaft Lippe, J. Fr. Rosenbusch, "V. H. Salfeldt de Quedlinbourg", der Rechtswissenschaftler Heinrich Gottfried Scheidemantel, H. C. A. von Schoenfels, F. C. Severin aus Waldeck, Johann Ernst Simler, Michael Stephan aus Siebenbürgen, Julius Dietrich Tannen (studierte 1770-74 in Jena), der Rhetoriker und Philologe sowie Geologe Johann Ernst Immanuel Walch (1725-78), der Rektor der Universität Karl Friedrich Walch, der Quedlinburger Theologe und später in Halle (Saale) tätige Georg Christian Westphal (1752-1808), F. v. Witzleben, J. W. Wunderlich, Karl Anton Friedrich von Wurmb, "C. G. Baron de Zschock" u. v. m. - Die Gouachen zeigen eine allegorische Titelillustration in reichem Rocaille-Rahmen, dann eine Darstellung mit einer schönen allegorischen Frauenfigur (Venus) in weiter Landschaft und zum Schluss eine anzügliche Illustration mit einem Mönch und einer Nonne beim innigen Beichten mit dem Spruch "Solus cum Sola non praesumitur orare Pater noster" ("Wenn 'Er' und 'Sie' allein sitzen, beten sie kein Vaterunser") und der Übertitelung "Vollkommner Ablaß". - Teilweise leicht tintenfleckig, frisch und gut erhalten. Am Gegenblatt zum Titel der hs. Eintrag "Secretär Clausing lebte und starb in Großvater [...]'s Hause. Bemerkung von August Krohn". Ein Eintrag kopfüberstehend. Der Einband etwas beschabt und berieben, der Schuber stärker berieben..
Freundschaftsalbum des Johann Christian Ernst Pöthko. Meist Bautzen, aber auch Bernsdorf, Hoyerswerda, Muskau, Ruhland, Schramberg, Spreewitz, Spremberg. 48 Einträge auf 133 (statt 134) Bll. und am hinteren Vorsatzblatt. Mit 4 sauber ausgeführten Aquarellen. Lederband der Zeit auf vier Bünden mit goldgepr. Deckelfileten und Eckfleurons. Qu.-8vo. Im originalen Steckschuber.
1.800 €
(92703/BN62036)
Großes Album mit vier schönen Aquarellen, das erste als Titelbatt gedacht, unter dem Motto "Wahren Freunden und Freundinnen gewidmet" und wohl vom Besitzer Johann Christian Ernst Pöthko, damals angehender Kantor in Bautzen, gemalt. Die drei anderen Aquarelle von unterschiedlichen Beiträgern zeigen antike Säulenstümpfe, einen Blumenkorb und die reizende Karikatur eines Herrn Biedermeier im Morgenrock mit Zipfelmütze, Flasche und Pfeife, im Lehnstuhl sitzend: "Will Dich der Hypochonder plagen, | ich weiß ein Mittelchen dafür: | das wird Dir ihn gar schnell verjagen [...] Laß Dir den Stuhl zu rechte rücken | und blase mit dem Cnaster-Duft! | Laß alle Sorgen die Dich drücken | bey vollen Flaschen in die Luft!".
- Der Einband etwas berieben, der Schuber stärker, innen jedoch von guter und sauberer Erhaltung..
Stammbuchkassette des Friedrich Ferdinand von Ammon. Göttingen (42), Heidelberg (26) u. a. O. Qu.-8vo (160:95 mm). Deutsche und lateinische Handschrift auf Papier. 75 Bll. mit 73 Einträgen, davon 70 auf Bll. mit Kupferstichen. Mit 1 ganzseitigem Aquarell einer studentischen Szene, 1 gestochenem Deckblatt, 1 Kupferstich ohne Eintrag und 1 Notenzeil.
