[Album amicorum].

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Stammbuch des Johannes Zumler, später Pfarrer in Brück. Meißen, Königliche Landesschule St. Afra. 32 Bll., davon 15 SS. Gedichte und 32 SS. mit 39 Eintragungen und 1 S. mit zeitgenöss. geistlichen Eintragungen von 3 Verfassern. Flexibler Pergamentband der Zeit. 8vo.
3.500 € (73718/BN947867)

Die Einträge in diesem auch optisch ungewöhnlichen Stammbuch entstanden ausschließlich während des Aufenthaltes von Zumler an der königlichen Landesschule St. Afra in Meißen, wo er als Schüler von September 1598 bis August 1604 nachgewiesen ist. Das Stammbuch ist deshalb auch nicht als studentisches, sondern als ein frühes Beispiel eines Lyzeumsstammbuches anzusprechen. Neben einer Reihe von Geistlichen - darunter ein Verwandter des Georg Agricola - haben sich mehrere Persönlichkeiten eingetragen, die später Bedeutung erlangt haben, allen voran der Humanist Gallus von Racknitz.

Den Einträgen vorangestellt sind 15 handschriftliche Seiten mit lateinischen Gedichten, sämtlich entnommen den Werken von Georg Fabricius (1516 Chemnitz-1571 Meißen), der 1546 Rektor der Fürstenschule St. Afra gewesen war. Der Einband besteht aus einer frühen Pergamenthandschrift. - Unter den besonders erwähnenswerten Beiträgern finden sich 1) Gallus L. Baron Räcknitz et Perneck, d. i. Gallus Freiherr von Racknitz (1590-1658), Geistlicher Dichter, Humanist. - 2) Mauritius L. Baron Räcknitz et Perneck, d. i. Moritz III Freiherr von Racknitz (geb. um 1590, gest. vor 1658), Vetter des Einträgers Gallus v. Racknitz; emigrierte mit diesem und ist Begründer der noch florierenden badischen Linie, sein Sohn Christoph Erasmus (1638-1703) war kurpfälzischer Kammerherr. - 3) Michael Fleischer ("amico Joh. Tzschumler"), d. i. Michael Fleischer (1580-1653), Pfarrer in Krakau (Sachsen). - 4) Paulus Werner Gottlauiensis, d. i. Paul Werner (gest. 1626), Diakon in Seyda bei Schweinitz, erlebte den Kirchenbau in Gentha 1624 mit. - 5) Johannes Helbigius ("suo Zumlero"), d. i. Johannes Helbig (um 1590-1646), ab 1608 Schulverwalter zu St. Afra bis 1645. (Seine Berichte zu den Nöten des 30jährigen Krieges sind teilweise abgedruckt in Wenke Bönisch, Universitäten und Fürstenschulen zwischen Krieg und Frieden, 2013.) - 6) Caspar von Hermsdorf (gest. 1619), mittlerer Sohn des Haugk von Hermsdorf, nach dessen Tod Besitzer von Oberulbersdorf. - 7) Bartolomäus Sättler (D. n. b.), ein Sohn des Magisters Jacob Sättler(1540-1619), des Pfarrers an St. Nikolai in Freiberg. Jacob Sättler war ein Sohn aus der Verbindung des Tuchmachers Ambrosius Sättler und der Anna Bauer, Schwester des herausragenden Renaissancegelehrten Georg Agricola (1494-1555). Somit war der Einträger ein Großneffe des Georg Agricola. Über den Lebensweg des Einträgers konnte - im Gegensatz zu einigen seiner Schwestern und Brüder- nichts gefunden werden, der weitere Einträger Israel Maukisch wurde sein Schwager. - 8) Daniel Menius (1585-1604), der Sohn des langjährigen Rektors von St. Afra, des gleichnamigen Daniel Menius (1548-1625), starb als Student "als er eben Magister werden wollte". - 9) Johannes Richter (gest. 1609) wurde als Student in Leipzig erstochen ("[…] ward […] Johann Richter unter währender Haus-Stürmung eines Schmiedes im Brühl mit einer Partisane durchstochen, daß er zu Boden gefallen und des anderen Tages darauff verstorben" (J. J. Vogel, Leipzigisches Geschicht-Buch oder Annales [...] der weltberühmten Stadt Leipzig [1756], S. 341). - 10) Georg Lönig (gest. 1639), ab 1610 Pfarrer in Lössnig bei Leipzig, ab 1613 bis zu seinem Tod in Zehmen. - 11) Christoph Glaser (gest. 1613), ab 1613 Bergprediger in Annaberg. - 12) Johann Ulrich (D. n. b.), Pfarrer in Dommitzsch. - 13) Johannes Conrad (gest. 1636), Prediger in Böhmen, wo er verjagt wurde. Ab 1628 Pfarrer in Großwaltersdorf bei Freiberg, ab 1633 Diakon in Meißen. - 14) Abraham Plato (1570-1637), Hofmeister des Einträgers Gallus von Räcknitz, an dessen christlicher Erziehung er hohen Anteil hatte. Vater des gleichnamigen Stadtschultheiß und Ratskonsulenten in Regensburg, späteren Assessors beim Kammergericht in Speyer. - 15) Christian Gassmann (gest. 1640), ab 1610 Magister in Leipzig, ab 1612 Lehrer in St. Afra, ab 1615 Conrector bis zu seinem Tod. - 16) Sylvester Zenck (D. n. b.) aus Wien, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein weiterer Hofmeister der Räcknitz. Nachweisbar 1601 in der Matrikel Wien und in der Matrikel Wittenberg. - 17) Gabriel Wagner (1587-1655), Theologe; ab 1610 Hospitalprediger in Freiberg, ab 1633 Amtsprediger an St. Nicolai in Freiberg bis zu seinem Tod. - 18) Samuel Starck (D. n. b.), war Amtsnachfolger des Pfarrers Michael Starck in Hirschfeld. - 19) Wolfgang Schaller (1582-1626), deutscher Mediziner. Prof. in Wittenberg, zwei Mal Rektor der Alma Mater. Leibarzt der sächsischen Kurfürstin Hedwig von Dänemark. - 20) Samuel Richter (gest. 1633), Pfarrer; ab 1606 in Pleisa bei Chemnitz, ab 1612 an St. Nicolai in Chemnitz. - 21) Israel Maukisch (1584-1654), 1612 Conrector in Braunschweig, dann Pfarrer in Pulsnitz (1613), Berthelsdorf (1617) und ab 1635 in Freiberg. Heiratete eine Schwester des Einträgers Sättler. - 22) Johannes Nicolai (gest. 1643), ab 1610 Schlossprediger in Pillnitz, ab 1614 Pfarrer in Seifersbach bei Sachsenburg..

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Wiener Stammbuchkassette mit eigenh. Albumblättern von Fanny Elßler, Franz Grillparzer, Johann Vesque von Püttlingen u. a. Wien. Zusammen 43 Bll. in einer dunkelroten Samtkassette der Zeit mit vier vergoldeten Messingbeschlägen und Moiréeseidenvorsätzen. Dreiseitiger Goldschnitt, roter Lederrücken. Qu.-gr.-8vo. Mit einer Beilage (s. u.).
9.500 € (32720/BN26558)

Die insgesamt 33 Eintragungen - teils am Blatt selbst bzw. auf darauf montierten Albumblättern bzw. Briefen - stammen von den Dichtern und Schriftstellern Eduard von Bauernfeld, Ignaz Franz Castelli, Franz Grillparzer ("Was man den Kindern thut | Ist doppelt gut; | Weil im Erfolg, den Jeder sieht | Man ihre Ältern miterzieht"), Friedrich Halm (d. i. Freiherr von Münch-Bellinghausen), Paul Maria Lacroma, Heinrich Laube, Betty Paoli, Otto Prechtler und Moritz Gottlieb Saphir; den Gelehrten Helene von Druskowitz, Carl Helm, Ernst Pauer und Johann Emanuel Veith; dem Komponisten J.

