Jean Paul Friedrich Richter

Richter, Jean Paul Friedrich

Schriftsteller (1763-1825). Eigenh. Brief mit U. „J.P.F. Richter“. Hof. 3 1/4 pp. 4to. Minimal fleckig. Tinte schwach durchscheinend.
$ 9,832 / 8.500 € (100389)

An den Schriftsteller August Gottlieb Meißner (1753–1807), der in Prag im Herbst 1785 Professor für Ästetik geworden war. Meißner hatte 1784 einige von Jean Pauls Aufsätzen in seiner Zeitschrift „Für ältere Literatur und neuere Lektüre“ in Dresden veröffentlicht. „Wolgeborner, Hochzuverehrender Herr Professor, Inzwischen würd’ ich, wenn ich an Ihrer Stelle wäre, es auch sehr wol überlegen, ob ich es am Ende verdienet, einer geworden zu sein. Denn da alle Wesen aus Vorzügen und Mängeln bestehen; so begehret man von einem Professor am ersten, daß er beide an sich zu vereinen wisse und nicht ganz entblösset von den besten Fehlern eines Gelehrten sei z.B.

von leerer Wortkentnis, Kriechungsgeist pp.: man hat aber viele Ursache zu besorgen, daß Ihnen diese leztern völlig mangeln. Sind Sie überdies ganz gewis, daß Sie Ihren neuen Posten nicht vielleicht einem Manne weggenommen haben, der gänzlich dazu ungeschikt gewesen wäre? Ich wil es nicht wünschen; denn in diesem Falle würde er wirklich diesem gehöret haben, weil es hierin bei einzelnen Personen gar nicht anders als bei ganzen Völkern ist, wo nach Lessing das ungebildete Judenvolk die Bildung der übrigen Völker zu besorgen hatte. – Dazu sind Sie jetzt auf einmal wirklich im Himmel, welches in vielen Rüksichten äusserst gut sein mag. Denn in was sezen die grösten und längsten Philosophen den Himmel anders als in einer Vermehrung der alten Tugenden mit neuen und was ist die Belohnung eines guten Herzens anders als die Verbesserung desselben? ... Doch ich lasse den Voitüre; und wünsche Ihnen aufrichtig, ohne Dekorazion und Zierbuchstaben, zu Ihrer neuen Stelle Glük, so wie denen, deren Lehrer Sie geworden ... aber ... was hilft es z.B. Ihnen, daß Sie das Vergnügen erlanget, ein Professor geworden zu sein? Der Nachtheil komt leider bald genug hinterdrein, indem ich nämlich wirklich eine Bitte an Sie thue. Hier send’ ich Ihnen Satiren, die noch im Stande der Natur sind, weil ich mich, so lange ich noch keinen Verleger habe, ans Poliren derselben nicht bringen kann. Daß Sie ihnen einen zuführten, da es in Prag doch wol leichter ist, wäre meine zwote Bitte; und meine erste, daß Sie selbige zu beurtheilen würdigten ...“ Bei den „Satiren“ handelt es sich wohl um das Manuskript des angekündigten, aber nicht erschienenen dritten Bändchens der „Grönländischen Prozesse“. Das Lessing-Zitat stammt aus der „Erziehung des Menschengeschlechtes“ (1780). Berend Band 1 Nr. 154; http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_154..

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Richter, Jean Paul Friedrich

Schriftsteller (1763-1825). Schlussbogen eines eigenh. Briefes mit U. „J.P.F. Richter“. Hof. 4 pp. 8vo. Leicht braunfleckig.
$ 5,205 / 4.500 € (100390)

Früher Brief an seinen Freund Emanuel (Osmund) in Bayreuth, dem er seine eben erschienenen „Blumenstüke“ (erster Band des „Siebenkäs“ ) sendet, verbunden mit der Bitte, das ihm geliehene Exemplar der „Mumien“ („Die unsichtbare Loge“) zurück zu senden. „Ich lieh vor einigen Jahren die Mumien der Renate“ (Wirth, verehel. Otto; Name unkenntlich gemacht), „um sie Ihnen zu schicken; da es mein leztes Exemplar und also das meinige für den Gebrauch bei einer 2t Auflage ist und da ich mir immer eines borgen mus, um zu sehen was mein 30 jähriges Ich anders dachte als das 33jährige: so bitt’ ich Sie, im Falle Sie es ganz gelesen, mir es zu senden.