8.500 €
(95532/BN63098)
Außergewöhnlich umfangreiches und schön gestaltetes Stammbuch des preußischen Juristen und Parlamentariers Friedrich Ferdinand von Ammon (1794-1874) aus dessen Studienzeit in Heidelberg und Göttingen. Nach verschiedenen Richteramtstätigkeiten war Ammon von 1832 bis 1835 Oberprokurator in Düsseldorf, danach Appellationsgerichtsrat in Köln und Präsident der Rheinischen Eisenbahndirektion, ab 1851 Senatspräsident am Appellationsgerichtshof Köln, außerdem Mitglied des Preußischen Landtags und Abgeordnetenhauses.
- Das Album besticht insbesondere durch seinen Umfang an Einträgen bedeutender Personen, die sich im frühen studentischen Verbindungswesen hervorgetan haben, wobei Ammon selbst Mitglied des Corps Guestphalia Heidelberg und der Burschenschaft Teutonia Heidelberg war. Einige der hier vertretenen bedeutenden Kommilitonen und Freunde Ammons waren u. a. der Jurist und Schriftsteller Friedrich Wilhelm Carové (1789-1852), der Pfarrer Ernst Welcker (1798-1858), der Arzt und Parlamentarier Heinrich Carl Alexander Pagenstecher (1799-1869), Carl Graf von Moltke (1798-1866), der Jurist und Politiker Franz Anton Good (1793-1866), Friedrich von Seeckt (1793-1870), der Jurist und Politiker Julius Adolf Niethammer (1798-1882), der Sozialpolitiker und Jurist Wilhelm Adolph Lette (1799-1868), der Jurist Friedrich Blume (1797-1874), der Stralsunder Bürgermeister Johann Carl Heinrich Hagemeister (1796-1860), der Hauslehrer des Prinzen Alexander von Preußen Johann Hermann Altgeld (1795-1871) sowie der Kameralist und Forstbeamte Johann Christian Düring (1792-1862). - Die Kupferstiche mit Portraits (darunter Ariost, Cervantes, Euripides, Friedrich Wilhelm Hzg. zu Braunschweig, Haydn, Herder, Leibniz, Lessing, Schiller und Shakespeare) und Ortsansichten (darunter Weender Papiermühle bei Göttingen, Einsiedelei Mariaspring bei Göttingen, Kerstlingeröder Feld bei Göttingen, Heidelberg und Heidelberger Schloss, das Deutsche Haus bei Göttingen, das Entbindungs-Haus zu Göttingen, Hanstein und Rinbach bei Göttingen, Wilhelmshöhe bei Kassel, Meissen, die Neue Sternwarte bei Göttingen und das Chirurgische Hospital zu Göttingen)..
Freundschaftsalbum des Theologen Matthias Harnwolf mit über 250 Eintragungen. Meist Leipzig und Jena, aber auch Berlin, Frankfurt a. d. Oder, Halle a. d. Saale, Liegnitz, Magdeb. Mit gezeichnetem Titelblatt, 4 Aquarellen und einigen Textvignetten. Am Schluss 5 Blatt "Regeln für Studirende" sowie "Nützliche Conversations Regeln", wohl beide aus der Hand Harnwolfs. Etwa 200 Blatt, davon wenige leer, ca. 6 Blatt alt entfernt. Origina.
12.500 €
(95533/BN63099)
Außerordentlich reich gefülltes Stammbuch des Theologen Matthias Harnwolf(f), der von 1783 bis zu seinem Tod 1809 Prediger in seiner Heimatgemeinde Agendorf (Ágfalva, Ungarn) war. - Wie sein Album eindrucksvoll belegt, ist Harnwolf viel gereist. Der erste Eintrag ist zugleich der prominenteste, stammt er doch von keinem Geringeren als Friedrich Nicolai, dem Hauptvertreter der Berliner Aufklärung, der dem jungen Theologen ein Zitat von Horaz ("Aequam memento rebus in arduis servare mentem") mit auf den Weg gibt (und dieses mit "1763" datiert).
