Julius Schmidt

Schmidt, Julius

Archäologe (1823-1897). Eigenh. Brief mit U. Athen. 4 SS. 8vo.
$ 261 / 220 € (88436/BN58278)

An einen Freund und Kollegen mit dem Wunsch, eine Beschreibung Athens und seiner Umgebung für die völkerkundliche Zeitschrift "Globus" zu verfassen, über seine Bekanntschaft mit Heinrich Schliemann sowie die angespannte politische Lage am Bosporus: "Ich hätte nicht übel Lust eine Beschreibung Athens und seiner Umgebung [...] mit Illustrationen zu verfassen, es fragt sich hierbei nur, wie viel das Geschäft einbringen würde. Mit Originalzeichnungen, die dann doch erst geschnitten sein wollen, ist dem Globus wohl nicht gedient? [...] Ich habe hier unter anderm auch die Bekanntschaft Schliemanns, kurz vor seinem Weggange nach Troja, gemacht.

Das ist ein Mann wie gemacht, ihn dem Verein 'zu Weihnachten zu bescheren'! Ich trieb ihn in eine Ecke, aus der er mich einlud, ihn nächstens in Troja zu besuchen. Ob es dazu kommt hängt natürlich von den Constellationen am politischen Himmel ab. Man (incl. meine Wenigkeit) ist sehr gespannt hier auf die Entwicklung des Dramas am Bosporus und weiß sich die Tatsachen anders zu recht zu legen, als es vielleicht bei Euch geschieht. Man sieht den Fall des Sultans als eine Ohrfeige an, welche die englische Politik den tagenden drei Kanzlern versetzt hat. Man fühlt das Zauberspiel der geübten Hand Lord Elliots heraus, der schon dem König Bomba und anderen Fürsten Italiens sammt dem König Otto ein Bein gestellt hat. König Georg hält es nicht der Mühe für werth in diesen kritischen Zeiten unter seinen Hellenen zu weilen, vermisst wird er aber nicht. Ich habe noch nichts als Tadel über ihn gehört, besonders wirft man ihm, mit Recht, vor, den so vortheilhaften Anerbietungen Schliemanns die Annahme versagt zu haben [...]"..

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