Physiker und Nobelpreisträger (1862-1947). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Heidelberg. 4to. 4 pp. Doppelblatt.
$ 3,321 / 2.800 €
(100200)
An einen namentlich nicht genannten Empfänger. Er habe durch den ,Völkischen Beobachter’ von dessen Äußerung erfahren, ,dass der Volksschullehrer, der ordentliche deutsche Menschen erzieht, mehr wert sei als Universitätsprofessoren mit Einsteinkomplexen’. „Sie trifft gut gegen viel Unfug, der mit ,Lehrfreiheit’ an Universitäten getrieben wird. Allerdings war es zu allen Zeiten schon so, und es kommt immer nur auf die Persönlichkeiten an, denen man Lehrfreiheit anvertraut. Ich wollte Ihnen als alter Naturforscher, bei dieser Gelegenheit nur zeigen, dass nach meiner - jetzt schon weiter verbreiteten - Einsicht Herrn Einsteins Leistungen für die Naturwissenschaft mit seiner ,Rel.
Theorie’ ebensowenig eine Förderung höherer Einsichten bedeuten als seine Bevorzugung der farbigen Rassen und seine Kriegsdienstverweigerung. Dazu füge ich eine nun 10 Jahre alte Schrift von mir bei, in welcher wohl nur das ,Mahnwort’ Ihr Interesse haben dürfte, was aber genügte um zu sehen, dass die Leistung um deren willen Herr E. überhaupt in Deutschland eingebürgert worden ist, Täuschung war. Ich meine damit die ,Rel. Theorie’. Das Andere, wofür er den Nobel-Preis erhalten hat, war nur Erraten von schon Naheleigendem; ich hatte gegen diese Preis-Erteilung seinerzeit öffentlich Einsrache erhoben. Mein ,Mahnwort’ ist unwirksam geblieben bei den Universitäts-Professoren. Heute sind die Nachweise von der Unwahrheit und daher Wertlosigkeit der ,Rel.Th.’ schon viel kräftiger geworden, und noch immer machen Universitäts-Professoren nicht die Augen auf! Von anderen Seiten muss ihnen gezeigt werden, was sie selbst nicht sehen wollen, und dabei ist in ganz Deutschland grösste Mühe Aufklärendes auch nur gedruckt zu bekommen in den verbreiteten wissenschaftlichen Zeitschriften! Mit Terror wird es unterdrückt. Die Herrschaft des Judengeistes an den Universitäten ist erschrecken. […]“ Die ,10 Jahr alte Schrift’ ist die 1922 erschienene zweite Auflage von ,Über Äther und Uräther’, die Lenard um ein ,Mahnwort’ ergänzt hatte. Lenard war neben J. Stark Hauptvertreter der sogenannten ,Deutschen Physik’, die sich besonders gegen Einstein und seine Relativitätstheorie wandte..
Physiker und Nobelpreisträger (1862-1947). 2 eigenh. Briefe mit U. und 2 Postkarten mit eh. U. Heidelberg. Zusammen 8 SS. auf 6 Bll. (Qu.-)8vo. Eine Karte mit eh. Adresse.
$ 1,779 / 1.500 €
(89871/BN59265)
An den Physiker und Seismologen Emil Wiechert, u. a. über Interna an der Heidelberger Akademie zu Ernennungen in den Fächern Astrophysik, Meteorologie u. dgl. Die Gesichtspunkte für die Auswahl der geeignetsten Persönlichkeiten erscheinen ihm "dunkel": "Ihre beiden Briefe, von welchen ich auch schon den ersten nach seiner Schlussbemerkung als vertraulich betrachtet habe, beeile ich mich zu beantworten so gut ich kann. Es wird auch hier die gleiche Angelegenheit der 'Notgemeinschaft' in der Heidelberger Akademie mit einer mit einer mir nicht förderlich, ja man könnte sagen verdächtig erscheinenden Eiligkeit und Heimlichkeit betrieben.
Wie dem auch sei, auf die Frage einer Meinung zum Kommissionsvorschlag Runge, Sonnenfeld, Paul Koch, Müller, Westphal oder Schumann für Physik, Astrophysik, Geophysik, Meteorologie, muss ich antworten, dass dieser Vorschlag stark befremdlich erscheint. Ich vermisse für diese Fächer vor allem irgend einen angesehenen, bewährten Experimentalphysiker, wie W. Wien, J. Stark; ohne Hinzuziehung eines solchen kann die Kommission keinesfalls ernst genommen werden. Ausserdem würde man für die genannten Fächer auch an M. Wolf (Astrophysik) und E. Wiechert (Geophysik) in erster Linie zu denken haben. Es wäre unbegreiflich, warum man statt der offenbar vorhandenen, der Sache nach geeignetsten Persönlichkeiten andere wählen sollte, deren Auswahl-Gesichtspunkt dunkel erscheinen muss […]" (15. XII. 1920). - Weiters mit Dank und Dank und Stellungnahme zu erhaltenen Publikationen und Vorträgen. - Alle Blatt gelocht (teils geringe Buchstabenberührung); ein Brief auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf..