Weitere Einträge stammen überwiegend aus Harnwolfs Studienjahren in Leipzig und Jena (1769-73), darunter u. a. Johann Friedrich Bahrdt (Professor und Superintendent in Leipzig, 1713-75), Anton Friedrich Büsching (Theologe und Geograph, 1724-93), Joachim Georg Darjes (Pfarrer, Jurist, Philosoph und Ökonom, 1714-91), Johann August Ernesti (Rektor der Leipziger Thomasschule, 1707-81), Johann Ernst Faber (Professor der orientalischen Sprachen, 1745-74), Justus Christian Hennings (Moralphilosoph und Aufklärer, 1731-1815), Johann Friedrich Hirt (Theologe und Orientalist, 1719-83), Georg Friedrich Meier (Philosoph, 1718-77), Johann August Nösselt (Theologe, 1734-1807), August Friedrich Wilhelm Sack (Philosoph, Theologe und berühmter Kanzelredner, 1703-86), Georg Christoph Silberschlag (Naturwissenschaftler, 1731-90), Johann Joachim Spalding (Theologe, Kirchenlieddichter und Philosoph, 1714-1804), Lorenz Johann Daniel Suckow (Naturforscher, 1722-1801), Wilhelm Abraham Teller (Theologe, Kirchenlieddichter und Universitätsprofessor, 1734-1804), Johann August Heinrich Ulrich (Philosoph, 1746-1813), Karl Friedrich Walch (Rechtswissenschaftler, 1734-99), Johann Georg Walch (Theologe und Lexikograph, 1693-1775), Johann Ernst Immanuel Walch (Rhetoriker, Philologe und Geologe, 1725-78), Johann Ernst Basilius Wiedeburg (Physiker, Astronom und Mathematiker, 1733-89) und Friedrich Samuel Zickler (Theologe, 1721-79). - Neben mehrheitlich Wissenschaftlern, Theologen und Juristen findet sich auch ein Eintrag von einem entfernten Verwandten von Johann Sebastian Bach, nämlich Johann Georg Bach (1751-97), der als Jüngling ein Wort Shakespeares notiert ("Men's evil manners live in brass; their virtues we write in water", dat. Jena, 1772) und der einige Jahre später Organist an der Georgenkirche in Eisenach wurde, sowie ein Notenmanuskript von Johann Adolf Leutholff nach Klopstocks Gedicht "Die Auferstehung", das bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts hinein in den meisten evangelischen Gesangbüchern als Kirchenlied enthalten war und insbesondere durch Mahlers Bearbeitung in seiner 2. Sinfonie weltweit bekannt wurde..
Stammbuch des Christoph von Welz (Welzer). Padua und Florenz. 8vo (130 x 180 mm). (179) Bll. mit 32 Stammbucheinträgen. Mit 10 farbigen goldgehöhten Wappenmalereien und 2 Aquarellen. Flexibler Pergamentband der Zeit mit späterem hs. engl. Rückentitel ("Devices in Colours").
18.000 €
(99237/BN65421)
Schönes, durch mehrere prachtvolle Wappenminiaturen in kräftigen Farben ausgezeichnetes Freundschaftsalbum des österreichischen Studenten Christoph von Welzer aus seiner Zeit in Padua und Florenz. - Unter den Beiträgern findet sich Lorenzo Allegri (1567-1648), ein insbesondere für seine Tanzmusik bekannter italienischer Lautenspieler und Komponist am Hofe der Medici, der gemeinsam mit dem Choreographen Agnolo Ricci für die musikalische und tänzerische Gestaltung der zahlreichen Feste bei Hof zuständig war.