Hoven (eigentlich Johann Vesque von Püttlingen, fünftaktiges Notenzitat mit dem unterlegten Text "und wäre nicht das Bißchen Liebe, so gäb' es nirgends einen Halt"); den Sängern Alois Ander und Emil Götze; den Schauspielern Marie Bayer-Bürck, Carl und Elisabeth Fichtner, Amalie Haizinger, Stella Hohenfels (eh. Namenszug), Carl von La Roche, Carl Lucas, Louise Neumann, Carl und Julie Rettich, Mathilde Wildauer, Charlotte Wolter und Zerline Würzburg (verh. Gabillon) sowie von der Tänzerin Fanny Elßler (Fragment). Eine Unterschrift von Kaiser Franz Joseph I. ist einmontiert. Abgerundet wird die hübsche Kassette durch eine Aquarellmalerei (sign. Franz Steinfeld, Flußlandschaft) und eine Ölmalerei (sign. "J. W.", Landschaftsdarstellung, Ecken defekt). - Beiliegend ein eh. Brief mit U. von Ignaz Franz Castelli (dat. Wien, 25. III. 1864)..

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Freundschaftsalbum des peregrinierenden Studenten Mihály Pap mit Einträgen von u. a. Johann II. Bernouilli und Daniel Bernoulli, Johann Jakob Breitinger, Mattli Conradi, Petrus Curtenius, Johann Jakob Gessner und Johann Rudolph Stähelin. Verschiedene Orte. 85 teils beidseitig beschriebene Bll. Ohne Einband. Qu.-8vo.
9.500 € (61080/BN45194)

Das mit vorwiegend lateinischen, griechischen, hebräischen und deutschen Einträgen versehene Stammbuch des wandernden Studenten Mihály Pap beginnt im Jahre 1765 mit zahlreichen Einträgen aus Schweizer Städten (Bern, Lausanne, Zürich), denen gegen Ende der 1760er Jahre mehrheitlich Einträge aus deutschen Städten (Worms, Regensburg, Nürnberg, Marburg, Duisburg u. a.), aber auch Einträge auf London und Oxford folgen. - Im einzelnen finden finden sich folgende Seiten und Beiträger: [1] fehlt - [2] 1) Thomas Hunt (1896-1774), Arabist, Laudian Professor of Arabic at the Univ.

of Oxford from 1738 until his death) - [3] fehlt - [4] fehlt - [5] 2) P. Chevalier, Theologe und Kirchenhistoriker, Groningen; verso: (3) Frans Burman (1708-1793), Theologe, Utrecht - [6] (4) Joannes Uri (1726-1796), Orientalist, Philosoph und Theologe, Oxford - [7] leer - [8] (5) Johannes Stapfer (1719-1801), Theologe und Rektor der Hohen Schule, Bern - [9] leer - [10] (6) And. Jac. Reuchlin, Theologe, Straßburg - [11] (7) P. Janssen, Theologe und Kirchenhistoriker, Duisburg - [12] (8) Joannes Conradus Wirtius, Zürich - [13] (9) David Lavater (1692-1774), Philosoph und Theologe, verso: (10) Joh. Nickacher, Göttingen (?) - [14] (11) J. B. Burcardus, Theologe, Basel; verso: (12) C. G. Robert, Prorektor, Marburg - [15] (13) Johann II Bernoulli (1710-1790), Mathematiker und Physiker; verso: (14) S. H. Manger, Theologe, Franeker - [16] (15) Sebald Rau (1724-1818), Orientalist, Utrecht - [17] (16) Henricy Otto Duysiny (?), Theologe, Marburg - [18] (17) Jakob Ammendorff (gest. 1776), Philosoph und Theologe, Duisburg - [19] (18) Johannes Gessner (1709-1790), Mathematiker und Physiker, Zürich - [20] (19) Christian Wilhelm Franz Walch (1726-1784), Theologe und Kirchenhistoriker, Historiker der Ketzerbewegungen, Göttingen - [21] leer; verso: (20) J. Pet. Miller, Theologe, Göttingen - [22] (21) Johann Jakob Breitinger (1701-1776), Schriftsteller, Zürich - [23] (22) Johann Jacob Wund (1701-1771), Theologe, Heidelberg - [24] leer; verso: (23) Johann Caspar Ulrich (1705-1768), Pfarrer und Hebraist - [25] (24) Joh. Casp. Mejerus, Pastor und Kirchenhistoriker, Zürich - [26] (25) Caspar Hessius (1727-1806), Philosoph, Zürich - [27] (26) Joh. Rudolphus Merianus, Basel - [28] (27) Jakob Christoph Beck (1711-1785), Philosoph und Theologe, Basel - [29] (28) Johann Rudolf Iselin (1705-1779), Theologe und Gründer der "Basler Zeitung", Basel - [30] (29) Daniel Bernoulli (1700-1782), Mathematiker und Physiker - [31] (30) Emanuel Merian (1732-1818), Philosoph und Theologe - [32] leer; verso: (31) Johann Jakob Ulrich, Theologe, Zürich - [33] (32) Johann Jacob von Cramer, Theologe, Zürich; verso: (33) Parsche, n. i., Heidelberg - [34] (34) Rudolph Harscher, Basel - [35] (35) Antonius Mauricius, Pastor und Theologe, Genf - [36] (36) Andreas Rediger (1723-1779), Pfarrer, Worms - [37] (37) Johann Nicolaus Roller (1707-1786), Schriftsteller und Philologe, Bremen - [38] leer; verso: (38) Joh. Wilhelm Nister, Pfarrer, Mannheim - [39] (39) Johann Jakob Gessner (1707-1787), Numistmatiker, Archäologe und Bruder von Johann Gessner, Zürich - [40] (40) Johann Rudolf Ulrich (1728-1795), Ethiker, Naturrechtler, Pastor des Großmünsters Zürich, Zürich - [41] (41) David Jacobus Elisaeus Schmitthennes, Pfarrer, Nürnberg - [42] (42) J. H. Walthard, Bern - [43] (43) S. A. Wilhelmi, Bern - [44] (44) Dan. Stapfer, Diakon, Bern - [45] leer; verso: (45) J. Stapfer (1719-1801), Theologe und Rektor, Bern - [46] (46) David Kocher, Hebraist, Bern - [47] (47) Joh. Rudolphus Steinbrüchelius, Zürich; verso: (48) Matthias Conrado Raeto [wohl Mattli Conradi (1745-1832), Pionier der rätoromanischen Philologie, hier noch als Student], Zürich - [48] (49) Stephanus Fekete de Nagy-Enyed, Zürich - [49] (50) G. Fr. Pictet, Pfarrer, Genf - [50] (51) Justin Moennoz, Lausanne - [51] (52) Amad. Lautenburger, Stud. phil., Bern - [52] (53) Joannes David Reinhard, Regensburg - [53] leer - [54] (54) N. Barkey, Theologe, Hagen - [55] (55) J. A. Melchior, Philosoph, Duisburg - [56] (56) St. Joh. Casparus Werenfelsius, Archidiaconus, Basel - [57] (57) Johannes Werenfels, Basel - [58] (58) Johann Rudolph Stähelin (1724-1800), Arzt und Mathematiker, Basel - [59] (59) J. C. Büsing, Orientalist, Bremen - [60] (60) Petrus Curtenius (1716-1789), Theologe, Amsterdam - [61] (61) Joh. Christoph Imhof, Basel - [62] (62) Imhoff, Pfarrer, Lietal (?) - [63] (63) Steph. K. Gyalai (Szalai?), Kommilitone, Leiden; verso: (64) Stephanus Incze de Lisznyo, Kommilitone, Utrecht - [64] (65) János Gyöngössi (1741-1818), Kommilitone, Prediger, Dichter, Utrecht; verso: (66) Joh. Dombi, Kommilitone, Leiden - [65] (67) A. Planta, Bibliothekar am British Museum; verso: Carl Gottfried Woide (1725-1784), Orientalist, Pionier der koptischen Philologie - [66] (68) Georgius Stinton, Cancellarius und Pfarrer, London - [67] (69) Johann David Hahn (1729-1784), Physiker, Philosoph, Astronom und Mediziner etc., Utrecht - [68] (70) Jos. Oelrichs, Theologe - [69] (71) H. Lampe, Bremen - [70] (72) Jo. Wilhelm Schroeder (1726-1793), Orientalist, Marburg - [71] leer - [72] - leer - [73] leer - [74] leer - [75] leer - [76] leer - [77] leer - [78] leer - [79] (73) I. D. Schulten, Theologe, Leiden - [80] (74) E. Hollbeck, Theologe, Leiden - [81] leer; verso: (75) Herm. Venema, Franeker - [82] (76) N. R. Kecskemét, Ungarn; verso: (77) Aeg. Gillisen, Theologe, Leiden - [83] (78) Petrus Zalányi, Kommilitone, Leiden; verso: (79) Alexander Bóka, Kommilitone, Leiden - [84] (80) G. Bonnet (1723-1805), Theologe, Utrecht; verso: (81) J. H. Livingston, Theologe, Utrecht - [85] (82) Thomas Randall, Scoto-Britannicus, Kommilitone - [86] leer - [87] Schriftprobe ; verso: (83) Josephus Zoltàn, Kommilitone, Utrecht - [88] (84) Michael Paxi de Szathmár, Kommilitone, Utrecht; verso: (85) Ladislaus Jun. Toldalagi, Kommilitone, Utrecht. - Etwas gebräunt und fleckig; die ersten Bll. mit kleinen Randläsuren; ohne Einband..

