Katharina (Käthe) Dorsch

Dorsch, Katharina (Käthe)

deutsch/österreichische Theater- und Film-Schauspielerin (1890-1957). 184 Autographen: 11 L.A.S., 55 L.S., vielfach mit langen eigenhändigen Ergänzungen, 2. C.A.S. und 1 C.S. sowie 10 Telegramme. Kammer, Wien, Berlin, Braunschweig, Hamburg, Lohmühle, Bonn, Essen, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf. Zusammen 74 Einzelblätter verschiedener Formate (fol.-quer-8vo), davon 126 pp. beschrieben, und die Karten; dazu 28 L.S. und 1 C.S. ihrer vertrauten Assistentin und Chauffeuse Stephanie Scherner, geschrieben von denselben Orten, 24.IX.1953 - 15.XI.1956, 3.
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Alle Briefe an ihre Berliner Freunde, den Schauspieler Fritz Alberti (1877-1954) und (mehrheitlich) dessen Frau Elisabeth; sehr temperamentvoll – zuweilen geradezu undiplomatisch – geschriebene Brieffolge, die einen tiefen Einblick in das hektische Leben der erfolgrreichen Burgschauspielerin erlaubt. Käthe Dorsch berichtet laufend von ihrer Arbeit – erwähnt werden insbesondere ihre grossen Erfolge auch auf ausgedehnten Tourneen in Deutschland: die Rolle der resoluten Wäscherin Mutter Wolffen in Hauptmanns „Biberpelz“ und die Elisabeth in Schillers „Maria Stuart“.

Prägnant nimmt sie Stellung zu den Leistungen ihrer Kollegen – erwähnt werden mehrfach Viktor de Kowa, Werner Krauss, Gustav Gründgens, Else Bassermann („… das schlimmste ist ja Else Bassermann – und das wird auch nicht besser, sie vergisst nach wie vor jeden Tag was. Das Rätselraten bei mir ist nur immer, was es heut wieder wird – und so komme ich gar nicht zur Freude dieser Rolle, weil ich immer zittere was sie nun wieder nicht macht…“), Paula Wessely, usw. Immer wieder spricht sie auch von Filmprojekten. Die politischen Ereignisse des Tages scheinen auf, insbesondere die Ungarnkrise, die ihr auch ungewollt Flüchtlinge als Hausgäste beschert. Dabei ist Käthe Dorschs Gesundheit nicht die beste, häufig spricht sie von ihrer Angina pectoris, die leidet häufig unter Neuralgien und Gallenentzündungen. Ebenfalls kommt die berühmte Ohrfeige zur Sprache, die sie bei helllichtem Tag in einem Wiener Kaffeehaus dem Kritiker Hans Weigel verabreicht hatte. In dem daraufhin stattfindenden Prozess wurde sie zu 500 Schilling Strafe verurteilt. 18.IV.1956: „Nun komme ich aber zu meinem Knatsch hier – meine Premiere ist gut vorbeigegangen. Ich war an der Generalprobe besser als in der Premiere – das gibt’s ja, es war Föhn, ich hatte Kopfschmerzen und war überdreht – hatte aber trotzdem glänzende Kritiken, weil ich von mir doch annehme, dass auch dann, wenn ich nicht so gut bin, wie ich sein könnte – so viel übrig bleibt, dass noch immer was anständiges rauskommt. – Nur ein Mann – eben jener Gewatschte fand dass ich markierte, und agierte wie ein(e) Diva bei der Verständigungsprobe und der 300. Vorstellung. – Nun, das konnte ich doch nicht schlucken und so hats geknallt…“ (Es liegen einige Zeitungsausschnitte sowie Abschriften von einem Teil von Weigels Kritik bei wie auch Schreiben von Kollegen in dieser Sache). Das Hauptgewicht der Briefe liegt aber auf den mannigfachen Besorgungen für Käthe Dorschs Haus in Lichterfelde, die die Albertis treuhänderisch für die meist in Wien oder am Attersee wohnende Freundin verrichten. Die Briefe von Käthe Dorschs Faktotum Stephanie Scherner, die in einem ähnlich handfesten Ton geschrieben sind, handeln zumeist auch von den Problemen mit dem Lichtefelder Haus, geben aber auch erweiterten Einblick in das Leben Dorschs; insbesondere schreibt sie von den gemeinsamen besuchten Theater- und Musikaufführungen, bis hin zur Wiener Erstaufführung von Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“. Beilagen: 1 kleine Photographie von Käthe Dorsch; Abschriften von diversen Schreiben Verschiedener in der Ohrfeigen-Affaire sowie einige Zeitungsausschnitte; Schreiben von Liesl Alberti sowohl in Hausfragen wie auch der Ohrfeigen-Affaire, usw...

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