Etliche weitere Einträger entstammen österreichischen oder böhmischen protestantischen Adelsgeschlechtern, darunter mit Wappenmalereien Friedrich von Eybeswalt (Eibiswalt), Georg Ehrenreich Welz(er) zu Spiegelfeld, Conrad Balthasar Freyberg, Wolfgang Nikolaus von Windischgrätz, Bernhard und Georg Andre von Glojach, Georg von Redern, Herr von Groß Strehlitz, Jaroslav Morkowsky von Zastrizl, Alexander Bauhof Svevo Charitinus sowie ein Angehöriger derer von Stadl (das Wappen ohne Unterschrift). Hübsche Aquarelle begleiten die Einträge von Wolff Christoff zu Herberstein und Hans Niklas Sigmar von Schlüsselberg, zeitweilig dänischer Hofjunker und Soldat und später ständischer Hauptmann, Verordneter und Ständegesandter in Österreich. - Ohne Wappen sind die Einträge von Franz Christoph von Khevenhüller (1588-1650, Historiograph, Kammerherr und Geheimer Rat unter den Kaisern Matthias und Ferdinand II., Verfasser der berühmten "Annales Ferdinandei") und Adam Hermann von Rotenhan (1585-1637, kgl.-schwedischer Statthalter in Würzburg). Des weiteren sind vertreten Michael d. Ä. Slawata von Chlum und Koschumberg, Hans Moriz von Redern zu Rosnochau und Krappitz, Christoph Sedlnitzky d. Ä. von Choltitz, Karl Richard von Minckwitz, Franziskus von Herbersdorf, Petrus Monberon, Friedrich von Welzer, Johann Abraham von Salhausen, Hans Ruprecht von Glojach, Hans Heinrich von Ende, Felician Waller, Johann Berker aus Westfalen, Georg Friedrich Donatt, Christoph Schainckerl, Mathias von Suchten, Caspar Göckelius sowie Girolamo dalla Foresta. - Die Einträge der Herren Monberon und Foresta nennen einen Christoph Welser als Empfänger. Dieser scheint 1604 in Florenz selbst als Beiträger im Stammbuch des Jusstudenten Heinrich Hartmann gen. Klein aus Wolfhagen bei Kassel auf (UB Kassel, 8° Ms. philol. 5, fol. 50), 1608 wiederum im Paduaner Stammbuch des Johann Bernhard von Hofkirchen (E. v. Hartmann, Zwei Stammbücher aus Siena, in Jb. Adler 1876, S. 119, Nr. 62). Die weit verzweigte Adelsfamilie Welz(er) war in Kärnten, Steiermark, Krain, Ober- und Niederösterreich begütert; Schloss Welzenegg bei Klagenfurt erinnert an ihren Namen. Mehrere der Einträger im vorliegenden Album dürften Geschwister sein, die Familien Khevenhüller und Eibiswalt waren durch Heiraten verwandt. - Die letzten beiden Seiten mit fragmentarischen Notizen in englischer Sprache über getätigte Ausgaben (z. B. für eine Halskette oder für "Miss Clayton", datiert 1746) sowie zum Mischverhältnis von Butter und Mehl für einen gelungenen Kuchen. - Die Universität Padua war seinerzeit ein hoch angesehenes Kulturzentrum, das europäische Studenten und Gelehrte anzog. Geprägt von einem für die damalige Zeit seltenen Geist kultureller Offenheit, bot es geistigen Größen wie Galileo Galilei, der dort von 1592 bis 1610 Professor war, Raum für Forschung und Lehre im Sinne eines neuzeitlichen Naturverständnisses. Im Jahr 1604 veranlasste die Supernova Galileo zu drei öffentlichen Vorträgen, in denen er die aristotelische Astronomie und Naturphilosophie angriff..