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Stammbuch des Conrad Friedrich Daumiller (Daumüller) aus Nürnberg. Nürnberg, Altdorf, Jena u. a. O. Titel, 9 SS. Register und 290 Eintragungen auf zusammen 155 Bll. Rötlich gefärbtes Pergament der Zeit mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung. Qu.-8vo.
5.000 € (72837/BN46905)

Hochinteressantes und dicht besetztes Studentenstammbuch mit zahlreichen, zum Teil galanten und erotischen Beiträgen, Gedichten etc. in Deutsch, Latein und Französisch. - "Ein Buch ein Freund ein Glas ein wol gebiltes Weib | Sind der Galanten Welt Vergnügter Zeitvertreib." - "Vivent les filles de quatre etages, | Jeunes, Belles, Riches, et Sages". - "Fällt un-gesundes Wetter ein, | So lachen die Doctores. | In Jena sollen Jungfern sein? | O tempora o mores!" - "In Jena giebts keine Jungfer mehr, | Es sey denn eine Fremde." - "Der Priester Fluch, | Der Juristen Buch | Und das Ding unter dem Schürztuch: | Diese drey Geschirr | Machen die ganze Welt irr".

- "Ein Mädgen Zehn Tausend reich, | An Thalern, nicht an Flöhen; | Soll diese Viertelstunde gleich | Mit mir zu Bette gehen." - "Ein Mädgen und ein Orgelwerk, | So fern ich dieses recht bemerck, | Vergleichen sich in Vielem: | Denn Beide muß man mit Bedacht, | Sowohl bei Tag als wie bei Nacht, | befingern und bespielen." - Ferner fromme Sprüche, Zitate nach Klassikern und zeitgenössischen Dichtern (Gellert, Lessing) etc. - Conrad Friedrich Daumiller (Daumüller) stammte aus Nürnberg, studierte Theologie in Altdorf und Jena und starb bereits sehr jung 1761 als Predigtamtskandidat im Karmeliterkloster in Nürnberg. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar besitzt ein weiteres Stammbuch Daumillers mit ähnlicher Laufzeit, aber lediglich 28 Eintragungen (Stb 318; aus der Auktion Nürnberg 1811; vgl. Karlheinz Goldmann, Nürnberger und Altdorfer Stammbücher aus vier Jahrhunderten, Nürnberg 1981, Nr. 376). - Wenige Blätter in alter Zeit entfernt. - Gut erhalten; Einband etwas verblaßt, Vergoldung oxydiert, Rücken unten beschädigt..

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Stammbuch der Christiane Erdmuthe von Beust. Gräfendorf, Halle, Hummelshain, Kospoda, Kriegstädt, Langenorla, Lauchstädt, Leubsdorf, Naschhausen,. 107 Bll. mit 9 Aquarellen, 2 Kupferstichen, 1 Seidenstickerei und 66 Eintragungen (davon 2 von der Stammbuchhalterin). Hellgrüner Moireeseidenbezug der Zeit mit goldgepr. Rücken- und Deckelfileten. Qu.-8vo.
950 € (73267/BN47635)

Hübsches Stammbuch mit Einträgen von u. a. einigen Mitgliedern der Familie Beust, darunter der Vater der Stammbuchhalterin Karl Kasimir (1734-1815), weiters ihre Mutter Wilhelmine, ihre Tante Juliana Elisabeth, geb. Gräfin Bünau, ihr Onkel Gustav Leopold, ein weiterer Onkel namens Heinrich Adolph, ihre Vettern Karl Gustav (20. I. 1789) und Wilhelm (17. VIII. 1791), Traugott, Carl und Auguste von Beust (24. VII. 1791) sowie eine (aber nicht die) Charlotte von Stein (8. I. 1791) und eine Marianne von Stein (25.

IX. 1789). - Unter den insgesamt sehr hübschen Illustrationen sticht insbesondere eine besonders sorgfältig mit verschiedenfärbigen Fäden ausgeführte Seidenstickerei ins Auge. Christiane von Beust heiratete bald nach 1802 den Leutnant und Schwarzburgischen Edukationsrat Karl Wilhelm Gotthilf von Röntsch. - Der Einband an Rücken, Gelenken und Kanten etwas berieben; innen annähernd tadellos..