Nehmen Sie mir aber diese Autorbitte nicht übel. Die Blätter der Blumenstüke sollen eine kleine Unterlage gegen die Stacheln des Ziliziums sein, das wir alle tragen. Könte man nur die Menschen froh machen, so wären sie auch gut: das Volk beglücken, heisset es verbessern und alle Sünden desselben entstehen aus der Armuth. Höher hinauf vollends macht der wachsende Kontrast – da die Verfeinerung zugleich die Empfindlichkeit und die Marterinstrumente, zugl. die bürgerl. Abgründe und die idealischen Höhen vergrössert – die Erde so verworren, daß die Tugend auf ihr noch leichter zu finden ist als das Glük. Ich möchte also – u. wil – mit meinen litterarischen Eintagsfliegen den Menschen lauter Ruhestätten zeigen noch vor der tiefsten – sie mit den Thoren versöhnen auf Kosten der Thorheiten – ihnen in allen Ständen nicht nur Freuden, sondern auch Tugenden (sogar ein Minister wäre zu beiden, wenn er sich anstrengte, fähig) und in der Armuth nicht nur, sondern auch im Reichthum diesen, u. am Ende auf der Erde zwei Himmel zeigen, den jezigen u. den künftigen. Meine Blumenst[üke] sollen den Frohsin in der Armuth malen: meine Behauptungen kommen nach meinen Erfahrungen und immer hat die Zeit, wo ich einmal am ärmsten war, einen unaussprechl[ichen] Reiz für mich. Die Alten suchten ihr Glük in Grundsäzen, die Neuern in Empfindungen; aber da jene nur ein kleines geben, u. diese nur ein unstätes: so hilft nur ihre Vereinigung, die der Dauer mit der Grösse ...“ Mit mehreren stilistischen Korrekturen. Auf der ersten Seite eine besiegelte und notariell beglaubigte Echtheitsbestätigung von Osmunds Schwiegersohn, dem Rabbiner Joseph Aub (1869). Berend Band 2 Nr. 472; http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_472..

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Richter, Jean Paul Friedrich

Schriftsteller (1763-1825). E. Billett m.U. „R.“ Bayreuth, Oktober 1819?. 1 p. quer-8vo. Mit Siegelspur und Adresse. Leicht fleckig, kleine Löcher in den Falten.
$ 4,048 / 3.500 € (100391)

An den Gymnasialprofessor Lorenz Heinrich Wagner, den Lehrer seiner Kinder, wohl anlässlich des Schulabgangs seines Sohnes Max. „Guten Morgen! Hier send’ ich Ihnen für Ihre Quartgaben 8 Duodezblättchen von mir, die Sie schon bis morgen durchhaben werden. – Hätten doch Sie meinem Max das Zeugnis geschrieben!“ Berend Band 8 Nr. 528; http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=VIII_528. Beiliegend 1 e. Br. m. U. seiner Frau Caroline geb. Mayer an ihre Tochter Emma verh. Förster (o. O. u. D.) und 1 E. Br. m. U. derselben an (Julie) Schwabacher geb. Wiener (München 1855).

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Richter, Jean Paul Friedrich

Eigenh. Brief m. U.
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Richter, Jean Paul Friedrich

E. Brief mit U.
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Jean Paul Friedrich Richter (1763-1825), Schriftsteller. E. Brief mit U. „Jean Paul Fr. Richter“, Bayreuth, 9. Juli. 1807. 1 Seite kl.-4°. An den Kammerrath Müthel. - „Es ist eigentlich Unrecht, lieber Herr Kammerrath, daß Sie so spät eine Frucht, die im vorigen Jahre in Ihrem Garten auf dem bekannten Platze wuchs und auf deren Zeitigung die Bäume und Düfte und Strahlen der schönen Nachbarschaft so schön wirkten, jetzt heute erst von mir bekommen, nämlich beifolgende Levana. Die Neben-Broschüre enthält die das Verzeichnis ihrer vielen Druckfehler. Mög’ es Ihnen immer so froh in Ihrem Garten ergehen als dem, der Ihnen hier dafür dankt!“. - Rücks. mit Adresse: „H. Kam(m)errath Müthel in seinem Garten“. - Auf einem mehrfach gefalteten Doppelblatt. - Unbeschriebene Seiten etwas fleckig, dort mit 1 Einriß. - Aus der Bibliothek Victor Lange, Princeton/NJ.