verkauft
Stammbuch des Adolph Weißhahn.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Reichhaltiges Stammbuch eines protestantischen Wachtmeisters aus der Frühzeit des Dreißigjährigen Krieges mit zahlreichen Einträgen aus dem Zusammenhang des Kriegsverlaufs, darunter jener des Dichters Johannes Bocatius (1569-1621), verfasst im Feldlager bei Wessely in Mähren einen Monat vor seinem Tod. - Die zumeist adeligen Beiträger stammen zum Teil aus dem Umfeld der schlesischen Landstände, darunter Johann Christian Herzog zu Liegnitz (1591-1639), Calvinist und führender Kopf der schlesischen Stände, ebenso sein Bruder Georg Rudolf (1595-1653), der sein Nachfolger als Landeshauptmann von Schlesien werden sollte, sowie dessen Gattin Sophie Elisabeth von Anhalt-Dessau (1589-1622, Eintrag 1619). Die einzige weitere weibliche Beiträgerin ist Barbara Agnes von Liegnitz und Brieg (1593-1631, Eintrag 1619), eine Piastenprinzessin und ab 1620 Gattin des Hans Ulrich Schaffgotsch. Hübsche Wappenaquarelle begleiten die Einträge von Georg von Zedlitz, Bernhard von Burkersroda, Johann Georg Volkman, Jonas Schultze, Karl von Wolframsdorf, Georg Herstorf, Christoph von Haunold, und Melchior von Langenau. - Ferner sind vertreten die Bergwerksverwalter Felician von Herberstein d. J. und Henricus Lisbona, Caspar Schaffgotsch, Friedrich von Reder, Hans von Schellendorff, Siegfried von Pomnitz d. J., Hans Ernst von Miltitz, Christoph von Beeß, Melchior von Löeben, Balthasar von Stachel, Niklas von Betsch, Andreas Baumann, Christian von Warkotsch, Heinrich von Kottwitz, Sigmund Sommerfeld, Joachim Weinzierl, Bartholomäus Kirchner, und "Robert von Wadham Englander", sowie die Musiker Andreas Zimmermann und Johann Freisinger (Organist). An den letzten Eintrag schließen zwei Seiten aus dem Stammbuch des Johann Samuel Kühnen an (datiert 1706), was wohl auf eine Neubindung des Weißhahn-Stammbuchs im 18. Jahrhundert hindeutet. - Ein repräsentatives Zeugnis schlesisch-böhmischer Adelsnetzwerke und kriegsbedingter Mobilität in den frühen 1620er Jahren.
Stammbuch des Johannes Zumler, später Pfarrer in Brück.
Autograph ist nicht mehr verfügbar
Die Einträge in diesem auch optisch ungewöhnlichen Stammbuch entstanden ausschließlich während des Aufenthaltes von Zumler an der königlichen Landesschule St. Afra in Meißen, wo er als Schüler von September 1598 bis August 1604 nachgewiesen ist. Das Stammbuch ist deshalb auch nicht als studentisches, sondern als ein frühes Beispiel eines Lyzeumsstammbuches anzusprechen. Neben einer Reihe von Geistlichen - darunter ein Verwandter des Georg Agricola - haben sich mehrere Persönlichkeiten eingetragen, die später Bedeutung erlangt haben, allen voran der Humanist Gallus von Racknitz. Den Einträgen vorangestellt sind 15 handschriftliche Seiten mit lateinischen Gedichten, sämtlich entnommen den Werken von Georg Fabricius (1516 Chemnitz-1571 Meißen), der 1546 Rektor der Fürstenschule St. Afra gewesen war. Der Einband besteht aus einer frühen Pergamenthandschrift. - Unter den besonders erwähnenswerten Beiträgern finden sich 1) Gallus L. Baron Räcknitz et Perneck, d. i. Gallus Freiherr von Racknitz (1590-1658), Geistlicher Dichter, Humanist. - 2) Mauritius L. Baron Räcknitz et Perneck, d. i. Moritz III Freiherr von Racknitz (geb. um 1590, gest. vor 1658), Vetter des Einträgers Gallus v. Racknitz; emigrierte mit diesem und ist Begründer der noch florierenden badischen Linie, sein Sohn Christoph Erasmus (1638-1703) war kurpfälzischer Kammerherr. - 3) Michael Fleischer ("amico Joh. Tzschumler"), d. i. Michael