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Leere Stammbuchkassette. O. O. Pappband der Zeit mit ockerfarbenem Samtbezug. Buntpapierschnitt. Deckel mit ovaler Metallapplikation. Qu.-8vo.
300 € (73831/BN47715)

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Stammbuch mit ca. 35 Eintragungen in meist lateinischer, selten deutscher und griechischer Handschrift auf Papier. Jena, Gießen, Minden Berlin, Leipzig, Wittenberg u. a. O. Zusammen ca. 47 SS. auf 215 Bll. (davon 221 Bll. foliiert, es fehlen die Bll. 3-5, 82 und 215-216). Mit 5 kleineren und 5 ganzseitigen Aquarell- oder Deckfarbenillustrationen, 1 Rötelzeichnung und 6 montierten Kupferstichen (vorwiegend rund beschnittene E.
4.500 € (80900/BN52791)

Die Einträge stammen u. a. von Landgraf Franz Ernst von Hessen-Darmstadt, von Bernhard Pflugk (1637-1716), dem Geheimen Rat und Hofmarschall des Herzogs Moritz Wilhelm von Sachsen, von einem Hans Gottfried von Seltzer, einem G. F. v. Schlegel, von Graf Ferdinand Maximilian von Ysenburg-Büdingen, von dem kgl. preußischen Kommandanten von Minden Stephan Matthaeus du Vulson, von dem kgl. preußischen Geheimrat Georg Heinrich von Borcke (Vater des späteren Präsidenten der Kriegs- und Domänenkammern in Minden und Kleve, Friedrich Wilhelm von Borcke), von dem kgl.

polnischen und kurfürstlich-sächsischen Offizier und General Ernst Mathias von Borcke (1646-1728, zuletzt Gouverneur von Dresden im Rang eines Generalleutnants), von dem kgl. preußischen Regierungsrat zu Minden Pierre de Remy (gen. von Montigny), von Hermann Pörtner, von Johann Christoph Scheider (1681-1713), der einige Monate nach seiner Eintragung (Leipzig, 20. V. 1710) die erste "Professur für Chymie" an der Universität Leipzig antreten sollte, von dem Leipziger Kammerrat und Abgeordneten Christian Friedrich Gerhardt, von Johann Adolph Jauch (dem späteren Stadtphysikus in Torgau, 1690-1742), von dem Juristen und späteren Reichshofrat in Wien Nikolaus Christoph Lyncker (1643-1726), von Georg Bömches, Theodor Stein, dem Theologen und Hebraisten Albrecht Joachim von Krakewitz (1674-1732), von dem Mediziner Johann Gabriel Rudolphi, von dem Hofprediger Albert Fiedler Knopf (1665-1715), von Hans Christoph von Koschembahr und Skorkau, von dem Ingenieur Johann Benedict Fritzsch sowie von Ernst Ludwig von Gemmingen (1685-1743, später Geheimrat, Regierungs- und Konsistorialpräsident sowie Hofrichter am Gesamthofgericht in Marburg). - Unter den Bildbeiträgen finden sich allegorische und natürliche Landschaften, ein symbolischer Brunnen und Ofen, ein Gärtner, das Trompe-l'oeil eines ausgerissenen Kalender-Papierstücks, drei Wappenbilder, ein fliegender Putto und eine "Fortuna"; die Rötelzeichnung mit Personifizierung einer Tugend. - Am Beginn 6 SS. mit Eintragungen in der Art von Geburtenbüchern aus den Jahren 1713 bis 1771. Papierbedingt stärker gebräunt und teilweise etwas fleckig, Einband fachmännisch restauriert..

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"Sacred to Friendship". Stammbuch mit 76 Einträgen in deutscher, französischer, englischer und lateinischer Handschrift auf Papier. Ankershagen, Brandenburg, Frankfurt/Oder, Tornow, Zappendorf etc. Qu.-8vo (165 x 92 mm). 113 Bll. mit 76 Einträgen. Mit 3 kleinen und 6 blattgroßen Aquarellen. Cremefarbener Satineinband der Zeit mit feiner farbiger Seidenstickerei auf beiden Deckeln, der Vorderdeckel mit kleinem aufgeklebtem koloriertem Aquarell auf Pa.
2.500 € (88174/BN53607)

Reizendes blumiges Freundschaftsalbum mit vielen Einträgen von diversen Mitgliedern der Adelsfamilien Brandenstein, Buch, Bülow, Buddenbrock, Delagarde, Itzenplitz, Maltzahn, Möllendorff, Oertzen, Schack, Schulenburg u. v. a. Der Titel mit hübscher floraler Aquarellbordüre. Unter den Aquarellen die Ansicht eines runden Turms auf einer Insel, eine Meerlandschaft mit Inseln, Segelschiff und Angler sowie Freundschaftsbilder im Stil eines Denkmals und schmückende Blumenarrangements (davon eines montiert).

- Bei einem Eintrag das obere Drittel ausgeschnitten (kein Textverlust). Das Gegenblatt des Titels mit hs. Widmung und U. eines Fritz Bamberger (22. V. 1933) an eine Frau Edith Bing. Einige Bll. nahe am Bug entfernt, einige montiert. Der rosafarbene Satinbezug der Vorsätze stellenweise etwas fleckig. Einband stärker berieben, Satin an Kanten und Deckelrändern zerschlissen, am Rücken nicht mehr vorhanden, der Rücken etwas lädiert, Papiervignette im Rund stärker gebräunt. Der Schuber stärker berieben und bestoßen. Innen frisch, teilweise leicht fleckig..

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"Glueck auf, zu geselligen Gefuehle[n], und der Freundschaft!". Stammbuch der Caroline Hertel. Annaberg, Chemnitz, Dessau, Doebitz, Leipzig, Scheibenberg u. a. O. Qu-8vo (209 x 130 mm). Meist deutsche, auch französische Handschrift auf Papier. In brauner und schwarzer Tinte gezeichneter Titel. Zus. 125 SS. auf 119 Bll. mit 109 Einträgen. Mit 1 Tuschesilhouette, 4 Seidenstickereien, 11 Aquarellen, 1 kolorierten Meda.
2.800 € (88175/BN53608)

So reichhaltig wie reizvoll illustriertes Stammbuch der Caroline Hertel, deren Familie (mit dem Vater Christian Gottlieb Hertel) aus Leipzig stammte. Mit mehreren Beiträgen von Buchhändlern und Verlegern wie August Campe, Christian Friedrich Müller, J. H. Trachsler, Mitgliedern der Familie Sommer und Johann Friedrich Varrentrapp, außerdem von dem Unternehmer C. G. Irmscher aus Chemnitz und dem Bürgermeister von Annaberg Johann Christian Eisenstuck. - Weitere Einträge von dem Lehrer der Baukunst und Kalligraphie an der Bergakademie Gustav Adolph Garbe, dem Juristen Christian Friedrich Pohl, dem Arzt, Anatom, Botaniker und Chemiker Salomo Constantin Titius, ferner von Heydenreich, Böhme, Mohring, Hendel Moses, Opitz, Schenck, Wiedemann und anderen.

Der Großteil der Beiträge stammt von Frauen. - Sehr schön die fein ausgearbeitete, akribische Titelzeichnung (im Stil eines Kupferstichs) und fünf fein ausgeführte Aquarelle (Freundschaftstempelchen in Ideallandschaft), drei davon signiert "J. S. Knüpffer" (Meissen 1790, vgl. Th./B. XXI, 36), ein Taubenpaar im Nest signiert "Tilesius", zudem einige weitere, wenig kleinere Landschafts-Aquarelle, hübsche, feine Seidenstickereien mit Motiven eines Denkmals der Freundschaft mit Bäumen und Zweigen, einer allegorische Frauengestalt mit Lorbeerkranz, einem Blumenarrangement von Rosen und Vergissmeinnicht sowie einem Eintrag in Form eines gestickten Schriftzugs. - Leicht stockfleckig. Der hübsche Einband an den Kanten berieben, versilberte Bereiche teilweise oxydiert und verblasst. Schuber an den Kanten bestoßen und stellenweise angeplatzt..

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Stammbuch des Franz Heinrich Fischer (1774-1827). Jena, Nordhausen, Gera, Zorge, Bercka, Erfurt, Kleinfahrner. 134 Einträge. Lose Blätter mit allseitigem Goldschnitt in goldgepr. Ledermappe der Zeit mit Buntpapierspiegel, goldgepr. Rücken mit Rückenschildchen "Denkmale der Freundschaf[t]". Qu.-8vo. In stärker lädiertem Pappschuber.
3.500 € (82619/BN53821)

Hübsches Freundschaftsalbum des kgl. preußischen Justizkommissars in Nordhausen Franz Heinrich Fischer. Unter den Einträgern befindet sich Paul Johann Anselm von Feuerbach (1775-1833), Begründer der modernen deutschen Strafrechtslehre. Die vom 18-Jährigen gewählte Sentenz ("Lern besitzen und entbehren [...]") entstammt dem Gedicht "Menschenschicksal" des Professors der Staatswissenschaften in Göttingen, Sartorius von Waltershausen (1766-1828). Weitere nennenswerte Einträge stammen von Justus Christian Ludwig v. Schellwitz (1735-97), Justus Christian Hennings (1731-1815), Friedrich Carl Ludwig Sickler ("Vetter") etc.

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Stammbuchkassette des Rudolf Ritter Speil von Ostheim. Wien & Bad Vöslau. Deutsche Handschrift auf Papier. 95 Bll. mit 38 Einträgen. Mit 4 ganzseitigen Bleistiftzeichnungen, 1 gouachierten und lavierten Federzeichnung, 2 Vignetten in Blei sowie einer Notenzeile. Schweinslederkassette der Zeit mit blindgepr. Deckelbordüre und Su.
750 € (82757/BN54077)

Charmantes Freundschaftsalbum des Wiener Juristen Rudolf Speil von Ostheim (geb. 1868), der anhand des Beitrags seines gleichnamigen Cousins vom 23. Jänner 1884 identifiziert werden kann. Das Album wurde noch zu Ostheims Schulzeit, wohl am Wiener Theresianum, angelegt. Der bekannteste Einträger ist der spätere Kirchenrechtsprofessor Max Hussarek von Heinlein (1865-1935), der von 1911 bis 1917 als Unterrichtsminister in drei Kabinetten diente und von Juli bis Oktober 1918 als vorletzter Ministerpräsident Kaiser Karls I.

fungierte. Ein weiterer Schüler des Theresianums war der Jurist und Professor der Universität Wien Alfred Rt. von Wretschko (1869-1941), der seinen Beitrag von Mai 1883 um eine ganzseitige Ansicht von Schloss Maria-Loretto am Wörthersee in Blei bereicherte. Ebenfalls hervorzuheben ist der schöne, mit Bleistiftzeichnung verzierte Beitrag des polnisch-österreichischen Chemikers und Alpinisten Tadeusz Smoluchowski (1868-1936), älterer Bruder des bedeutenden Physikers Marian Smoluchowski. Beide Brüder waren begeisterte Bergsteiger, die gemeinsam 16 Erstbesteigungen und 24 neue Routen verzeichnen können. Rudolf Speil von Ostheim dürfte selbst als Bergsteiger aktiv gewesen sein, denn der späteste Beitrag, gezeichnet "Victor", ist ein dem "Genossen der Venedigerpartie zur freundlichen Erinnerung an den August 1888" gewidmetes Musikzitat. - Unter den weiteren Einträgern finden sich zahlreiche Verwandte von Ostheims, darunter seine Geschwister und sein Vater und die Cousinen Mitzi, Clementine und Johanna Schirnhofer, die je eine ganzseitige Bleistiftzeichnung anfertigten, wovon eine schöne Ansicht des Altausseer Sees hervorzuheben ist. Der bereits erwähnte Beitrag des gleichnamigen Cousins ist besonders aufwendig mit kalligraphierten Zitaten Schillers und Goethes sowie einem lavierten Doppelportrait der beiden Dichter in gouachiertem Lorbeerrahmen gestaltet. Ebenfalls Schiller zitiert Charlotte Reithoffer, Schwiegertochter des österreichischen Unternehmers Johann Nepomuk Reithoffer (1781-1872), aus dessen Gummi- und Guttaperchawarenfabrik in Wimpassing 1912 die Firma Semperit hervorging. Unter den vielen weiteren weiblichen Einträgerinnen ist ein Mitglied des alten deutschen Adelsgeschlechts von Schieben, aber auch eine "lustige Ella aus Berlin", die sich mit einem längeren Gedicht am 15. August 1885 in Bad Vöslau verewigte. - Vereinzelte Blätter minimal angeschmutzt. Die Bleistiftzeichnungen durch Transparentpapier geschützt..

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[Album amicorum].

Stammbuch des G. L. Fabri. Halle, Oels, Breslau, Berlin, Bernstadt, Leipzig, Festenberg und Schmollen. Deutsche, französische, griechische, lateinische und englische Handschrift auf Papier. 114 Bll. mit ca. 170 Einträgen. Mit eingebundener Gouache auf Seide sowie 2 Aquarellen, 5 Federzeichnungen und 3 Bleistiftzeichnungen. In reich geprägtem hellbraunem Pe.
4.500 € (82834/BN54177)

Spannendes Stammbuch eines Schülers des berühmten Oelser Gymnasiums, der 1777 zum Studium nach Halle ging. Ein vierseitiges Gedicht, das wohl aus der Hand des Besitzers stammt, thematisiert den schweren Abschied aus Oels und begründet das Stammbuch: "Schreibt izt, um zur Erinnerung euren Namen mir zu schenken". - Fabri, wie der Besitzer in zumindest zwei Einträgen angesprochen wird, wurde reich beschenkt. Mit Ephraim Gotthold Dominici (1744-1809) und Karl Ehrenfried Günther (1757-1826) sind zwei Rektoren des Gymnasiums vertreten, wobei Dominici ab 1776 die Schule leitete und Günther ein Mitschüler Fabris war.