Fleischer (1580-1653), Pfarrer in Krakau (Sachsen). - 4) Paulus Werner Gottlauiensis, d. i. Paul Werner (gest. 1626), Diakon in Seyda bei Schweinitz, erlebte den Kirchenbau in Gentha 1624 mit. - 5) Johannes Helbigius ("suo Zumlero"), d. i. Johannes Helbig (um 1590-1646), ab 1608 Schulverwalter zu St. Afra bis 1645. (Seine Berichte zu den Nöten des 30jährigen Krieges sind teilweise abgedruckt in Wenke Bönisch, Universitäten und Fürstenschulen zwischen Krieg und Frieden, 2013.) - 6) Caspar von Hermsdorf (gest. 1619), mittlerer Sohn des Haugk von Hermsdorf, nach dessen Tod Besitzer von Oberulbersdorf. - 7) Bartolomäus Sättler (D. n. b.), ein Sohn des Magisters Jacob Sättler(1540-1619), des Pfarrers an St. Nikolai in Freiberg. Jacob Sättler war ein Sohn aus der Verbindung des Tuchmachers Ambrosius Sättler und der Anna Bauer, Schwester des herausragenden Renaissancegelehrten Georg Agricola (1494-1555). Somit war der Einträger ein Großneffe des Georg Agricola. Über den Lebensweg des Einträgers konnte - im Gegensatz zu einigen seiner Schwestern und Brüder- nichts gefunden werden, der weitere Einträger Israel Maukisch wurde sein Schwager. - 8) Daniel Menius (1585-1604), der Sohn des langjährigen Rektors von St. Afra, des gleichnamigen Daniel Menius (1548-1625), starb als Student "als er eben Magister werden wollte". - 9) Johannes Richter (gest. 1609) wurde als Student in Leipzig erstochen ("[…] ward […] Johann Richter unter währender Haus-Stürmung eines Schmiedes im Brühl mit einer Partisane durchstochen, daß er zu Boden gefallen und des anderen Tages darauff verstorben" (J. J. Vogel, Leipzigisches Geschicht-Buch oder Annales [...] der weltberühmten Stadt Leipzig [1756], S. 341). - 10) Georg Lönig (gest. 1639), ab 1610 Pfarrer in Lössnig bei Leipzig, ab 1613 bis zu seinem Tod in Zehmen. - 11) Christoph Glaser (gest. 1613), ab 1613 Bergprediger in Annaberg. - 12) Johann Ulrich (D. n. b.), Pfarrer in Dommitzsch. - 13) Johannes Conrad (gest. 1636), Prediger in Böhmen, wo er verjagt wurde. Ab 1628 Pfarrer in Großwaltersdorf bei Freiberg, ab 1633 Diakon in Meißen. - 14) Abraham Plato (1570-1637), Hofmeister des Einträgers Gallus von Räcknitz, an dessen christlicher Erziehung er hohen Anteil hatte. Vater des gleichnamigen Stadtschultheiß und Ratskonsulenten in Regensburg, späteren Assessors beim Kammergericht in Speyer. - 15) Christian Gassmann (gest. 1640), ab 1610 Magister in Leipzig, ab 1612 Lehrer in St. Afra, ab 1615 Conrector bis zu seinem Tod. - 16) Sylvester Zenck (D. n. b.) aus Wien, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein weiterer Hofmeister der Räcknitz. Nachweisbar 1601 in der Matrikel Wien und in der Matrikel Wittenberg. - 17) Gabriel Wagner (1587-1655), Theologe; ab 1610 Hospitalprediger in Freiberg, ab 1633 Amtsprediger an St. Nicolai in Freiberg bis zu seinem Tod. - 18) Samuel Starck (D. n. b.), war Amtsnachfolger des Pfarrers Michael Starck in Hirschfeld. - 19) Wolfgang Schaller (1582-1626), deutscher Mediziner. Prof. in Wittenberg, zwei Mal Rektor der Alma Mater. Leibarzt der sächsischen Kurfürstin Hedwig von Dänemark. - 20) Samuel Richter (gest. 1633), Pfarrer; ab 1606 in Pleisa bei Chemnitz, ab 1612 an St. Nicolai in Chemnitz. - 21) Israel Maukisch (1584-1654), 1612 Conrector in Braunschweig, dann Pfarrer in Pulsnitz (1613), Berthelsdorf (1617) und ab 1635 in Freiberg. Heiratete eine Schwester des Einträgers Sättler. - 22) Johannes Nicolai (gest. 1643), ab 1610 Schlossprediger in Pillnitz, ab 1614 Pfarrer in Seifersbach bei Sachsenburg.



