Ebenfalls in Oels trugen sich der Theologe Richard Gottlob Reiber (1744-1809), der Lehrer Karl Wilhelm Chlebus (1756-1820), Christian Heinrich von Warnery (1763-1818), jüngster Sohn des Husarengenerals und Militärtheoretikers Charles-Emmanuel de Warnery, Graf Heinrich Friedrich von Logau und Altendorf, sowie Mitglieder der Adelshäuser Dyhrn, Ferentheil, Guttschreiber sowie Solms und Tecklenburg ein. - Die prominentesten Beiträge stammen aus der Studienzeit Fabris, ganz besonders hervorzuheben ist der große Chemiker und Erfinder des Rübenzuckers Franz Carl Achard (1753-1819). Achard trug sich am 30. Dezember 1779 in Berlin mit dem schönen Motto "Finis coronat opus" ein. Ebenfalls in Berlin verewigte sich der bedeutende Botaniker und Arzt Johann Gottlieb Gleditsch (1714-86). Der einzige datierte Eintrag aus Leipzig, vom 14. Mai 1779, stammt von dem Logikprofessor, Dichter und Philosophen Christian August Clodius (1737-84). Ohne Ort und Datum kommt der Eintrag des in Leipzig wirkenden Historikers, Ethnologen und Staatswissenschaftlers Gottfried August Arndt (1748-1819) aus. - Aus Halle, dem häufigsten Eintragungsort, sind der spätere Rektor der evangelischen Schule Landshut Christian Gottlieb Glauber (1755-1804), der preußische Kriegs- und Obergerichtsrat Ludwig Daniel Le Coq (1756-1816), ein nicht identifiziertes Mitglied der Familie von Münchhausen, der Pädagoge und Theologe Johann Christoph Neide (1756-1836), der Botaniker Albrecht Wilhelm Roth (1757-1834), der in Halle Medizin studierte, der Philosophieprofessor und frühe Kant-Apologet Christian Gottfried Schütz (1747-1832) und der Jurist August Christian Wilmanns (1757-1839) hervorzuheben. Ein ebenfalls in Halle am 25. September 1779 verfasster Eintrag des Beamten und Botanikers Friedrich Wilhelm von Leysser (1731-1815) mit einem Zitat aus Plinius' Naturgeschichte findet sich im beiliegenden Heft. - Unter den Einträgen aus Breslau sticht jener des königlich preußischen Hof- und Kriminalrats Johann Jacob von Wunster (1753-1809) hervor. Neben Einträgen von Mitschülern, Kommilitonen und Professoren finden sich auch zahlreiche Einträge von Frauen, meist die Ehefrauen von Einträgern, etwa Anna Henriette Schütz, geb. Danovius, Christina Sophia von Leysser und Christiane Eleonore von Wunster, geb. Bornagius von Bornack. Auch mehrere Mitglieder der preußischen Husarenregimenter Podjursky und Somogyi verewigten sich im Stammbuch. Unter den schönen Illustrationen sind hervorzuheben eine ausfaltbare aquarellierte Ansicht von Frankfurt a. d. Oder ("C. G. Jachmann, Siles[us] ad vivum pinxit 1777, d[ie] 2. Mart[ii]"), eine schöne Landschaftsdarstellung in roter Tinte eines Moritz Gebhard, die lavierte, ausfaltbare Federzeichnung eines wissenschaftlichen Instruments in einer Rocaille, signiert "Schmidt", eine in Bleistift ausgeführte Ansicht von Oels, ein aquarellierter Putto mit Füllhorn sowie die ungewöhnliche Gouache auf Seide mit Büsten des Horaz, des Anakreon und der Sappho. Eine ursprünglich eingeklebte Federzeichnung einer Dorfstraße des nicht identifizierten Grafen von Solms und Tecklenburg ist lose. - Die alte Paginierung und das Verzeichnis sind unvollständig und fehlerhaft, einige Seiten wurden wohl entfernt. Vereinzelte Seiten leicht brüchig und mit Seiteneinrissen, die ausfaltbare Zeichnung der Rocaille mit mehreren Ein- und Ausrissen ohne Bildberührung. Minimal braun- und stockfleckig..

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[Album amicorum].

Stammbuch des Johann Gotthelf Herrmann (1740-1811). Leipzig, Dresden, Dippoldiswalde, Wolkenstein, Hainichen, Cämmerswalde, Clausnitz u. a. O. Qu.-8vo. 163 Einträge auf zus. 248 SS. (davon 2 nicht paginiert, 71 weiß). Mit reicher Titelillustration, 7 ganzseitigen, 3 halbseitigen und zwei kleinen Aquarellen, 5 montierten und kolorierten Druckgraphiken (davon eine Collage) sowie drei Musikzitaten.
8.500 € (86111/BN56993)

Album mit außergewöhnlich schönen Pinselzeichnungen und kalligraphischen Gestaltungen, die einige der in französischer, deutscher und lateinischer Sprache verfassten Einträge schmücken. Der Stammbuchhalter J. G. Herrmann legte dieses Büchlein gegen Ende seines Besuchs der Kreuzschule in Dresden an und führte es während des Studiums in Leipzig sowie in den ersten Jahren seiner Berufstätigkeit fort. Drei Einträge entstanden erst nach 1800. - Sicherlich am bedeutendsten ist der Eintrag des Dresdner Hofjuweliers Johann Christian Neuber (1736-1808), der sich - sehr selten - mit einer feinen Zeichnung verewigte.

Hervorzuheben sind auch Einträge von bekannt gewordenen Söhnen des langjährigen Bürgermeisters von Dresden, Christian Weinlig, namentlich der spätere Komponist und Kreuzkantor Christian Ehregott Weinlig (1743-1813), der Architekt und Oberbauamtszahlmeister Christian Traugott Weinlig (1739-99), der Pharmazeut Christian Gottlob Weinlig (1730-99) und der Geistliche Christian Gotthard Weinlig (1746-79). Weiters finden sich Beiträge von Johann Friedrich Moebius, dem "Peruquier" Gottlieb Dienemann, dem Komponisten Johann Christian Fischer, dem Physiker Christlieb Benedikt Funk[e] (1736-86), dem Organisten der Wenzelskirche in Naumburg Johann Friedrich Graebner (1714-94), dem Pfarrer Johann Gottlieb Holfert (1740-1818), dem Philosophen und Gymnasiallehrer Daniel Gotthold Joseph Hübler (1734-1805), dem Rektor sowie sächsischen Juristen und Beamten in Dippoldiswalde Johann Gotthold Lessing, dem Geh. Kabinettsregistrator Carl Friedrich Lucius (1708-83), dem Stadtmusikus aus Mühlhausen Johann Christoph Poltermann, dem Leiter des von seinem Vater gegründeten Augustusbads in Radeburg Johann Christoph Seydel aus der bekannten Gärtnerfamilie, dem Chirurgen der Artillerie C. G. Wege sowie von Mitgliedern der Familien Facilides, Herrmann, Lechla, Lichtwer, Limmer, Linkge, Nehmitz, Preußner, von Roth, Sinz, Wollesky, Wunderlich u. v. a. m. Die Illustrationen zeigen allegorische Stillleben, Stadtansichten, eine Gartenansicht, römische Gottheiten (Diana, Juno und Hermes sowie Amor und Psyche), eine Darstellung von Hermann dem Cherusker ("der tapfere Held u. Retter Deutschlands") und Landschaften mit einer Schäferin und einem Liebespaar, zudem das kleine Trompe-l'oeil-Aquarell einer geknickten Blattecke. - Der Stammbucheigner, der aus Cämmerswalde gebürtige Jurist J. G. Herrmann, war ab ca. 1777 als Universalerbe seines Großvaters, des Kommissionsrates Karl Gottfried Schubardt, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf dem sächsischen Rittergut Porschnitz und folglich auch Rechtskonsulent und Gerichtsdirektor in Dresden. Er war der Sohn des Pfarrers in Cämmerswalde, Christian Herrmann (1681-1755), und der Rahel Charitas Schubardt (1697-1777) sowie Bruder des Pfarrers Christian Gotthold Herrmann (1734-92). Herrmann heiratete 1778 in Dresden die Witwe des Oberamtsadvokaten und Sekretärs bei der Oberamtsregierung August Gottfried Fiedler (1736-75), Christiane Eleonore, geb. Richter. - Zwei Seiten mit Spuren alter Montage. Die hs. Paginierung beginnt auf der Versoseite des Vorsatzblatts. Mit Besitzvermerk "Hans Moritz Herrmann" (Riesa 1917) und dessen Erläuterung zum Erhalt dieses Freundschaftsalbums..

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[Album amicorum].

Studentisches Stammbuch des Matthias Reichenau mit 65 Einträgen. Leipzig, Breslau, Magdeburg, Freiberg, Meissen, Dresden, Stettin, Küstrin u. a. O. Ca. 65 SS. auf 51 Bll. Moderner schwarzer Lederband mit goldgepr. Initialen und goldgepr. Jahreszahl. Qu.-8vo (132:154 mm).
6.500 € (87070/BN57436)

Sammlung von Einträgen bekannter Gelehrter aus Theologie, Medizin, Geographie, Jura, Philosophie, Philologie, Dichtung und Kirchenmusik des ausgehenden Frühbarocks bzw. beginnenden Hochbarocks. - Das Album beginnt mit einem Eintrag des Musik- und Literaturmäzens Georg Rudolf Herzog von Liegnitz und Herzog von Wohlau (1595-1653), dem Gründer der "Bibliotheca Rudolfina" in Liegnitz, zu dessen Hof Martin Opitz sowie die Komponisten Paul Hallmann und Heinrich Schütz gehörten. Verewigt sind u.

a. der Rektor und Pastor zu Freiberg Otto "Apianni, aliás Benewitz", der Mediziner und Leibarzt Heinrich Boezo mit dem Wahlspruch "Ut fert Divina Voluntas" (Wie es der göttliche Wille gibt), der Strafrechtler und Hexentheoretiker Benedikt Carpzov (1595-1666) sowie der Kirchenlieddichter Henricus Closius (fl. 1640), später Professor am Elisabethanum in Breslau. Der Dichter und Epigraphiker Georg Fabricius (1605-77), der Hofprediger bei Kurfürstin Anna von Brandenburg Daniel Fessel (1599-1674), der Theologe Caspar Finck (1578-1631), der Altphilologe Christian Friedrich Franckenstein, Johann Frenzel (1609-74), der Geograph und Kartograph Christian Funck (1626-95), der Theologe Martin Geier (1614-80), Johann Ulrich Hayer (1616-79), der Kirchenlieddichter Johannes Heermann (1585-1647), Martin Heinsius (1611-67), der evangelische Bischof von Reval Jacob Helwig (1631-84), der Theologe Daniel Henrici (1605-66), der Probst und Pastor in Breslau Michael Herrmann (1593-1669), der Mediziner Johannes Hoppe, der Philologe Johann Hornschuch, der Theologe Johann Hülsemann, der Mediziner und Physiker Johann Ittig, der Pädagoge Valentin Kleinwechter (1607-61), der Pädagoge Elias Major (1578-1669), Rektor am Elisabeth-Gymnasium in Breslau, der Rechtswissenschaftler Samuel Mosbach (1584-1649), der Physiker, Mathematiker und Mediziner Philipp Müller (1585-1659), der mit Johannes Kepler in Verbindung stand, der Hymniker und Hofprediger Johannes Olearius, der eines der größten und wichtigsten deutschen Gesangbücher des 17. Jhs. zusammenstellte, Joachim Pollio (1577-1644), der Jurist Johannes Preibisius, der Philosoph Christoph Preibisius (1580-1651), der Rektor Jacob Rolle (1592-1645), der Theologe Christoph Schlegel, Prinzenerzieher in Coswig, der Jurist Georg Tobias Schwendendörfer, der Theologe Adam Spengler (1612-65), der Erzieher des Prinzen Rudolf August von Braunschweig-Wolfenbüttel, Paulus Sperling, der Superintendent in Dresden Aegidius Strauch (1583-1657), der Theologe und Kirchenlieddichter Abraham Teller (1609-88), Rektor der Thomasschule in Leipzig, Ananias Weber (1596-1665) sowie der Theologe Jacob Weller (1602-64), Oberhofprediger am Hof des Kurfürsten von Sachsen. - Aus der Autographensammlung Gotthilf Sebastian Rötger, mit dessen typischen hs. Anmerkungen und Nummerierung in rötlichbrauner Tinte. Leicht gebräunt bzw. braunfleckig, mehrere seitliche Ränder etwas ergänzt und verstärkt. Ein Blatt im Bug verstärkt. Am oberen äußersten Rand teilweise mit leichten Feuchtigkeitsspuren..

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[Album amicorum].

Studentenalbum des Pál Jezowicz (Jeschovicz) mit 170 Einträgen. Ca. 176 SS. auf 210 Bll. Qu-8vo. (110:163 mm). Mit 2 Aquarellen. Vorwiegend in lateinischer Handschrift auf Papier. Schwarzer Lederband der Zeit mit goldgepr. Rücken und goldgepr. breiten Deckelbordüren mit Eckfleurons, Vorsätzen von Bronzefirnispapier un.
8.500 € (87071/BN57437)

Umfangreiches, weitgereistes Freundschaftsalbum aus Ungarn mit sehr vielfältigen und unterschiedlichen Einträgen, u. a. von Wolfgang Richard Honorius von Auersperg, David Barányi, Gustav Friedrich Beer, Ernst und Viktor Bengel, Christian Ludwig Bilfinger, Johann Blasius, Jakob Bobor, Jakob Matthias Böhringer, Peter Bosnyák, Johann Ulrich Brastberger, Johann und Andreas Bubenka, Ludwig Heinrich Burry (1721-62, Diakon an der Barfüßerkirche in Augsburg und an der St.-Anna-Kirche), Georg Bernhard Canz, Johann Friedrich Cotta (1701-79), Johann Demian, Ludwig Rudolf Dobner, Leopold Ernst, Josef Richard Eutlhuber, Zacharias Falck, Ludwig Eberhard Fischer, sowie der Theologe Johann Philipp Fresenius (datiert 23.

VII. 1754), der 1748 Johann Caspar Goethe und Catharina Elisabeth Textor traute und am 29. VIII. 1749 ihren Sohn Johann Wolfgang taufte. Goethe schilderte Fresenius später als "einen sanften Mann von schönem, gefälligen Ansehen, welcher von seiner Gemeinde, ja, von der ganzen Stadt als ein exemplarischer Geistlicher und guter Kanzelredner verehrt ward" (Dichtung und Wahrheit [1811], Bd. I, S. 335). Ferner sind vertreten der Büchersammler und Jurist Friedrich Wilhelm Frommann (1707-87), Samuel Gazur, Justus Friedrich Goehrung, Georg Gregusch, Johann Friedrich Gross, Moritz Davis Harpprecht, der Theologe Samuel Hajnóczy (Vater des Jakobiners József Hajnóczy), Eberhard Friedrich Hellwag, Jakob Nikolaus Hesler, Daniel Hochholtzer, Wolfgang Friedrich Hochstetter, Johann Friedrich Karlhausen, Sigismund und Johann Samuel Kéler, C. F. Köstlin, Johann Lani (Lányi), Dániel Lehoczky, Johann Friedrich Märklin, Johann Matolai, Michael, Stephan und Matthias Meerwaldt, der Pfullinger Superintendent Gottlieb Immanuel Siegfried Metzger, Karl Stanislaus Mikoviny, Ferdinand Ludwig Mohl, Peter Albert Monincx, Philipp Samuel und Benedikt Wilhelm Münch, Ladislaus Padvan, Gottlieb Christoph Paulus, Johann Adam Paur, der Theologe, Universitätskanzler und hessisch-darmstädtische Generalsuperintendent Christoph Matthäus Pfaff (1686-1760), Michael Pfeiffer, Johann Christoph Eberhard Pichler, Matthias Purtzpichler, Georg und Franz Radvánszky, Fr. Ribiny, Gottlieb Friedrich Rößler, Magnus Friedrich Roos, Johann Ruffini, der Theologe und Tübinger Rektor Christoph Friedrich Sartorius (1701-85), Johann Matthias Schaden, Andreas Schmal, der Jurist und Staatswissenschaftler Heinrich Christian Senckenberg (1704-68), Johann Christian Serpilius, Johann Jakob Stäudlin, Emmerich Horváth Stansich "de Gradecz", Maximilian Friedrich Christoph Steinhofer, Christoph Theophil Stercz, Joseph Torkos (mit hebräisch-lateinischem Eintrag), Franz Tsúrak, Karl Türck von Türckenstein, Johann Konrad Wohlgemuth, und Johann. Zeller. Der aquarellierte Titel zu Beginn mit den Gedächtnispyramiden signiert "G. A. Roesler 1755". - Deckel mit kl. Schnitt- und Schabspuren, der Rücken etwas spröde. Zahlreiche Bll. in der Nähe des Bugs abgetrennt. Durchgehend leicht fleckig, ein Eintrag mit großem Tintenfleck, aber insgesamt sehr gut erhalten..

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[Album amicorum].

Gelehrten- und Studentenstammbuch des Joh. Zacharias Gottschick mit 132 Einträgen. 116 Bll. mit 132 Einträgen. Marmorierter Lederband der Zeit mit reicher Rückengoldprägung, goldgepr. ornamentalen Deckelbordüren mit Fileten, gepr. Stehkantenbordüre, dreiseitigem Goldschnitt und Marmorpapiervorsätzen. Qu.-8vo (136:250 mm).
7.500 € (87072/BN57438)

Reichhaltiges Hallesches Gelehrtenalbum mit vielen lateinischen, deutschen, auch griechischen und wenigen hebräischen Einträgen, meist von arrivierten Professoren, Pfarrern, Predigern und Diakonen, darunter Heinrich Christian Alberti (17. III. 1758), J. C. Berlin (u. a. gleichen Namens), der Anatom Philipp Adolph Böhmer (1711-89, Leibarzt von Friedrich Wilhelm I. von Preußen), der Mediziner Andreas Elias Büchner (1701-69, Präsident der Leopoldina), der Orientalist und Theologe Johann Heinrich Callenberg (1694-1760), Gründer des Institutum Judaicum et Muhammedicum, später mit der Franckeschen Stiftung vereinigt), die Juristen Johann Tobias Carrach (1702-75) und sein Sohn Johann Philipp Carrach (1730 - nach 1781), Nicolaus Heinrich und Johann Joachim Carssow, "Paul Louis Chrysander né a Salzwedel", der Theologe Christian Albrecht Döderlein (1714-89, Gründungsrektor der Friedrichs-Universität Bützow), der Arzt und Theologe Johann Peter Eberhard (1727-79), Johann Just von Einem (Kloster Bergen, 11.

IV. 1758), der Philosoph Friedrich Wilhelm Ellenberg (von Zinnendorf), der 1759 eine Deutsche Gesellschaft in Halle gegründet haben soll, der Pfarrer August Richard Eulhardt, der Jurist und Direktor der Universität Halle Johann Ernst von Floercke (1695-1762), der Theologe und Pädagoge Gotthilf August Francke (1696-1769), der Theologe und Direktor der Franckeschen Stiftungen Gottlieb Anastasius Freylinghausen (1719-85), Johann David Gensike (18. III. 1758), mehrere Mitglieder der Familie Hindenburg, Friedrich Hoffmann (Halle, 12. III. 1758), der Jurist, Historiker und Numismatiker Johann Friedrich Joachim (1713-67), der Arzt und Chemiker Johann Juncker (1679-1759, führend in der pietistischen Reformbewegung der Medizin), J. G. Knapp, der Astronom und Mathematiker Ernst Friedrich Knorre (1759-1810), der Mathematiker, Dichter und Mineraloge Johann Joachim Lange (1699-1765), der Historiker und Jurist Samuel Lenz (1886-1776), Samuel Christoph Lietzmann ("Prediger zu Plau im Mecklenbg."), Johann Simon Lindinger (1723-83), der Philosoph Georg Friedrich Meier (1718-77), der Orientalist und Theologe Christian Benedikt Michaelis (1680-1764), der bedeutende Jurist Daniel Nettelbladt (1719-91, Primarius und Praeses der juristischen Fakultät der Universität Halle) sowie etliche andere. - Sehr gepflegtes, gut erhaltenes Album aus der Autographensammlung des Gotthilf Sebastian Rötger mit seinen hs. Ergänzungen, meist in rostroter Tinte..

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[Album amicorum].

Denkmal der Freundschaft. Meist Hamburg, aber auch Hannover, Baden, Berlin und Paris. 80 Einträge auf 82 Bll. Mit 3 Aquarellen (davon 1 sepiafarbenes), 1 aquarellierten Federzeichnung, 1 Bleistiftzeichnung, 2 Notenmanuskripten und 3 Notenzitaten. Roter Schaflederband der Zeit mit umlaufendem Goldschnitt, goldfarbener Bordüre, floraler Rück.
14.500 € (88848/BN58745)

Hübsches Stammbuch der Nanette Valentin, geb. Dellevie (1758-1850), Salonnière und Gattin des Pariser Bankiers Sebastian Valentin. Begonnen wenige Monate vor ihrer Hochzeit am 15. April 1809, mit zahlreichen Einträgen aus der Hamburger Bourgeoisie, einige mit Zeichnungen oder Notenzitaten, großteils in deutscher, vereinzelt auch in französischer und italienischer Sprache. Hervorzuheben sind Beiträge einiger prominenter Persönlichkeiten aus Musik, Kunst und Literatur, darunter der Cellist und Komponist Bernhard Romberg (1767-1841), die Sängerin Félicitas Blangini (1794-1844), der Komponist Anton Bohrer (1783-1863) und dessen Bruder, der Cellist Maximilian Bohrer (1785-1867), die Pianistin, Komponistin und Sängerin Helene Riese, verh.

Liebmann (1795-1869), der Maler Leo Lehmann (1782-1859), die Schriftstellerin Regina Frohberg (1783-1850) und der Musiker, Privatgelehrte und Musikaliensammler Georg Poelchau (1773-1836) sowie der Jurist Carl August Buchholz (1785-1843). - Ferner sind einige bedeutende Familien der florierenden jüdischen Gemeinde Hamburgs vertreten; diese war im Jahr 1812 mit etwa 6300 Mitgliedern (rund 6 Prozent der Stadtbevölkerung) die größte in Deutschland. Zu nennen sind Moses Lazarus Dieseldorff und seine Frau Betty, deren Kinder von Salomon Heine, dem Vater von Heinrich Heine, unterrichtet wurden, der Bankier Moses Jacob Hertz (1752-1833) sowie Clara Hertz (1781-1851), Gattin eines Teilhabers des Bankhauses Moses Hertz Söhne, Jules und Betty Arrong, Marianne und Louise Oppenheim aus der Bankiers-Familie Oppenheim, Henriette und Jeannette Schlesinger sowie Suzette und Henriette Benjamin, und Ernestine Robert-Tornow, geb. Victor, Schwägerin der jüdischen Schriftstellerin und Salonnière Rahel Levin Varnhagen. Weiters sind verewigt der Hamburger Kaufmann Ludwig Franz Völckers sowie Nanettes Schwestern Serina und Friederike sowie ihr Cousin Leonhard Dellevie. - Unter den Illustrationen finden sich eine hübsche Bleistiftzeichnung eines Dorfpanoramas mit Windmühle, gezeichnet "G. Sutz", Blumenaquarelle sowie eine Profilansicht einer antiken Skulptur. - Einband etwas berieben. Etwas gebräunt, vereinzelt leicht fingerfleckig..

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